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Thema: Ist es mobbing?

  1. #1
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    Standard Ist es mobbing?

    Hallo Leute,

    ich bin neu hier und hoffe das ihr mir helfen könnt.

    Erstmal schnell zu mir: Bin M, 27 Jahre, jetzt das 9te Jahr in dem Betrieb wo ich auch meine Ausbildung gemacht habe.

    Und zwar fühle ich mich gemobbt und das meine Psyche dadurch langsam auch anknackst....

    Aber erstmal die ganze Geschichte: Habe wie gesagt meine Ausbildung in diesem Betrieb gemacht und wärend meiner Ausbildungszeit nicht sehr viel gelernt da ich viel für meinen Chef privat machen musste (der halbe Tag bestand darin sämtliche Supermärkte/Metzger/Bäcker usw abzuklappern um Essen zu kaufen). Es begann schon in meiner Ausbildung das bei uns der selbsternannte Personalchef (der den ganzen Tag nichts anderes macht als "Bestellungen der Chefin" entgegen zu nehmen und dann die Einkaufsliste zu verteilen) tierisch die Azubis fertig gemacht hat. Sei es weil man das die falschen Bohnen gekauft hat oder weil man mal nen Rechtschreibfehler in nem Brief hatte. Hatte man Fragen wurde man nur angeschnauzt das er keine Zeit hat oder das er wichtigeres zu tun hätte. Jegliche Selbstinitiative wurde zu nichte gemacht, und hat man mal was gutes Geleistet wurde einem kein Lob ausgesprochen sondern nur an den Kopf geworfen, das man dafür andere Sachen nicht kann. So ging es dann auch meiner Ausbildung weiter. Auch vom Gehalt her werde ich unter aller Sau bezahlt.

    Direkt nach meiner Ausbildung bin ich mit 1300 EUR Brutto nach einer 40 Std Woche aus dem Haus gegangen, was sich bis jetzt hält. Allerdings habe ich nach meiner Zeit im Büro einen internen Stellenwechsel hinter mir und bin jetzt im Fahrzeugverkauf tätig. Allerdings mit dem gleichem Gehalt (1300 EUR Brutto), von Mo - Fr. von 07.45 Uhr - 18.00 Uhr und Samstags von 09.00 Uhr - 14.00 Uhr (natürlich auch ab und an mit Überstunden, denn man kann einen Kunden nicht einfach ausm Haus schmeissen).

    Ich muss dazu sagen es ist ein eher kleiner Betrieb wo im Jahr ca. 150 - 200 Autos im Jahr verkauft werden (bei 2 Verkäufern). D.h. ich arbeite 6 Tage in der Woche, 50 Std für 1300 EUR. Mein Monatsziel besteht aus 5 Autos im Monat (da mein Kollege das meiste Verkauft - dadurch das er auch schon 10 Jahre in dem Betrieb ist auch die meisten Stammkunden hat und die meisten Werkstattkunden kennt). wo ich eine Provision zwischen 75 - 150 EUR pro verkauftes Auto bekomme. Da ich die 5 Autos im Monat nicht mal schaffe geh ich im Durchschnitt mit einem Brutto von 1450 EUR pro Monat nach Hause - nach 200 Std. im Monat!

    Neben meiner verkäuferischen eigentlichen Tätigkeit bin ich aber dazu verdammt, auch mal mit meinem Chef abschleppen zu fahren, ihn zum Friseur zu fahren, Autos in der Weltgeschichte für meinen Kollegen zu holen bzw zurück zu bringen wo ich natürlich nicht im Haus bin, das ich Autos verkaufen könnte. Noch dazu kommt das ich sämtliche Rechnungen und alles was für eine Auslieferung anfällt selber machne muss + das Zeug von meinem Kollegen. Sozusagen bin ich neben Verkäufer auch noch der Sekretär von meinem Kollegen + Mädchen für alles von meinem Chef.

