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Thema: kein Mobbing, aber Schwierigkeiten im Job

  1. #1
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    Standard kein Mobbing, aber Schwierigkeiten im Job

    Hallo Zusammen,

    ich habe ein blödes Problem im Job. Also gemobbt werde ich nicht, eher ausgenutzt. So kommt es mir vor. Ich habe nur einen Teilzeitjob, weil ich nicht so belastbar bin. Also nur ein paar Stunden pro Woche. Ich habe meinen Chef beim Einstellungsgespräch gesagt, dass ich gerne feste Arbeitszeiten hätte. Ich springe gerne mal für erkrankte Kollegen ein, aber ich kann nicht die ganze Zeit auf Abruf stehen.

    Und genau das verlangt er von mir. Permanent ruft er hier an, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Ich traue mich nicht nein zu sagen, weil ich nur eine Befristung habe, die auch noch bald abläuft. Ich brauche den Job unbedingt, wenigstens bis nächstes Jahr. Aber ich habe das Gefühl, wenn ich nicht springe, bekomme ich die Verlängerung nicht.

    Die Anrufe kommen schon ganz früh morgens bis spät abends (nach 20 Uhr). Dann soll ich noch Sachen für ihn machen. Ich empfinde das als absolute Unverschämtheit. Am liebsten würde ich nicht mehr dort weiterarbeiten, aber wie gesagt, ich brauche dringend das Geld. Es kotzt mich an, wenn wieder einmal das Telefon klingelt.

    Es ist ihm auch vollkommen egal, wenn ich sage, dass ich gerade keine Zeit habe. Dann labert er trotzdem auf mich ein. Ich mag einfach nicht mehr!! (Selbst bei einen Vollzeitjob wird soetwas wohl kaum von einem verlangt). Am liebsten würde ich mich mal für eine Woche krank schreiben lassen, aber wie gesagt: Ich brauche die Verlängerung.

  2. #2
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    Hallo,

    Ich kann Dir jetzt psychologisch nicht so wirklich helfen, aber mir ist etwas aufgefallen.
    Du schreibst:
    Zitat Zitat von Polly123 Beitrag anzeigen
    Die Anrufe kommen schon ganz früh morgens bis spät abends (nach 20 Uhr). Dann soll ich noch Sachen für ihn machen.
    Das hört sich so an als ob Du unmittelbar nach dem Anruf schon arbeiten sollst.
    Das geht nicht. Das wäre ja ein Vollzeitjob, weil er dann davon ausgeht, dass Du immer bereitstehst. Dann müsste er Dich auch bezahlen dafür, dass Du immer Zeit hast.

    Zitat Zitat von § 12 des Teilzeit- und Befristungsgesetzes (TzBfG)
    (2) Der Arbeitnehmer ist nur zur Arbeitsleistung verpflichtet, wenn der Arbeitgeber ihm die Lage seiner Arbeitszeit jeweils mindestens vier Tage im Voraus mitteilt.
    Vielleicht wäre es gut, wenn Du Dir mal den gesamten Paragraphen durchliest, falls Du ihn noch nicht kennst.

  3. #3
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    hallo Klocke,

    es stimmt, ich soll sofort nach den Anrufen arbeiten. Heute ist mein freier Tag. Ich bekam den Anruf ganz früh morgens (gerade erst aufgestanden). Ich soll SOFORT etwas für meinen Chef erledigen. Etwas im Internet nachschauen, Anrufe tätigen etc. ich habe auch gefragt, ob das nicht Zeit hat bis nächste Woche. (Für diese Woche bin ich schon mit meinen Stunden durch).

    Arbeitsrechtlich ist es gar keine Frage, dass er das nicht darf. Mein Problem ist dieser innere Druck. Ich möchte den Job nicht mehr machen, es kotzt mich einfach nur an. Aber ich habe das Gefühl, ich "MUSS" mitspielen, weil ich ja sonst keine Vertragsverlängerung bekomme. Und ich das Geld brauche. Und diesen Druck halte ich nicht mehr aus. Ich heule schon den ganzen Tag deswegen.

    Ich finde die Situation einfach auswegslos. Das ist mein psychologisches Problem. Die Situation ist natürlich auch komplexer als ich es im ersten Beitrag geschildert habe.

