hallo,
ich bin neu in diesem forum und hoffe auf geduldige menschen, die mir vielleicht etwas produktives zu meiner geschichte sagen können. ich war mir nicht sicher, zu welchem unterpunkt das gehört, liebeskummer, zwang, depression, es scheint von vielem etwas zu sein.
die geschichte: vor ca 5 jahren lernte ich einen jungen mann kennen, heute sind wir beide 28. die begegnung mit ihm schlug bei mir wie eine (atom)bombe ein und wir führten ca 3 jahre lang eine fürchterliche (fern)beziehung, mit der ich bis heute, gute 2 jahre, nachdem ich mich von ihm getrennt habe, zu kämpfen habe. bevor ich ihn kennenlernte, war ich bestimmt 2 jahre allein und mein selbstbewusstsein am boden. er kam aus einem jahr lustigem bettenhüpfen und mir war schnell klar, dass andere frauen ein problem in einer beziehung mit ihm darstellen könnten. ich glaube, ich habe versucht mein selbstbewusstsein mit einem mann aufzumöbeln, der schwer bis gar nicht zu halten ist, doch er wollte wissen was liebe ist und eine beziehung, das konnte ich ihm bieten und wir haben es versucht. es ist nicht unwichtig zu sagen, dass er an einer schizophrenen psychose litt, aber zu dem zeitpunkt als wir zusammen kamen bereits medikamentös "sicher" eingestellt war.
es dauerte nicht lange, bis sich eine ungeheure eifersucht einschlich, weil er seinen vorherigen lebensstil nur schwer aufgeben konnte, obwohl er sich nichts sehnlicher wünschte. seine aussagen waren immer extrem irritierend: ich sollte zwar die frau seines lebens sein aber die anderen würden ihn dennoch nicht kalt lassen, das spürte ich eigentlich all die jahre und es gab angeblich zwar keinen echten betrug, aber ein betrug schien unsere beziehung trotzdem die ganze zeit zu bedrohen. sex hat eine große rolle bei uns gespielt. ich wurde ganz krank vor eifersucht und zu einem menschen, den ich in der form noch nicht kannte, den ich verabscheute und für den ich mich heute noch schäme. ich war eifersüchtig auf alles und jeden, hatte großen bedarf, ihn zu kontrollieren und bin regelmäßig durchgedreht (alkohol, teilweise selbstverletzung, regelrechte anfälle die mich bis zu einer woche schachmatt gesetzt haben). es gab unzählige vorkommnisse, an denen deutlich wurde, wie verantwortungslos, egozentrisch und wahnsinnig er ist, die dazu geführt haben, dass ich eigentlich 3 jahre fast täglich geheult habe, mich sozial isoliert habe, meine würde untergraben habe und letztlich komplett gebrochen war.
irgendwann landete ich für 3 monate in einer psychiatrie, seitdem habe ich den borderline-stempel, von dem ich allerdings nicht überzeugt bin. nach ca einem jahr beziehung begann ich die erste therapie, das war allerdings lange vor der psychiatrie, nach der psychiatrie ging ich zu einem anderen psychiater, jeder hatte eine andere diagnose mit der er sich nicht sicher war, natürlich nehme ich noch immer medikamente, die meine laune irgendwie über wasser halten soll.
in meinem leben war ich noch nicht so am boden wie in zusammenhang mit diesem menschen, weswegen ich mich dann in einem hellen moment von ihm getrennt habe, allerdings weil ich dachte, dass ich das müsste, nicht weil ich wollte.
seit 2 jahren versuchen wir, keinen kontakt mehr zueinander zu haben, doch alle paar monate greift einer zum handy und der versuch der kontaktlosigkeit ist schon lange lächerlich geworden.
für mich ist es, als wäre ich mal alkoholsüchtig oder anders drogenabhängig gewesen, und würde latent immer in gefahr schweben, rückfällig zu werden. auch nach all den schlechten erfahrungen mit ihm, auch nachdem ich rational alles komplett durchschaut zu haben scheine, ich die besten pläne und vorsätze habe, wie ich mit der geschichte umgehe, weiß ich trotzdem, dass er vermutlich nur einmal mit dem finger schnipsen müsste und ich würde wieder da sein. er verliert diese wahnsinnige anziehungskraft für mich einfach nicht, ich bin immernoch eifersüchtig wenn ich daran denke, mit wem er jetzt genau das tut, wovor ich mich die ganze zeit so abscheulich gefürchtet habe. er ist wie ein heroinschuss, bei dem man tierische angst hat und weiß, dass man bei draufgehen könnte, dass man abhängig wird, aber man tut es für den kick, ohne rücksicht auf die konsequenzen.
zusammengefasst war es einfach eine geschichte, an der ich an meine äußersten grenzen gegangen und gekommen bin und was mir einen gehörigen sprung in der schüssel gemacht hat, der zwar gekittet ist, aber immer sichtbar sein wird und durch auch nur leichtes ruckeln immerwieder aufspringen könnte.
ich habe immer zu depressionen geneigt, weswegen ich vor einigen monaten auf wieder erneut antidepressiva bekommen habe. seitdem geht es mir zum ersten mal merklich besser, da sich im winter auch eine ganz kurisoe angst vor so ungefähr allem und dem leben breitgemacht hatte, die mir alles als schweren kampf und unerträglich erscheinen ließ.
eine therapie kann ich im moment nicht mehr machen und nach meinen bisherigen erfahrungen hab ich auch kein besonderes interesse daran.
