psychologische Beratung von erfahrenen Psychotherapeuten und Psychologen, psychologe.de
Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 8 von 20

Thema: Ist der Schatten zu groß zum Rüberspringen?

  1. #1
    Neuling
    Registriert seit
    07.11.2011
    Beiträge
    16
    Danke
    3
    4 mal in 3 Beiträgen bedankt

    Standard Ist der Schatten zu groß zum Rüberspringen?

    Guten Tag...

    "Du musst nur über Deinen Schatten springen!" - oft gehört, oft versucht, oft fehlgeschlagen.
    Was braucht es, um ein normales und gesundes Leben zu führen? Was braucht es, um dazuzugehören, um teilzuhaben, erfolgreich (beruflich wie privat) und glücklich zu sein?
    Mut, Fleiß und guter Wille reichen jedenfalls nicht aus, denk ich mir manchmal.

    Ich bin 25 Jahre alt, weiblich und komme aus dem Norden Deutschlands.
    Das Thema 'psychische Erkrankung' ist Teil meines Lebens, seit ich denken kann, und lässt mich nicht los, so sehr ich auch dagegen steuere.
    Durch meine Biografie ziehen sich Schul- und Wohnortswechsel, Schul- und Jobabbrüche, zerrüttete Beziehungen und Selbstzweifel, die jeden Funken Hoffnung auf ein besseres Leben auffressen.
    Ist das eine Frage des Alters? Oder der Persönlichkeit? Oder der Intelligenz?

    Ich hoffe, hier Antworten zu finden, im Gespräch mit anderen Betroffenen. Sich gegenseitig Mut zum Weitermachen geben zu können, die Sichtweisen zu verändern, sich - irgendwie - akzeptieren zu lernen.

    Liebe Grüße,
    Jorinde

  2. #2
    Schreibkraft Avatar von monkey
    Registriert seit
    28.11.2010
    Beiträge
    171
    Danke
    21
    59 mal in 48 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo Jorinde,

    erst mal herzlich Willkommen hier

    Tja, leider hab ich auch noch nicht die Antwort darauf gefunden. Ich kann es mir nur aus allem was ich so gehört habe zusammen reimen.

    Zum einen heißt es ja die Erlebnisse verarbeiten, eine Depression nicht chronisch werden zu lassen und es evtl einfach als einen zeitweiligen Daseins-Zustand zu akzeptieren? Kann doch nicht jeder glücklich sein... ?

    Und ich glaube es gibt auch nicht viele Menschen, die ein "normales" Leben führen mit immerwährender Glückseligkeit. Zu versuchen, dies zu erreichen kann ja schon frustrieren.

    Am Alter, der Intelligenz kann es ja nicht liegen. Denn Krankheiten psychischer Natur ziehen sich durch alle Reihen. Vielleicht haben wir auch einfach zu viel Zeit... Würden wir den ganzen Tag auf dem Acker stehen, hätten wir evtl gar keine Zeit um festzustellen, daß es uns schlecht gehen könnte... Dazu kommt, daß der Familienhalt und auch sonstige Gemeinschaften, wie es mal üblich war, weg gebrochen sind. Es sind viele Veränderungen, die sich evtl nicht zum Guten für viele in dieser Gesellschaft auswirken. Da ist dann jeder einzelne auf sich alleine gestellt, sich ein gesundes Umfeld zu erschaffen.

    LG Grüße
    monkey

  3. #3
    Schreiberling
    Registriert seit
    12.10.2011
    Beiträge
    491
    Danke
    79
    83 mal in 71 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo Jorinde
    ...Mut, Fleiß und guter Wille reichen jedenfalls nicht aus, denk ich mir manchmal.
    Ja, da könnte was dran sein. Welche Ziele oder Wünsche hast Du denn für Dich selbst? Es könnte nämlich sein, dass die Ziele oder Wünsche anderer gar nicht mit Deinen eigenen übereinstimmen.
    LG

  4. #4
    Neuling Avatar von schwarze_rose
    Registriert seit
    04.11.2011
    Beiträge
    28
    Danke
    3
    4 mal in 4 Beiträgen bedankt

    Standard

    Zitat Zitat von Jorinde Beitrag anzeigen
    Guten Tag...

