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Thema: Kein Vertrauen in meine Stimme

  1. #1
    Gast2912
    Gast

    Standard Kein Vertrauen in meine Stimme

    Hallo,

    ich habe mehrere Probleme, wegen denen ich hier schon einmal gepostet hatte, aber die eine Sache hat sich v.a. in den letzten Wochen so extrem entwickelt, dass ich dazu nochmal um euren Rat bitten möchte. Wird etwas länger als nötig, ich krieg das einfach nicht hin, sowas kurz zu machen

    Es fing damit an, dass meine Stimme während eines freiwilligen (!) Vortrags angefangen hat zu zittern. Das Problem hatte ich vorher nie so extrem, also habe ich darüber natürlich viel nachgedacht, immerhin war es mir echt peinlich.
    Einige Zeit später hatte ich dasselbe Problem beim Vorlesen auf einer Fremdsprache (benotet). Meine Stimme hat so sehr gezittert, dass ich zwischendurch die ganze Zeit Atempausen machen musste. Auch extrem unangenehm.
    Dann wurde das Vorlesen generell zum Problem, auch auf Deutsch, obwohl ich das an sich perfekt kann.
    Inzwischen habe ich nun starke Angst, in die Schule zu gehen. Immerhin bin ich vom Baldrian losgekommen und benutze inzwischen was anderes von der Homöopathin.
    Jeden Tag habe ich dieses Nervositätsgefühl (Knoten in der Brust), das noch stärker wird, sobald etwas gelesen oder erklärt werden muss. Dabei vor der Klasse zu stehen macht alles noch 1000x schlimmer. Ich mache die ganze Zeit Atemübungen, um das Zittern ein wenig zu mindern und wenn ich dann merke, dass das gerade gar nicht so stark ist, ist dieser Knoten in der Brust trotzdem so störend, dass ich mir trotzdem nicht zutraue, etwas vorzulesen oder an der Tafel zu erklären. Auch, weil ich Angst habe, dass ich während dem Reden wieder eine zittrige Stimme bekomme. Inzwischen versuche ich mich oft zu überwinden und mich genauso oft in der Schule zu melden wie früher, das geht, wenn auch unter enormem Herzklopfen. Trotzdem achte ich dabei darauf, dass ich nicht zu lang spreche, weil mein Atem dann schlapp macht. Ich achte einfach immer auf meine Stimme, sogar wenn ich mit meiner Familie rede (die meine Probleme kennt).
    Früher habe ich das nie gemacht. Ich habe immer gern geredet, wahnsinnig gern vorgelesen, auch gerne Sachen erklärt und Vortäge haben mir in der Regel nicht allzu viel ausgemacht. Habe mal Theater gespielt und vor nicht allzu langer Zeit vor der ganzen Schule ein seeeehr peinliches Gedicht vorsprechen müssen und nie und nimmer habe ich dabei so sehr auf meine Stimme geachtet.
    Der Übergang zwischen "normale Stimme" und "zitternde Stimme" ist fließend. Wenn man einmal drauf aufmerksam geworden ist, ist es schwer wieder loszuwerden, egal wie albern es erscheint.
    Ich weiß schon gar nicht mehr, wie man vorlesen und lange sprechen kann, ohne dabei bewusst Atempausen zu machen. Auch wenn ich vor mir einfach mal rede -wahrscheinlich tue ich das um mir zu beweisen, dass ich es noch "kann"- komme ich außer Atem. Zittern tue ich inzwischen immer ein bisschen.
    Hat jemand vielleicht eine Idee, wie ich das Vertrauen in meine Stimme wiedererlangen kann? Zuhause laut vorlesen mache ich schon. Ich muss, glaube ich, einfach lernen, nicht mehr darauf zu achten.
    Achja, in psychologischer Behandlung bin ich bereits, u.a. auch wegen den anderen Problemen, allerdings ist das Psychoanalyse und so weit sind wir noch nicht. Zumindest hilft es mir noch nicht, damit besser umzugehen. Ein Selbsthilfebuch habe ich mir auch gekäuft ("Ängste verstehen und überwinden" von Doris Wolf), vielleicht ist das ein Ansatz...

