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Thema: Isolation, Agression, Suizidgedanken bei Jugendlichem

  1. #1
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    Standard Isolation, Agression, Suizidgedanken bei Jugendlichem

    Hallo,

    mein Sohn, (20j), zieht sich seit ca. 2 Jahren zurück, er zeigt Agressionen gegen sich selbst und hat Suizidgedanken (seit vielen Jahren). Drogen nimmt er nicht und hat er auch nie genommen. Beim Erstgespräch mit einer Therapeutin wurde ihm gesagt, dass er stationär behandelt werden muss. Hat jemand von Euch ähnliche Probleme mit seinem Kind und/oder kennt jemand ein empfehlenswerte Einrichtung?

  2. #2
    Verleger Avatar von :knuddel:
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    Ich kenne viele junge Menschen, die sich selbstverletzen und sich isoliert haben.
    Ich habe mich auch oft selbstverletzt, weil ich mich nur so spüren konnte und der Körper mir Grenzen gezeigt hat, durchs Bluten. Mir fehlte das Feedback von anderen, das man sich auch lieben darf und es nicht Egoismus umgangssprachlich ist sondern einfach sich selbst ein guter Freund zu sein und sich aushalten zu können. Mir haben klare Regeln in der Klinik sehr geholfen. Dort gab es einen Vertrag mit der Klinikleitung, das nicht geritzt werden darf, sondern sich gemeldet werden muss und dann gemeinsam ein Ersatz gesucht wird. Es gibt Skills, die man anstatt des Verletzens benutzen kann um Schmerz zu spüren, aber keine Spuren hinterlassen. Meine Freundin hat 10 Anläufe gebraucht in der Klinik, eh sie durchgehalten hat. Sie musste die Klinik immer wieder verlassen, weil sie sich keine Hilfe geholt hat, sondern geritzt. Andere schaffen es beim ersten Mal. Aber man hat immer die Chance was dran zu ändern. Nur der Wille muss wirklich da sein.

    Will dein Sohn sich denn helfen lassen und ist bereit dazu stationär zu gehen??
    Hast mit ihm schon mal drüber gesprochen wie du dich dabei fühlst ihn so zu sehen??

    Oft fehlt einfach die Alternative, um mit den sichtbaren Verletzungen aufzuhören.

    Mir hilft....
    Chilliepulver auf der Zunge pur
    Eiswürfel auf dem innenunterarm schmelzen lassen
    scharfe Minzbonbons
    Igelball zum Massieren und feste reiben
    Tennisball zum Kneten
    Gummiband am Handgelenk und gegen den Puls fletschen lassen

    Welche Zukunftsperspektiven hat dein Sohn....lebt er in den Tag oder hat er Ziele, die er verfolgt??

    Ein neues Leben kann man nicht anfangen, aber täglich einen neuen Tag!!!!!!!!!!!!

  3. #3
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    Hallo knuddel,
    Danke für Deine ausführliche Antwort. Hier haben sich die Ereignisse etwas überschlagen und ich hab nicht immer Zugang zum Internet, sonst hätte ich früher geantwortet. Mein Sohn ist jetzt im Krankenhaus. Gott sei Dank will er sich helfen lassen. Diagnose des Hausarztes Borderline. Über 2 Jahre lang wurde er in der Schule gemobt und geschlagen und ich hab nicht viel mitgekriegt. Er hatte Angst vor Veränderung (in jungen Jahren Trennung der Eltern, Umzug, Tod des Großvaters) und wollte die Schule nicht wechseln. Ganz fürchterlich! Was ist nur los mit unserer Gesellschaft und uns Erwachsenen, dass sich die Jugend selber verletzt, um sich zu spüren oder sich zurückzieht, in seine eigene Welt?. Deine alternativen Bewälltigungsmöglichkeiten sind ja auch nicht ohne. Wenn Du von unsichtbaren Verletzungen sprichst, geht es nur darum es vor den anderen zu verbergen oder fühlt sich für Dich dann auch anders an? Alles Gute für Dich und Deine Freundin
    Liebe Grüsse mila
    Geändert von mila (22.10.2009 um 10:26 Uhr)

