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Thema: In der Krise! Aus der Krise?

  1. #1
    Neuling
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    Standard In der Krise! Aus der Krise?

    Es ist Samstag abend und ich sitze nun hier und schreibe über meine Situation. Das ist wohl ein Zeugnis meiner derzeitigen Situation.

    Ich bin 26 Jahre alt und habe schon früher mit der Psyche Schwierigkeiten gehabt. Erstmalig 2004 mit Schwindelattacken, nachdem ich jahrelang mit Epilepsie und schwerer Allergie zu kämpfen (hatte) habe ich wohl das Vertrauen in meinen Körper verloren. Nach einer kurzen Therapie schwanden damals die Symptome. Erst 2009 begann ich wieder eine Therapie, da ich unter starken Stimmungsschwankungen litt. Zwischendurch hatte ich auch einmal eine starke Panickattacke auf einem Betriebsfest. Eine grausame Erfahrung.

    Ostern durfte ich in eine neue, schwere Krise schlittern. Die Schwiegereltern waren da, es sollte ein schönes Osterwochenende werden. Tage zuvor hatte ich jedoch bereits ein Kribbeln in meinem linken Arm vernommen, wenige Tage begannen Schmerzen im Lendenwirbelbereich. Ich wurde stiller, steigerte mich mit Hilfe des Internets hinein in die Welt der schlimmen Krankheiten. Die letzten Tage des Osterfestes habe ich fast nur noch geschwiegen, so gefangen war ich in meiner Angst. Ein Besuch beim Orthopäden lies eine muskuläre Problematik erkennen. Ich treibe nun nach Jahren wieder Sport. Es wird sogar besser, auch wenn ich kaum in der Lage bin das zu spüren.

    Einige Tage später sprach meine Freundin mit mir über das Osterfest. Es war eine Generalabrechnung. Sie ist leider nicht in der Lage, über Probleme zu sprechen und hatte daher fleißig gesammelt. Auf einmal hatte alles keinen Sinn mehr. Mir wurde regelrecht der Teppich unter den Füßen weggerissen. Vorgestern nun erklärte ich mich bereit, vorerst aus der gemeinsamen Wohnung auszuziehen. Jedoch weiß ich nicht, ob der Schnitt nicht zu groß ist. In dem Gespräch hat sie mir etwas Schockierendes vorgetragen. Sie hat mir vorgeworfen, ich hätte mich an Ostern schlecht verhalten, man hätte doch einfach ins Krankenhaus fahren können. Dieser Spruch hat mir zugesetzt. Meine Freundin weiß, dass ich bis vor einem halben Jahr noch in psychotherapeutischer Behandlung war. Das hat mir auch gut getan, ich habe sehr an mir arbeiten können.

    Und nun? Die Kommunikation findet kaum statt, eine Aussprache gab es nach fast einer Woche nicht. Die Atmosphäre ist drückend, ich fühle mich schwach und schlecht. Ich habe mir schon Gedanken um ein möbiliertes Zimmer gemacht, doch wie es in der Partnerschaft weitergeht, weiß ich nicht. In Zeiten großer Angst hat mir meine Freundin nicht beigestanden und tut es auch nun nicht. Obwohl sie noch etwas für mich empfindet wie sie sagt.

    Ich habe nächste Woche einen Termin bei meiner Psychologin. Dass ich nach einem halben Jahr wieder dorthin gehen werde tut mir sehr weh. Aber mittlerweile leide ich wieder an Schwindelgefühlen und schwachen Beinen. Das Kribbeln im Arm ist fast verschwunden, aber das kommt scheinbar bei mir nicht an.

    Ich bin einiges gewöhnt an Krisensituationen, habe anderthalb Jahre lang eine schwere Borderlinerin als Freundin gehabt. Doch dennoch fühle mich nicht als Herr der Lage. Insbesondere die Wochenenden machen mir zu schaffen, haben sie viel Zeit, in der ich Grübeln und in mich hineinhorchen kann. Ablenkung ist eine schwere Kunst. Ich hoffe, dass ich in den nächsten Wochen Möglichkeiten finden werde, mir selbst aus dieser Situation hinauszuhelfen. Doch ich habe bislang leider keine Ahnung was das sein könnte.