    "Du musst nur über Deinen Schatten springen!" - oft gehört, oft versucht, oft fehlgeschlagen.
    Was braucht es, um ein normales und gesundes Leben zu führen? Was braucht es, um dazuzugehören, um teilzuhaben, erfolgreich (beruflich wie privat) und glücklich zu sein?
    Hallo,

    nun, was verstehtst du unter "normal"? Wenn ich deine einleitenden Sätze richtig verstehe, ist normal = mainstream. Somit musst du dich verbiegen um dazuzugehören, teilzuhaben und um erfolgreich zu sein. Nur willst du das wirklich? Um diesen Weg zu gehen, musst du dich verbiegen und deine Probleme werden nur noch schlimmer.
    Mein Vorschlag ist: Gehe in dich und versuche herauszufinden was du wirklich aus deinem Leben machen willst und gehe dann diesen Weg. Am Anfang werden sich viele Hindernisse auftun (aber schlimmer als jetzt kann es doch nicht mehr werden, oder ) aber mit der Zeit werden es immer weniger und du wirst glücklicher und zufriedender.
    Das ist zumindest meine Erfahrung.

    LG

  5. Der folgende Benutzer bedankte sich bei schwarze_rose für den sinnvollen Beitrag:

    So Ham (16.11.2011)

  6. #5
    Neuling
    Registriert seit
    07.11.2011
    Beiträge
    16
    Danke
    3
    4 mal in 3 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo ihr 3 und danke sehr für eure Antworten.

    Ich habe über das, was ihr geschrieben habt, nachgedacht.
    Ehrlich gesagt weiß ich nicht, was meine Ziele und was die Ziele anderer sind. In vielen Fällen überschneidet sich das sicher. Aber eine richtige Perspektive habe ich nicht. Ich bemühe mich nur nach Leibeskräften, nicht aufzufallen. Das ist eigentlich auch mein hauptsächliches Bestreben: Teil der Gesellschaft zu sein, anerkannt und für gute Arbeit gewertschätzt.

    Ich selbst mag eigentlich kein Schubladendenken. Aber dadurch, dass dieses Denken ("normal" vs. "psycho") so verbreitet ist, nehme ich es selbst an, weil ich von niemandem in die "psycho"-Schublade gesteckt werden will.

    Und dabei habe ich ständig das Gefühl, dass man mir ansieht, dass mit mir etwas nicht stimmt. Ich habe eine völlig kaputte Familie, bin durch Inobhutnahme des Jugendamts damals ins Heim gekommen und habe keinen Kontakt mehr zu den Eltern. Lange hatte ich Probleme mit Drogen, Selbstverletzungen und Essstörungen und war oft in Therapien. Das alles liegt hinter mir, nur habe ich immer mal wieder Phasen, in denen ich depressiv bin oder kaum noch esse.
    Ich habe das Gefühl, andere sehen mir all das an. Als würden sie durch meine Augen in mein Innerstes blicken und all die Abscheulichkeiten sehen können - weswegen ich tatsächlich Schwierigkeiten mit angemessenem Blickkontakt habe.
    Das führt dazu, dass ich in meinen Einstellungen, in meinem Verhalten, in meiner ganzen Art unsicher und unbeholfen wirke. Ich verhalte mich viel zu unterwürfig. Ich merke daran, wie andere mir begegnen, dass sie das spüren. Ich glaube, dass meine Kollegen und Kommilitonen mich für "zu ernst", "irgendwie seltsam", "humorlos", o.ä. halten. Spätestens wenn sich nicht mehr vermeiden lässt, dass ich meine Ärmel hochziehen muss und jemand die alten Entstellungen sieht, dann ist es eh aus.

    Ich studiere ein pädagogisches Fach und arbeite mit Kindern. Ich habe umso größere Angst davor, dass jemand von meinem "alten Ich" (ich sage bewusst nicht "wahres Ich", denn das war ich nie) erfährt und dann an meiner pädagogischen Kompetenz zweifelt oder mich womöglich noch für gefährlich hält. Sprüche wie "Und so ein Psycho wird auf unsere Kinder losgelassen?" habe ich (bei anderen in ähnlicher Situation) schon gehört.

