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Thema: Jemanden wie Luft behandeln...Warum so schlimm?!

  1. #1
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    Frage Jemanden wie Luft behandeln...Warum so schlimm?!

    Hallo, liebe User!

    Es geht um einen sehr guten Freund von mir. Er hatte eine Affäre mit einer Frau, welche aber nun beendet ist. Das ganze ist wohl im Streit auseinander gegangen und seitdem behandelt sie ihn konsequent wie Luft, d.h. sie nimmt absolut keine Notiz mehr von ihm (behandelt ihn als würde er gar nicht existieren) und grüßt noch nicht mal mehr, wenn die beiden sich sehen, was ca. 1 Mal die Woche der Fall ist.

    Mein Freund kommt damit absolut nicht klar und erzählte mir, dass das für ihn ganz schlimm ist. Was ich nicht verstehe: Er hat eigentlich gar kein Interesse mehr an dieser Frau und war von ihr auch am Schluss mehr als genervt.

    Ich habe ihm gesagt, dass es dann doch gut ist, wenn es zwischen den beiden keinerlei Kontakt und damit auch Angriffspunkte gibt. Aber er meinte zu mir, dass er mit diesem Verhalten absolut nicht klarkommt und er dies fast schon als "Mobbing" betrachtet.
    Ich kann das irgendwie nicht nachvollziehen, da er ja seine Ruhe vor ihr hat und das ist doch eigentlich kein Mobbing, oder?!
    Wenn man nicht miteinander spricht, dann würde ich das nicht als "Mobbing" bezeichnen. Aber ich kenn mich damit echt nicht aus, wurde noch nie gemobbt oder wie Luft behandelt.
    Ich kann ihm bei der ganzen Geschichte leider keinen Rat geben, und das macht mich sehr traurig, da ich merke, dass es ihn belastet.

    Daher jetzt meine Frage: Kann mir einer von den kundigen Usern erklären, warum so ein Verhalten - rein psychologisch betrachtet - so schlimm für den Betroffenen ist?!

    Vielen Dank für eure Antworten.
    Geändert von mattes23 (31.01.2011 um 12:14 Uhr)

  2. #2
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    Hallo mattes,

    warum sie ihn jetzt "wie Luft" behandelt wird wohl in dem begründet liegen, wie sie auch vorher schon miteinander umgegangen sind.
    ... und er dies fast schon als "Mobbing" betrachtet.
    Es ist ein Konflikt, in dem er sich befindet und und zu dem er auch selbst mit beigetragen hat - dies jetzt als "Mobbing" (!) zu bezeichnen, spricht in erster Linie nicht unbedingt für seine eigenen Kompetenzen im Umgang mit mit solchen Situationen.
    Ob da nicht sogar ein Grund für das Scheitern der Affaire selbst mit verborgen sein könnte?!?

    Ich kann ihm bei der ganzen Geschichte leider keinen Rat geben, und das macht mich sehr traurig, da ich merke, dass es ihn belastet.
    Das heißt dann doch, dass es ihn belastet, dass Du keine "Lösung" für seine Probleme/Fragen hast?
    Welche Erwartungshaltung hat er denn Dir gegenüber? (Und, was Deinen eigenen Teil der Frage hier betrifft: welche hast Du denn an Dich selbst, wenn dies für Dich zu einer Belastung wird?)

    Kann mir einer von den kundigen Usern erklären, warum so ein Verhalten - rein psychologisch betrachtet - so schlimm für den Betroffenen ist?!
    Was könnte hierbei denn anderes als nur Spekulation herauskommen?
    Es kann alles mögliche eine Rolle spielen - und mit den paar wenigen Infokrümelchen eine "Diagnose" erstellen (dies hier ist ein Laienforum )? Noch dazu indirekt um drei Ecken herum, weil hier von einem Dritten berichtet wird und der eigentlich Betroffene gar nicht antworten und "erläutern" kann ...

