Hallo Zusammen,
erstmal zu mir: ich bin 31 Jahre alt, weiblich, stehe im Berufsleben und habe einen tollen Partner.
In meinem Umfeld ist niemand gestorben, ich habe keine Trennung hinter mich gebracht oder sonst irgendwas traumatisierendes erlebt. Auch mein Job macht mir Spaß (na meistens jedenfalls).
Trotzdem hat es vor 2 Monaten wie folgt bei mir angefangen:
Mein Freund hat seinen 30. Geburtstag gefeiert. Wir waren abends mit seinen Freunden bis ca 4 Uhr morgens weg was trinken. Als wir zu Hause waren gings mir ganz furchtbar, ich fing an nachzudenken und meine Gedanken kreisten und kreisten. Nach 4 Stunden konnte ich noch immer nicht schlafen und war mir sicher, dass alle seine Freunde mich furchtbar finden und er mich irgendwann verlassen würde, weil ich so schrecklich langweilig bin.
Seitdem komme ich nicht mehr hoch. Die darauffolgenden Wochen war ich nur krank. Erkältet, Magenschmerzen, Bauchschmerzen und alles wieder von vorne. Ich bin unendlich müde, könnte im Sitzen einschlafen und fühle mich mit kleinsten Dingen überfordert.
Seit 2 Wochen hat sich nochmal alles geändert. Ich bin unfassbar tief traurig. Ich weine den halben Tag und weiß nicht warum. Manchmal starre ich aber auch bloß die weiße Wand an. In diesen Momenten bin ich dann nicht einmal in der Lage mir ein Glas Wasser zu holen. Dann denke ich nur "Durst, durst, durst" und kann nichts dagegen tun.
Ich fühle mich wie benebelt, als würde ein Schleier über mir liegen oder als hätte ich gekifft. Jede Bewegung fällt mir schwer. Ich gehe langsam ich denke langsam und wenn ich in den Spiegel schaue sehe ich nur eine Hülle.
Bislang habe ich nicht viele Fehltage. Aber meine Kollegen schauen schon komisch. Weil ich so langsam bin. Ich habe starken Druck auf der Brust. Und nun schaffe ich meine Arbeit nicht mehr. Ich kann mich null konzentrieren und manchmal sitze ich hier in meinem Einzelbüro, starre an die Wand und tue nichts. Manchmal 3 oder 4 Stunden. Ich will, aber ich kann nicht, ich fühle mich wie gelähmt. Meine Mundwinkel hängen nahc unten und selbst wenn ich versuche zu lächeln geht das nicht.
Zu Hause kann ich mich nicht mehr um die einfachsten Dinge kümmern. Ich schaffe es gerade noch den Kater zu füttern und dann war es das.
Ich habe nächste Woche einen Termin bei meinem Hausarzt. Ich will wieder normal sein, meine Energie zurück. Aber ich habe solche Angst, dass ich mich vielleicht nur anstelle und das alles total lächerlich ist was ich von mir gebe. Auf der anderen Seite habe ich Angst krankgeschrieben zu werden. Aber wenn ich hier so weiter mache, dann fahre ich meinen Arbeitssplatz vor die Wand und das will ich auch nicht :-(
Kann jemand mein Dilemma verstehen? Ich weiß einfach nicht, ob ich nicht übertreibe und mich einfach mal zusammenreißen muss.
Danke fürs Lesen und Liebe Grüße
Arevalo


LinkBack URL
About LinkBacks
Zitieren

Lesezeichen