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09.01.2008, 18:47
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#1 (permalink)
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Neuling
Registriert seit: 09.01.2008
Ort: RP
Beiträge: 5
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Keine Energie mehr für den Alltag
Hallo!
Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Wie auch immer - ich bin mir darüber im Klaren, dass es mit mir so wie es jetzt momentan ist, nicht weitergehen kann. Ich versuche einmal von vorne anzufangen - verzeiht mir bitte das überflüssige Geschwafel..
Als Scheidungskind bin ich von frühen Kinderjahren an auf Selbstständigkeit getrimmt worden. Dem damaligen Umfeld ist es zu verdanken, dass ich mich mehr Büchern, Experimentierkästen und Spielzeug widmete, als dem Aufbau von sozialen Kontakten und Kompetenzen. So war ich lange Zeit ein Außenseiter, Einzelgänger und entwickelte (warum auch immer) gewisse Messizüge.
Durch gute Freunde habe ich es im Laufe der Jahre geschafft, selbst an mir zu arbeiten, (betreffend der sozialen Kompetenz) einiges Nachzuholen und den Sprung in die Mitte wieder zu schaffen: Ich wurde auf Partys eingeladen, hatte Kumpels und weiterhin gute Freundschaften. Trotzdem waren meine Ängste, wieder als Außenseiter dazustehen enorm, und ich kompensierte das damit, dass ich Andere unterstützte, genau aus dieser Position herauszukommen. Im Laufe der Zeit entwickelte ich scheinbar eine Ausstrahlung, die andere Menschen sich gegenüber mir öffnen lies.
Nachdem ich meine erste Freundin hatte (mit 16 Jahren), wurde ich regelrecht süchtig nach Gesellschaft und fühlte mich nicht mehr über einen längeren Zeitraum alleine wohl - früher konnte ich problemlos Tage- und auch Wochenlang die Zeit nur mit mir selber (und meiner Mutter im Hintergrund) verbringen.
In der nachfolgenden Zeit (>= 18 Jahre) haben sich zwei große Beziehungen ergeben. In dieser Zeit bin ich aufgeblüht, habe meinen ewigwährenden Messidrang nahezu komplett überwunden, habe eine Selbstständigkeit aufgebaut und große Fortschritte in meiner Ausbildung erzielt. Ich konnte durch diese Beziehung aus einer schier undendlich wirkenden Kraftreserve schöpfen.
Nachdem die erste Beziehung zerbrochen ist (ich habe zu viel geklammert, was sie abgeschreckt hat) bin ich in ein tiefes Loch gefallen, habe mich und meinen Körper vernachlässigt, meine Ausbildung links liegen lassen, Freundschaften nicht weiter gepflegt und mich komplett isoliert. Mit der Zeit ist dieses allerdings besser geworden, und ich habe die Liebe zum Joggen entdeckt, worin ich einen Ausgleich gefunden habe.
Rein zufällig habe ich ein Jahr nachdem die Beziehung zerbrochen ist eine neue junge Frau kennen gelernt, und bereits 3 Monate später sind wir zusammen gekommen. Auch hier blühte ich erneut auf, versetzte regelrecht Berge und war glücklich und zufrieden. Mein komplettes Leben schien perfekt.
Leider lebten wir uns auseinander, und ich wurde nur noch als Brieftasche mißbraucht. Etwa ein halbes Jahr lang habe ich mir überlegt die Beziehung zu beenden, weil es mich sehr verletzt hat - auf der anderen Seite konnte ich es aber nicht. Erst als ich von meinen besten Freunden regelrecht dazu gedrängt worden bin, habe ich die Beziehung schweren Herzens beendet. Dies ist nun ungefähr ein 3/4 Jahr her.
Ich habe mehrere Anläufe genommen, mich wieder auf zu raffen, die aber alle komplett gescheitert sind. Dazu sollte ich sagen, dass ich nicht nach außen hin depressiv durch die Welt stolziere - ich bin ein wunderbarer Fassadenbauer, und die, die mich kennen lernen würden meine Probleme nie erahnen, sondern kennen mich als fröhlichen Menschen und dauerhaften Optimisten. Mein Inneres zeige ich nicht.
Im Moment bin ich so tief gefallen wie noch nie zuvor, und mir fehlt die Kraft weiter zu machen. Ich sehe keinen Sinn in meinem Leben. Das, was ich mir während einer Beziehung aufgebaut habe bricht wie ein Kartenhaus über mir zusammen, da ich die Kraft aus der Zeit nicht mehr habe.
Habt ihr Ähnliches erlebt?
Was könnt ihr mir raten?
Vielen, Vielen Dank im Voraus!
