Ich habe mich entschieden, meine Gedanken frei zu äußern, deshalb habe ich mich entschlossen hier auch ein Tagebuch zu führen.
Ich denke seit letzter Woche nur an meine Freundin, wie sehr ich sie verletzt habe und wie sie sich fühlt und frage mich, wie ich so d***m sein konnte diese Freundschaft aufs Spiel zu setzen. Ich habe mich entschlossen, den Schritt zu tun, den Kontakt zu meiner Familie zu beenden, zumindest zu meinen Eltern. Sie haben mich nicht verdient, sie treten mich immer mit Füßen. Ich habe keine Lust mehr, mich von ihnen mehr runter ziehen zu lassen, mich von ihnen immer Beleidigen zu lassen, mich rum kommandieren zu lassen, ich will nicht mehr ständig hören, das ich an allem Schuld bin, das ich die Familie kaputt gemacht habe und das es als Tochter meine Pflicht ist den Kontakt zu meinen Eltern aufrecht zu erhalten und vor allem will ich mich nicht mehr von meinem Vater „erniedrigen“ lassen. Zumalen nach all dem, was sie mir angetan haben. Ich habe ein Recht, auf ein eigenes Leben, so sein zu können, wie ich bin, ich will mich nicht mehr vor anderen verstellen, ich will mir nicht mehr die ganzen Lügen von meinen Eltern anhören und ich selbst möchte nicht mehr mit Lügen leben, denn in unserer Familie lügt jeder jedem etwas vor und ich glaube, jeder weiß das jeder den anderen anlügt und allen ist das egal, aber ich will aus diesem Spiel aussteigen, ich mache das nicht mehr mit, ich kann nicht mehr damit leben, nicht wenn es andere auch noch beeinträchtigt. Die Frage ist nun nur, wie ich den Kontakt abbreche, ob ich einfach nicht mehr hinfahre oder denen vorher noch mal meine Meinung sage, oder besser nur einen Brief schreibe, aber mit dem Brief finde ich etwas feige.
Ich kann auch meine Psychologin verstehen, dass sie jetzt auch sauer auf mich ist, weil ich ihr wichtige Details verschwiegen habe. Und das sie sich jetzt auch fragen tut, ob sie mir weiter vertrauen kann und ob das, was ich ihr erzählt habe, der Wahrheit entspricht. Sie hat mir in der letzten Therapiestunde klar und deutlich ihre Meinung zu dem ganzen gesagt und das war nicht ohne.
Gestern Abend ging mir, das Gespräch vom Montag mit meiner Freundin und die Therapiestunde von gestern noch mal durch den Kopf und da war dann, dieser innere Druck und die Wut auf mich selber wieder da, wie schon oft in der letzten Woche, doch die ganze Woche habe ich dagegen angekämpft, aber gestern, konnte ich einfach dagegen nicht mehr ankämpfen und habe den Druck, mich selbst zu verletzen nachgegeben, denn wen interessiert es schon. Mir war gestern Abend dann alles egal. Und dann verließ mich auch der Lebensmut, ich habe ja nichts mehr zu verlieren, ich habe ja diese Woche schon alles verloren, was mir wichtig war. Meinen Eltern wäre es sowieso egal, wenn ich nicht mehr Leben würde, die wären vielleicht sogar froh darüber. Und ich bräuchte mir keine Gedanken mehr darüber zu machen, wie ich nun am besten den Kontakt abbreche.
Aber dann fand ich, dass es doch Feige von mir wäre, einfach so aus dem Leben zu verschwinden. Ich will nicht, das andere dann sagen, erst andere so sehr verletzen und dann so davor weglaufen, nur um sich den ganzen nicht mehr zu stellen, was ich getan habe. Ich denke, das wäre nicht fair.


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