    Und jetzt kommt das beste: Natürlich hat man als Verkäufer bei so viel Stunden auch einiges an Leerlauf, aber wenn ich was Verkaufe bleibt pro Auto so viel übrig das ich pro Auto eigentlich schon mein Monatslohn abdecke. Trotzdem wird ständig über mich von meinem Chef gelästert.

    Ich bekomme immer zu hören das ich ein Nichtsnutz bin, das ich nichts Tauge, das er mit mir nur drauf zahlt. Ständig wird gefragt was ich eigentlich den ganzen Tag mache, oder (das ist das beste): Die Tür geht einen Spalt auf, der Chef starrt mich an was ich gerade mache, Tür geht wieder zu.

    Das schlimmste ist, das ich diese Vorwürfe nicht ins Gesicht gesagt bekomme, da ich mich ja sonst Verteidigen könnte, sondern es wird immer nur hinten rum gelästert über mich.

    Im Oktober hatte ich eine Operation, war 6 Wochen krank geschrieben, in der Zeit wurde auch wieder gelästert ohne Ende, das ich wegen sowas krank geschrieben bin, das ich ja gleich daheim bleiben kann usw.

    Ich geh mit Fieber in die Arbeit wenn ich krank bin und bleib nur daheim wenns wirklich nicht mehr geht und trotzdem wird sich einen abgelästert das man wegen einem lächerlichem "Husten" gleich zu Hause bleibt.

    Noch dazu wird mein Kollege so krass bevorzugt, in ALLEM! Beispiele:

    Er bekommt einen Parkplatz direkt vorm Haus, als dann ein Parkplatz frei wurde dadurch das ein alter Kollege von mir in Rente gegangen ist, war sein alter Platz frei - und ich dachte ich kann mich ja dann hinstellen (ich bin der "Nachfolger" von dem Kollegen im Verkauf). Falsch gedacht - ich hab ständig zu hören bekommen das ich mein Auto dorten nicht parken darf. Warum? Keine Ahnung. Irgendwann hat begonnen mein Chef sein Auto dort zu parken das der Platz von ja nicht von mir benutzt wird.

    Mein Kollege fährt mit einem Dienstwagen, wobei sogar die 1% Versteuerung von meinem Chef für ihn übernommen wird - sodass er ja keine Unkosten hat - ich fahr mit meinem privatem altem Auto weil ich mir nichts anderes Leisten kann - und Dienstwagen Sowas würd ich nie bekommen!

    Wir haben von 12-13 Uhr Mittag, mein Kollege geht oft um 11.30 Uhr sein privat Zeug machen, kommt 13 Uhr wieder und bekommt dann noch Mittagessen (das bekommt er jeden Tag) vom Chef hingestellt das er gestärkt ist. Ich wurde kein einziges Mal gefragt ob ich Mittags mitessen möchte (sogar 2 ausm Büro dürfen ab und zu mitessen) und obwohl alle anderen Verkäufer vor mir immer mitgegessen haben.

    Mein Kollege fängt auch nicht um 7.45 Uhr an, sondern kommt irgendwann kurz nach 8 Uhr. Da sagt kein Mensch was! Aber wehe, ich würde eine Minute zu spät kommen.

    Natürlich bekommt mein Kollege auch ein ganz anderes Grundgehalt und höhere Provisionen - ist ja sowieso klar.


    Ich komm mir in der Firma vor wie der letzte Depp. Und meiner Meinung nach hat mein Chef mich nur noch nicht gekündigt, weil er sonst Abfindung zahlen müsste und weil er keine billigere Arbeitskraft findet außer mich, noch dazu, die den ******* mitmachen würde....

    Ich weiß jetzt nicht ob das Mobbing ist, was hier in der Firma mir gegenüber abgezogen wird, oder ob einfach jeder andere Bevorzugt wird wo über mich nur gelästert wird. Aber falls es Mobbing ist, was kann ich dagegen tun?!

