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Thema: Ist Stolz berechtigt?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Ist Stolz berechtigt?

    Hi zusammen,

    mich interessiert wie Ihr über "Stolz" denkt. Mit Stolz meine ich jetzt kein albernes Stolzieren oder Angeben, sondern eben die art von Stolz, die ein normaler Mensch mit einer "runden" Persönlichkeit gelegentlich hat.

    Es ist doch so, wenn jemand negativen Dingen nicht wiederstehen kann (z.B. Alkoholsucht oder ein kranker Mörder) dann spricht man hier von einer Krankheit, er kann einfach nicht anders.

    Muss man dann nicht zwangsläufig anders herum genauso von einer "Krankheit" (wenigstens in Ansätzen) sprechen, nur dass sie sich auf einer positiven Ebene auswirkt?

    Genau wie ein kranker Mörder nicht aufhören kann zu morden, obwohl ihm überall signalisiert wird, es ist falsch was er tut und ihm überall Steine in den Weg gelegt werden, so kann jemand der unbedingt – sagen wir – Musiker werden will, dem auch nicht nachgeben sondern verfolgt das Ziel weiter egal wie viele Steine ihm wiederum in den Weg gelegt werden.

    Auf der einen Seite sprechen wir also von "nicht anders können" auf der anderen Seite ist es aber eine Eigenleistung auf die wir stolz sein können? Das macht doch keinen Sinn?


    Bis dann,

    Psychologieinteressierter

  2. #2
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    Ich verstehe deine Argumentation nicht wirklich. Ich würde sogar sagen in beiden Fällen ist es doch eine Art stolz. Ein Massenmörder kann auch stolz darauf sein es geschafft zu haben 100+ Menschen zu töten, bevor er selbst niedergestreckt wurde. Ein Komponist kann stolz darauf sein, wenn er ein gutes Stück komponiert hat.

    Für einen selbst ist Stolz immer was Gutes, weil es das eigene Glück erhöht. Es ist sogar eines der besten Heilmethoden bei vielen psychischen Problemen.

    Die Bewertung der Aktion an sich, ist komplett unabhängig vom Stolz. Die Bewertung erfolgt daraus, wie negativ sich der Stolz des einen auf die anderen Menschen auswirkt. So ein Massenmörder macht nunmal nicht gerade viele Menschen glücklich. Eventuell ein paar Erzfeinde der getöteten. Aber die meisten sind eher traurig (Verwandte der verstorbenen). Somit wird das allgemeine Glück dadurch eher verringert.

    Ein Komponist macht mit seinem Stolz eher Menschen glücklich. Die Menschen die sich das Lied/Stück anhören und es gut finden sind alle glücklich und selbst die Menschen, dessen Musikrichtung es nicht so ist, leiden nicht wirklich darunter, sie können es sich ja einfach nicht anhören. Somit wird das allgemeine Glück hier eher vergrößert.

    Das ist der Unterschied, mehr steckt nicht dahinter.

  3. #3
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    Hi,

    stimmt, da hast du einen interessanten Punk genannt.
    Darauf stellt sich dann aber doch die Frage, in wiefern überhaupt Stolz berechtigt ist? Für den inneren Antrieb kann ein Mensch nichts. (Egal ob dass jetzt ein Drang zum Töten oder zum Komponieren schöner Musik ist) Sprich die "Kraft" die dahinter wirkt, ist nichts eigenes. Und ob man jetzt sein Ziel erreicht, hat vor allem etwas mit Intelligenz zu tun (Ob ich die richtigen Wege finde zum Ziel zu kommen) und diese Intelligenz ist uns ebenfalls "in die Wiege" gelegt worden. Worauf also stolz sein, wenn man all die Dinge, die zu meinem Erfolg geführt haben, nichts eigenes sind? Wir sind doch auch nicht stolz, wenn wir im Lotto gewinnen, wir sind da einfach glücklich und "bedanken" uns bei unserem Glück.

