psychologische Beratung von erfahrenen Psychotherapeuten und Psychologen, psychologe.de
Seite 1 von 5 12345 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 8 von 40

Thema: Irgendwann töten mich meine Gedanken.

  1. #1
    Neuling Avatar von Anna96
    Registriert seit
    26.12.2011
    Beiträge
    48
    Danke
    12
    Bedankte sich ein mal in einem Post.

    Standard Irgendwann töten mich meine Gedanken.

    Hallo,
    ich bin Anna, 15 Jahre alt und ich lebe mein Leben wie ein Buch/Film und genau so will ich auch dieses Tagebuch schreiben.

    Heute morgen bin ich mal wieder um 5 Uhr auf gestanden, weil mich meine Gedanken geweckt haben. Nach dem ich geguckt hatte, ob es allen gut geht und einem langen Spaziergang mir meinem Hund, Fin, gemacht hatte, ging es mir schon besser. Zur Abwechslung startete ich mal gut gelaunt in den Tag. Doch meine gute Laune verflog recht schnell wieder. Gleich zwei Arbeiten verhauen. Ich war super enttäuscht und hätte heule können, doch meine Gedanken sagten mir "Anna, nicht enttäuscht tun, du bist doch ein fröhliches Mädchen. Nicht traurig sein, denk dran sonst könnten blöde Sprüche kommen". In der Schule sagte ich nicht mehr viel, so tief saß doch die Enttäuschung. Danach ging ich in einen Einkaufsladen, um mir Rasierklingen zu holen. Und dann saß ich auf meinen Bett und wie immer schnitt ich mir die Unterschenkel auf. Trotzdem ging es mir nicht besser, noch tief saß nun die Enttäuschung. Ich wollt mich doch nicht mehr "ritzen".
    Doch, dass war nicht genug für heute. Meine Mutter kann auch nicht mal einen Tag friedlich sein und recht machen kann man ihr gar nichts. Mach dies, mach das...
    -Ich dachte ich soll die Daten raussuchen?
    -Ja, aber warum ist die Wäsche noch nicht aufhängt?
    -Weil ich erst ein fertig machen wollte...
    So geht das, jede Tag. Was soll ich machen?
    Jetzt hab ich es endlich geschafft, mich in mein Zimmer zu verkriechen. Und wenn ich mir jetzt den Tag so angucke, wird der Schmerz wieder größer. Die Angst vor dem nächsten Tag kommt. Erstmal gucken ob es allen noch gut geht. "Puh" alles in Ordnung. Doch schlafen kann ich trotzdem nicht. Ich muss diesen Schmerz vergessen, ich muss mich "ritzen". Ich sag mir: "Danach, geht es mir doch auch nicht besser". Doch der Versuchung kann ich nicht widerstehen.
    Geändert von Anna96 (10.01.2012 um 22:19 Uhr)
    Zu viele Menschen gaben mir das Gefühl nichts wert zu sein, wieso sollten sich alle irren?
    Also wer braucht mich hier denn noch!?


    I am just a girl and expect the world.
    But it fly away from my reach, so, I run away in my sleep.
    And dream of paradise. Every time I close my eyes.

  2. #2
    Neuling
    Registriert seit
    24.12.2011
    Beiträge
    75
    Danke
    7
    27 mal in 15 Beiträgen bedankt

    Standard

    Ich möchte es gern mal verstehen. Was genau für eine Befriedigung gibt Dir denn dieses "Ritzen"?

  3. #3
    Verleger Avatar von Darkstar
    Registriert seit
    02.10.2009
    Ort
    in der kulturellen Diaspora
    Beiträge
    2.530
    Danke
    1.768
    1.108 mal in 640 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo Anna,

    die Dinge scheinen bei Dir doch reichlich vielschichtig und komlex zu sein

    In einem Deiner ersten Threads kam schon mal eine Antwort, die ich, so wie Du Deine Situation beschreibst, durchaus für bedenkenswert halte:
    Wäre es vielleicht nicht ein erster Schritt in die Richtung, aus dieser Tretmühle etwas herauskommen zu können, wenn Du Dir professionelle Hilfe oder Beratung suchst?
    Würde dem etwas entgegenstehen?

    Dein Denken und Fühlen: es liest sich so, als ob es sich im Laufe der Zeit immer mehr in Spiralen zu bewegen scheint, oder?
    Auch das mit dem SVV liest sich weniger nach einer "harmlosen" Phase, die sich sich auch wieder von alleine "verwachsen" wird - auch da scheint mehr dahinter zu stecken ...