    "Fakten", wie von Dir beschrieben:
    - er hatte eine Affaire
    - diese ging im Streit auseinander
    - sie will nichts mehr mit ihm zu tun haben, geht ihm komplett aus dem Weg
    - er ist von ihr "genervt", will mit ihr angeblich nichts mehr zu tun haben
    - es belastet ihn aber, dass sie sich konsequent von ihm getrennt hält
    - es belastet ihn, dass Du ihm keine Erklärung für ihr Verhalten liefern kannst, die er akzeptieren könnte/würde
    - es belastet ihn, dass Du ihm seinen Konflikt nicht auflösen kannst ...

    Wie sieht er denn seine eigenen Anteile an dieser Geschichte?
    Die Antworten liegen bei (besser: in ...) ihm - es sind seine eigenen Anteile und Defizite, die ihn da jetzt in einem Konflikt festhalten (die ihn vielleicht erst in ihn hineingebracht haben?). Denn diese Frau wirklich loslassen und die Affaire als das zu akzeptieren, was sie nun mal ist (nämlich beendet und vorbei!), scheint er ja auch nicht zu können.

    Was hält ihn also fest, obwohl die Situation absolut eindeutig ist? Wo könnten die Gründe hierfür anders zu suchen sein, als in ihm selbst ...?!
    Immerhin sind es ja seine Prozesse, die sich in seinem bisherigen Leben ausgebildet haben.

    Stelle Dir mal vor, er hätte sich von dieser Frau und der Beziehung mit ihr imgrunde genommen das gleiche erhofft, wie anscheinend jetzt von Dir: (unbewusste) Kompensation der eigenen Defizite und er-lösung von seinen unbeantworteten Fragen ...
    Nu isse wech - und die Fragen/Defizite bleiben ...

    Wie gesagt: kann nicht mehr sein als blanke Spekulation ... womit Deine Frage weiter unbeantwortet bleiben muss ...

  3. #3
    Neuling
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    Hallo Darkstar,

    zuerst möchte ich voraus schicken, dass ich nicht glaube, dass mein Freund die Erwartungshaltung an den Tag legt, dass ich für die Lösung seiner Probleme zuständig sei. Es belastet mich ganz einfach, weil es sich um einen sehr guten Freund handelt und ich es nicht schön finde, wenn es ihm schlecht geht. Ganz einfach!

    Zu den genauen Umständen bzgl. der von mir geschilderten Situation kann ich als Außenstehender natürlich herzlich wenig beitragen, da ich nicht direkt involviert war. Natürlich ist es möglich, dass mein Freund durch sein Verhalten zu dem jetzigen Zustand beigetragen hat. Es gibt ja immer 2 Seiten...

    Aber worum es mir eigentlich ging, war nachvollziehen zu können, wieso dieses konsequente ignorieren rein psychologisch betrachtet so schlimm ist. Das sollte jetzt auch gar nicht so sehr auf den konkreten Fall bezogen sein, hatte auch keine Ferndiagnose via Internet erwartet. Mir ging es eigentlich nur darum mich besser in seine Situatin versetzen zu können, damit ich das Problem besser verstehen kann. Außerdem interessiert es mich auch irgendwie persönlich.

    Es wäre daher sehr nett, wenn mir jemand ganz abstrakt und generell erklären könnte, was dieses Verhalten des "wie Luft behandeln" aussagt und vor allem auch beim Betroffenen bewirken kann.

  4. #4
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    Hallo mattes,

    Aber worum es mir eigentlich ging, war nachvollziehen zu können, wieso dieses konsequente ignorieren rein psychologisch betrachtet so schlimm ist.
    Das kann viele Ursachen haben - die aber alle ganz individuell mit dem zusammenhängen, was in der ignorierten Person an Veranlagungen, Mustern und Triggern gegeben ist.
    Ebenso sind die genauen Umstände sicherlich auch nicht ohne Wirkung - was mich einmal "unberührt" lässt, kann in einem abweichenden Kontext plötzlich ganz schön reinhauen

    Das sollte jetzt auch gar nicht so sehr auf den konkreten Fall bezogen sein ...
    Dann wirds aber noch komplizierter: immerhin müssten da dann ja alle möglichen Konstellationen (und auch die "nur" vorstellbaren dazu) durchgespielt werden

    Gleiches gilt doch aber auch für die "ignorierende" Partei - auch sie hat ihre ganz individuelle Vorgeschichte und auf den persönlichen "Lebenserfahrungen" basierende Prozesse.