  2. #2
    Gast784
    Gast

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    guten Morgen Saschaner,

    da ich gleich weg muss, nur kurz was zur Osternsituation rausgepickt, was mir grad aufgefallen ist:
    Sie ist leider nicht in der Lage, über Probleme zu sprechen und hatte daher fleißig gesammelt
    Mit Verlaub - aber darin scheint ihr beide keine Helden zu sein:
    Ich wurde stiller, steigerte mich mit Hilfe des Internets hinein in die Welt der schlimmen Krankheiten.
    mir wäre da auch der Kragen geplatzt, tipp ich Dir ganz ehrlich. Weil ich die Ohnmacht kenne, wenn sich einer in den Computer verkriecht, mich mit allem sitzen lässt, und einfach den Kopf in den Sand steckt.

    Du magst da Deine Gründe aus Deiner Geschichte heraus haben, aber dann wirf ihr kein Unvermögen vor Sachen Kommunikation. Wenn sie da selbst ihre Punkte hat, dann kann sie es auch nicht richten, was Du nicht hinkriegst. so funktioniert Beziehung sowieso nicht. Da müssen schon beide bereit sein sich an ihrer eigenen Nase zu packen und immer wieder sich miteinander abstimmen.

    und mal beiläufig gefragt: was hätte sie denn in der Situation machen sollen? ist doch besser, sie hat es erst hinterher krachen lasssen, anstatt Dich vor dem Besuch bloßzustellen, oder?
    Geändert von Gast784 (02.05.2010 um 08:27 Uhr)

  3. #3
    Neuling
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    Hallo,
    welchs Verhalten hättest du dir denn von deiner Freundin erhofft?

    Wie gehst du mit ihr in schwierigen Phasen von ihr um?

  4. #4
    Schreibkraft Avatar von waiting
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    Hallo, Ihr lebt anscheinend beide in der Welt Eurer eigenen Erwartungen und Ängste. Und Ihr trefft Euch nicht, weil Ihr nicht darüber redet. Ich denke, es war eine sehr schwierige Situation für Euch beide. Es gab ja nicht viele Möglichkeiten. Du hast versucht, Dich mit Hilfe des Internets über Wasser zu halten, die Angst irgendwie in den Griff zu bekommen, auch wenn das Gegenteil rausgekommen ist. Ich denke, ein Arztbesuch hätte nicht wirklich was geändert an Deiner Situation. Und sie wollte eben ein paar schöne Tage mit brillianten Gastgebern verbringen, was Du in Deinem Zustand nicht bieten konntest. Ich weiß nicht, ob ein paar offene Worte gleich geholfen haben.

    Meinst Du mit Generalabrechnung, dass nicht nur Ostern besprochen wurde, sondern Weihnachten vom letzten Jahr sozusagen gleich mit? Das sind so Sachen, die passieren, wenn man zu lange wartet. Entweder, weil man ja eigentlich Streit vermeiden will und hofft, es ist nicht so schlimm und wird von selbst besser oder man will sich einfach nicht damit auseinander setzen, weil die eigne Kraft fehlt oder irgendeine Angst dazwischen steht oder manchmal auch ganz einfach nur aus Desinteresse.

    Deine Freundin scheint nicht zu wissen, was für eine Krankheit Du da hast und sie kann es auch nicht nachempfinden, wenn sie nicht selbst mit so etwas kämpft. Von da her ist es verständlich, wie es gelaufen ist. Sie ist frustriert, dass Du so gar nicht "funktionierst" und sie auch noch blamierst und Du bist frustriert, weil sie so gar kein Verständnis für Deinen Kampf aufbringt. Da hilft nur reden und Kompromisse finden. Und reden erst mal auch egal wie und auf welcher Basis. Das ist besser als nur schweigen. Es kommt erst mal raus und man hat die Chance, überhaupt erst mal zu wissen, worum es geht.

    Lieben Gruß, waiting
    Halt mich fern von der Weisheit, die nicht weint, von der Philosophie, die nicht lacht und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt.

    Khalil Gibran

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