    "Der Frosch, der im Brunnen lebt, beurteilt das Ausmaß des Himmels nach dem Brunnenrand."
    (mongolisch)
    -----------------------------
    Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.
    (Immanuel Kant, 1724 - 1804)

  4. #4
    Neuling Avatar von Anna96
    Registriert seit
    26.12.2011
    Beiträge
    48
    Danke
    12
    Bedankte sich ein mal in einem Post.

    Standard

    Hallo Darkstar,
    dazu bräuchte ich ja meine Eltern bzw ich müsste es ihnen erzählen. Bis jetzt haben sie glaube ich noch nicht all zu viel davon mitbekommen. Daran liegt eigentlich mein Problem. Eigentlich sage ich mir immer ich komme da selber wieder raus, aber ich glaube langsam schaffe ich das nicht mehr.

    Hallo Mona,
    es sind einfach Momente wo ich alles vergesse, ich bestraf mich selber oder ich zeige mir einfach das ich noch lebe.

    Lg
    Anna
    Zu viele Menschen gaben mir das Gefühl nichts wert zu sein, wieso sollten sich alle irren?
    Also wer braucht mich hier denn noch!?


    I am just a girl and expect the world.
    But it fly away from my reach, so, I run away in my sleep.
    And dream of paradise. Every time I close my eyes.

  5. #5
    Verleger Avatar von Darkstar
    Registriert seit
    02.10.2009
    Ort
    in der kulturellen Diaspora
    Beiträge
    2.530
    Danke
    1.768
    1.108 mal in 640 Beiträgen bedankt

    Standard

    Es gibt ja noch so einige erste Anlaufstellen mehr, von denen Deine Eltern nicht sofort etwas mitbekommen müssen:
    Schulpsychologische Dienste, Jugend-/Familienämter, Caritas/Diakonie etc.

    Dort könntest Du auch im Detail durchsprechen, welche weiteren Möglichkeiten es gibt, Dir den Druck des "Meine Eltern dürfen nichts mitbekommen" etwas zu nehmen.

    Denn eigentlich geht es in allererster Linie mal um Dein eigenes Leben, Deine eigene Gesundheit und Deine eigene Entwicklung, oder?
    Wenn da also von fachlich kompetenter Seite aus zu irgendeiner Maßnahme geraten werden sollte, dann sollte es auch Deinen Eltern leichter fallen, in Deinem Interesse dies dann zu akzeptieren.
    Zur Not können diese Stellen sogar zwischen Euch vermittelnd tätig werden.
    (Manchmal redet ma ja auch einfach nur lange Zeit aneinander vorbei und das schaukelt sich dann unnötig gegenseitig hoch)

    Sollte es wirklich ernstere Hintergründe haben, dann sollten diese auch so rechtzeitig als möglich angegangen werden, bevor sich da u.U. Muster erst so richtig tief festzusetzen beginnen.


    "Der Frosch, der im Brunnen lebt, beurteilt das Ausmaß des Himmels nach dem Brunnenrand."
    (mongolisch)
    -----------------------------
    Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.
    (Immanuel Kant, 1724 - 1804)

  6. #6
    Neuling Avatar von Anna96
    Registriert seit
    26.12.2011
    Beiträge
    48
    Danke
    12
    Bedankte sich ein mal in einem Post.

