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Thema: in die Mühle geraten

  1. #1
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    Standard in die Mühle geraten

    Wie immer wenn man eine Frage stellen will, weiß man nicht, wie man die Begleitumstände kurz erklären kann. Ich versuch das hier mal in kurzen Stichpunkten:

    Psychische Erkrankung seit über 25 Jahren mit mehreren KHaufenthalten und mehreren Gesprächstherapien, 2 Suizidversuchen
    Fazit: ich bin eingeschränkt in meiner Belastungsfähigkeit und habe seit meiner Ausbildung nur Teilzeit gearbeitet.

    Unglückliche Ehe, 2 Kinder, triggerndes familiäres Umfeld
    Fazit: Trennung nach 8 qualvollen Jahren, noch heute Angstzustände vor meinem Exmann

    Nach der Trennung ( ich trennte mich wegen eines anderen Mannes) versuchten wir für die Kinder das Beste aus so einer Situation heraus zu holen und haben sie beide hälftig betreut. Heute weiß ich, dass das ein Fehler war, denn er hat sie oft misshandelt :-(
    Als er eine neue Frau kennen lernte und wieder heiratete, ging es nur noch ums Geld. Er hat die Kinder unter Druck gesetzt, um zu ihm zu ziehen ( was sie nie wollten)
    Danach hat er dann über das Jugendamt Geld von mir gefordert und ich musste meinen Arbeitsplatz wechseln, weil auf meinem Alten keine Aufstockung der Stunden möglich war.
    2 Jahre habe ich das mehr schlecht als recht durchgehalten (und das lag ausschließlich an dem guten Arbeitsklima, meine Kollegen haben mich sehr unterstützt) aber im letzten Jahr gings einfach nicht mehr. Ich habe einen Teilerwerbsminderungsrentenantrag gestellt.
    Und damit ging die Odyssee erst richtig los :-(
    Mein Wissen aus vergangenen Krisen half mir überhaupt nicht weiter, denn das Gesundheitssystem hatte sich in der Zwischenzeit dermaßen verändert, dass ich nur noch von Pontius zu Pilatus lief, überall elend lange Wartezeiten hatte und es mir immer schlechter ging.
    Als noch Probleme auf der Arbeit hinzu gekommen sind, war vollkommen schicht und so bin ich seit Oktober 2010 krank geschrieben.

    Ich habe seit dieser Zeit eine erfolglose Reha (Zeit von 4 Wochen zu kurz für eine Therapie, aber immerhin hat man mir bestätigt, dass ich nicht Vollzeit arbeiten kann) sowie einen erneuten KHaufenthalt (Therapeuten lehnen eine psychodynamische Therapie für mich ab, raten mir, erst einmal eine Diagnostik für eine Traumatherapie…..Wartezeit 2 Jahre!!!!!!!!!!!! zu machen) und warte derzeit auf ein Erstgespräch (im Mai!!!!) für die Klärung um eine Aufnahme in einem anderen KH, wo ich dann auch noch einmal Wartezeiten haben werde bis ich aufgenommen werden kann :-(

    WIE???? Bitteschön soll ich das meinem Arbeitgeber erklären??? Hätte mir jemand so eine Story erzählt ich hätte es nicht glauben können. Oder ist das heutzutage wirklich normal???
    Meine Vorgesetzte weiß nur , dass ich arbeitzeittechnisch nicht voll belastbar bin. Meine weiteren psychischen Probleme kennt sie nicht und ich möchte damit auch nicht hausieren gehen.
    Ich müsste dringend auf der Arbeit Bescheid sagen, damit die weiter planen können, aber ich habe totale Angst davor und schieb das nun seit Tagen vor mir her :-(
    Hat jemand einen Tipp? Bzw das schon erlebt mit langen Krank- aufgrund Wartezeiten wegen der Behandlung?

    Verzweifelte Grüße
    impotente

    sorry is doch ein bischen länger geworden

  2. #2
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    Hallo impotente,

    zunächst mal möchte ich Dir danken, dass Du Deinen Betrag so präzise zusammengefasst hast.
    Ich fand ihn auch nicht lang.

    Ja, zu Deinem Problem mit dem Gesundheitssystem und den langen Wartezeiten, kann ich leider nicht viel sagen.
    Ich denke mir, dass es immer mehr Menschen mit Traumen und anderen psychischen Beeinträchtigungen gibt, deshalb sind die Therapieangebote überfüllt. Außerdem sind die Krankenkassen auch im Kostendruck.

