Hallo,
ich bin 19 Jahre und meine Eltern hatten sich vor zehn Jahren geschieden. Seit fast zwei Jahren leide ich unter einer sogenannten Neurose mit Depressionen. Sie schränken mein Leben teilweise sehr ein.
Heute bin ich auf ein bemerkenswertes Ergebnis bei der Suche nach der Ursache meiner Krankheit gestoßen. Der Psychiater, der mir die Neurose diagnostizierte (damals ohne Depressionen), meinte im Diagnosebericht noch neben der Empfehlung einer Psychotherapie, dass sich "offenbar durch die Scheidung der Eltern eine unzureichende Konfliktabwehr herauskristallisierte". Ich habe nun immer mehr die Meinung, dass die Ursache wirklich bei meinen Eltern zu finden ist. Wo? Ich habe mir Notizen über die besonderen Merkmale meiner Eltern gemacht und folgendes herausgefunden:
Vater
- Ist Opfer der Scheidung
- Ist finanziell schwach
- Ist überfordert (Arbeit, Haushalt, Stress)
- Kann daher nur wenig helfen, obwohl er möchte
- Geht es gesundheitlich schlecht (psychisch bedingt)
- Hat gestörte Beziehungen zu uns Kindern
Mutter
- War Grund der Scheidung, ohne Bedacht auf uns Kinder (nahm uns einfach mit zurück in die alte Heimat)
- Richtet sich häufig nur nach ihren eigenen finanziellen Schwierigkeiten (nimmt die halbe Ausbildungsvergütung meines Bruders)
- Kümmert sich sehr wenig um mich als Kranken: Alle Therapeuten suchte ich selber auf, fragt nur selten nach mir
- Lehnt ab, wenn ich ins Krankenhaus will (zieht Arbeit vor)
- Wenn ich von "meiner Krankheit" rede, fragt sie: "Welche Krankheit?"
- Akzeptiert mich nicht wirklich als Kranken: Wird stattdessen dann bockig und laut, wenn ich es mal werde
- Zieht nur Hilfe in Betracht, wenn dringend notwendig
- Redet uns Kinder oft schlecht (wenn auch mit einem scherzvollen Hintergrund), wenn es ihre Freunde auch tun (schon mehrmals)
- Geburtstage und Weihnachten feiern wir nie richtig
- Interessierte sich noch nie für die Schulen und Hausaufgaben von uns Kindern
- Dekoriert ein großes Kinderzimmer zu einem Schlafzimmer. Folge: Ich habe kein eigenes Zimmer mehr, weil ich es lieber meinem Bruder überlasse, also muss ich neben ihr schlafen
- Ist nicht an einer schimmelfreien Wohnung interessiert
Was meint ihr? Wie kommen diese zugegeben sehr kurz gefassten Merkmale auf euch rüber? Nebenbei sehe ich meinen Vater selten, höchstens einmal alle ein, zwei Monate, leider. Und ich denke auch, dass ich immer eher der Typ wie mein Vater war - wie sagt man so schön: Wie der Vater, so der Sohn. Ich habe nichts gegen meine Mutter, man kann auch mit ihr lachen, manchmal spielen, aber gegen ihre jahrelangen Erziehungsweise habe ich etwas. Sie kennt es nicht anders, aber meinen Vater habe ich immer sehr vermisst. Könntet ihr in so einem Verhältnis leben und würdet ihr denken, dass es euch auf Dauer (10 Jahre immerhin) kränkt?
Bitte um Ratschläge und Hilfe.![]()


LinkBack URL
About LinkBacks
Zitieren


Lesezeichen