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13.03.2010, 13:36
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#1 (permalink)
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Neuling
Registriert seit: 13.03.2010
Beiträge: 3
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kann man an Erschöpfung sterben?
Hallo zusammen,
es geht um eine Freundin, bei der ich (und die Ärzte) einfach nicht weiterwissen, und ich wollte einfach mal hören, inwieweit ihr Zustand vielleicht doch, krankheitsbedingt, als "normal" bezeichnet werden kann.
Also ... über Jahre hinweg nimmt sie Antidepressiva und war in Therapie (Diagnose: schwere Depression). Vor einiger Zeit hat sie ihren Abschluss an der Uni erfolgreich gemacht, und angefangen zu arbeiten, wobei sie sich da schon ganz schön viel Stress zugemutet hat und einfach zu viel gearbeitet hat.
Irgendwann, es ging ihr psychisch eigentlich recht gut, war sie der Meinung, dass sie keine Depressionen hat, sondern eine Erschöpfung (diese Diagnose hat ein TCM-Arzt gestellt, der ihr dann auch teure Tees verkauft hat - ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie vertrauenswürdig diese Art Medizin ist) und beschloss, die Medikamente abzusetzen. Gesagt, getan. Dazu hat sie sich in eine psychosomatische Klinik überweisen lassen, wo sie sechs Wochen war, behandelt wurde und mit der Diagnose "Hypochondrie&Depression" wieder entlassen wurde. Dann ging es ihr zunehmend schlechter und sie bekam extreme Angstzustände, ließ sich ins Krankenhaus einliefern und war von diesem Zeitpunkt an davon überzeugt, sterben zu müssen (ihre Begründung: an einer Erschöpfung). Genau dies ist der Punkt, den ich nicht verstehe: organisch und medizinisch betrachtet ist sie völlig gesund! Sie lässt sich aber nichts sagen und hat bereits Abschiedsbriefe geschrieben. Letztendlich hat sie sich in die Psychiatrie einliefern lassen, da sie es nicht mehr ausgehalten hat. Dort bekommt sie seit etwa 4 Wochen Seroquel und ein Antidepressivum, aber die Medikamente zeigen keine Wirkung. Sie ist wohl klar im Kopf, das sagt sie, aber sie fühlt sich körperlich so schlecht, dass sie wirklich Angst hat zu sterben.
Meine Frage nun: kann es theoretisch sein, dass der Körper diese Medikamenteneinnahme nicht mehr wegstecken kann und sie wirklich sterben kann? Oder ist dies typisch für ihr Krankheitsbild (die Psychiatrie diagnostiziert schwere Depression und Psychose), dass sie diese Ängste hat?
Oder können diese Schwächeanfälle auch durch das Absetzen der Medikamente vor zwei Monaten kommen?
Hat jemand so etwas schon erlebt? Ich wäre wirklich dankbar für jeden Hinweis, denn ich fühle mich sehr hilflos und weiß nicht mehr, wie ich ihr helfen kann / trösten kann ...
Vielen Dank schonmal für das Lesen dieses Textes,
Macfan
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13.03.2010, 14:53
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#2 (permalink)
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Verleger
Registriert seit: 02.01.2008
Ort: im Süden
Beiträge: 5.293
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Hallo!
Depressionen sind auch oft mit Angsstörungen (gerade das mit der Befürchtung zu sterben ist typisch) gekoppelt und das scheint ja bei Deiner Freundin der Fall zu sein. Einfach mal die Medis absetzten und nur Tees halte ich für unverantwortlich, denn die Depression ist nunmal eine Krankheit. Gegen begleitende Tees sagt ja keiner was.
Wie lange nimmt sie die Medis denn wieder? Die meisten brauchen nämlich 3-6 Wochen, bis sie anschlagen.
Und was die "Erschöpfung" angeht: Depressionen sind durchaus Erschöpfungszustände. Offensichtlich hat der Mensch mit der TCM es eben anders verpackt, um was dran zu verdienen 
Ich betone es nochmal: nichts gegen TCM aber man sollte sich da bei psychischen Störungen nicht über den Arzt hinwegsetzen.