    Trotzdem, die Begutachtung hat ergeben, dass Du lediglich eingeschränkt arbeiten kannst und eine Therapie benötigst.

    Wie Du Deine Situation mit dem Arbeitgeber klären kannst, fragst Du. Ich denke mir, die wissen, dass Du gravierende psychische Probleme hast, denn die Krankmeldungen werden an den Arbeitgeber geschickt, mit dem Stempel des ausstellenden Krankenhauses drauf.
    Wenn Du Glück hast, bearbeitet die Personalstelle das aber vertraulich.
    Wenn Deine Vorgesetzte das nicht weiß, dass Du eine längere Behandlung wegen psychischer Probleme brauchst, musst Du ihr das auch nicht erzählen. Psychische Erkrankungen sind genauso zu behandeln wie körperliche. Vielleicht kannst du ihr einfach mitteilen, dass Du Dich behandeln lassen musst und das es voraussichtlich so und so lange Zeit braucht.
    Falls sie inquisatorische Fragen stellt, würde ich mich rausreden, denn das geht sie nichts an.


    Wie hast Du vor, die Zeit bis dahin zu überbrücken? Hast Du vielleicht Anbindung an eine Selbsthilfegruppe?
    Vielleicht hast Du Dir ja bereits Gedanken darüber gemacht, denn es wird Dir wohl oder übel nichts anderes übrig bleiben, als zu warten.

    LG
    Ibag
    Geändert von Ibag (06.04.2011 um 10:44 Uhr)

  3. #3
    Schreibkraft Avatar von monkey
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    Hallo impotente,

    habe da andere Erfahrungen hinsichtlich psychologischer Anlaufstellen gemacht, bekam innerhalb weniger Tage Termine bei diversen Ärzten und auch dem sozialen Hilfedienst. Und dennoch bin ich zu dem Glauben gekommen, daß diese professionelle Hilfe nur unterstützend sein kann. Eine wichtige und zu der Zeit etwas verzweifelte Erkenntnis war für mich, daß auch Hilfe angeboten wird, die mir nicht hilft...

    Dadurch wurde mir klar, daß ich mir selbst die passende, maßgeschneiderte Hilfe geben kann. Es muß nicht alles mit dem Begriff proffessioneller Hilfe ummantelt sein. Mir helfen im Grunde ganz simple Dinge. Wie mich nicht selbst verrückt zu machen, nichts zu dramatisieren und zu schauen, was tut mir jetzt im Moment gut. Und ich glaube etwas anderes machen Therapeuten auch nicht. Wieso glauben so viele, nur auf andere hören zu können, und nicht auf sich selbst? Heißt daß, wir wissen nicht mehr, was für uns gut ist? Wieso kann das nur ein anderer wissen? Wieso machen wir uns selbst mit unseren Gedanken krank?

    Mit der der Zeit habe ich Wissen und Informationen zusammengetragen, die ich für mich und mein Weiterkommen verwenden kann. Bei einer Therapie dauert es doch auch immer seine Zeit, bis ein anderer Mensch ein komplexes anderes Wesen versteht und darauf hingehend Hilfestellung geben kann. Ich wollte da nie, aufgrund von begrenzter Zeit, nach Schema X behandelt werde, sondern speziell wahr genommen werden,- mit meinen Schwierigkeiten ernst genommen werden. Und finde, daß kann ich doch selbst am besten. Therapeuten sind für mich desswegen einfach nur Menschen mit speziellem Wissen, welches ich von ihnen abfragen kann... Nach jahrelanger Selbstbeobachtung weiß ich da schon woran es hängt...

    Das soll sich jetzt nicht so anhören, daß therapeutische Hilfe für mich quatsch ist. Es hört sich für mich nur so an, als kämest du ohne jetzt nicht weiter und die Zeit in der du "wartest" sei vergeudet. Das sehe ich nämlich nicht so. Ich denke diese Wartezeit gehört zu deinem Genesungsprozess dazu. Gib deine ganze Macht nicht an andere Menschen ab. Du selbst trägst den größten Teil zu deinem Heil bei.

