psychologische Beratung von erfahrenen Psychotherapeuten und Psychologen, psychologe.de
Seite 1 von 4 1234 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 8 von 25

Thema: Identität

  1. #1
    Ste
    Gast

    Standard Identität

    Ich möchte mal die Männer hier ansprechen (und die aufgeklärten Frauen).

    Worauf baut ihr eigentlich eure Identität auf? Mir fällt heute auf, dass ich mein Leben lang mit einer "gefälschten" Identität unterwegs war.

    Warum? Weil mir zweierlei Dinge beigebracht wurden: Es ist nicht gut ein Mann zu sein und es ist nicht gut Deutscher zu sein.
    Es ist also nicht gut ein deutscher Mann zu sein.

    Was aber bleibt dann noch? Es bleibt, dass man ein Feminist sein darf und dass man stellvertretend Schuld abtragen darf, sowohl als Deutscher wie auch als Mann.

    Wenn man damit nicht einverstanden ist, wird man diskriminiert als Nazi ohne Herz und Hirn, sozusagen als wandelnder Hodensack mit Schnauzbart.

    Woher nimmt nun ein deutscher Mann, der in den 70ern ideologisiert wurde eine halbwegs normale Identität her und was könnte diese Frage zu tun haben mit der Tatsache, dass wir alle hier mehr oder weniger psychisch krank sind?

    Ich weiß, auch Amerikaner können krank werden und die haben unsere Deutschen Probleme gar nicht, aber die haben dafür andere. Jeder sollte also vor seiner Tür kehren und nicht auf andere verweisen.

    Ich bin ziemlich sauer darüber, dass man mich dazu gebracht hat mein halbes Leben lang das zu verachten, was ich selber bin. Wofür? Damit ich den Interessen anderer dienen konnte.

    Natürlich gibt es auch die Seite der Frauen, die dabei eine Rolle spielt. Auch Frauen wurden in Rollen gezwängt, die dem System dienen sollten und am Ende haben sich im Grunde alle Menschen, sogar die Kinder, in solche Rollen gedrängt.

    Ich als Mann muss aber nicht die Frauen beklagen, ich darf und muss die Männer beklagen!

    Letztlich gehts um Menschen und noch weiter ausgeholt um alle fühlenden Lebewesen. Warum müssen Tiere leiden, nur weil wir gerne schmackhaft (aber ungesund) essen? Warum betäuben wir unsere Schuld an den Nutztieren mit unserer Liebe zu unseren Haustieren?

    Gibts ne Chance, dass der Mensch eines Tages kein Ausbeuter mehr sein wird, kein Raubtier, kein Monster?

    LG RED

  2. #2
    Sandsturm
    Gast

    Standard

    Ich habe mich nie mit anderen identifiziert, hatte nie Vorbilder, habe nie jemanden idealisiert und meine Eltern wollten immer jemanden aus mir machen, der ich nicht bin, vor allem auch optisch. Die wollten was anderes haben.

    Dann kam die Phase, die nie zu Ende ging. Tja, deren Pech, ich werde aber für die nicht heiraten und Kinder bekommen, weil ich das nicht bin. Ich lasse mich auch nicht zu was machen, was ich nicht bin und dafür, dass ich nicht bin, wie die wollen, werde ich gehasst und diskriminiert.

    Für die Probleme anderer bin ich nicht verantwortlich und auch nicht zuständig.

    Natürlich sind wir durch unsere Eltern und dem damaligen Umfeld geprägt. Gerade in den 70ern, wo in den Köpfen der Alten die Nazi-Ideologien noch vorherrschten und die Prügelstrafe angesetzt wurde, auch von Fremden. Ich kann auch sagen, dass ich Alte hasse, weil die Kinder wie Dreck behandelt haben, statt mit Respekt und es hat sich bis heute nichts gebessert. Die Alten sind immer noch die Alten von Damals, die Kindern keinen Respekt entgegenbringen und wundern sich, dass sie selbst auch keinen Respekt bekommen.

    Ich werde von der Sippe ausgegrenzt, weil ich ich bin und nicht mehr funktioniere, was man als Kind ja musste, um einigen bekloppten Dingen so zu umgehen. Irgendwann ist man volljährig und sollte sich lösen. Ist schwer, schafft man nicht immer und eigentlich sollte man sich wehren können oder zumindest abgrenzen, doch sage mal was gegen Deine Eltern, die heute alt sind und Dir immer noch damit drohen, dass Du Schuld bist, wenn sie sterben.
    Ein Leben lang darfst Du Deinen Eltern nicht sagen, was sie an Dir falsch gemacht haben. Und immer wieder tauchen Menschen auf, die Dich mundtot machen wollen.