    Standard

    6 Uhr der Wecker klingelt. „Ja, Anna du hast durchgeschlafen“ sag ich mir und ausnahmsweise startet mein Tag mal mit einem Lächeln. Anziehen, Essen, los und schon wieder den Bus verpasst. „Bloß nicht die gute Laune vertreiben lassen, Anna, bloß nicht“. Auf meinem Schulweg kommen mir immer viele Gedanke, naja was soll man den anderes tun bei einer Stunde Fahrt? Welcher normale Mensch fährt schon eine Stunde zur Schule, wenn er mindestens 9 Schulen in seiner Nähe hat. Heute ist Mittwoch, ich hasse Mittwoche, ich hasse es an jedem Mittwoch 9 Stunden in der Schule zu sitzen, ich hasse es jeden Mittwoch erst um 17 Uhr zu Hause zu sein. Aber wenigstens zwei Stunden Informatik d.h. da sitzen, gar nichts tun und mit seinem Handy spielen. Wenigstens etwas Positives.
    5. Stunde Französisch, oh Gott, ich hasse Französisch. Noch eine Sache, die ich an Mittwochen hasse. Wenigstens ist Michelle da, ohne Michelle würde ich glaub ich die Schule niemals überstehen. Was mach ich nur ohne sie in der Oberstufe? Toll wieder ein neues Thema zum Grübeln. Geht weg ihr dummen Gedanken, geht weg!
    17:30 Uhr und endlich zu Hause. Tagesplan: Hausaufgaben, Referat, Lernen. 19 Uhr ich kann nicht mehr. Ich lege mich auf den Boden, „Musik an, Welt aus“. Ich schließe, die Augen und denke nach. Mir kommen die 4 Grundfragen Kants in den Sinn, die wie gestern in Ethik hatte.
    1. Was darf ich wissen?
    2. Was darf ich hoffen?
    3. Was soll ich tun?
    4. Was ist der Mensch?
    Fragen auf die ich mal wieder keine Antwort kenne. Und dann kommt mir wieder die „tolle“ Frage in den Sinn. „Wer bin ich?“.
    Ich fange an:
    Ich bin Anna, 15 Jahre alt, 1,55 m groß und wohne in Berlin… und weiter komme ich mal wieder nicht. Ich hasse diese Frage, diese Frage könnte mich töten. Ja, irgendwann werden mich meine Gedanken mal töten, das weiß ich ganz genau.
    21 Uhr ich hab keine Lust mehr zu lernen. Ich setze mich vor dem PC. Eigentlich bin ich schon wieder total Enttäuscht von mir, hab schon wieder nicht alles geschafft was ich mir vorgenommen habe. Das kann doch nicht wahr sein.
    Jetzt liege ich im Bett, schließe die Augen und versuche zu schlafen. Wenn ich so drüber nachdenke, war das ein gar nicht so schlechter Tag. Und lernen kann ich immer noch morgen. Naja aber eigentlich heißt es ja „Hänge die heutige Pflicht, nicht an den morgigen Nagel“ Oder irgendwie so… Und da sind sie wieder meine tollen Gedanken. Wohin wird das heute noch führen?
    Geändert von Anna96 (11.01.2012 um 21:54 Uhr)
    Zu viele Menschen gaben mir das Gefühl nichts wert zu sein, wieso sollten sich alle irren?
    Also wer braucht mich hier denn noch!?


    I am just a girl and expect the world.
    But it fly away from my reach, so, I run away in my sleep.
    And dream of paradise. Every time I close my eyes.

  7. #7
    Neuling Avatar von Anna96
    Registriert seit
    26.12.2011
    Beiträge
    48
    Danke
    12
    Bedankte sich ein mal in einem Post.

    Standard

    Hallo Darkstar,

    danke für deinen Tipp, ich werd mich dann mal schlau machen.
    Aber ein wenig Angst hab ich ja schon. :s

    Lg Anna
    Zu viele Menschen gaben mir das Gefühl nichts wert zu sein, wieso sollten sich alle irren?
    Also wer braucht mich hier denn noch!?


    I am just a girl and expect the world.
    But it fly away from my reach, so, I run away in my sleep.
    And dream of paradise. Every time I close my eyes.

  8. #8
    Neuling Avatar von Anna96
    Registriert seit
    26.12.2011
    Beiträge
    48
    Danke
    12
    Bedankte sich ein mal in einem Post.

    Standard

    Nach einer endlos, langen „Diskussion“ mit meinen Gedanken, lasse sie mich jetzt endlich schlafen, das letztemal wo ich auf die Uhr geguckt habe, war es ja auch erst 1:39.

    5:38 Mit einem schrecken wache ich auf. Ich kann mich nicht bewegen, alles tut weh. Ich habe das Gefühl, als wäre ich die ganze Nacht wach gewesen. Komm schon Anna, du kannst noch 20 Minuten schlafen, du schaffst das, aber zu spät, da waren sie auch schon wieder, meine Gedanken. Was wird mich heute in der Schule erwarten? Werde ich mich wieder zum Deppen machen? Naja wenigstens ist mein Referat auf Montag verschoben worden. Naja ich stehe auf, und wie sollte es auch anderes kommen? Ich streite mich mal wieder mit meiner Mutter, der Tag fängt ja echt toll an.

    Nach einer Busfahrt, die gefühlte Tage gedauert hat, weil ich mir totale Sorgen um meine Mutter gemacht habe, sie war ja so wütend, hoffentlich hat sie keinen Unfall gehabt, komme ich wie ein Frack in der Schule an. Biologie und zu meinem Glück setzt sich Max genau vor mich. Ich hasse Max, in meinem Träumen ermorde ich ihn immer. Ohne Max wär mein Leben ein ganzes Stückchen leichter. Immer seine doofen Sprüche und Spitznamen. Und alle finden es auch noch lustig. Ich hasse es einfach nur.