    Ich selbst möchte mich auch nicht an sogenannte Diagnosen festhalten. Klar, sie können erst mal beruhigen, doch habe ich oft die Erfahrung gemacht, daß manche Menschen und auch ich selbst, sich darauf ausruhen, mit der Begründung, der Arzt hat doch gesagt... Es ist dann auch wiederrum nicht so leicht, jemanden und vor allem sich selbst davon zu überzeugen gesund zu sein, zweifelt man doch damit die Kompetenz der Ärzte an... Obwohl doch klar ist, daß die Ärzte kranke Menschen brauchen. ... evtl gibt es auch desswegen so viel psychisch kranke Menschen
    Weil sie damit vielen Menschen die Möglichkeit geben, ihre Existenz zu sichern? Und der Markt boomt wie du siehst, anhand der Wartezeiten..


    Nunja, das sind mal die Gedanken die mir zu deinem Beitrag kamen. Bin im Moment in einem Prozess, bei dem es darum geht, mich neu auszurichten. Ich will nicht öfter etwas ausprobieren, was mir in der Vergangheit sowieso nicht geholfen hat. Aber das kann bei dir ja auch ganz anders sein. Mir ist nur bewußt geworden, das so viele Menschen an dem Zustand "krank" festhalten, anstatt gesund "sein" zu wollen. Aber das könnte auch eine Krankheit sein...

    Alles Gute
    monkey
    Geändert von monkey (06.04.2011 um 13:05 Uhr)

  4. Der folgende Benutzer bedankte sich bei monkey für den sinnvollen Beitrag:

    Ibag (08.04.2011)

  5. #4
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    Danke für eure Antworten

    Ibag, ich habe keine Probleme meinen Alltag zu füllen. Ich habe mich wieder auf meine Hobbies gestürzt, mache Entspannungsübungen, tägl. Sport (habe meinen Übergewichtskilos aufgrund meines Zustandes und der Tabletten den Kampf angesagt)da ist manchmal durchaus der Tag zu kurz
    Ich kann es nur lediglich nicht komplett gelassen tun, weil mir die Angst vor der Arbeit immer stärker im Nacken sitzt.

    monkey ich stimme dir vollkommen zu, das Therapeuten lediglich Krücken sind zur Selbstheilung und nichts und niemand unsere Seele "umkrempeln" kann, außer uns selbst. diese Erkenntnis und die vielen kleinen Handwerkzeuge dafür habe ich im Laufe meines Lebens gewonnen.

    "Nach jahrelanger Selbstbeobachtung weiß ich da schon woran es hängt..."

    auch diese Aussage kann ich unterschreiben monkey. nur, allein das Wissen um ein Problem heißt ja nun aber noch nicht, automatisch auch zu wissen wie man es verändern kann.
    ich gebe zu, die Suche auf diese Antwort scheint durch einen Irrgarten zu führen, denn nicht alle die meinen die Weisheit mit Löffeln oder in Semestern gefressen zu haben, sind auch im Besitz des Stein der Weisen.
    Letztenendes ist die Kunst für sein eigenes Ich genau das herausfiltern zu können, was einem gut tut und weiter bringt und das ist nicht immer einfach, denn es ist selten so, dass man es selbst am Anfang auch so sieht

    Letzte Jahr ging es mir nur darum, die Rente durch zu bekommen, damit ich wieder reduzieren kann und ich bin davon ausgegangen, dass es mir dann wieder besser gehen wird. die Rehamaßnahme sollte mir helfen meine Arbeitskraft wieder herzustellen.
    die plötzlichen Probleme auf der Arbeit jedoch haben mich vollkommen ausgehebelt. aber auch das habe ich noch relativ gelassen gesehen, denn ich dachte mir, ok, das ist durchaus ein Thema was man angehen kann.....meine Konfliktunfähigkeit.
    Schließlich wollte ich in der Reha ja nicht nur in "Wässerchen" planschen
    das Hin und Her mit der Rentenversicherung und den Kliniken und den Wartezeiten fing aber damals schon an, an meinen Nerven zu zerren. Als ich dann endlich in der Reha angekommen war und man mir dort mitteilte, dass ich keine psychologische Therapie bekomme, da man "nichts lostreten wolle"
    bin ich erst einmal in ein Loch gefallen.
    Mein Partner hat mir dann erstmal geholfen die Gedanken zu sortieren und mir klar gemacht, dass es bei dieser Reha ja in erster Linie um meine Arbeitsleistung geht und dass ich nicht voll belastbar bin, hatte die Ärztin ja schon im Aufnahmegespräch festgestellt.
    Leider passierte gegen Ende des Aufenthaltes dort etwas was mich stark angetriggert hat und somit wurde ich vorzeitig entlassen, da man Angst hatte, dass ich das alleine nicht mehr kompensiert bekomme.