    Ich muss sagen: eine andere Arbeit suchen ist bei uns nicht so leicht wo ich wohne, es dominieren die Zeitarbeitsfirmen, in den großen Firmen werden nur Ingeneure gesucht (ich habe mittlere Reife) und wenn ich eine Bewerbung mal abgeschickt habe, bekam ich immer nur Absagen (frustet natürlich auch).

    Was bleibt mir noch übrig?! Soll ich mich einfach krank schreiben lassen und hoffen das er mich irgendwann rausschmeisst (das ich auch mehr Zeit habe mich um eine andere Arbeitsstelle zu kümmern)?

    Habe gehört das Ärzte eine Art psychologischen Bericht ausstellen können, mit dem man dann zum Arbeitsamt geht, damit man trotzdem Unterstützung bekommt, auch wenn man selber kündigt - stimmt das?

    Wäre euch echt dankbar wenn ihr mir aus dieser ***** helfen könntet!

    VG

  2. #2
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    Hallo,

    ich lese in Deinem Bericht, dass Du auf jeden Fall gedemütigt wirst und sehr stark und absichtlich benachteiligt.
    Man benutzt Dich für Drecksarbeit.
    Was sagt denn Dein Arbeitsvertrag? Ist da Deine Tätigkeit in der Firma genauer beschrieben? Wenn nicht, so können die Dich für alles benutzen.

    Wenn Du sagst, dass Du mittlere Reife hast und 27 Jahre alt bist, so könntest Du doch eine andere Ausbildung anstreben, vielleicht noch Fachgymnasium besuchen, danach eine Ausbildung als Industriekaufmann. Die verdienen ganz gut und arbeiten in größeren Firmen.

    Wenn Du Dich in Deiner Firma gegen Mobbing wehrst, ist das wohl sinnlos. Du kriegst kein besseres Gehalt, Du kriegst keine bessere Arbeit und freundlich Dich zum Mittagessen einzuladen, werden die auch nicht.

    Ja, Du hast einen guten Grund da komplett auszusteigen, wenn Du das finanzieren kannst. Versuche doch mal, Dich zu erkundigen, welche Möglichkeiten es für Dich gibt. Das ist innovativ und bringt Dich garantiert weiter, denn sonst sitzt Du noch mit 60 da und wunderst Dich, wieso Du so wenig verdienst.

    LG
    Ibag

  3. #3
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    Hi Ibag und danke für deine schnelle Antwort.

    Also nach meiner Ausbildung hab ich 3 Jahre hintereinander jeweils einen auf 1 Jahr befristeten Arbeitsvertrag bekommen, wobei der letzte halt Bestand hatt. In dem wird halt nur drauf eingegangen das ich Autoverkäufer bin, und was ich verdiene. Der Witz allerdings ist, das des nicht MEIN Arbeitsvertrag ist, sondern die Kopie von meinem "Vorgänger" den sie aber nach 4 Wochen wieder gekickt hatten.

    Dann zur Ausbildung: Ich bin ja gelernter (Automobil)kaufmann. So ein großer Unterschied wird das zum (Industrie)kaufmann ja nicht sein?!

    Für ein Gymnasien oder neue Ausbildung bin ich mMn schon zu Alt. Nicht des alters wegen, aber wer zahlt mir dann die Miete, das Essen, den Sprit? In der Schule gibts nix, und in der Ausbildung viel zu wenig...

    Zum wehren: Also ich bin ja ganz froh das ich nicht beim Mittagessen dabei bin, da wird ja nur über das "untere" Volk gelästert. Das war ja nur ein Beispiel von vielen, wo ich mich halt anders bewertet fühle.

    Ich will mich auch garnicht mehr in der Firma abtun, ich will nur weg von dieser Firma, nur will ich nicht selber kündigen müssen -> aber auch nur weil ich dann kein Geld vom Arbeitsamt bekomme?!