    Ich habe meine eigene Identität, identifiziere mich aber mit niemandem, ich habe eine eigene Persönlichkeit, ohne ein Vorbild gehabt zu haben und genau das finden andere störend! Aber was gehen mich andere an?
    Man muss sich keine Schuhe anziehen, die andere aus 3. Hand einem an den Kopf werfen und wer sich angesprochen fühlt, hat doch echt extreme Defizite.

    Wie sagte Theodore Millon: "Bei Paranoiden ist es charakteristisch zu projizieren, die eigenen schändlichen, bösartigen Motive anderen anzudichten..."

  3. #3
    Schreibkraft Avatar von free 93
    Registriert seit
    07.10.2011
    Beiträge
    241
    Danke
    22
    23 mal in 20 Beiträgen bedankt

    Standard

    ich bin ganz bestimmt keine feministin, aber ich glaube ganz ehrlich nicht, dass es nicht gut ist "ein mann zu sein"!! vielen frauen wird doch beigebracht es wäre schlecht eine frau zu sein.
    ich denke auch nicht dass du als mann sie männer beklagen MUSST.
    Warum war deine identität "gefälscht", weil du nicht stolz darauf sein konntest ein mann zu sein??
    ich glaube diesesn frauen-Männer thema wird überbewertet, ich für meinen teil sehe nicht mehr den großen unterschied, wobei ich sagen muss, das ich feminismus echt zum kotzen finde, andersrum aber AUCH!!

    Und wie verbindest du dieses thema mit den tieren? weil sie auch augebeutet werden wie männer??

    naja zu dem thema kann ich nur sagen, dass lebewesen andere lebewesen nunmal essen, so wurde es von der natur vorgesehen, wie vile andere dinge auch die nicht positiv sind...

    natürlich ist das ausmaß an der fleischindustie unmenschlichund wenn es dir moralisch nicht in den kram passt hindert dich niemand daran so zu essen wie du willst aber wenn du nicht diskriminiert werden willst solltest du auch andere für ihre essgewohnheiten die ganz natürlich sind nicht"diskriminiren".
    ich hoffe es war kein problem dass ich als frau geantwortet habe

  4. #4
    Ste
    Gast

    Standard

    Nein, ich hab kein Problem mit deiner Antwort, ich freu mich über jeden Beitrag!

    Ich vertrete halt meine Sichtweise und mein Erleben und da ich ein Mann bin, spreche ich über Männer. Die Interessen der Frauen werden ja nun wahrlich nicht vernachlässigt in unserer Zeit.

    Grüße

    Ste

  5. #5
    Nachwuchs Autor
    Registriert seit
    12.04.2011
    Ort
    Hier
    Beiträge
    611
    Danke
    215
    89 mal in 74 Beiträgen bedankt

    Standard

    mal ne frage

    WER diskriminiert dich?
    WER sagt dir dass du Männer diskriminieren MUSST?
    WER sagt dir du seist ein NAZI?

    Kannst du das auch mal an einem dir selbst passierten Beispiel benennen?
    Also - ich wurde weder als Nazi diskriminiert noch deswegen weil ich eine Frau bin!

    Ich habe hier schon einige Beiträge von dir beobachtet und spekuliere jetzt mal
    Kann es nicht eigentlich auch der Fall sein bzw. hast du mal darüber nachgedacht, dass du dir dass alles heranziehst?

    Mal ein Beispiel: Du möchtest einkaufen gehen und dir eine Omelett machen... also kaufst du Eier, Speck und Kartoffeln und nu jehste nach Hause, brätst dir dein Omelett und rufst danach alle Leute an und sagst, die Leute haben im Supermarkt nur Zutaten für ein Omelett. Du wolltest auch nur ein Omelett und daher hast du gar keine Möglichkeiten gesehen, die du noch hättest machen können, weil du nur ans Omelett gedacht hast.
    Geändert von honeymoon (10.12.2011 um 13:14 Uhr)

    Das Glück - Kein Reiter wird's erjagen, es ist nicht dort und ist nicht hier.
    Lern überwinden, lern entsagen, und ungeahnt erblüht es dir.

    Theodor Fontane

  6. #6
    Schreibkraft Avatar von free 93
    Registriert seit
    07.10.2011
    Beiträge
    241
    Danke
    22
    23 mal in 20 Beiträgen bedankt

    Standard

    nein zum glück nicht mehr
    hört sich etwas nach ironie an
    ich denke in manchen bereichen(JOB, GELD)
    werden frauen immer noch benachteiligt, das ist einfach fakt.
    ich denke mir oft dass männer intelligenter sind, etc. bin ehrlich keine feministin,
    trotzdem können sich männer echt nicht beklagen sie haben es vielleicht in der sozialen welt schwerer dafür sind sie nicht auf ihr aussehen angewiesen...