    Von meinen früheren Krisen her kenne ich das genauso wie du monkey, ich gehe zum Arzt, der überweist mich in die Klinik und gut is.
    Ich bin ja nun in einem extrem desolaten Zustand nach Hause gekommen und als mein Arzt in der Klinik anrief und erfuhr ungefähr 4 Wochen Wartezeit für die Aufnahmestation!!! da fragte ich mich schon, in welchem Film ich denn jetzt sei?

    Ich habe auch kein Problem damit das eine Therapie Monate dauern wird und ich solange nicht arbeiten kann, sehe das genauso, dass das zum Heilungsprozess dazu gehört. Lediglich dieses hilflose Warten macht mich krank. Alles könnte viel schneller über die Bühne gehen, wenn es straffer abliefe.
    Schließich würde niemand sich damit abfinden, wenn du gesagt bekommst: die Notaufnahme kann sie erst in 4 Wochen aufnehmen und ihr gebrochenes Bein ....mal sehen *blätter* in 6 Wochen schau ich es mir mal an und dann besprechen wir weiter, ob wir Sie hier operieren können oder nicht.
    oder:
    hm, ich denke nicht, dass eine invasive Maßnahme das richtige für ihr Bein ist....sie haben da ja ein Herzproblem....schauen Sie doch erst einmal im Herzzentrum (Wartezeit für Diagnostik 2 Jahre) vorbei und danach sehen wir uns ihr Bein an (man stelle sich jetzt das Feuermelderlächeln vor: reinschlagen und weglaufen!)

    nein niemand würde sich damit abfinden und jeder würde auch den Kopf schütteln bei einer solchen Geschichte und genau da hänge ich jetzt.
    ich habe kein Problem mit meiner psychischen Erkrankung, ich stehe dazu und die Länge einer Therapie dauert eben nun mal. aber dieses "sinnlose" Warten und dann doch wieder "weitergereicht" werden, das kann ich meinem Arbeitgeber nicht klar machen.

    und auf deine letzte Frage hin Ibag: aus dem Grunde habe ich mich hier angemeldet um mich mit Betroffenen austauschen zu können. Auch wenn meine Beiträge wohl etwas "holprig" sind ......es ist lange her, dass ich an einer Tastatur gesessen habe.

    monkey, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und neu auszurichten heißt sich um Objektivität bemühen, denn nur mit Selbstreflektion ist das möglich.
    Ich habe vor 4 Jahren "beschlossen" gesund zu sein. Ging eine Weile auch ganz gut......aber bei allem Selbstbetrug....ein fehlendes Bein bleibt ein fehlendes Bein und nur durch eine Prothese läßt es sich halbwegs "normal" durchs Leben gehen. und meine Prothese verursacht hier und da im Augenblick Druckstellen die behandlungsbedürftig sind.
    Ich wünsche dir ganz viel Selbsterkenntnis auf deinem neuen Weg

    Habt ganz lieben Dank für eure Gedanken und Wünsche

    liebe Grüße
    impotente

  6. #5
    Schreibkraft Avatar von monkey
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    Hallo impotente

    da zeigt sich doch meine fehlende Erfahrung hinsichtlich deiner Situation. Aber ein Versuch war es wert, vor allem ist es jetzt klarer für mich, womit du Schwierigkeiten hast. Habe das anscheinend absichtlich überlesen, daß es dir da auch in erster Linie um deinen Arbeitgeber geht... Also ein zusätzlicher Druck daher entsteht.

    Alles kann ich nicht erfassen, da ist so viel. Und wenn ich etwas schreibe, dann weil diese Gedanken dabei kamen. Ist wohl irgendwie intuitiv und evtl auch verschoben.