    Ich mein, meine Freundin verdient "normal" so das wir das zusammen leicht schaffen würden, auch wenn ich nur meine 60 oder 70% Arbeitslosengeld bekomme, aber irgendwas brauch ich sonst könnten wir uns das alles nicht mehr leisten...

    Und nochwas: Das Demütigungen beziehen sich nicht nur auf mich, sondern auf den Großteil der Kollegen. Wäre der zusammenhalt unter den Kollegen auch nicht so groß wären schon längst alle weg. Aber mitlerweile haben viele die Schnauze voll und gehen oder wollen gehen... Es ändert sich trotzdem nichts....

  4. #4
    Neuling
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    Hallo black_rain,
    na ja, das liest sich schon recht heftig.
    Trotzdem würde ich dir zu erst einmal empfehlen wollen, die so genannte Flinte nicht ins Korn zu werfen. Offenbar wirst du, wird dein Leben, am Arbeitsplatz agiert und dir bleibt nach deiner Sicht der Dinge nur die Reaktion. Dem würde ich zuerst einmal versuchen gegen zu steuern. Denn wer agiert muss nicht in erster Linie reagieren. Wer agiert hat die Situation eher in der Hand. Frag nach, warum manche Dinge so sind wie sie sind. Frag deinen Chef, dein Gegenüber, stell dich vor den Spiegel und frage dich selbst und versuche daraus abzuleiten. Klar zum Anfang wird das nicht einfach sein... Aber versuch es!
    Ja, und zu der Frage ist es Mobbing?
    Das lässt sich natürlich so einfach nicht beantworten. Nimm dir ein Heft und schreibe doch einfach mal rein, was du an welchem Tag warum und wie als Mobbing empfandest (Mobbingtagebuch) und geh damit zu einem Spezialisten. Zu einem Therapeuten oder einem Sozailfachkundigem, der diese Aufzeichnungen mit dir fachgerecht auswerten kann. Und ich glaube du bist dann schon ein gewaltigen Schritt weiter.
    Viel Glück ...!

  5. #5
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    Hallo black_rain,

    ob das jetzt die Definition des Mobbings auch so erfüllt: kann sein. Hängt auch davon ab, ob es gezielt nur gegen Dich gerichtet ist - oder eben das Zeichen dafür ist, dass Inkompetenz der Stil der Firma ist (inkompetente Firmenchefs haben irgendwann auch nur noch inkompetente Mitarbeiter - andere könnten sie ja nicht dulden, sonst würden ihre eigenen Defizite ja auch sichtbar werden ... ).
    Gnadenlosen Konkurrenzkampf zwischen den Kollegen zu fördern gehört wohl zu einer weit verbreiteten Managementstrategie - wenn auch nur zu einer sehr kurzsichtigen.

    Die Antwort auf die Frage "Mobbing: ja oder nein" - würde sie denn irgendetwas für Dich verändern können?
    Da unter den gegebenen Umständen nicht sinnvoll gearbeitet werden kann, wäre es, IMHO, dann hilfreicher, nach Wegen zu suchen, wie sich etwas an der Gesamtsituation ändern lässt. Denn davon hättest Du unmittelbar etwas.

    Ich weiß, dass jetzt wieder gleich das Geschrei aus einer ganz bestimmten Richtung losgeht: erst einmal gilt es, alle Anteile zusammenzutragen - und dazu gehören auch die eigenen.
    Hintergrund: Du kannst niemanden ändern, der dies nicht auch selbst will. Eine Veränderung kann daher auch immer nur bei Dir selbst ansetzen - und wenn es auch nur darum geht, Dich unabhängig von dem zu machen, was Dich jetzt im passiven Erdulden festhält.

    Gäbe es nämlich Muster in Dir selbst, die solchen Proktiken in die Hände spielen, dann würde Dir auch ein Arbeitsplatzwechsel alleine nichts bringen können: die Muster würdest Du ja mitnehmen und dadurch in der neuen Firma die gleichen Angriffsflächen bieten.

