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Thema: Innere Unruhe? Falsches Wort und Explosion?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Innere Unruhe? Falsches Wort und Explosion?

    Hallo Ihr Lieben,

    kurz etwas zu meiner Person.
    Bin männlich 40 ledig, Ausbildung als Kaufmann, Studium und arbeite im Einzelhandel, „führe seit 2 Jahren eine Wochenendbeziehung“ mit einer Arbeitskollegin. ( Im Betrieb -50 Mitarbeiter- weiß es niemand)

    Gestern ereignete sich folgendes auf der Arbeit:
    Ein Kunde fragt mich, wo er meinen Kollegen Herrn Schmidt findet. Ich ( habe im Betrieb eine Art Vorgesetzenfunktion) frage worum es geht. Da der Kunde „nur“ seine reservierte Ware einladen möchte, sage ich ihm: ich kümmere mich drum, da Herr Schmidt nicht dafür zuständig ist sondern nur für den Verkauf gewisser Produkte.
    Er wiederholt sein Anliegen, und untermauert dieses mit den Worten, dass die Kassiererin ihm gesagt hätte, er solle sich an Herrn Schmidt wenden.
    Auch ich wiederhole, dass ich mich um ihn kümmere und mache mich auf den Weg seine Ware zu holen. Ich vorweg und er hinter mir her. Der Kunde fragt mich erneut wo er Herrn Schmidt finden könne. Ich drehe mich um sage ihm sinngemäß, in einem sehr scharfen Ton:
    Sie haben jetzt 2 Möglichkeiten: Entweder Sie folgen mir damit ich Ihnen die Ware übergebe oder Sie lassen mich in Ruhe und wenden sich an einen Kollegen. Ich bin sowieso schon schlecht gelaunt. Der Kunde starrte mich an und sagte nichts mehr. Ich drehte mich um und ging die Ware holen. Natürlich habe ich sofort gemerkt dass ich sehr unangemessen reagiert habe und dass in so einer Art und Weise niemand behandelt wird.
    Ich lud dem Kunden die Ware ein und entschuldigte mich für mein unangemessenes Verhalten und sagte ihm auch dass es nicht professionell gewesen sei. Zu meiner völligen Überraschung sagte er das sei nicht weiter schlimm. Ich sagte ihm noch mal, dass mein Verhalten nicht ok war und ich auch keine Erklärung dafür hätte.

    Das war die Geschichte die mir die ganze Zeit durch den Kopf schwirrt. Könnte jetzt sagen, jeder hat mal einen schlechten Tag oder mit dem falschen Fuß aufgestanden, aber der Tag war gut zumindest bis zu dem Vorfall.

    Überlege ob ich meine „Personenbeschreibung“ stehen lassen soll oder nicht.
    Eigentlich finde ich es schöner wenn man sich über jemanden ein Bild machen kann.
    Denke auch ob die Reihenfolge der Wörter als Art Rangfolge zu sehen ist. Habe ich schon mal gehört oder gelesen.

    Was glaubt ihr: Hoffnungsloser Fall oder kann man noch was machen??
    lg
    Palma

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  2. #2
    Gast784
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    hallo Palma,

    vll gehts ja nur mir so, aber ich verstehe jetzt Deine Frage nicht

  3. #3
    Neuling
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    Standard Warum reagierte ich so unangemessen heftig?? Der Grund war doch sicherlich ein andere

    Hallo Gabiannarele,

    die Frage die sich mir stellt, warum man bzw. ich so unangemessen heftig darauf reagiert habe.

    Nachdem nun einige Tage vergangen sind müßte es nach meiner Logik doch irgendwas anderes der Grund dafür sein und nicht dieser spezielle Vorfall. Wahrscheinlich hätte mich irgendjemand nur nach der Uhrzeit fragen können und wer wahrscheinlich auch nicht richtig gewesen.

    Ist es jetzt verständlicher?

    lg
    palma
    lg
    Palma

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  4. #4
    Gast784
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    ja, ist es Palma.

    Naja, es kann da viele Gründe geben. Vll jobmüde in dem Moment? Wenn man den ganzen Tag jahrein jahraus immer das selbe Gesabber hat und immer wieder die selben bekloppten Zeitgenossen, dann kann so was schon mal passieren. Du bist ja auch kein Roboter.

    Aber ist das so schlimm, dass Du Dich deshalb gleich so in Frage stellen musst? Ich finde, Du hast gut reagiert. Klar, oft sollte so was nicht passieren, aber sicher ist wohl keiner davor. Und das dann direkt anzusprechen, finde ich sehr gut gelöst.

    Warum stellst Du Dich also so in Frage und denkst Dir nicht "shit happens" ? Hast Du das Gefühl, dass bei Dir eine Unzufriedenheit ganz tief drinnen brodelt, die viel essenzieller ist und dazu führen könnte, dass Dir nun öfter mal der Kragen platzt?

  5. #5
    Neuling
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    Standard Fehler-Entschuldigung-und dann ist gut?