    Und wie du das jetzt auch wieder beschreibst, sehe ich es auch wirklich als zusätzliche Schwierigkeit, sich anderen Menschen in einem kranken Zustand anvertrauen zu können. Da zeigt sich dann wie stark der Wille ist eine Veränderung herbeizuführen. Vor allem lenkt dieses ganze hin und her doch auch etwas von deinem eigentlichen Problem ab, oder?

    Wie sieht es denn mit einer psychatrischen Klinik aus. Kommt man da schneller rein? Bei einem Notfall? Wäre ja dann wenigstens etwas handfestes und gut tun würde es dir evtl auch, wenn du erst mal bißel Ruhe hättest. Oder geht es doch noch ohne? Dann könntest ja auch 4 Wochen warten, in der du krank geschrieben bist.

    Auf jeden Fall interessant, die Feststellung, daß ich grad verharmlose. Nicht nur deine Schwierigkeiten, auch meine... Aber ich weiß sonst nicht, wie ich mich davon lösen könnte. Eben, wenn ich immer an dieser schwarzen Wolke festhalte, kann sie nie vom Wind weitergetragen werden. Ist schon komisch mit den ganzen Gedanken. Erst sind da Gedanken die mir sagen ich sei krank... kann das nicht auch anhand meiner Gedanken wieder geheilt werden?

    Lediglich dieses hilflose Warten macht mich krank. Alles könnte viel schneller über die Bühne gehen, wenn es straffer abliefe.
    Dieser Satz ist mir aufgefallen. Eine unrealistische Erwartungshaltung? Es sieht nämlich so aus, als würde es einfach nicht schneller gehen wollen. Warum? Kannst du daraus was lernen? Evtl Geduld, oder mehr Nachdruck?
    Nach einer anderen/neuen Möglichkeit Ausschau halten? Nur so ne Idee.

    ich habe kein Problem mit meiner psychischen Erkrankung, ich stehe dazu
    Auch ein Satz der mir irgendwas sagen will... Evtl sehe ich das ungünstig, aber ich will nicht zu etwas stehen, was nicht zu mir gehört. Bzw. nicht länger ein Bestandteil meines Lebens sein soll. Eben, mir fehlt kein Bein und ich muß auch nicht Jahre auf eine lebensrettende Organtransplantation warten, ich kann auch so leben. Wie gut, bzw zufrieden entsteht in meinem Kopf.

    Irgendwo sehe ich auch, daß die Zeit für dich ein Problem ist. Wäre es für mich wahrscheinlich auch, in deiner Situation. Aber wenn du dich mit dieser Krankheit sowieso schon identifizierst, warum dann die Eile sie los zu werden? Weil sie in der Arbeitswelt hinderlich ist?

    Bin gespannt, was für eine Reaktion auf meine Worte folgen.
    Ist wahrscheinlich ne ganz andere Sichtweise, evtl auch total daneben. Doch dir kann es dennoch einiges aufzeigen denke ich.

    Und was macht dir Angst wegen deines Jobs? Nur die Unklarheit? Oder hast du Angst ihn zu verlieren?

    Grüße
    monkey

  7. #6
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    Zitat Zitat von monkey Beitrag anzeigen
    Hallo impotente

    ......

    Wie sieht es denn mit einer psychatrischen Klinik aus. Kommt man da schneller rein? Bei einem Notfall? Wäre ja dann wenigstens etwas handfestes und gut tun würde es dir evtl auch, wenn du erst mal bißel Ruhe hättest. Oder geht es doch noch ohne? Dann könntest ja auch 4 Wochen warten, in der du krank geschrieben bist.

