Wir waren 16 Jahre verheiratet und haben drei Kinder. Meine Frau kommt aus einer DDR-Vorzeigefamilie. Nach Außen hin alles daß zeigen was vom Regime verlangt wird. Superleistungen Sportlich und schulisch und das öffentlich durch die Eltern bekanntgeben bei den damals üblichen Veranstaltungen. Der Bruder war sogar in der Nationalmannschaft der Skispringer der DDR. Aber mit der Wende und einem Unfall war er nicht mehr gewollt. Es kam zu einer Gaunerkarriere, Haft, Drogenberührung usw. auch zu Gewalt an der Mutter. Aber er blieb in der Familie der "Große Bruder" gegenüber meiner Frau. Meine Frau konnte mit mir in der Ehezeit machen was sie wollte (Schöne Wohnung, Kindergeburten, Freuden in der Familie, sich arrangieren) war Alles Nichts in den Augen ihrer Mutter. "sie soll doch mal auf ihren Bruder schauen wie schlecht es dem geht". Nur mal so eine Floskel aus diesen Jahren. Wir behandelten das Thema jahrelang in der Ehe mit dem Bewußtsein meiner Frau Abstand zu ihrer Mutter und dem Bruder zu halten weil sie sonst unsere Familie in Gefahr bringt daran zu zerbrechen. Uns ist das auch gelungen - bis zum Tod der Mutter. Danach war meine Frau nicht mehr erreichbar für mich. Völlig verändert. "Ich habe das alles nie gewollt, ich wollte nie einen Mann,ihr seit mir alle *******gal..." waren nur einige Worte der Veränderung. Sie ist mit den drei Kindern ausgezogen und geschieden sind wir auch schon. Ich bin noch an der Aufarbeitung dieses Themas für mich.
Unmittelbar vor dem Auszug nahm sie unter Tränen meine Hand und sagte:"Ich liebe dich und die Kinder ohne Ende aber ich bin in etwas reingerutscht wo ich nicht mehr rauskomme". Das war der letzte Zugang den ich bei ihr hatte. Jetzt habe ich rausbekommen daß meine Frau nach dem Tod der Mutter die finanzielle Unterstützung des Knastbruders übernommen hat mit allen notwendigen Unterschriften und Verbürgungen die bisher die Mutter getragen hat. War die Abhängigkeit so groß das sie unsere Familie geopfert hat um vielleicht alle Schuld der Mutter auf sich zu nehmen und für den "Großen Bruder" jetzt da zu sein?
Das ist jetzt zwei Jahre her. Meine Frau redet mit mir noch immer kein Wort. Seit zwei Jahren der totale Kontaktabbruch. Was mich wahnsinnig geschmerzt hat war ihr helfen zu wollen da ich die Problemstruktur von ihrer Familie kenne die sie belastet. Aber ich mußte akzeptieren lernen daß ich nicht mehr helfen kann. Sie sieht sehr schlecht aus, um Jahre gealtert. Der Glanz ihrer Schönheit ist weg die mich jahrelang verzaubert hat. Wenn ich in ihre Augen sehe fühle ich den Hilfeschrei aus dem Inneren heraus. Aber der Rest des Körpers ist dunkel, kalt, hart... Das ist mein Empfinden wenn ich jetzt in ihre Nähe komme. Ich bin der Meinung daß sie Hilfe braucht. Aber was soll ich tun?


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