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09.01.2008, 20:55
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#2 (permalink)
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Gesperrt
Registriert seit: 14.08.2007
Ort: Gütersloh
Beiträge: 1.238
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Heute ist es scheinbar Mode, wegen Dingen zu jammern, ich sehe in deinem Beitrag beim besten Willen nicht ein einziges Problem. Du hast 2 Beziehungen beendet. Das ist dein "Problem"? Andere beenden in eine Jahr 3 Bezeihungen. Verzeih mir, wenn ich irgendetwas überlesen habe, wo noch was bedeutsameres drin steht, mehr kann ich aber nicht entnehmen.
Du hast doch alles, was man sich in der Hinsicht wünschen kann, du sagst selbst, du wirkst positiv, sagst selbst, du hast eine Art, die die Menschen veranlasst, sich dir gern zu öffnen. Du hast kein Problem, dich sozial einzuordnen, also reiss dich verdammt nochmal zusammen, Mensch  Such dir nicht Probleme, weil heutzutage jeder welche "braucht". Was erwartest du denn, dass dich dir erste Frau, die dir gefällt, gleich auf elle Ewigkeit liebt? Irgendwo macht jeder seine ersten Gehversuche, das weiss sogar ich und ich weiss auch, dass das schwer ist... das ist aber das ganze Leben.
Gruß
Time
Geändert von Time (09.01.2008 um 20:57 Uhr)
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09.01.2008, 21:02
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#3 (permalink)
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Neuling
Registriert seit: 09.01.2008
Ort: RP
Beiträge: 5
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Mein Problem ist, dass ich seit nun bestimmt 2 Monaten nichts und wirklich nichts geschaffen bekommen. Das geht so weit das ich teilweise nicht aus dem Bett komme, die Post ungeöffnet liegen bleibt und ich ernsthaft überlege ob das Leben für mich noch einen Sinn ergibt.
Ich stehe unter dem Schatten des Konstruktes, was ich während meiner Beziehung, meiner Hochphase geschaffen habe - das kurz davor steht mich zu erdrücken weil mir die Kraft fehlt es zu tragen.
Ich habe keine Kraft, keine Energie, keine Motivation. Ich kann mir selber nicht helfen, zumindestens habe ich keine Idee was ich noch probieren kann.
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10.01.2008, 16:39
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#4 (permalink)
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Gesperrt
Registriert seit: 14.08.2007
Ort: Gütersloh
Beiträge: 1.238
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Du kannst probieren, die Dinge etwas anders zu sehen. Denn wenn etwas keine Grund hat - und den nennst du nicht - dann ist es grundlos. Mach dir klar, dass dieser Zustand grundlos ist. Es ergibt keinen Sinn, dass du dich so fühlst.
Nichts geschaffen kriegen - kenne ich, es gibt Dinge, die ich 1000 mal versucht habe "hinzubekommen", vergebens
Die Post bleibt liegen - einfach hingehen und aufmachen, wo ist dein Problem? Hat dir jemand die Beine abgeschnitten? Auch die sind übrigens Dinge, denen man manchmal dankbar sein sollte. Wenn du dich leer und unerfüllt siehst, dann such dir was, um das zu kompensieren. Betrinke dich, such dir einen Fetisch, spiele Killerspiele, oder aber, lerne mit dem umzugehen, was du hast.
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10.01.2008, 17:36
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#5 (permalink)
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Verleger
Registriert seit: 12.01.2007
Ort: Köln
Beiträge: 2.314
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Zitat:
Zitat von hw23
Habt ihr Ähnliches erlebt?
Was könnt ihr mir raten?
Vielen, Vielen Dank im Voraus!
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Ja, ich habe ähnliches erlebt. Auch ich hatte mal(man höre und staune) eine glückliche Beziehung. Auch mir hatte das unheimlich viel Selbstbewusstsein gegeben. Ist allerdings schon so lange her, dass ich mich kaum noch dran erinnern kann. Danach hatte ich mich nochmal sehr verliebt, was allerdings komplett in die Hose gegangen ist. Dies hatte dann genau den gegenteiligen Aspekt. Jegliches Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein ist mir abhanden gekommen. Es hat sich etwas erholt, aber es ist einfach nicht mehr das gleiche wie früher. Vor allem Männern gegenüber, die ich attraktiv finde, kann ich geradezu phobisch sein. Ich habe zwar viel geschafft in den letzten paar Jahren; ich war beruflich anerkannt, hab meine Traum vom Studium erfüllt, bin in eine andere Stadt gezogen, hab meine Sucht überwunden, aber auch mir wird die Last immer größer. Oft empfinde ich das Leben nur noch er- und bedrückend. Ich ziehe mich immer mehr zurück, finde keinen richtigen Kontakt zu andern. Auch mir merkt man das alles in der Öffentlichkeit nicht wirklich an(außer vielleicht die Schüchternheit Männern gegenüber). Ich warte immer, das irgendwas passiert in meinem Leben, denke, da muss noch was kommen. Aber irgendwie komm ich nicht in die Pötte. Bei mir liegt das aber auch zum Teil an inneren Konflikten und Zerissenheit. Diese Angst ein Außenseiter zu sein, habe ich auch. Eigentlich bin ich es ja auch. