Nein, nein, ich meine nicht, sich identifizieren mit einem Selbt vor dem jetzigen Leben. Ich meine das Selbst, was wir einmal waren, früher im jetzigen Leben, woraus wir geworden sind, was wir JETZT sind.
Dies ist nur ein Ansatz, der aber sehr wirksam sein kann.
Diese Methode ist gut, wenn man nicht weiß, wie man denn hierhin gekommen ist, und wenn die Motive des eigenen Handelns unklar sind.
Sucht eine ruhige Stelle, am besten euer Zimmer, wo niemand ist. Leg euch hin, oder setzt euch hin, oder stellt euch vielleicht sogar hin, schließt die Augen oder lasst sie geöffnet, wie es euch bequemt.
Nun stellt euch zuerst vor, dass ihr ihr seid, nehmt Kontakt mit dem >Ich< auf.
So, hier seid ihr jetzt.
Jetzt stellt euch eine Situation in der Vergangenheit - beliebig weit zurückliegend - vor. Ihr werdet sicherlich zuerst nur den "Rahmen" erkennen, d.h., mehr oder weniger Kameramann sein, der das Erlebte wiederaufnimmt. Jetzt konzentriert euch und stellt euch vor: DAS WAR ICH!
Und versucht, genau diese Perspektive einzunehmen, das zu fühlen, was ihr damals gefühlt habt, die Perspektive zu haben, den Blickwinkel, die Weltsicht, die ihr damals hattet. Vorsicht: Ihr werdet sehr tief eintauchen, vergesst das auftauchen hinterher nicht! Seid danach wieder HIER im JETZT. Aber taucht solang ein, wie ihr denkt, es sei richtig.
Man kann somit vielleicht versteckte Motive erkennen, die man hat in seinem Handeln, Wurzeln von Problemen finden, vergleichen, wie man jetzt anders ist - und warum.
Es ist so eine Art Selbsthypnose, denke ich. Man nimmt das Ich an, das man damals hatte.
Möglicherweise können so auch schmerzhafte Inhalte wiederentdeckt werden, die zuvor vergessen wurden. Oder vielleicht bestimmten Situationen ihr tatsächlicher Gefühlswert wiedergegeben werden (manchmal vergisst man den wahren Gefühlsinhalt von Situationen).
Nachteile:
-Alte Wunden könnten wieder aufgerissen werden.
>Aber ich meine: Wer mit seiner Vergangenheit im Reinen ist, der wird keine Wunden aufreißen!
-Man schafft es nicht, gleich wieder aufzutauchen und ist eine Zeit lang etwas verpeilt (da die jetzige Situation nicht repräsentiert wird, sondern die damalige).


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