    Bis dann,

    Psychologieinteressierter

  4. #4
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    Wie kommst du darauf, dass das Geschaffene nichts Eigenes ist?

    Der ganze Kram, dass man schon als Gewinner/Versager geboren wird ist doch eh kompletter Blödsinn.

    Stolz ist sozusagen die Endbelohnung eines Projektes. Sie hilft auch die Motivation zu halten (etwa so wie ein monatlich Gehalt die Motivation hält 5 Tage die Woche arbeiten zu gehen), aber vor allem gibt Stolz einem ein erfüllendes Gefühl, was das eigene Glück extrem erhöhen kann und das Selbstbewusstsein stärkt. Stolz macht es überhaupt erst plausibel, sich in ein Projekt richtig reinzuhängen.

  5. #5
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    Für mich ist Stolz keine positive Charaktereigenschaft, weil er stark
    narzisstisch besetzt ist und weil ich altmodisch bin.
    Unter "Stolz" findet man in Wikipedia:

    Für die römisch-katholische Kirche ist Stolz (so der Weltkatechismus, KKK 1866) resp. Hochmut, Hoffart oder Überheblichkeit, lat. superbia, die erste der sieben Hauptsünden oder, bei Thomas von Aquin, eine Wurzelsünde noch über den Hauptsünden (Thomas listet bei den letzteren stattdessen die verwandte Eitelkeit)[3]. Stolz ist nach Thomas „ein ungeordnetes Streben nach eigenem Herausragen“[4]. Nach St. Gregor kommt Stolz in vier Formen vor, nämlich: 1. das Gute, das man besitzt, sich selbst zuzuschreiben, 2. es zwar auf Gott zurückführen, aber auf Rechnung der eigenen Verdienste setzen, 3. sich Vorzüge beilegen, die man nicht besitzt, 4. Vorzüge, die man besitzt, mit Selbstgefälligkeit und Verachtung anderer hervorkehren.[5] Dagegen ist Selbstachtung ebenso wie die Achtung des Mitmenschen eine positive Pflicht, bestehend „in der richtigen Schätzung dessen, was wir an uns und anderen finden, und in der aufrichtigen Anerkennung des Wertes oder Unwertes desselben, verbunden mit dem Wunsche und Bestreben, das Wertvolle und Würdige zu erhalten und zu schützen, das Unwürdige aber zu entfernen.“

  6. #6
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    Bedankte sich ein mal in einem Post.

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    Jeder sollte Stolz haben, aber in Grenzen!

  7. #7
    Neuling
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    Jedem Kind gestehen wir seinen Stolz zu...sein sich Freuen an den kleinen und großen Erfoglserlebnissen...das Wachsen seines Selbstbewusstseins, seines Selbstwertes....irgendwann erlauben wir uns dieses Gefühl nicht mehr, weil es mit Überheblichkeit und Selbstverliebtsein gleichgesetzt wird...da üben wir uns doch lieber in heuchlerischer Bescheidenheit... Ich persönlich empfinde immer wieder auf's Neue Stolz auf das, was mich ausmacht, was ich erreicht habe und noch erreichen will. Wer meine aufrechte Haltung als überheblich wertet und sich nicht die Mühe macht, mich kennenzulernen, der darf sich gerne auf seiner Einstellung ausruhen...
    Stolz ist wichtig für unsere Motivation...ein Resultat von Selbstreflektion und Eigenliebe- womit ich keinen Narzissmus meine- und beide sind sehr gesund.

  8. #8
    Nachwuchs Autor
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    Ylle schreibt
    Stolz ist wichtig für unsere Motivation...ein Resultat von Selbstreflektion und Eigenliebe- womit ich keinen Narzissmus meine- und beide sind sehr gesund. Damit beschreibst Du Deinen "positiven" Narzissmus. "Positiv", weil es eben auch den "negativen" gibt. "Narzissmus" allein ist zu unscharf.

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