    Wenn, dann könntest Du Dir also Gedanken machen, an diesen beiden Fronten parallel vorzugehen: raus aus der aktuellen Situation/Firma (weil Du dort nach so langer Zeit an der "Tradition" kaum noch etwas ändern kannst) und gleichzeitig an den Dingen in Dir selbst arbeiten, die Dich zum leichten Opfer machen.
    (Schau mal hier nach; gerade auch im Abschnitt "Ursachen")

    Das Verhalten Deines Chefs und das Deiner Kollegen: auch wenn es unter aller Kanone und für Dich verheerend ist - es ist wohl doch auch menschlich "normal". "Normal" im Sinne von: es ist ein latentes "Lösungsschema", dass dann auch durchkommt, wenn es durch die Rahmenbedingungen begünstigt oder gar honoriert wird.
    Opfer solchen Verhaltens werden dann die, von denen sicher gespürt wird, dass sie sich auch am leichtesten und risikolosesten zum Opfer machen lassen - weil etwas in ihnen sie daran hindert, sich entweder zu wehren oder sich der Situation erfolgreich entziehen zu können.

    Dass Du Dich während der Ausbildungszeit nicht gewehrt hast: absolut verständlich und nachfühlbar. Als Azubi hast Du nicht die erforderlichen "Druckmittel", wenn seitens der Firmenleitung auf die Qualität der Ausbildung kein Wert gelegt wird. Erdulden oder gehen - mehr Alternativen hast Du eben nicht.
    Nicht während der Ausbildungszeit - nach deren Abschluss aber sehr wohl

    Wenn Du, um eine Ausbildung abschließen zu können (was ja auch eine freiwillige Entscheidung von Dir war), Deine eigenen Interessen und Deine eigene "Würde"/Wertschätzung so lange hintenan gestellt hast (sie quasi auf dem Altar des Abschlusses "geopfert" hast), dann hast Du damit auch auch einen Prozess ingang gesetzt, der nicht deswegen beendet wird, nur weil Du jetzt kein Azubi mehr bist - es ist zum Gewohnheitsrecht geworden, Dich auch weiterhin so behandeln zu können, wie sie es vorher so lange Zeit durften.

    Du kannst jetzt aber dafür sorgen, dass Du Dich von diesen "Abers" und Rücksichtnahmen wieder befreien kannst - und das ist dann Dein Anteil an der Geschichte.
    Den Konflikt vermeiden, Dich lieber unterordnen und Dinge erdulden zu wollen, satt Deine eigenen (legitimen) Bedüfnisse zu vertreten und auch mal gegen Widerstände zu wahren: da kann ja auch durchaus einiges an eigenen Schwächen und Defiziten zum Vorschein gekommen sein, gegen die Du etwas unternehmen könntest oder vielleicht sogar solltest.
    Wie gesagt: es geht nicht nur darum, aus der Sache hier jetzt rauszukommen, sondern auch darum, in Zukunft in keine vergleichbare mehr hineinzugeraten

    Habe gehört das Ärzte eine Art psychologischen Bericht ausstellen können, mit dem man dann zum Arbeitsamt geht, damit man trotzdem Unterstützung bekommt, auch wenn man selber kündigt - stimmt das?
    Wenn ein Arzt der AfA attestiert, dass dieser Job unter den gegebenen Umständen für Dich gesundheitlich (also: ohne Dir unzulässig zu schaden) nicht mehr machbar/zumutbar ist, dann kannst Du auf dieser Basis auch kündigen, ohne deswegen gleich mit einer Sperre beim ALG belegt zu werden.
    Nur: Du musst erst einmal sicher gehen, ein entsprechendes Attest (eventuell verbunden mit einem stichhaltigen Kurzgutachten) auch zu bekommen - sonst stehst Du am Ende bei der AfA dumm da.
    Daher: erst zum Arzt (oder Therapeuten) gehen und dann erst kündigen.
    Und: wenn schon kündigen, dann "regulär" und fristgerecht. Schriftliche Mobbingvorwürfe etc. lass besser draußen - die können sehr leicht zum Bumerang werden.