    monkey, um nichts anderes kämpfe ich seit fast einem Jahr!! ich bin seit Oktober 2010!!! krank geschrieben.
    ich habe 4 Monate auf eine Reha gewartet in einer psychiatrischen Fachklinik (!) die mich aufgrund von nur 4 Wochen Bewilligung nicht therapeutisch Behandeln wollte ( und vergiss die Sache mit Verlängerung etc. da stand Aussage der Klinik gegen Aussage der Rentenversicherung) ich habe mich damit abgefunden und beschlossen dann eben hier vor Ort eine stationäre Therapie zu machen. trotz meines desolaten Zustandes habe ich 4 Wochen warten müssen um aufgenommen werden zu können (Aufnahmestation nicht Therapiestation). die Therapeuten der Therapiestation rieten mir, erst einmal eine Diagnostik in Sachen Traumatherapie zu machen (Wartezeit dafür 2 Jahre!!!) vorher wäre eine psychodynamische Therapie riskant, weil man dort eventuell "etwas lostreten könne" !?
    mein Versuch in einer anderen Klinik eine Therapie bekommen zu können mit vielleicht geringeren Wartezeiten läßt mich derzeit weitere 4 Wochen auf das Untersuchungsgespräch warten und ob und wann ich dort aufgenommen werden kann steht in den Sternen!!!
    solange ich warte geht es mir logischerweise nicht besser....wie auch? aber solange ich irgendwo in einem Krankenhaus bin, auch ohne Therapie sondern lediglich damit ich mir nix antue. kann ich nicht woanders mich umschauen nach einer Therapiemöglichkeit......weil die mich in der Zeit nicht behandeln dürfen. DAS ist das was mich kirre macht! mir geht es jeden Tag schlechter und ich muss warten!
    und vor diesem Hintergrund weiß ich nicht was ich auf der Arbeit sagen soll.
    ich muss mich dringend melden, damit die planen können. ich bin letzten Endes "Dauerkrank" geworden weil massive Mobbingprobs mit meinem Chef zu meiner Grundproblematik hinzu kamen und ich nicht die Kraft hatte, das jetzt auch noch zu ertragen.
    die Geschichte die ich mit all den Krankenhäusern und dem derzeitigen Vorgaben des Gesundheitssystems erlebt habe sind so unglaublich, dass ich gut nachvollziehen kann, dass mir meine Vorgesetzte nicht glauben würde.


    .....
    Erst sind da Gedanken die mir sagen ich sei krank... kann das nicht auch anhand meiner Gedanken wieder geheilt werden?

    ich bin davon überzeugt, dass Gedanken mit dazu beitragen können, in welche Richtung auch immer, das eigene Sein zu beeinflussen. schließlich steht vor allem Tun als erstes der Gedanke!


    Evtl sehe ich das ungünstig, aber ich will nicht zu etwas stehen, was nicht zu mir gehört. Bzw. nicht länger ein Bestandteil meines Lebens sein soll.


    monkey, ich habe eine psychische Störung die mich mein Leben lang begleiten wird. was ich gelernt habe ist, wie kann ich so leben, dass ich davon am wenigsten beeinflusst werde und weitesgehend normal in meiner Umwelt und zu meiner Zufriedenheit klar komme.
    solange ich all diese Parameter selbst beeinflussen kann ist mir das auch gelungen. würde mein Exmann (der nur zu gut um all meine Triggerpunkte weiß) mir nicht ständig nachsetzen und versuchen mich fertig zu machen, könnte ich relativ glücklich und zufrieden leben.
    nun weiß ich ja selbst, dass es eben Dinge im Leben gibt die ich nicht ändern kann und das sollte auch Ansatz dieses neuen Therapieversuchs sein. ich brauche noch ein paar Mechanismen wie ich mit diesen Problemen zukünftig fertig werden kann, ohne gleich in Notsituation zu geraten.


    Aber wenn du dich mit dieser Krankheit sowieso schon identifizierst, warum dann die Eile sie los zu werden? Weil sie in der Arbeitswelt hinderlich ist?

    ich liebe meinen Job und er hat mir die letzten 2 Jahre die Kraft gegeben um weiter durch zu halten.
    ich kann es bis heute nicht begreifen warum es gekippt ist, habe nur Vermutungen, aber nicht mehr die Kraft das aufzuklären und daher wird es logischerweise immer schwieriger je mehr Monate ins Land gehen um da noch was positives raus zu reißen. mittlerweile denke ich, dass ich wohl meinen Arbeitsplatz wechseln werde müssen, was mich traurig stimmt, weil ich dort sehr glücklich war

    ich weiß es ist etwas schwierig unbekannterweise in schriftlicher Form zu diskutieren, denn um wirklich etwas verstehen zu können, fehlt eben der komplexe Hintergrund.

    ich danke dir monkey, dass du es trotzdem versucht hast,
    was mir am meisten fehlt, ist die Tatsache, dass ich mit meinen Gedanken so alleine bin. der Austausch bewirkt ja eben, dass man Dinge auch aus einer anderen Perspektive einmal betrachtet und dabei nicht bemerkte Möglichkeiten entdecken kann.

    ganz liebe Grüße
    impotente

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