    Nach Mathe und Chemie bin ich dann mal wieder am Tiefpunkt angekommen. Beide Arbeiten verhauen und dadurch in beiden Fächern keine „1“ auf dem Zeugnis. Ihr müsst jetzt alle denken ich spinne. Ja, vielleicht tue ich das ja auch. Andere sind zu tiefst enttäuscht von sich wenn sie eine „4“ haben und ich bin zu tiefst enttäuschen wenn ich nicht das Beste gegeben hab und ich dadurch nicht die bessere Note bekommen habe. Und in beiden Fällen ist das dieses Mal eine „1“. Ich lern nicht viel für die Schule, im ganzen Halbjahr habe ich vielleicht höchstens 5 Stunden gelernt, ohne Witz. Schule fiel mir schon von Anfang an leicht, nur ich hab nichts daraus gemacht und das enttäuscht mich einfach und macht mich traurig. Und dann kommt auch noch dieser tolle Wandertag, wo wir jetzt beschlossen haben, dass wir schwimmen gehen. Ich würde alles tuen, aber bloß nicht schwimmen. Ich weiß jetzt schon, dass ich da nicht hin gehen werde und bin schon jetzt enttäuscht über mich selbst.

    Nach dem ich die restlichen Stunden auch noch abgesessen und Nadja mit sinnlosen Quatsch vollgelabert habe, ich weiß nur noch wie sie zu mir sagte „Und über so einen Schwachsinn machst du dir Gedanken?“, holt mich zur Überraschung meine beste Freundin Anni von der Schule. Naja, dann bin ich wenigstens ein bisschen abgelenkt sage ich mir und rauche mit Anni erst mal eine. Okay, ihr müsst jetzt alle denken, „Wie blöde ist die denn? Grade mal15 Jahre alt und raucht?“ Aber ich kann mich dann einfach entspannen, der Knoten in mir, die Wut, die löst sich und ich kann wieder ein bisschen mehr ich selbst sein. Auf der Rückfahrt, erzählt mir Anni irgendwelche belanglosen Sachen. Ich höre ihr nicht richtig zu, ich höre eigentlich keinem richtig zu. Ich finde, da sind meine Gedanken doch weitaus interessanter. Ja ich hab ein Problem damit mich in andere hinein zu versetzten, wenn sie nicht ein ähnliches Problem haben, doch manchmal finde ich auch noch Rat in irgendeiner Ecke meines Gehirns. Aber dazu muss ich dem anderen erst mal zugehört habe und das kommt leider nicht so oft vor.

    Der Nachmittag geht schnell rum, mit Anni hab ich eigentlich immer Spaß und ich kann meine Sorgen vergessen. Und dann kommt der Abend, ich weiß nicht was ich tun soll, mir ist langweilig. Ich lege mich mal wieder auf dem Boden, getreu meinem Motto „Musik an, Welt aus“ Ohne Musik bin ich nichts, ich liebes die passende Musik zu meiner Stimmung zu hören. Wie so oft höre ich Paradise, weil ich wünschte jetzt genau das zu sein. In meinem Paradise, würden wir alle Kinder sein, die Freude am Leben haben. Die Freude, die ich in meinem Leben so vermisse. Es würde keine Probleme geben und alle würden sich gut verstehen. So eine Welt gibt es natürlich nicht und es ist eigentlich auch unvorstellbar. Aber es ist mein Paradise. Doch meine Gedanken holen mich schnell ein. Die ganze Wut, staut sich wieder in mir. Die Enttäuschung über mein Versagen. Ich bin wie gelähmt, doch mein kleiner Hund, Fin weckt mich auf. Ich kann nicht anderes, ich muss die Wut aus mir raus lassen. Ich muss mir zeigen, dass ich noch da bin, dass ich noch lebe. Die Schnitte, der Schmerz, das Blut und alles ist wieder gut. Doch nach dem Flug kommt der Fall und schon sitze ich wieder in meinem Loch.
    Zu viele Menschen gaben mir das Gefühl nichts wert zu sein, wieso sollten sich alle irren?
    Also wer braucht mich hier denn noch!?


    I am just a girl and expect the world.
    But it fly away from my reach, so, I run away in my sleep.
    And dream of paradise. Every time I close my eyes.

Seite 1 von 5 12345 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Irgendwann geschieht ein Unglück...
    Von rikki im Forum Psychologie-Talk
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 05.10.2010, 13:44
  2. Werden solche Menschen irgendwann Probleme bekommen?
    Von Mario im Forum Psychologie-Talk
    Antworten: 11
    Letzter Beitrag: 01.11.2009, 11:40

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Psychologen beraten am Telefon und im Chat. Jetzt testen!