    Generell ...
    Aussagen wie "sich zu wehren ist sinnlos" halte ich da für bedenklich.
    Es ist zwar berechtigt zu sagen, dass ein sich jetzt erst wehren, im Nachhinein (nach langer Duldungstradition), in der konkreten Firma und unter den konkreten Bedingungen dort (und nur dort!) keine Besserung bringen wird - aber das ist eine ganz andere Aussagequalität.
    Sie hält nämlich die Option offen, es in Zukunft besser machen zu können, indem man sich rechtzeitig für seine Bedürfnisse einzusetzen lernt, bevor ein solcher Prozess ingang kommt oder sich negativ auszuwirken beginnt.
    Man kann schon etwas selbst dagegen unternehmen, auch zukünftig wieder so leicht zum Opfer zu werden.

    Es wird Dich zwar nicht davor schützen können, immer mal wieder in solche Gefahren zu geraten - aber es nimmt das Gefühl, macht- und hilflos allem ausgeliefert zu sein. Und damit wird man auch nicht mehr so leicht in der Opferrolle festhängen

  6. #6
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    Vielen Dank für eure Antworten

    Also jetzt mal im Bezug auf das Post von dir Darkstar - da gibts einige Sachen die ich vllt zum besseren Verständnis aller klären sollte:


    Also in der Firma wo ich arbeite, bin ich wirklich "Gewohnheitsrecht" wie du es so schön sagst Halt einmal Lehrling, immer Lehrling.

    Sich zu wehren, mal seine Meinung zu äußern das es falsch ist wie die Führung agiert, bringt nichts.

    Wir hatten jetzt in den 8 Jahren 2x Betriebsberater da, beide waren gut, der letzte (vor ein paar Wochen) war sogar sehr gut, wird aber jetzt von meinem Chef nicht mehr angerufen weil er zuviel Unruhe reinbringt

    Der hat sich halt mal nichts geschissen und der Führung im Autohaus ganz klipp und klar gesagt, was es zu ändern gibt, aber das wollte mein Chef ja garnicht hören.

    Mein Chef und sein direktes Personal (also Personalberater, Chefin) sind in der Zeit von 1970 hängen geblieben als die Firma aufgemacht hat. Es ist ja schon ein Vortschritt das wir mitlerweile an PC's arbeiten und nicht an der Schreibmaschine (klingt übertrieben, aber am Anfang meiner Ausbildung im Jahre 2002 bis 2005 hatten wir 3 PC's für ca. 10 Leute und das waren DOS-PC's ohne Internetzugang).

    Vielleicht könnte ich auch was an meinem Verhalten in dieser Firma ändern, aber die Frage ist doch, warum sollte ich es machen?! Jede Motivation, jedes: "Ich will was erreichen, ich will was ändern" wird sofort vernichtet, weil das dann gleichzeitig mit Arbeit auch anderer (Chefs) zu tun hätte. Das Personal würde sofort alles ändern wollen, wir hätten garnicht den Betriebsberater gebraucht um unseren Chef zu sagen was der ihm gesagt hat. Das weiß er auch, weil Kollegen das auch schon zu ihm gesagt haben. Aber sobald er mit irgendwas konfrontiert wird, haut er ab.

    Außerdem, warum sollte ich noch mehr machen, was nicht zur meiner "Arbeit" gehört, für so einen minderwertigen Lohn, wofür andere wahrscheinlich nicht mal aufstehen würden!?

    Dazu kommt noch das niedermachen, das ausgrenzen, das hinterrücks lästern.

    Mein Kopf spielt langsam echt verrückt, vllt auch weil ich zur Zeit privat auf eine ziemliche Belastungsprobe gestellt werde... Ich hab halt das Gefühl das ich am liebsten mich bald einweisen lassen würde... Auch wenn ich jetzt ein Smiley am liebsten dahinter machen würde, ist es doch die Wahrheit...