    Mir ging es eigentlich nur darum mich besser in seine Situatin versetzen zu können ...
    Klar, kann ich absolut verstehen und nachfühlen. Trotzdem bleibt ja auch da immer noch das Problem, dass all das, was an Infos benötigt wird, um auch eine halbwegs realitätsnahe Einschätzung abgeben zu können, Infos sind, die nur der direkt Betroffene geben kann - und selbst dann ist man vom "Wissen" noch sehr weit entfernt. Wer will schließlich sagen können, ob die "Daten" nicht doch sehr subjektiv gefärbt sind - von der eigenen Rezeption und Interpretation mal gar nicht erst zu reden.

    Hast Du ihn schon mal gefragt, was genau er dabei fühlt oder was genau in ihm an Gedanken und Fragen aufkommen?
    Welche Gefühle sind da vorhanden, wo könnten sie herkommen (Erinnerungen, Unsicherheiten, "alte" unbeantwortete Fragen und und und ...), wie wirken sie und was lösen sie wiederum aus?

    Es geht da um die Muster und Prozesse, die sich im Untergrund abspielen und das Denken und Fühlen beeinflussen - und genau die sind, bei aller möglichen Ähnlichkeit, von Mensch zu Mensch und von Kontext zu Kontext verschieden.

    Vielleicht könnte ein Ansatzpunkt ja sein, wenn er sich mal überlegen könnte, was er denn von einer Beziehung erwartet, wie sie aussehen soll und wie sie sich für ihn anfühlen sollte.
    Meine eigenen Wünsche, Träume und Bedürfnisse ansehen: wenn ich dies dann mit dem vergleiche, welche Art der Beziehung ich mir dann konkret suche/gesucht habe und was sie mir "gebracht" hat, dann kann ich mit entsprechender Ehrlichkeit mir selbst gegenüber (und der Bereitschaft, mich auch mal selbst zu hinterfragen) zumindest mal ahnen, was da genau läuft.

    Dieses "nicht loskommen" hat ja i.d.R. auch damit zu tun, dass da die (unbewussten) Vorstellungen und/oder Erwartungen einerseits und das reale Verhalten andererseits nicht unbedingt in die gleiche Richtung laufen.

    Ob dieses Ignoriertwerden jetzt trifft, weil er die Affaire noch nicht abhaken konnte, oder ob es ihn trifft, weil da ganz andere Wunden angekitzelt werden: das kann halt nur er selbst entscheiden. Vielleicht hängen die Dinge ja auch zusammen und schieben sich wechselseitig an ...

    Außerdem interessiert es mich auch irgendwie persönlich.
    Was würde es denn für Dich bedeuten, von jemandem ignoriert zu werden?
    Immer das gleiche, oder hängt es für Dich von der jeweiligen Situation oder dem jeweiligen "Umfeld" ab?

  5. #5
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    Hallo mattes23

    Weil dies eigentlich die ganze Verachtung ausdrückt und das für den anderen noch
    schlimmer ist,wie wenn er verbal niedergemacht wird,oder handgreiflichkeiten aus
    halten müsste!

    Ich habe das auch bis zur Perfektion ausgeübt,wenn ich mit irgendjemandem ein
    Problem gehabt habe,oder noch habe und das ist für den anderen,die größte Strafe
    die es gibt!


    lg raskowitz

  6. #6
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    Hallo raskowitz,

    Ich habe das auch bis zur Perfektion ausgeübt,wenn ich mit irgendjemandem ein
    Problem gehabt habe,oder noch habe und das ist für den anderen,die größte Strafe
    die es gibt!
    Und somit hast Du eben Deine eigenen Motivationen auf das Verhalten eines anderen Menschen projiziert ...