__________________
LG, Natz
Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)
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13.03.2010, 15:24
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#3 (permalink)
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Neuling
Registriert seit: 13.03.2010
Beiträge: 3
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Hallo natz,
ja, da stimme ich dir völlig zu! Lieben Dank für deinen Beitrag erstmal.
Ich hatte es damals auch für keine gute Idee gehalten, aber sie wollte ja unbedingt. Egal ... sie nimmt die neuen Medikamente bereits seit 4 Wochen und verspürt keinerlei Besserung ...
Die Sache ist, dass sie ja jahrelang depressiv war und immer ihre depressiven Phasen hatte, aber die waren nie gekoppelt an diese Idee, dass sie an Erschöpfung sterben wird. Vor allem lässt sie sich von der Schulmedizin auch nichts mehr sagen ... sie lässt sich eigentlich von niemandem mehr etwas sagen und das schlimmste daran ist, dass sie völlig klar im Kopf wirkt! Sie hat diesmal wirklich mit allem abgeschlossen und keiner weiß, wie man ihr da nochmal näher kommt. Ich suche jetzt eigentlich Personen, die eben diesen Zustand kennen, damit ich weiß, dass es Teil ihrer Krankheit ist und nicht vielleicht doch die Realität?! Ich kann die Auswirkungen dieser Präparate auf den Körper wirklich nicht einschätzen ...
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13.03.2010, 17:10
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#4 (permalink)
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Gast
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Macht mich mal bitte schlau, was ist denn TCM?
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13.03.2010, 18:24
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#5 (permalink)
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Verleger
Registriert seit: 02.01.2008
Ort: im Süden
Beiträge: 5.293
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Traditionelle chinesische Medizin, Äändy-sollst ja nicht dumm sterben
ISt nicht unbedingt ein gutes Zeichen, dass sie so uneinsichtig ist. Und noch irgendwelchen Sympthome können leider immer noch neu dazu kommen...
Letztendlich wirst Du wenig machen können. Irgendwann wird der Leidensdruck vll. doch wieder so hoch, dass sie sich helfen lässt aber solange sie nicht möchte, werden andere von außen leider wenig erreichen.
__________________
LG, Natz
Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)
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14.03.2010, 18:05
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#7 (permalink)
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Neuling
Registriert seit: 13.03.2010
Beiträge: 3
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Hm ... nun, dass wir alle wissen, was TCM ist ... meine Frage hat mir leider noch keiner beantwortet
Gibt es keinen Betroffenen, der diese Angst zu sterben (aufgrund von Erschöpfung) kennt?
Lieben Dank schonmal
Macfan
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14.03.2010, 19:14
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#8 (permalink)
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Gast
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Zitat:
Zitat von Macfan
Hm ... nun, dass wir alle wissen, was TCM ist ... meine Frage hat mir leider noch keiner beantwortet
Gibt es keinen Betroffenen, der diese Angst zu sterben (aufgrund von Erschöpfung) kennt?
Lieben Dank schonmal
Macfan
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Hallo,
also, dass Deine Freundin zutiefst erschöpft ist -wahrscheinlich seelisch UND körperlich- ist bei einer schweren Depression "normal".
Dass sie Angst davor hat, an Erschöpfung zu sterben, könnte eine wahnhafte oder auch übersteigerte Angst sein, die bei schwersten Depressionen vorkommen kann.
Für ein gutes Zeichen halte ich es, dass sich Deine Freundin selbst in die Psychiatrie hat einweisen lassen. Ich hoffe für sie, dass sie neben den Medikamenten auch einen guten Therapeuten hat. Vielleicht kann der behandelnde "Arzt ihres Vertrauens" ihr nahe bringen, dass diese Erschöpfung irgendwann vorbeigehen wird, dass sie aber wahrscheinlich sehr viel Geduld haben muss.
Die Situation als Angehöriger oder Freund ist dabei nicht einfach: man kann dem Betroffenen Mut machen, dem Arzt zu vertrauen und die Geduld nicht zu verlieren. Der Genesungsprozess kann sich über Wochen und Monate hinziehen...
Alles Gute!
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