    @Snimok: Die Dinge sind so wie sie sind, weil mein Chef keine Lust hat etwas zu ändern. Sollte ich mich trauen ihn mal anzusprechen, bzw sollte ich mal explodieren weil er mich direkt wieder blöd anmacht, würde zu 99% kommen: Da ist die Tür, wenns dir nicht passt kannst ja gehen.

    Außerdem hat ihn mein Kollege schon so oft darauf angesprochen, das ich schließlich nicht nur in erster Linie Verkäufer bin und das ich einen gscheiten Lohn brauch weil ich sonst irgendwann weg bin und er dann auch geht weil er nicht allein den Clown hier spielt (wortwörtlich). Mein Chef meinte nur daraufhin, das wenn er geht, sperrt er den Laden zu. (vllt auch ein Grund warum er mich nicht kickt..)

    Das beste ist, die checkens überhaupt nicht mehr - aber aufmerksam machen darf man sie darauf auch nicht weil das wollens net hören. Neben mir lästert mein Personalchef gegen die Zeitarbeitsfirmen, das des moderne Sklaventreiberei sei, aber die verdienen mehr als ich!!!! Zu besseren Arbeitsbedingungen... Traurig..
    Geändert von black_rain (06.04.2011 um 13:39 Uhr)

  7. #7
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    Sich zu wehren, mal seine Meinung zu äußern ...
    Bis hierhin brauchst Du Dir das auch nicht selbst zu nehmen: solange es auf Dich selbst bezogen bleibt, ist das völlig okay.
    Nur:
    ... zu äußern das es falsch ist wie die Führung agiert, bringt nichts.
    Kann auch gar nichts bringen - selbst in der offensten und kommunikationsfreundlichsten Firma wäre dies die absolut falsche Strategie
    Wenn Du bestehende Verhältnisse kritisierst, dann kritisiere die Verhältnisse und nicht die Person dahinter.
    Solche Dinge sollte man völlig nüchtern, sachlich und ohne jede Spur von Wertung vorbringen - weder indirekte (versteckte) persönliche Wertung noch direkte (die schon gar nicht).

    Ein guter Vorgesetzter kann mit sachlich vorgetragener Kritik umgehen, vor allem dann, wenn neben der Kritik selbst auch passende (für alle Seiten passende!) Lösungsvorschläge (keine Lösungsforderungen!) gleich mitgeliefert werden.
    Seine Entscheidungshoheit muss dabei aber jederzeit respektiert werden!
    (BTW: wenn man es geschickt anstellt, kann man über diesen Statushebel sogar manipulieren ... )

    Wenn es dagegen nur emotional und persönlich in Vorwürfen endet, dann überschreitest Du Grenzen, die Du auch einzuhalten hast.
    Das Hierarchiegefälle ist nicht nur negativ und ein Zeichen von Überheblichkeit: es hat auch eine vitale Funktion für das Funktionieren eines Unternehmens. Augenhöhe vom Chef einzufordern kommt nicht nur nicht gut an, sondern ist auch betriebswirtschaftlich gesehen kontraproduktiv.
    Wenn Du also Grund zum Glauben verspüren solltest, "besser" als er zu sein: dann lass es beim Denken bleiben - ansonsten "beweist" Du nämlich nur eines: dass ihr beide wirklich auf gleicher Augenhöhe seid: nur, dass es die Froschperspektive ist ...

    Es bringt Dich keinen Schritt weiter, wenn Du Dich permanent nur um eines drehst: wie es sein könnte, wenn es nicht so wäre, wie es nunmal ist (und wohl auch immer bleiben wird, solange es Deinen Chef oder diese Firma nach seinem Bilde noch gibt ...)!
    Deine Gedanken drehen sich um Dinge, die Du nicht beeinflussen kannst, statt um die Konsequenzen, die Du für Dich selbst daraus ziehen kannst.
    Alleine schon deswegen, weil dies anscheinend jeder der Kollegen so macht, wird sich nichts ändern können - es sind brotlose Spielchen, die nur das eigene Ego schützen wollen.