    Ich bin verheiratet, mein Mann arbeitet. Eigentlich kämen wir mit seinem Gehalt hin, aber er sieht (verständlicherweise) nicht ein, sich finanziell einzuschränken, damit ich zuhause bleiben kann. Ich hasse aber meinen Beruf, das ist schon seit meiner Jugend so. Eigentlich wollte ich etwas ganz anderes machen, aber ich war sehr früh mit der Schule fertig (mit 15 Jahren) und von meinen Eltern stark unter Druck gesetzt worden eine Ausbildung zu machen, die ich nicht wollte.

    Seitdem habe ich immer wieder versucht diesen Job zu entfliehen. Leider nur mit mäßigen Erfolg. Ich habe zwar in Bereichen gearbeitet, die mir mehr lagen, nur konnte ich mich da auf Dauer einfach nicht halten. Die Jobs waren alle nur zur Aushilfe. Natürlich verdiente ich auch weniger als im erlernten Beruf. Anfang diesen Jahres bekam ich dann einen Job in meinem Beruf angeboten und ich nahm an. Damit der finanzielle Druck (bzw. die ewige Nörgelei meines Mannes) weg ist.

    Wenn ich also meinen jetzigen Job verliere, habe ich wieder den Streß mit meinem Mann. Stundenlange Diskussionen und Streiteren ums Geld. Bleibe ich dort, hasse ich alles.

    ich habe schon überlegt, es ganz anders zu machen. Ich sehe ja, wenn mich mein Chef anruft und ignoriere einfach die Anrufe außerhalb der halbwegs vernünftigen Zeiten. Aber wenn ich arbeite, versuche ich mein Bestes zu geben. Bekomme ich keine Vertragsverlängerung, dann kann mein Mann mich dafür eigentlich nicht verantwortlich machen. Das war eben Pech (der Vertrag war halt nur befristet). Damit muss er sich dann abfinden.

    Allerdings habe ich dann wieder das ursprüngliche Problem an der Backe: Ich mag in meinem Job nicht mehr arbeiten und woanders finde ich nichts.
    Geändert von Polly123 (30.06.2011 um 12:17 Uhr)

  4. #4
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    Also ich persönlich würde unter den Bedingungen nicht arbeiten wollen.

    Genau genommen hast Du ja auch 2 Probleme, die Dich belasten:
    1. Du magst Deinen Beruf nicht.
    2. Dein Mann will unbedingt, dass Du auch arbeitest.

    Hast Du schon mal mit Deinem Mann besprochen, wie sehr Dich die unmenschlichen Arbeitsbedingungen belasten? Denn ich würde eigentlich davon ausgehen, dass er dafür ein wenigstens ein kleines bisschen Verständnis haben müsste... Vielleicht könnt ihr zusammen einen Ausweg überlegen, da das Problem ihn ja offensichtlich auch betrifft.
    Und Dein Arbeitgeber kann dich ja so fast unendlich ausnutzen. Er macht sich noch nicht einmal strafbar, weil Du natürlich zu den Bedingungen arbeiten darfst und das auch freiwillig tust. Und als ausnutzen einer Notsituation kann das rechtlich auch nicht ausgelegt werden.
    Ich verstehe nun Dein Problem, doch mehr Vorschläge fallen mir momentan nicht ein.

  5. #5
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    Hallo Polly, hallo Klocke,
    die Situation erscheint vertrackt,aber ich denke,das es eher an einer Strategie fehlt,die die Sache erträglich macht.Das der Job ansich nicht zusagt,dagegen lässt sich kurzfristig nichts machen.Aber wir können einen Weg finden,um Spannungen abzubauen.
    Die Verhandlungsposition gegenüber dem Arbeitgeber ist nicht so schlecht,wie sie aussieht.Wenn der nämlich mehr will als das,was vereinbart ist,hat er das Problem,das er keinen hat,der ihm die Arbeit macht.Von dem her ist er in der Zwickmühle,er braucht auch Leute,die ihm die Arbeit erledigen.
    Wenn du deine Sache gut machst(gehe ich jetzt mal von aus),dann kannst du auch Forderungen stellen.Fragt sich nur,wann und wie.
    Ein guter Zeitpunkt ist gegen Ablauf des Vertrages,dann zwei Termine machen:Einen,um vorzufühlen und die Standpunkte darzulegen und den eigentlichen zur Verlängerung.

