Hallo,
ich habe mehrere Probleme, wegen denen ich hier schon einmal gepostet hatte, aber die eine Sache hat sich v.a. in den letzten Wochen so extrem entwickelt, dass ich dazu nochmal um euren Rat bitten möchte. Wird etwas länger als nötig, ich krieg das einfach nicht hin, sowas kurz zu machen
Es fing damit an, dass meine Stimme während eines freiwilligen (!) Vortrags angefangen hat zu zittern. Das Problem hatte ich vorher nie so extrem, also habe ich darüber natürlich viel nachgedacht, immerhin war es mir echt peinlich.
Einige Zeit später hatte ich dasselbe Problem beim Vorlesen auf einer Fremdsprache (benotet). Meine Stimme hat so sehr gezittert, dass ich zwischendurch die ganze Zeit Atempausen machen musste. Auch extrem unangenehm.
Dann wurde das Vorlesen generell zum Problem, auch auf Deutsch, obwohl ich das an sich perfekt kann.
Inzwischen habe ich nun starke Angst, in die Schule zu gehen. Immerhin bin ich vom Baldrian losgekommen und benutze inzwischen was anderes von der Homöopathin.
Jeden Tag habe ich dieses Nervositätsgefühl (Knoten in der Brust), das noch stärker wird, sobald etwas gelesen oder erklärt werden muss. Dabei vor der Klasse zu stehen macht alles noch 1000x schlimmer. Ich mache die ganze Zeit Atemübungen, um das Zittern ein wenig zu mindern und wenn ich dann merke, dass das gerade gar nicht so stark ist, ist dieser Knoten in der Brust trotzdem so störend, dass ich mir trotzdem nicht zutraue, etwas vorzulesen oder an der Tafel zu erklären. Auch, weil ich Angst habe, dass ich während dem Reden wieder eine zittrige Stimme bekomme. Inzwischen versuche ich mich oft zu überwinden und mich genauso oft in der Schule zu melden wie früher, das geht, wenn auch unter enormem Herzklopfen. Trotzdem achte ich dabei darauf, dass ich nicht zu lang spreche, weil mein Atem dann schlapp macht. Ich achte einfach immer auf meine Stimme, sogar wenn ich mit meiner Familie rede (die meine Probleme kennt).
Früher habe ich das nie gemacht. Ich habe immer gern geredet, wahnsinnig gern vorgelesen, auch gerne Sachen erklärt und Vortäge haben mir in der Regel nicht allzu viel ausgemacht. Habe mal Theater gespielt und vor nicht allzu langer Zeit vor der ganzen Schule ein seeeehr peinliches Gedicht vorsprechen müssen und nie und nimmer habe ich dabei so sehr auf meine Stimme geachtet.
Der Übergang zwischen "normale Stimme" und "zitternde Stimme" ist fließend. Wenn man einmal drauf aufmerksam geworden ist, ist es schwer wieder loszuwerden, egal wie albern es erscheint.
Ich weiß schon gar nicht mehr, wie man vorlesen und lange sprechen kann, ohne dabei bewusst Atempausen zu machen. Auch wenn ich vor mir einfach mal rede -wahrscheinlich tue ich das um mir zu beweisen, dass ich es noch "kann"- komme ich außer Atem. Zittern tue ich inzwischen immer ein bisschen.
Hat jemand vielleicht eine Idee, wie ich das Vertrauen in meine Stimme wiedererlangen kann? Zuhause laut vorlesen mache ich schon. Ich muss, glaube ich, einfach lernen, nicht mehr darauf zu achten.
Achja, in psychologischer Behandlung bin ich bereits, u.a. auch wegen den anderen Problemen, allerdings ist das Psychoanalyse und so weit sind wir noch nicht. Zumindest hilft es mir noch nicht, damit besser umzugehen. Ein Selbsthilfebuch habe ich mir auch gekäuft ("Ängste verstehen und überwinden" von Doris Wolf), vielleicht ist das ein Ansatz...
Vielen Dank
Devotion


LinkBack URL
About LinkBacks
Zitieren


) und in der Situation mache ich öfters eine Atemübung, bei der man in einer Bewegung ein- und wieder ausatmet und dann die Luft für 6-10 Sekunden anhält. Dann wieder atmen usw. Das ganze macht man ca. 2-3 Minuten, dann sollte man sich entspannter fühlen. Bei mir hat das auch schonmal sehr gut gewirkt, aber in der Schule muss man dann ja oft schreiben, zuhören usw., sodass ich eigentlich gar keine 2-3 Minuten "ungestört" Zeit habe.

Lesezeichen