ich habe mich mittlerweile in meinem leben wieder ganz gut eingerichtet, ich habe wieder relativ viele kontakte und dinge, die ich gern tue, vorher drehte sich mein leben nämlich eigentlich nur um ihn. ich leide nicht an akutem liebeskummer und bin auch nicht unablässig damit beschäftigt, aber der knoten hat sich trotzdem noch nicht gelöst, das merke ich bei jedem direkten oder auch indirekten kontakt.
es mag sein, dass ich einfach nur einen anderen mann brauche, doch außer 2 oder 3 kurzen gastspielen in den 2 jahren, die wahnsinnig nüchtern und mit einem eigentümlichen ekel einhergingen, ist da nichts passiert und ich fühle mich oft ziemlich einsam und unnormal, als würde ich ganz viel verpassen, doch männer kann man nicht herzaubern, ich gehe aus und lerne menschen kennen, aber die meisten männer interessieren mich auch einfach nicht. ich gehöre auch nicht zu den singleparty- oder internetbekanntschaftsmenschen, ich kann also nur die augen und das herz offenhalten in der hinsicht. doch weiß ich nicht, ob ich nicht 1. evtl eh viel zu geschädigt und verschlossen bin, so dass männer schon spüren, dass mit mir was nicht stimmt und deswegen nicht zu mir kommen, oder ob ich nicht sogar ein ungeklärtes problem mit einem neuen mann überlagern würde. aber da eh keiner in aussicht ist, braucht man darüber wohl nicht weiter zu grübeln.
ich habe immernoch momente alle paar tage, in denen gefühle aus der beziehung in mir hochsteigen, die mich total schwächen und demoralisieren, alles wegwischen was ich gerade noch als gut und richtig und wahr befunden hatte, alle paar monate habe ich alpträume, die praktisch nur aus triggerbildern bestehen, die mich in der wurzel auflösen. liebe war für mich schon immer etwas, was weh tun musste, damit ich glaube, dass es liebe ist, nette mäner haben mich gelangweilt, aber das war zuviel unablässige drohung und kein gefühl von sicherheit. wenn ich andere menschen über sex oder verliebtsein reden höre, dreht sich in mir alles um, ich bekomme angst und ein ganz tiefes gefühl der hilflosigkeit und verzweiflung und als sei das alles nur dreckig und durchtrieben und furchtbar und kalt. was mich mit am meisten fertigmacht, ist diese ambivalenz, dieses angezogensein von etwas, wovon man weiß, dass es schlecht für einen ist, das ist fast so wie pornos, die man kopfmäßig verurteilt, auf die man körperlich aber trotzdem einfach reagiert. ich finde seine art von aufmerksamkeit auf sich ziehen, egozentrik, humor und leichtigkeit auf der einen seite unwiderstehlich und gleichzeitig vollkommen abstoßend. ich beneide ihn auch um viele seiner arten und eigenschaften, andersrum ist das allerdings genauso, auch wenn es sich nie so anfühlt, sondern als hätte er immer die oberhand und säße am längeren hebel.
vor wenigen wochen hat er sich malwieder bei mir gemeldet, obwohl ich seit über einem halben jahr schon nicht mehr auf seine anrufe oder sms reagiert habe. es scheint ihm angeblich ganz gut zu gehen, ich habe keine ahnung was er treibt aber mein verbot, sich bei mir zu melden, hält er trotzdem nicht ein (meine ansagen sind noch nie dauerhaft angekommen oder respektiert worden). zuletzt sprachen wir darüber, dass wir einen schlussstrich ziehen wollen, bis dahin war mir noch nichtmal klar, dass er das überhaupt noch tun muss, ich dachte, das hätte er schon lange getan. doch wie das genau gehen sollen, wissen wir beide eigentlich nicht. er hat nicht solche probleme mit der geschichte wie ich, ich habe den eindruck, er zieht sich einfach energie von mir, holt sich zwischendurch die bestätigung, dass ich seinetwegen immernoch an an die decke gehen kann. er hat ein paar mal gesagt, wie bedeutsam ich für ihn bin und dass er mich gerne kennenlernen würde, wenn ich nicht das beziehungsmonster bin, da ich immer behaupte, er habe fast nur diesen teil an mir kennengelernt. als ich ihm gesagt habe, dass wir bei dem versuch gnz schnell wieder im bett landen würden, konnte er allerdings auch nur zustimmen, also keine option.
manchmal denke ich, ich müsste mich vielleicht wirklich mit ihm treffen, um dem gespenst das laken vom kopf zu ziehen. doch davor habe ich viel zuviel angst, das käme mir vor wie ein alkoholiker, der sich einbildet, einmal an der flasche riechen würde ihn heilen und nicht verführen und schwupps ist die flasche leer und ein großer rückschritt gemacht.
keinen kontakt zu haben scheint nur für ein paar monate zu funktionieren (meine nummer möchte ich wegen diverser beruflicher angelegenheiten gerade nicht wechseln, außerdem gäbe es sowieso immernoch schlupflöcher)
sich auf einer harmlosen ebene zu begegnen, vermutlich telefonisch, geht zwar irgendwie, kann sich aber auch ganz schnell ins gegenteil wenden, wie ich zuletzt festgestellt habe.
ich wüsste einfach gerne mal, was ihr da so zu zu sagen habt, es würde mir wirklich sehr weiterhelfen, auch wenn ich gerade keine konkreten fragen habe.
danke sehr
h.


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