  4. #4
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    Hallo knuddel,
    Danke für Deine ausführliche Antwort. Hier haben sich die Ereignisse etwas überschlagen und ich hab nicht immer Zugang zum Internet, sonst hätte ich früher geantwortet. Mein Sohn ist jetzt im Krankenhaus. Gott sei Dank will er sich helfen lassen. Diagnose des Hausarztes Borderline. Über 2 Jahre lang wurde er in der Schule gemobt und geschlagen und ich hab nicht viel mitgekriegt. Er hatte Angst vor Veränderung (in jungen Jahren Trennung der Eltern, Umzug, Tod des Großvaters) und wollte die Schule nicht wechseln. Ganz fürchterlich! Was ist nur los mit unserer Gesellschaft und uns Erwachsenen, dass sich die Jugend selber verletzt, um sich zu spüren oder sich zurückzieht, in seine eigene Welt? Deine alternativen Bewälltigungsmöglichkeiten sind ja auch nicht ohne. Wenn Du von unsichtbaren Verletzungen sprichst, geht es nur darum es vor den anderen zu verbergen oder fühlt sich für Dich dann auch anders an? Alles Gute für Dich und Deine Freundin
    Liebe Grüsse mila
    Eigentlich wollte mein Sohn Philosophie studieren, mal sehn ob er das Abi fertig macht. Jetzt soll er erstmal in Ruhe wieder gesund werden.
    Geändert von mila (22.10.2009 um 10:30 Uhr)

  5. #5
    Verleger Avatar von :knuddel:
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    Hallo Mila,

    von Borderline gesund werden, wie nach einem Schnupfen, wird er nicht.....
    er wird sein ganzes Leben mit der Krankheit leben und muss es lernen damit gut durchs Leben zu kommen.

    Die Beziehungsschwierigkeiten auf emotionaler Ebene haben sich gefestigt und es braucht viel viel Zeit und Arbeit an sich und mit anderen, um eine Besserung der Symptome zu erreichen.
    Es ist wirklich schon ne super Leistung, das er in die Klinik geht um es genauer abklären zu lassen ob Borderline oder andere Diagnosen in Frage kommen.
    Ist die Klinik auf Borderline und PTBS spezialisiert??
    Das ist ganz wichtig, damit nicht rumgedoktort wird, sondern gleich in die richtigen Bahnen gelenkt werden kann.
    Hast du dich schon um die Nachversorgung gekümmert?? Also einen Therapeuten oder eine Ambulanz, wo dein Sohn weiter betreut wird.
    Die Kliniken bieten oft auch Gespräche für Verwandte an, damit die ihre Fragen loswerden können zu der Erkrankung und wie es weiter geht, nach der Klinik.


    Mir war das Ritzen sehr peinlich, wollte nicht, das es andere sehen. Es war mein persönliches Gewinnen über meinen Körper, mir selbst wehzutun, bevor es andere tun. Aber es war nie um die Aufmerksamkeit auf mich zu lenken.

    Mein Sohn hat viele Klassenkameradinnen, die ritzen um es allen zeigen, wenn sie neue Schnitte gemacht haben und haben wie eine Sucht entwickelt.
    Viele Jugendliche, die wie dein Sohn so innere Probleme haben und sich zurückziehen und unsichtbar leiden, haben oft gar keine Chance ernst genommen zu werden. Klar haben die Kinder die für die Aufmerksamkeit Ritzen auch Probleme, aber andere und blockieren in Kliniken mit Borderlinespezialgebiet die Plätze. In meinen Klinikaufenthalten habe ich soviele Psydoborderliner kennengelernt, die von Klinik zu Klinik gehen als wäre es Urlaub. Natürlich nicht in den Ferien, weil die brauchen sie ja zum Erholen von der Schule...Du merkst ist werde sehr stinkig bei dem Thema, weil vielen nicht geholfen wird, sondern drüber gelacht, obwohl es schon kurzvorzwölf ist und das Leben nicht mehr lebenswert ist.

    Liebe Grüsse


    Ps. hab mich schon wieder in ragegeschrieben....sorry...aber musste mal wieder den Frust über die Faker loswerden.
    Ein neues Leben kann man nicht anfangen, aber täglich einen neuen Tag!!!!!!!!!!!!

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