    Vielen Dank
    Devotion
    Geändert von Gast2912 (09.10.2009 um 16:22 Uhr)

  2. #2
    Gast784
    Gast

    Standard

    hallo Devotion,

    welche Atemübungen machst Du? Möglich, dass das in Deinem Fall zu wenig ist. Wenn Du die Möglichkeit hast, mach mal nen Kurs über Theaterarbeit mit, da lernst Du viele Übungen: warm up (Massagen, Gesichtsmuskulatur lockern etc), Resonanzräume öffnen.

    Was mir konkret einfällt (habs aber selber nie in Stress-Situationen ausprobiert): stell Dich auf Tennisbälle während dem Reden (hinter nem Redepult siehts keiner) Und zwar so, dass die unter den Fersen sind. Dann müsste der Atem sich tiefer in den Bauch senken und die Stimme auch entsprechend. Anregend dagegen wirkt, wenn die Bälle unterm Ballen sind.

    Oder Du machst Finger-Mudra (nachgoogeln): Daumen- und Zeigefingerspitze aufeinander drücken, gleichzeitig in beiden Händen, so dass sich ein Ring bildet, mehrere Minuten lang, ist gut zum Stressabbau

  3. #3
    Schreibkraft Avatar von rossariga
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    Du solltest Deinen Hausarzt fragen, ob er Dich an einen Logopäden überweist.

  4. #4
    Neuling Avatar von Rose
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    Zitat Zitat von Devotion Beitrag anzeigen

    Es fing damit an, dass meine Stimme während eines freiwilligen (!) Vortrags angefangen hat zu zittern. Das Problem hatte ich vorher nie so extrem, also habe ich darüber natürlich viel nachgedacht, immerhin war es mir echt peinlich.
    Hallo Devotion!

    Das darüber Nachdenken lässt dir im Nachhinein die Situatuion extremer vorkommen,
    als sie vielleicht war,
    oder zumindest von anderen wahrgenommen wurde.

    Durch das Nachdenken und immer wieder durchspielen des Gewesenen,
    verstärkt sich das Gefühl der Pein und damit
    wird der Angst ein Weg bereitet,
    dich innerlich so zu lähmen,
    dass es bei nächsten Situationen (das Vorlesen eines Textes o.ä.)
    du eine zu starke Konzentration auf den Automatismus des Lesens oder Sprechens richtest.
    Damit wird der Automatismus enthebelt und es kommt zu Störungen in eben diesen.
    Deine Angst ist also das Stöckchen im Rad, was die fließende Ausführung zum Erlahmen bringt.

    Zitat Zitat von Devotion Beitrag anzeigen
    Ich muss, glaube ich, einfach lernen, nicht mehr darauf zu achten.
    Dir ist laut diesem Ausspruch der Schlüssel deines Problems bewusst,
    was eine gute Vorraussetzung ist,
    um es in den Griff zu bekommen.

    Wie wärs mit Gesangsunterricht?
    Da wird dir beigebracht deinen Atem so zu gebrauchen,
    dass mit wenig Anstrengung laute und kräftige Töne zu stande kommen.
    Du lernst deine Stimme und was mit ihr alles möglich ist,
    besser kennen, kannst wieder Vertrauen durch das neue Kennenlernen schöpfen
    und dir selbst klar machen, was du aus eigenen Antrieb schaffen kannst.
    Das stärkt dein Selbstvertrauen und könnte dein Problem etwas, wenn nicht sogar ganz, entschärfen.

    Dennoch ist natürlich wichtig, wenn du eine Methode, egal welche,
    findest trotzdem mit einer Therapie o.ä. weiterzumachen,
    um das tieferliegende Problem zu erkennen und
    somit auch gezielt anzugehen,
    um nicht wieder Gefahr zu laufen,
    dafür andere Änsgte zu entwickeln,
    um das tieferliegende zu kompensieren.



    Zitat Zitat von Devotion Beitrag anzeigen
    Ein Selbsthilfebuch habe ich mir auch gekäuft ("Ängste verstehen und überwinden" von Doris Wolf), vielleicht ist das ein Ansatz...