    Hallo,

    "leider" beschäftigen und belasten mich in einer gewissen Art solche Sachen/Vorfälle sehr.
    Bin ein großer Denker und kann nicht einfach sagen: ok ist passiert, Entschuldigung - kann ich auch nicht mehr ändern. Nächster Punkt.

    Ich aktzeptiere es nicht bei anderen und auch nicht bei mir selbst. Irgendwie ist mir das zu einfach und zu leicht.

    Unzufriedenheit im Beruf bzw. Partnerschaft kann bestimmt mit dieser Situation zusammenhängen. Spontan würde ich zwar sagen, alles o.k., aber da ich sie in meinem "Problembeitrag" erwähnt habe, hängt es irgendwie mit drin.

    Ich frage mich auch selbst: Warum mischt du dich überall ein? Hättest dem Kunden gesagt, wo die gesuchte Person/Verkäufer sich befindet, und es wäre gut gewesen. Vielleicht auch eine Lösungsalternative, mit der ich mich zwar- im Moment noch nicht richtig anfreunden kann( Nach dem Motto: Weiß ich nicht oder Jeden Schritt genau überlegen oder einfach ein bißchen auf doof stellen oder einen Gang zurückschalten) - aber wer weiß. Bis vor einigen Jahren sah ich symbolisch betrachtet, nur schwarz oder weiß. Ja oder nein. Grautöne oder Vielleicht mußte ich erst langsam lernen.

    Schönen Abend noch.

    Palma
    lg
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  6. #6
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    Standard

    Hallo Palma,

    wie sieht es denn bei Dir mit dem Thema Perfektionismus aus?
    Du schreibst, dass Du dabei bist, Dich vom Denken in Schwarz-Weiß-Kategorien zu entfernen - hat dieses entweder-oder nicht auch eine ganz andere, eine verborgene Fuktion: "Sicherheit" zu geben, weil alles fein säuberlich "kategorisiert" werden kann? im gegensatz zu den "Grautönen", die immer eine Mischung aus beidem sind und daher auch kein eideutiges "richtig" oder "falsch" zulassen?

    Dass Du Deinem Kunden gegenüber versucht hast, Deine Überreaktion zu entschuldigen, ist doch gut und angemessen gewesen.
    Ich frage mich dabei aber etwas ganz anderes:
    Ich sagte ihm noch mal, dass mein Verhalten nicht ok war und ich auch keine Erklärung dafür hätte.
    Warum da dieses Nachhaken, wenn er doch so deutlich gezeigt hat, dass es bei ihm keine weiterwirkende negative Resonanz erzeugt hat?

    Klingt das nicht etwas danach, als ob Du von ihm eine Art "Erklärung" erwartet hast, fast schon in Richtung "Absolution"?
    Ich aktzeptiere es nicht bei anderen und auch nicht bei mir selbst.
    Ist das denn nicht etwas zu rigoros - perfektionistisch eben? Welche Erwartungs- oder Anspruchshaltung hast Du Dir selbst gegenüber und wo kommt die her?
    Könnte die denn nicht selbst überzogen und damit der Auslöser für das geworden sein, das Dich dem Kunden gegenüber so hat reagieren lassen?

    Irgendwie ist mir das zu einfach und zu leicht.
    Na ja: ist dies denn wirklich "einfach" und "leicht", eine Sache auch mal auf sich beruhen zu lassen, wenn sich die Erkenntnis eingestellt hat?
    Auch wenn es sich auf den ersten Blick vielleicht widersinnig anhören sollte: der Perfektionismus und das starre auf ihm Beharren (inklusive der dann einzuhaltenden "Konsequenzen") - das ist doch die viel leichtere "Lösung". Es gibt dann ja nur "richtig" oder "falsch" und nicht das unangenehme Problem mit den Zwischentönen

    Wie kommst Du eigentlich mit Deiner Vorgesetztenrolle klar?

  7. #7
    Neuling
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    Standard Tiefgründige Fragen - und Antworten?

    Zitat:
    ... Dir mit dem Thema Perfektionismus aus?

    Beruflich:
    „Machs richtig oder gar nicht“ ist für mich schon sehr viel mehr als nur ein Spruch. Ich mag es nicht, wenn man Sachen ohne Verstand macht oder nur auf Sparflamme arbeitet.
    Menschlich:
    Bis vor einigen wenigen Jahren dachte ich, es gibt wirklich perfekte Menschen, perfekte Familien so wie im Bilderbuch. Aber bei genauerer Betrachtung merkte ich, dass auch sie nicht makellos sind.
    Dieses half mir ungemein, meine vermeintlichen Schwächen zu akzeptieren und mich nicht mit anderen zu vergleichen. Seitdem ich sogar drüber Witze mache und drüber lache, sehe ich es eigentlich gar nicht mehr als Schwächen und es macht mir fast nichts mehr aus.

    Zitat:
    ..hat dieses entweder-oder nicht auch eine ganz andere, eine verborgene Funktion: "Sicherheit" zu geben, weil alles fein säuberlich "kategorisiert" werden kann?