    Die einzigen, von denen ich anerkannt und respektiert werde, sind entweder ein paar wenige sehr tolerante Menschen, oder welche, die ebenfalls Erfahrungen mit psychischen Erkrankungen haben. Aber ich kann mir ja nun nicht aussuchen, mit wem ich arbeiten muss, und dass da nur tolerante oder ebenfalls depressive Leute sind. Im Job gibts eben auch oberflächliche Schnepfen, kontrollsüchtige Besserwisser oder Idioten - mit denen muss/möchte ich aber auch zurechtkommen können, denn so siehts ja nunmal aus im Leben und ich will arbeiten und selbstständig sein.


    Lieben Gruß und danke für euer ehrliches Interesse!
    Jorinde

  7. #6
    Schreibkraft
    Registriert seit
    08.11.2011
    Beiträge
    183
    Danke
    13
    23 mal in 22 Beiträgen bedankt

    Standard

    Doch, es gibt ein Patentrezept zum Glücklich- Sein. DIe eigene innere Ruhe finden, sich selbst finden, auf die Suche nach dem Sinn des Lebens gehen. Auf die Suche nach Gott gehen.

    Gott zu finden mit seinen eigenen Taten. Das ist Leben wie es sein sollte. Nur haben wir das in unserer Konsumgesellschaft längst vergessen. Und das ist schade.

    Mfg. Irina

  8. #7
    Neuling Avatar von schwarze_rose
    Registriert seit
    04.11.2011
    Beiträge
    28
    Danke
    3
    4 mal in 4 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo,

    da kann ich scorpio nur zustimmen. Keiner kennt sein wahres Ich. Dazu muss man auf die Suche in sich selber gehen und dann wird man mit der Zeit immer glücklicher sein und sich nicht mehr an anderen orientieren müssen.
    Ich war heute in einem Buchlanden und dort war ein Buch mit dem Titel "Willst du normal oder glücklich sein?" Vielleicht hilft dir der Satz ja weiter.

    LG

  9. #8
    Neuling
    Registriert seit
    07.11.2011
    Beiträge
    16
    Danke
    3
    4 mal in 3 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo ihr beiden,

    und noch einmal lieben Dank für die Antworten.

    @ Irina: Das ist schön, was Du sagst. Ich glaube an Gott - das ist einfach so entstanden, nach einer langen "Anti-Phase" hab ich das irgendwie zulassen können und jetzt ist eine Art Urvertrauen vorhanden, das ich vorher nie kannte, das aber wirklich hilft und gut tut. Obwohl ich natürlich nicht erklären kann, woran genau ich glaube, und normalerweise ein sehr logischer Mensch bin und z.B. mit Esoterik o.ä. nichts anfangen kann, aber in diesem Fall geht das und da steckt sicher noch mehr Potenzial (bzgl. Selbststärkung) drin.

    @ Schwarze Rose: Interessanter Titel. Ich möchte gern beides sein - geht das?
    Nein, Spaß beiseite: Ich glaube, kein Mensch kann allein glücklich werden, dafür sind wir viel zu soziale Wesen. Wir brauchen für unser Wohlsein andere Menschen, die uns gut tun und uns so akzeptieren, wie wir sind. Vielleicht bin ich auch einfach traurig, weil ich von dieser Sorte Menschen nur sehr wenige kenne und im Alltag eher Ablehnung wegen meines "nicht-normal-seins" erfahre.

    Die Angst davor, nicht dazuzugehören oder negativ aufzufallen, beschwert mich so sehr, dass sie mein ganzes Handeln und Verhalten beeinflusst - das wiederum spüren andere Menschen und lehnen mich darum oftmals ab, eine "self fulfilling prophecy" also. Das finde ich am tragischsten. Doch was ich daran ändern kann, weiß ich nicht.
    Kennt ihr das irgendwie?


    Liebe Grüße und danke sehr für euer Interesse!
    Jorinde

Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Der Schatten nach Jung - Zusammenhang Archetyp - Unbewußtes
    Von Charlene_11 im Forum Universitäten
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 30.10.2011, 16:43
  2. Der Schatten stellt sich vor.
    Von Shadow_Soul im Forum Neu bei Psychologieforum.de?
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 04.04.2010, 14:33
  3. Sucht - Schatten?
    Von jimjones2007 im Forum Sucht
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 23.10.2007, 23:26

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Psychologen beraten am Telefon und im Chat. Jetzt testen!