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Thema: Immer noch nicht bei mir angekommen

  1. #1
    Neuling
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    Standard Immer noch nicht bei mir angekommen

    Hallo zusammen,
    im Mai 2008 starb mein Vater nach seinem nur 10 monatigen Kampf gegen Krebs.
    Ich (26) hatte immer einen sehr guten Draht zu ihm. Nach dem Tod sprachen mich Kollegen an, dass es bewundernswert sei wie ich damit umgehe. Nur 2 Tage gefehlt, keine Durchhänger, ... sie fanden das komisch. Ich irgendwie auch... eine richtige Traurigkeit kam nämlich nie auf - außer abends ab und zu.
    Ich rede oft von meinem Vater und hab immer ein Strahlen im Gesicht und rede in der Gegenwart z. B. "Mein Vater ist Lackierer" statt "war Lackierer" etc.
    Neulich geschah etwas ganz komisches. Als ich wieder von den lustigen Erlebnissen sprach, schaute mich mein Freund ernsthaft an und sagte "Sei mir nicht böse wenn ich dir das jetzt sage aber: Ist dir klar, dass dein Papa nicht mehr lebt???" Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Er nahm mich in den Arm uns sagte "Du redest als würde er leben aber das tut er nicht mehr. Das musst du leider akzeptieren!" Ich bekam einen furchtbaren Heulkrampf. Es ist wirklich noch nicht "angekommen" bzw. ich will es nicht wahr haben und will es nicht akzeptieren!!! Ich habe Angst dass er dann ganz weg ist. Als meine Mutter seine Sachen zur Altkleidersammlung brachte war ich aus dem Häuschen und sagte "Das kannste doch nicht machen?! Die Sachen gehören doch Papa!!!" Bin ich verrückt?

  2. #2
    Gast784
    Gast

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    hallo odina,

    nein verrückt bist Du vermutlich nicht, aber anscheinend kommt jetzt erst langssam Deine Trauer durch. Jeder Mensch trauert eben anders und da gibt es keine Normen.

    In der Hospizbewegung gibt es Trauergruppen, etc. und kompetente Gesprächspartner. Es würde Dir vll gut tun, da mal hin zu gehen oder anzurufen und Dich auszutauschen. Du wärst dann nicht allein damit, denn das eigene Umfeld ist doch oft überfordert damit, vor allem, wenn die Leute selber noch nie in einer solchen Situation waren.

  3. #3
    Schreibkraft Avatar von Andy Naivpsychologe
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    Hallo Odina,

    macht einen echt traurig und machtlos, weil mann sich nicht
    wehren kann und es zulassen muss. Auch wenn man am liebsten
    den Tisch umstossen wollen würde und ein Tischbein ausreisen würde
    um alles kurz und klein zu schlagen.

    Was aber meiner Meinung nach absoluter Unsinn ist.
    Und auch dann nicht helfen würde-daste es selber verstehst.

    Was hat eigentlich deine Mutter darauf gesagt?


    Andy

  4. #4
    Verleger Avatar von Natz
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    Die Psyche lässt immer nur soviel zu, wie sie ertragen kann. Gut möglich, dass das jetzt erst häppchenweise kommt. Deshalb bist Du sicher nicht verrückt.
    Ich finde das mit einer Trauergruppe auch eine gute Idee. Trauer ist wichtig und muss auch gelebt werden. Und wenn Du auf Gleichgesinnte triffst, ist es immer etwas leichter.
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  5. #5
    Neuling
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    Zitat Zitat von Andy Naivpsychologe Beitrag anzeigen

    Was hat eigentlich deine Mutter darauf gesagt?
    Dass man loslassen muss. Sie hat ja recht... Ich habe Angst vorm "loslassen" weil ich denke dann ist er ganz weg...

  6. #6
    Verleger Avatar von Natz
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    Du musst ihn ja nicht vergessen, Odina. Er bleibt immer in Deinem Herz. Loslassen kann man ja auch so sehen, dass Dein Vater sicher nicht gewollt hätte, dass Du ewig traurig bleibst. Deshalb ist die Trauerphase ja auch so wichtig. Man verabschiedet sich aber derjenige bleibt trotzdem immer bei einem Da gibts einen schönen Spruch: Nur wer vergessen ist, ist wirklich tot.
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  7. #7
    Neuling
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    Hallo Odina,

    ich weiß nicht ob dich das beruhigt, aber mein Vater hat sich vor 10 Jahren umgebracht, ich war 8 Jahre und ich befasse mich noch heute mit dem Thema. Natz hat recht, die Psyche sorgt dafür, dass man im ersten Moment wie in eine Art Schockzustand fällt (bei mir war es so) Ich konnte es nicht verstehen, wobei auch sicher mein damaliges Alter eine Rolle spielt. Dann plötzlich, ein paar Monate nach dem Tod, kam es sehr heftig. Ich hatte Heulkräpfe, Nervenzusammenbrüche und Verlassensängste. Letzendlich möchte ich nur sagen das du nicht Verrückt bist. Es ist einfach ein schutzmechanismus und auch muss ich leider sagen, so schlimm es auch ist, muss man dadurch. Einige verfallen dann dem Alkohol (bitte nicht falsch verstehen, das ist nicht auf dich bezogen) oder geben sich sonstigen Mitteln hin. Auch ein übermäßiger Tablettenkonsum oder die Verdrängung ist NICHT zu raten, denn es wird sich doppelt und dreifach rächen (auch das ist nicht auf dich bezogen)
    Geändert von Drytear (16.12.2009 um 16:44 Uhr)

  8. #8
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    Hallo Drytear,
    Danke für deine Antwort. Hm, ja ich glaub ich muss da einfach durch.
    Dass mit deinem Vater tut mir leid als junger Mensch ist das wohl noch weniger zu begreifen...

    Liebe Grüße

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