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Thema: Kann ich meine Mutter vor dem Untergang retten?

  1. #1
    Neuling Avatar von Julietta
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    Standard Kann ich meine Mutter vor dem Untergang retten?

    Hallo, ich bin neu hier und brauchen dringend einen Rat

    Seit dem ich denken kann (ich bin 46), kenne ich meine Mutter als einen unordentlichen und schlampigen Menschen. Der Alkohol spielte auch schon immer eine große Rolle.
    So richtig begann der ganze Schlamassel vor 5 Jahren als mein Vater völlig unerwartet starb. Er war damals derjenige der die Wohnung noch einigermassen in Ordnung hielt.
    Ab dem Zeitpunkt ging bei meiner Mutter garnichts mehr. Sie war nur noch betrunken, die Wohnung ein einziger Müllhaufen, Bett und Sitzgelegenheiten alle volluriniert. Der Gestank drang schon aus der Wohnung. Daraufhin wurde das Gesundheitsamt eingeschaltet. Meine Mutter blieb aber uneinsichtig und beleidigte alle die nicht ihrer Meinung waren (sie meinte es ist alles in Ordnung). Nach zweieinhalb Jahren wurde ich als Betreuerin meiner Mutter bestellt und von da an verwandelte sich meine Mutter in eine einsichtige Frau und zog nach einer Entziehungskur und Langzeittherapie sogar zu uns.
    Anfangs lief das auch ganz gut und sie zeigte richtig Einsatz. Doch mit der Zeit ließ das rapide nach. Wir stritten uns öfter und manchmal eskalierte das regelrecht. Ihr Zimmer wurde zumehmend vernachlässigt und einmal habe ich sie in dieser Zeit betrunken erlebt.
    Vor drei Wochen hatte ich von diesem Zustand genug und bin in ihr Zimmer und habe den gehorteten Müll (vergammelte Essensreste, verschimmeltes Geschirr und Besteck), den sie in Schubladen, Schränken, Bett und sonstwo versteckte (eine Packung Bierschinken lag in der schmutzigen Wäsche) in die Mitte des Zimmers geschmissen (es waren am Ende zwei große Säcke Müll). Sie veranstaltete natürlich ein großes Theater, den Müll hat sie aber nicht beseitigt (das habe ich dann am nächsten Tag getan). Nun hat sie sich eine Wohnung gesucht, spricht kein Wort mehr mit mir und ich weiß nicht weiter. Wenn ich versuche mit ihr zu reden, werde ich angeschrien und übelst beleidigt.
    Wenn sie erst in ihrer neuen Wohnung ist, wird dieses ganze Drama wieder von vorn losgehen, ich habe eine tierische Angst davor und weiß nicht wie ich das noch einmal durchhalten soll.
    Am besten wäre der wohl der Schlusstrich, ich weiß aber nicht wie den am besten ziehen soll.
    Oder soll ich den neuen Vermieter informieren, aber dann muss ich sie bei mir behalten und ich da weiß ich auch nicht wie das weitergehen könnte.

    Was soll ich nur machen???


    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag
    Julietta

  2. #2
    Verleger Avatar von Natz
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    Hallo Julietta,
    so hart das klingt aber Du wirst einen Schlussstrich ziehen müssen. Deine Mutter ist erwachsen und geimpft und es kann nicht sein, dass Du ihre Zivildienstleistende bist. Eine Betreuerin halte ich für eine gute Idee aber das solltest nicht Du sein!
    Du hast sicher schon gehört, dass die Angehörigen meist Co-abhängig sind und bei Dir ist das eindeutig auch so. Suche Dir eine Selbsthilfegruppe, wo Du Hilfe bekommst.
    Deine Mutter hat sich offensichtlich für ihre Lebensweise entschieden, daran wirst Du nichts ändern können und es ist auch nicht Deine Aufgabe.
    Eine gute Freundin von mir hat einen Exfreund, der mit seiner Alkimutter zusammenlebt, kein eigenes Leben hat und eine sehr ungesunde Symbiose lebt. MAch Dich davon frei-Du hast auch nur ein Leben!
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Natz für den sinnvollen Beitrag:

    Julietta (07.06.2010)

  4. #3
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    Hi

    genau wie Natz sagt, ziehe den Schlussstrich!

    Geh zum Gericht und sage das du diese Betreuung nicht weiter übernehmen kannst denn als Angehörige muss man das nicht. Die sollen ihr einen Außenstehenden geben und eine tägliche Betreuung über eine Hauskrankenpflege die sich mit Messies auskennt.

    Wenn sie in die eigene Wohnung umzieht solltest du vielleicht dafür sorgen daß sich jemand kümmert. DU nicht mehr!!!

    Fang an zu leben!

  5. Der folgende Benutzer bedankte sich bei ksaderfi für den sinnvollen Beitrag:

    Julietta (07.06.2010)

  6. #4
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    Hallo Julietta,

    ich muss meinen Vorpostern beipflichten. Wenn Dir noch der rechte Glaube fehlen sollte, guck mal unter Forum Alkoholker/ Co-Abhängige. Und geh doch einfach mal zur nächsten Gruppe von Al Anon.

    Deine Mutter ist selbst verantwortlich. Niemand drückt ihr die Flasche an den Mund. Sie lebt ihr Leben, wie sie es will.
    Und Du solltest Dein Leben leben- und dir nicht ein anderes von Deiner Mutter aufzwingen lassen.

    idS Daniel

  7. Der folgende Benutzer bedankte sich bei DanielG für den sinnvollen Beitrag:

    Julietta (07.06.2010)

  8. #5
    Neuling Avatar von Julietta
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    Hallo,

    vielen Dank für Eure schnellen Antworten.
    Ich vergass noch zu schreiben, dass die Betreuung seit Januar 2010 aufgehoben ist und genau ab diesem Zeitpunkt gingen die Probleme von vorne los.
    Im Grunde weiß ich, dass der Schlußstrich die einzige Alternative ist. Es ist nur so verdammt schwer. Es ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle: Wut, Mitleid, Trauer und Verzweiflung. Man sieht einen einen Menschen vor sich hinvegetieren und möchte helfen....er will es nicht und wehrt sich mit Händen und Füßen.
    Ich möchte dass alles aus meinem Hirn rauskriegen und schaffe es nicht.

    Mir nahe Menschen habe ich an meiner Seite, die versuchen mir die ganze Sache erträglicher zu machen.
    Ich denke, dass es wohl erträglicher wird, wenn meine Mutter ausgezogen ist. Nur wie soll ich mich dann verhalten?
    Welche Rituale kann man durchführen, wenn es dann zum endgültigen Cut kommt?

    Liebe Grüße
    Julietta

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