    Es ist sehr gut, wenn du dich informierst.
    Allerdings ersetzt es meistens nicht die Hilfe von jemand "Professionellen",
    da jedes geschriebene Wort immer in verschiedene Richtungen gedeutet werden kann und
    du unter Umständen evtl. Gefahr läufts durch das Selbsthilfebuch in eine Richtung zu gehen,
    die für deine "Genesung" nicht förderlich ist.


    VG Rose

  5. #5
    Schreibkraft Avatar von Butsche
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    Hallo Devotion,

    die Idee von Rose mit dem Gesangsunterricht ist zwar gut, aber mit weiteren Kosten verbunden. Wie wäre es mit singen in einem Chor? Vielleicht habt ihr bei Dir in der Nähe einen A-Cappella-Chor? Könnte für Dich eine geeignete Möglichkeit sein, wieder Zutrauen in Deine Stimme zu bekommen, hm?

    Gruß

    Butsche
    Nur wer die Herzen bewegt, wird auch die Welt bewegen können.
    (Ernst Weichert)

  6. #6
    Gast2912
    Gast

    Standard

    Danke erstmal für die Antworten
    Werde mich mal umhören, was es hier für Möglichkeiten gibt, generell ist das sehr wenig, aber sich mal zu informieren kann ja nicht schaden

    Momentan mache ich morgens und abends Progressive Muskelentspannung (hat vor ca. einer Woche besser geholfen als jetzt, jetzt ist das Zittern im Körper wieder so stark ) und in der Situation mache ich öfters eine Atemübung, bei der man in einer Bewegung ein- und wieder ausatmet und dann die Luft für 6-10 Sekunden anhält. Dann wieder atmen usw. Das ganze macht man ca. 2-3 Minuten, dann sollte man sich entspannter fühlen. Bei mir hat das auch schonmal sehr gut gewirkt, aber in der Schule muss man dann ja oft schreiben, zuhören usw., sodass ich eigentlich gar keine 2-3 Minuten "ungestört" Zeit habe.

    @ rossariga
    Denkst du, ein Logopäde könnte mir helfen? Eine Sprechstörung habe ich ja nicht.

    Was ich jetzt mal angefangen hab, einfach mal so aus Spaß und zur Übung, ist so eine Art "Audiotagebuch". Also anstatt meine Probleme und die Geschehnisse des Tages aufzuschreiben, spreche ich sie ins Mikrophon und nehme es auf. Dabei tut wenigstens nicht die Hand weh und ich laber da auch locker ne Stunde durch und früher oder später spüre ich mein Problem gar nicht mehr. Also reden kann ich auf jeden Fall noch.

    Naja, meiner Thera habe ich am Montag nochmal die aktuelle Lage erklärt, dass dieser Knoten einfach nicht weggeht und dass ich mich trotz eigentlich positiver Einstellung in der Situation mit dem Knoten, dem Zittern und den anderen körperlichen Reaktionen überfordert fühle, dadurch wieder so ein hoffnungsloses Gefühl kriege und dass dann meine positive Einstellung ohne Probleme wieder zu einer negativen macht. Genau das ist nämlich in den letzten zwei Wochen mit mir passiert und ich fühl mich schlechter als je zuvor Sie meint nun, es wäre vielleicht eine Idee, sich medikamentöse Unterstützung zu holen (Antidepressive o.ä.) und daher habe ich sehr bald einen Termin beim Psychiater. Natürlich hat mich das erst mal etwas geschockt, dass es nun so weit gekommen ist, aber es ist für mich ein Schimmer Hoffnung und wenn es mir hilft, mache ich das sofort...

  7. #7
    Neuling
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    Cool selbstbewusstsein

    hi

    vielleicht ist die zitternde stimme nur das "output" deiner unsicherheit...kann es sein, dass dich in letzter zeit vielleicht andere sachen beschäftigen? (wie zB allgemeine Unsicherheit, vielleicht fühlst du dich gerade in deiner Haut nicht wohl?)