    So, wie Du es formuliert hast, hast Du ein festes Urteil gefällt und eine Wertung des Verhaltens Dritter vorgenommen - und alles nur auf Basis Deines eigenen Verhaltens und ausschließlich aus Deiner eigenen, auf Dich selbst gerichteten Perspektive ...
    Eine simple Antwort auf eine komplexe Frage ...
    Wem hast Du eigentlich eine "Antwort" geben wollen? Dem TE - oder Dir selbst?

  7. #7
    Gast784
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    hallo Mattes,

    wir können es einfach nicht wissen, ob Dein Freund generell mit Ablehnung schwer umgehen kann, oder ob er einfach doch nicht so fertig ist mit ihr, wie er sich selbst vormacht.

    Mit Ablehnung generell tun sich sehr viele Menschen schwer. Die Ursachen dafür sind allerdings auch sehr komplex. Es mögen Faktoren in uns als "Rudel-Spezies" begründet liegen, da wir als solche auf Austausch und Akzeptanz überlebenstechnisch angewiesen sind bzw waren. Und es gibt viele kulturelle und soziale Faktoren. z.B. haben sehr viele von uns als Kinder die nonverbale Botschaft bekommen, sich Liebe und Akzeptanz verdienen zu müssen. Ablehnung kann bei der Botschaft schnell den Selbstwert treffen.

    Vll gehts hier auch um Stolz und ums Recht haben. Vll dachte er lange, er hätte die Oberhand und jetzt zeigt sie ihm, was Sache ist. Und das gefällt seinem männlichen Ego nicht Manchmal sind die Gründe viel simpler, als wir glauben.

    Zitat Zitat von Raskowitz
    Ich habe das auch bis zur Perfektion ausgeübt,wenn ich mit irgendjemandem ein
    Problem gehabt habe,oder noch habe und das ist für den anderen,die größte Strafe die es gibt!
    Allein, dass Du diese Vorstellung als Bestätigung brauchst, zeigt, dass Du demjenigen all Deine Energie in Form von Aufmerksamkeit gibst und Dir damit letztlich nur die Blöße gibst. Denn auch negative Aufmerksamkeit in Form von Hass, Rache etc ist eine Zuwendung.

    was bist Du für ein armer Wurm, dass Du das auch noch bis zur Perfektion üben musst?
    Geändert von Gast784 (01.02.2011 um 11:44 Uhr) Grund: Tippfehler im nick

  8. #8
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    Hallo,

    jemanden "wie Luft behandeln", ihm seine "Liebe entziehen" ist nach wie vor die schlimmste Strafe die es gibt. Selbst in der Steinzeit galt das als größte Strafe, da es den sicheren Tod des Einzelnen bedeutet hat.

    Dieses rudimentäre Denken ist auch heute noch in uns verankert (allerdings in verschieden starker Ausprägung) und wird auch heute noch ausgeprägt praktiziert. Nur dass es im heutigen Fall nicht mehr automatisch den Tod bedeutet.

    Z.B. hört man Menschen aus ihrer Kindheit erzählen, dass sie nie Schläge bekamen, ihnen nie Leid zugefügt wurde und das wenn überhaupt es ausreichte, dass z.B. der Vater ihm/ihr seinen bestimmten "Blick" zuwarf und allein das zu einem anderen Verhalten führte. Darin liegt in dem Fall auch eine Androhung, eben von Schlägen/Strafe, die in verschiedenster Form ausgeführt werden kann.

    Nur das der Entzug von Liebe, Beachten die für die Psyche tiefste Form der Strafe ist.

    Zufällig hatte ich letzte Woche ein sehr langes Gespräch mit einem Psychologen genau über das Thema und muß nun innerlich etwas schmunzeln, dass es hier jetzt "zufällig" als Frage auftaucht.

    LG

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