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Thema: Kann man so etwas einfach beziehungsunfähig nennen?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Kann man so etwas einfach beziehungsunfähig nennen?

    Ich will es nicht zu ausführlich machen.

    Mein Problem ist, dass ich es nicht geschafft habe eine dauerhafte Beziehung zu führen...so langsam wird mir das klar, auch wenn ich es lange so nicht wahr haben wollte.

    Als ich noch sehr jung war habe ich mich regelmäßig nach einem Jahr innerlich verabschiedet. Meist war ich dann aber noch länger mit dem jeweiligen Partner zusammen...und zwar genau so lange, bois ich einen anderen traf, das konnte ein halbes Jahr oder sogar mehrere Jahre sein.

    Die längste Beziehung dauerte über 10 Jahre, es gab aber Gründe zusammen zu bleiben die eigentlich nichts mit Liebe zu tun hatten.

    Mit meinem Mann bin ich jetzt fast 8 Jahre verheiratet und was ich lange nicht wahr haben wollte, es ist vorbei mit der Liebe.

    Von außen betrachtet bin ich die Böse, die sich immer wieder trennt, die immer wieder einen anderen hat etc., aber wie sieht es in mir aus?
    Niemand kann sich vielleicht vorstellen, dass ich am meisten leide, dass ich jedes mal gehofft habe, dass es "dieses" mal anders wird und ich es schaffe, jemanden "für immer" zu lieben oder wenigstens bei ihm bleiben zu können. Ich hab mich ja sogar deshalb entschlossen zu heiraten, weil ich dachte, vielleicht schweißt das enger zusammen, vielleicht gibt es dadurch eine festere Bindung, aber nix ist. Es ist wie es immer war, die Liebe ist weg (meinerseits). Es war dann immer so, dass ich mich trennen musste, mit viel Schmerz auf Seiten des Mannes und es scheint ja, dass mir das nun wieder bevor steht und davor habe ich einen großen Horror (Es hängt auch sehr viel dran, auch materielle Dinge etc.). Ich will es eigentlich nicht und könnte es theoretisch einfach so weiter laufen lassen, vielleicht fremd gehen (was ich hassen würde). Das fände ich aber wirklich auch unfair. Es ist aber auch unfair so zu tun, als ob alles gut wäre.

    Hat jemand eine Meinung dazu? Vielleicht Tipps? Ob eine Eheberatung helfen würde?

  2. #2
    Gast784
    Gast

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    hallo Reisende,

    erstmal: ich würds nicht Beziehungsunfähigkeit nennen, sondern der ganz alltägliche "Wahnsinn", nur dass Wenige die Courage haben, es sich einzugestehen, dass es so bei ihnen läuft.

    Eheberatung helfen würde?
    Die Chance ist sehr groß, dass eine Beratung in irgend eine Richtung klärt. Nur ist es keine Garantie dafür, dass die Beziehung gerettet werden kann. Das kriegt man i.d.R. auch sehr klar ganz am Anfang so gesagt.
    Dann kann eine Eheberatung aber immer noch eine etwaige Trennung entschärfen, oder zumindest Klarheit für sich selbst in manchen Punkten geben. Selbst wenn sie nicht zu einer direkten Lösung der Probleme führt, so kann eine solche Beratung doch einen Entwicklungsprozess zumindest bei Dir in Gang setzen, der Dir neue Sichtweisen und Handlungsmöglichkeiten eröffnen kann. Und das wird sich in irgend einer Weise auch klärend und lösend für die Beziehung(en) auswirken.

  3. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Gast784 für den sinnvollen Beitrag:

    Quo Vadis? (26.08.2011),Reisende (22.08.2011)

  4. #3
    Verleger Avatar von Physalis
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    Hallo Reisende,

    die Menschen sind unterschiedlich. Die einen sind für eine lebenslange Bindung mit einem Partner "gemacht", andere nicht.

    Das ist doch auch in anderen Bereichen so. Der eine baut und bleibt dort in dem Haus, der anderen zieht gerne immer mal wieder um. Der eine ist Lebenszeitbeamter, der andere probiert gerne alle paar Jahre eine neue berufliche Tätigkeit aus.
    Einer hat 5 Dackel in Folge, der andere erst einen Dackel, dann einen Rottweiler und später eine Katze....

    Vielleicht wäre es eine Überlegung, dass Du von Dir nicht das verlangst, was Du vielleicht als gesellschaftlich vorgegebene Norm ansiehst?

    Gruß,

    Physalis

  5. #4
    Neuling
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    Naja, das hab ich schon getan. Wäre bei meinem Lebenswandel (auch viele Umzüge) nicht anders möglich.

    Das Problem ist, dass ich auch mal zur Ruhe kommen will. Soll das nur allein möglich sein? Allein will ich eigentlich nicht sein. Ich würde gern bei meinem Mann bleiben und etwas dagegen tun, dass ich schon wieder den Fluchtgedanken habe. Da es genau diese Menschen gibt von denen du da auch schreibst, die es schaffen ein Leben lang zusammen zu bleiben und damit vielleicht sogar glücklich sind (mein höchstes Ziel - egal was die Norm jetzt sagt), frage ich mich, wie machen die das? Ich hoffe ja auf eine Chance, eine Medizin, einen Trick....deshalb ja auch die Idee Eheberatung.