    Wenn es von wo anders kommt, solltest du dich genau DARUM kümmern.

    vielleicht sind es eben genau DIE paar Ereignisse, die dich so unsicher gemacht haben? du bist quasi traumatisiert aber versuch folgendes:

    Du solltest dir überlegen, welche Ereignisse das waren und genau diese Sachen (Gedicht oder was auch immer du da vorgetragen /lesen hast) noch einmal allein für dich laut vorlesen und es so oft tun, bis du es so hinkriegst, wie dus eigentlich haben wolltest...um es quasi für dich selber wieder gut zu machen und dir zu beweisen, dass dus ja kannst, du aber eben nur einen schlechten Tag hattest oder dich irgendwas anderes aus der Bahn geworfen hat.

    Atmen hin oder her, natürlich sollte das auch stimmen, aber im Endeffekt, wenns "schmiert" dann gehts von alleine, egal wieviel Luft man hat oder nicht. Ich würde mich an deiner Stelle garnicht so sehr an diese Atemsache festmachen. Das einzige was du diesbezüglich machen könntest, wäre dir unterschiedlich lange (am besten mit kniffligen Satzgliedern, Satzhebungen) Sätze zusammenschreiben und die dann SO LAUT WIE MÖGLICH (damit du dich und deine Stimme ja auspowerst) vorliest und schaust, wie oft du bei verschieden langen Sätzen, Luft holen solltest. Zb : kurzer Satz: Ein Atmenzug. 3Teiliger Satz (jetzt nur so ungefähr betrachtet) etwas konzentrierter und bewusster aufsagen, weil du ja mehr Atem brauchst. Das kann man üben.

    ich glaub dein Problem liegt in deinen Erlebnissen und die Stimme fängt nur dann an zu zittern wenn du a) nicht sicher bist, was du da eigentlich tust / liest (also immer bewusst Sachen vorlesen, vorher gut durchüben) b) du eine andere Unsicherheit hast (zB: was denken die sich in der Klasse?) - dann solltest du dich natürlich vorher mental darauf einstellen, dass dir das *******-egal sein muss und du deinen Vortrag nach besten KÖNNEN und WISSEN vortragen wirst und weil du es ja übst und durchgehst, wirst du das auch oder c) dich etwas GANZ anderes plagt wie zB: ich seh heut *******e aus (-> dann natürlich immer darum kümmern, dass du dich wohl fühlst) und so weiter..

    also aus meiner Erfahrung raus kann ich nur sagen, dass mein Vater (der lange als Chef in einem Büro gearbeitet hat) mich IMMER unter Druck gesetzt hat mit "sprich lauter, sprich deutlicher, du musst Leute so und so begrüßen, so und so Sachen betonen und genau aus diesem "Druck" heraus, hab ich rein garnichts geschafft und es immer verbockt - hab bei ihm ne zeitlang im Büro gearbeitet - ... als ich aber mein "Selbstbewusstsein" und sein blödes Getue in einer anderem Büro in dem gearbeitet hatte ..überwunden hatte, sprach ich dann fließend und eig. genau so, wie ers haben wollte...und den Unterschied machte nur mein Selbstbewusstsein.....also setz ich das mal an erster Stelle... damit mein ich eben: sei dir sicher, ******* auf die andern und gib dein bestes und lass dich von der Stimme nicht unterkriegen...kontrollier sie ...und sobald man etwas perfekt kontrollieren kann, läuft es nebenher einfach ohne probleme (so wie Autofahren, da denkt man ja auch nicht in jeder Sekunde daran, wie man schaltet oder wie man jetzt das Lenkrad dreht und gleichzeitig auf den Verkehr achtet...) you know? Falls du noch kein Auto hast -> Radfahren is das gleiche *g*

    viel glück, du machst das!! ich lies mir mein gequake jetzt sicher nicht durch, viel zu lang, also müsst ihr über abenteuerliche sätze hinwegsehen *g*

    greets ! der tee, mit milch

  8. #8
    Schreibkraft Avatar von Andy Naivpsychologe
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    Standard

    Hallo Devotion,
    an deiner Stelle würde ich mir nicht so viele Sorgen machen.
    Du siehst es, steuerst dagen, machst Therapie und Atemübungen und
    Bücher und laut lesen oder aufnehmen...

    Ein Tiefenpsychloge würde wahrscheinlich sagen, "dass das die Spitze des
    Eisbergs ist".
    Und ein Koch wiederrum dazu, "es wird heisser gekocht als es gegessen wird".

    Mehr fällt mir dazu nicht ein.

    mfg

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