    Sicherheit spielt in meinem Leben schon eine sehr große Rolle. Auch die klassischen materielle Werte wie Geld, Auto, Haus usw. ( Mein Job im Handel, BWL Studium ( hat alles unter anderem mit Geld zu tun)
    Ansonsten eher konservativ, gehe nicht unnötig Risiken ein.
    Mein Schreibtisch ist im allgemeinen immer sehr aufgeräumt und ich mag es gar nicht wenn dort Unordnung und Chaos herrscht. Bspw. Mein Chef hat auf seinen Tisch ständig ungelogen 10 Stapel mit Papieren á 50 cm. Man müsste meinen dass er nichts findet, aber eher das Gegenteil liegt vor. Mich würde es verrückt machen, allein dieser Anblick. Ich mag es aufgeräumt. Auch zu Hause. Weniger ist mehr. Nicht viel Schnickschnack.

    Zitat:
    ...nachhaken, wenn er doch so deutlich gezeigt hat, dass es bei ihm keine weiterwirkende negative Resonanz erzeugt hat?

    Weil ich an seiner Stelle gesagt hätte: Behalten Sie Ihr Zeug. Ich kann auch woanders einkaufen.. Ich hätte mich nicht grundlos anmachen lassen. Ich hätte mich beim Chef persönlich oder schriftlich beschwert.
    Zu sagen: ist nicht weiter schlimm, wäre ich nie darauf gekommen.

    Zitat
    etwas danach, als ob Du von ihm eine Art "Erklärung" erwartet hast, fast schon in Richtung "Absolution"?

    Absolution, nein. Bin einfach gestrickt. Was für mich nicht in Frage kommt, kommt auch für andere nicht in Frage. Was für mich gut ist, ist auch für andere gut.

    Zitat:
    Welche Erwartungs- oder Anspruchshaltung hast Du Dir selbst gegenüber und wo kommt die her?

    Kann ich jetzt auf Anhieb so gar nicht sagen. Muß ich mal genauer drüber nachdenken, ob ich so was überhaupt habe.

    Zitat:
    ..einfach" und "leicht", eine Sache auch mal auf sich beruhen zu lassen, wenn sich die Erkenntnis eingestellt hat?

    Hier hast Du Recht. Man muß auch mal 5 gerade sein lassen können und ein Auge zudrücken können ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.

    Zitat:
    ...eigentlich mit Deiner Vorgesetztenrolle klar?

    ist natürlich auch in gewisser Weise ein Machtinstrument und manchmal auch ganz schön, dass man nicht jede Entscheidung stundenlang diskutieren und begründen muß. ( Ich weiß ist autoritär, aber das ist meiner Meinung nach nicht alles schlecht)
    Wobei ich immer dafür bin nur den Rahmen abzustecken in dem man sich bewegen muß, Ohne bekannte Regeln und Konsequenzen/Sanktionen/Lösungsansätze funktioniert es meiner Meinung nach nicht. Gilt nicht nur für den Beruf.

    Lg

    Palma
    lg
    Palma

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  8. #8
    Gast784
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    Bin ein großer Denker und kann nicht einfach sagen: ok ist passiert, Entschuldigung - kann ich auch nicht mehr ändern. Nächster Punkt.
    tja, das wäre aber doch mal ein Lernziel für Dich

    Das mit dem großen Denker, ehrlich gesagt, darauf wäre ich nicht so stolz. Denn bei Dir kommt das schon recht extrem einseitig rüber, als wäre Herz, Intuition und "Bauch" für Dich schon fast was existenziell bedrohliches. Aber Denken allein ist immer rückwärts gewandt, und macht eng.

    Und Du hast schon was sehr enges, fast schon starres. Das hat sicher in den 20ern gute Dienste geleistet, um Dir eine gute Existenz aufzubauen. Aber irgendwann kommt für jeden der Punkt im Leben, wo er sich auch seine bis dahin schwer vernachlässigten Seiten ins Leben holen muss.

    Bei anderen Leuten, die hier schreiben, ist es die Sinnleere, mit der sie sich sonst rumbalgen müssen. Bei Dir ist es anscheinend so, dass Dir Dein "Perfektionsimsu" langsam zum Käfig wird und Dich zunehmend in der sozialen Interaktion hindert.

    Mir wärst Du nicht mal wegen der barschen Antwort auf den Senkel gegangen. Das hätte ich mit Dir schnell geklärt. Deine Entschuldigung hätte Größe gezeigt und ich hätte das richtig gut gefunden. Aber da:
    Ich sagte ihm noch mal, dass mein Verhalten nicht ok war und ich auch keine Erklärung dafür hätte
    hätte ich mir gedacht, der hat doch einen an der Waffel. Und nur damit wärst Du mir auf den Senkel gegangen. Das hat was starres, etwas, das nicht mehr der Sache dient und ich nicht mehr an mich gerichtet empfunden hätte.

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