  6. #5
    Verleger Avatar von Physalis
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    Ich kenne mich in dem Bereich "Beziehungsratgeber" nicht so gut aus, aber wenn ich durch Buchhandlungen gehe, fällt mir immer mal wieder das ein oder andere Buch auf, dass sich damit beschäftigt, wie es Paare schaffen, ein ganzes Leben lang Liebe und Begehren aufrecht zu erhalten. Es scheint also Autoren zu geben, die glauben, hierzu einen Weg aufzeigen zu können. Vielleicht könntest Du mal schauen, was es auf dem Markt gibt?

    Ich würde es für mich auch toll finden, endgültig anzukommen. Dies würde sehr viel Zeit und vor allem seelische Energie sparen, als immer wieder bei Null anzufangen. Aber auch ich habe auch nicht das Rezept für eine lebenslange Partnerschaft gefunden. Im Gegenteil kann ich auf nur einen Bruchteil Deiner Beziehungserfahrung zurück blicken. Ich lebe nun als Single und habe das Gefühl, in dem Zustand noch am ehesten zur Ruhe zu finden. Das muss aber jeder für sich selbst heraus finden - Du schreibst ja, Du möchtest jedenfalls eine Partnerschaft führen.
    Mit Eheberatung kenne ich mich nicht aus. Wenn Dein Mann diesen Weg auch gehen möchte, könnt ihr es doch zumindest versuchen.

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    Reisende (22.08.2011)

  8. #6
    Roman Verfasser
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    Du wirst keinen Trick finden!
    Eine Beziehung setzt auch immer eine Form des Verzichts vorraus. Kompromisse und Stagnation.
    Das klingt jetzt vielleicht sehr negativ, aber das empfinden viele nicht so.
    Ich kann verstehen, dass es schwierig ist.
    Ich zB denke klar: Wir Menschen sind nicht für eine lebenslange monogame Lebensweise gemacht.

    Darüber zu sprechen,eine Beratung zu finden, offen damit, was dabei rauskommt, das ist sicher eine gute Sache.
    Und Ehrlichkeit dem Partner gegenüber!!

    Was meinst Du denn, würde ein lebenslanger Parter verändern? Wieso genau ist es Dein Wunsch?

    LG, Kaja
    Jeder hat gesagt "das geht nicht", bis einer kam, der das nicht wusste und es einfach gemacht hat.

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    Reisende (22.08.2011)

  10. #7
    Gast784
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    Da es genau diese Menschen gibt von denen du da auch schreibst, die es schaffen ein Leben lang zusammen zu bleiben und damit vielleicht sogar glücklich sind (mein höchstes Ziel - egal was die Norm jetzt sagt), frage ich mich, wie machen die das?
    ist es Dir tatsächlich das wichtigste, ein Leben lang zusammen zu bleiben. Mir ist ehrlich gesagt, die Qualität viel wichtiger. Dass die Zeit, die ich mit einem Menschen verbringe, eine konstruktive Zeit ist (wenn ich schreiben würde "eine gute Zeit", dann würde das wieder gründlich mißverstanden werden). Wenn das ein Leben lang der Fall ist, schön. Wenn nicht, auch schön. Lieber eine kurze gemeinsame, aber friedliche Zeit, als ein lebenslanger Kampf.

    Ganz oft ist es übrigens gegenseitige Abhängigkeit, was die Leute zusammenschweißt. Wenn mans will, klar völlig legitim.

    Auch Gier ist ein guter Kleber. Wenn die Besitzstandsmehrung und -Wahrung über alles geht. Auch ein absolut legitimer Beziehungsinhalt.

    Ich würde gern bei meinem Mann bleiben und etwas dagegen tun, dass ich schon wieder den Fluchtgedanken habe
    Dazu ist es gut, Du guckst Dir die Fluchtgedanken mal genauer an. Wann treten die auf? Wodurch werden die ausgelöst? Und wenn Du darüber in eine Kommunikation mit Deinem Mann kommst (Paarberatung), aber auch schaust, wieviel davon ist absolut unabhängig von der Beziehung und irgendwo in Deiner Biografie begründet. Dein Mann kann Dich natürlich nicht von dem "erlösen", das lange vor ihm schon da war und mit ihm gar nix zu tun hat

  11. Die folgenden 3 Benutzer bedankten sich bei Gast784 für den sinnvollen Beitrag:

    Maeggie (22.08.2011),Quo Vadis? (26.08.2011),Reisende (22.08.2011)

  12. #8
    Neuling
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    Vielen Dank für Eure Antworten.

    Ich bin auch der Meinung, dass Menschen nicht monogam sind. Ich bin sogar überzeugt davon, das ist ja auch logisch, auch wenn wir das nicht wollen und viele es nicht wahr haben wollen und es eben auch die besagten Ausnahmen gibt.

    Mich stört genau das, was du, Physalis geschrieben hast, immer wieder bei Null anfangen. Das hat einen schönen Reiz, aber es ist eben auch mit dem ganzen Dilemma der Auflösung des Vorhergehenden verbunden, es sei denn, man hat nicht zusammen gelebt, dann ist es einfacher.

    Ich meine damit nicht nur materielle und organisatorische Dinge. Mir bereitet es jedes mal großes Unglück, dass ich jemand anderen, der sich auf mich verlassen hat, mir vertraut, sich durch mich sicherer fühlt... etc., dass ich diesem Menschen, den ich in den meisten Fällen noch gern habe, mich an ihn gewöhnt und auch irgendwie lieb gewonnen habe, mit dem es "irgendwie so ganz gut läuft, dass ich dem weh tun muss.

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