    Ist es Deine Firma? Sind es Deine Entscheidungen, die er trifft? Ist es Deine Verantwortung, wenn die Firma unter seinem Stil Schaden nehmen kann?
    Du trägst die Verantwortung nur für das, was Du auch selbst beeinflussen kannst: für Dein eigenes Leben und Deine eigene Lebensqualität.
    Wenn also schon Gedanken und Energie investieren, dann doch auch lieber dort - die Firma und die Zustände in ihr sind nicht Dein Metier: dort bestimmt Dein Chef! Also lass ihm sein Spielzeug und kümmere Dich um Dich selbst.

    Triff eine Entscheidung darüber, wie Du in Zukunft als Mitarbeiter behandelt werden möchstest - und suche Dir aktiv den hierzu passenden Rahmen/Platz.
    Alles andere ist unsinnig.

    Es ist völlig irrelevant, warum er so ist - relevant ist nur, warum Du dieses Spiel weiter mitmachen willst, indem Du Dich mit Fragen rumplagst, die nicht Deine Fragen sind.
    Warum sollte er denn Dein Problem für Dich lösen wollen, indem er etwas an/in sich ändert? So wie es läuft, so funktioniert es doch ... für ihn ...
    Du willst doch etwas für Dich ändern - also konzentriere Dich auch auf Dich selbst

    Loslassen und nach vorne schauen

  8. #8
    Nachwuchs Autor
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    hiho - da muss ich mich mal auch schnell einklinken, gerade was darkstar mit Manipulationshebel meint...

    ich kenne auch solche leute, die sowas wirklich extrem gerissen echt angestellt haben, vor meinen bloßen augen habe ich sowas erlebt
    und das seltsame... niemand hat das gesehen? Wie kommt das? ich meine es kann doch nicht von zufall sein, dass solche leute irgendwie eine bessere Position dadurch bekommen haben - was ist das für eine Welt??? eine schlimme, in der nicht mehr die wirklichen Leistungen gesehen werden... ist wirklich traurig :-(. nein und habe ich nur in so einer richtung angedeutet sowas zu meinen dann kam nur: "ach was du wieder siehst!" und es ist traurig es gibt leute, die das extrem gerissen durchziehen wirklich ohne rücksicht auf andere nur um Lorbeeren zu bekommen. also ich finde es abartig schlecht. wenn man schon manipuliert, dann sollte sich für gute sachen einsetzen und diese manipulieren.
    naja es ist eben nicht jeder so wie ich. schade eigentlich, ich könnte mir durchaus eine Firma vorstellen, in der jeder weiß, was Sache ist und man gute Dinge durch Manipulation erreichen könnte..
    äh sorry wenn das zu krank klingt bitte etwas sagen *lach*
    aber so eine Firma wäre schon schön - oder? *schwärm*
    hmmm aber manipulieren ist an sich schon ne witzige Sache - oder?
    also ich habe irgendwann für mich festgestellt, war so vor 5 jahren, dass ich so nicht werden will, das polit. spiel durchschaut man jawohl am schnellsten - naja. und wenn ich quasi "meine hände dreckig mache mal" dann nur für gute sachen.
    wie seht ihr das? leider wollen das die meisten nicht hören, geschweige denn begreifen vielleicht mit absicht, damit sie nicht aufliegen keine ahnung... die meisten haben nicht mal den blick für die thematik...

    naja lg, wenn das nicht zu gedrosselt klingt, sorry aber bin auch schon etwas müde, und hab mal schnell gequasselt eben *lach*

    lg honey

    PS: Wie sähe eigentlich ein "faires" Unternehmen aus? Kann es sowas überhaupt geben?
    Geändert von honeymoon (20.04.2011 um 01:21 Uhr)

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