    Bevor du irgendwelche Forderungen stellst, stelle erst deine Leistungen dar.
    Die Ausservertraglichen Leistungen bringst du zuletzt,die sind dein stärkstes Argument.Dann müsste er Farbe bekennen und dich dafür extra bezahlen oder aber darauf verzichten.

    Bei deinem Ehemann ist das vom Prinzip das Gleiche.Irgendetwas wirst du vermutlich zu Hause für ihn machen,was er selbst nicht kann.Hört sich jetzt zwar doof an,aber dafür geht er auch arbeiten.Grundsätzlich ist sein Argument,das jeder sein Geld verdient ja nicht falsch.

    Ich denke mal,deine Gedanken sollten erstmal in die Richtung gehen,das du einen kühlen Kopf behältst und das Beste für dich erreichst.

    Grüsse amonda

  6. #6
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    Hi,

    noch einen anderen Vorschlag... wie wäre es, sich einfach nach einem neuen Job umzusehen? Jetzt die Zeit nutzen. Du kannst derzeit nicht fest davon ausgehen, die Verlängerung zu bekommen - also musst Du vor diesem Hintergrund aktiv werden und Dich bewerben. Da kann keiner etwas dagegen haben. Es ist eine Frage des "persönlichen Risikomanagements", dafür sollte auch der Chef Verständnis haben (wenn er es überhaupt mit bekommt).

    Also... such Dir erst einen neuen Job und wenn Du den Arbeitsvertrag unterschriftsreif vor Dir liegen hast, sprichst Du mit Deinem Chef. Denn dann gibt es mehrere Möglichkeiten:

    - Er will Deinen Arbeitsvertrag verlängern. Gut, aber dann zu DEINEN Bedingungen. Für die geleistete Rufbereitschaft muß er Dir dann extra Geld zahlen. Das ist i.d.R. nicht viel, läppert sich aber dann über den Monat auch zu einem kleinen Betrag zusammen...
    - Er will den Arbeitsvertrag nicht verlängern. Auch gut, denn Du hast ja einen anderen Job und mußt den neuen Arbeitvertrag nur unterzeichnen
    - Oder Du kündigst Deinen bisherigen Arbeitsvertrag, wenn Du schon früher aussteigen willst (Achtung: Arbeitsamtsauflagen berücksichtigen und der neue Vertrag muss dazu wasserfest sein - sonst hast Du Nachteile.

    ... und dann habe ich noch eine grundsätzlich andere Idee: Wenn Dir Dein Beruf nicht gefällt und Dich so sehr belastet - schau Dich doch mal bei den Fernkurs-Lehrgängen um, ob es etwas gibt, was Du gerne lernen möchtest. Wenn Du ein Ziel gefunden hast, sprich mit Deinem Mann darüber, ob ihr Euch für eine begrenzte Zeit etwas einschränken könntet, damit Du einen Fernlehrgang besuchen kannst. Es ist für Dich wichtig. Vielleicht besteht sogar Förderanspruch. Da beraten Dich die Anbieter auch, wenn man VOR KURSANMELDUNG nachfrägt. Ich könnte mir vorstellen, das dies ein Ausweg ist, der Dir langfristig am Besten hilft, weil Du Dir dann einen besseren Job in dem neuen beruflichen Umfeld suchen kannst.

    LG,
    Q.V.

  7. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Quo Vadis? für den sinnvollen Beitrag:

    Physalis (03.07.2011)

  8. #7
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    Zitat Zitat von Polly123 Beitrag anzeigen
    Aber wenn ich arbeite, versuche ich mein Bestes zu geben. Bekomme ich keine Vertragsverlängerung, dann kann mein Mann mich dafür eigentlich nicht verantwortlich machen. Das war eben Pech (der Vertrag war halt nur befristet). Damit muss er sich dann abfinden.

    Huch. Klingt ja, als müßtest du dich vor einem Aufseher im Knast rechtfertigen. Was issen dein Mann - dein privater Chef?

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