  7. #7
    Schreiberling
    Registriert seit
    23.07.2010
    Beiträge
    431
    Danke
    54
    49 mal in 44 Beiträgen bedankt

    Standard

    Ohne nochmal auf den Sexismus usw. einzugehen:

    Identitätsfindung in der Adoleszenz

    Das ist ein Überblick zur Identitätsentwicklung bei Jugendlichen. Vielleicht gibt dir besonders der untere Teil ein paar Antworten auf ungeklärte Fragen.

    Mein Therapeut hat mir auch empfohlen, mich mehr mit den Eigenheiten meiner Gruppen auseinanderzusetzen. Zum Beispiel: die "richtigen" Leute kennen lernen, seriöse Quellen darüber lesen, Biografien kennen, positive Dinge darin sehen, usw.

    Die Fragen oben von honeymoon finde ich übrigens ganz gut: Wer ist es, der dir alles verboten hat?
    aufwachen, träumerle...!


  8. #8
    Neuling
    Registriert seit
    09.11.2011
    Beiträge
    32
    Danke
    0
    2 mal in 2 Beiträgen bedankt

    Standard

    Zitat Zitat von Ste Beitrag anzeigen
    Ich möchte mal die Männer hier ansprechen (und die aufgeklärten Frauen).

    Worauf baut ihr eigentlich eure Identität auf? Mir fällt heute auf, dass ich mein Leben lang mit einer "gefälschten" Identität unterwegs war.

    Warum? Weil mir zweierlei Dinge beigebracht wurden: Es ist nicht gut ein Mann zu sein und es ist nicht gut Deutscher zu sein.
    Es ist also nicht gut ein deutscher Mann zu sein.

    Was aber bleibt dann noch? Es bleibt, dass man ein Feminist sein darf und dass man stellvertretend Schuld abtragen darf, sowohl als Deutscher wie auch als Mann.

    Wenn man damit nicht einverstanden ist, wird man diskriminiert als Nazi ohne Herz und Hirn, sozusagen als wandelnder Hodensack mit Schnauzbart.

    Woher nimmt nun ein deutscher Mann, der in den 70ern ideologisiert wurde eine halbwegs normale Identität her und was könnte diese Frage zu tun haben mit der Tatsache, dass wir alle hier mehr oder weniger psychisch krank sind?
    Berechtigte Fragen! Ich frage mich das auch immer wieder. Die Identität ist schwierig.
    Mein Eindruck aus Schule, Uni, ALltag und Medien ist auch nicht grade rosig:

    Während sich normale Frauen einen normalen Mann wünschen, haben die anderen Institutionen schon längst dazu geführt, keine/nicht viele mehr hervorzubringen.

    In der Schule wurde mir 13Jahre lang vermittelt: Du bist ein dt. Mann, du bist dümmer/weniger wert als die Frau. Du bist auch weniger wert als der Einwanderer und Stärken hast du keine. Du bist ganz unten.

    Mit dieser Gehirnwäsche, die subtil auch oft durch die Medien flimmert, soll man dann ein Mann sein/werden, der selbstbewusst ist, arbeitet und eine Familie gründet.. oder vllt doch nicht? Eine so massiv negative Prägung von vielen Stellen kann eigentlich kein Zufall sein...auch halte ich den Zusammenhang mit den psych. Problemen für offensichtlich.

    Ich hab dann irgendwann überlegt, was eigentlich meine Stärken und Schwächen sind, was mich als Person ausmacht und mich liebenswert machen könnte. Das verlangte Bild des modernen dt. Mannes, so viel kann ich sagen, habe ich klar verfehlt!
    Geändert von Eagle (10.12.2011 um 13:39 Uhr)

Seite 1 von 4 1234 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. das Gefühl, ohne Identität zu sein
    Von bla im Forum Depression
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 12.08.2011, 09:39
  2. Plauderecke - Sexuelle Identität - sexuelle Erfüllung
    Von Freygeist Libertin im Forum Liebe & Partnerschaft
    Antworten: 9
    Letzter Beitrag: 14.07.2011, 12:56
  3. Keine Identität- bin ich niemand?
    Von mona93 im Forum Minderwertigkeitsgefühle
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 18.02.2011, 15:53
  4. Seminararbeit - Identität, Persönlichkeit
    Von Faro im Forum Psychologie-Talk
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 24.06.2010, 15:35
  5. Identität in der Psychologie
    Von cressi im Forum Psychologie-Talk
    Antworten: 11
    Letzter Beitrag: 18.02.2008, 14:41

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Psychologen beraten am Telefon und im Chat. Jetzt testen!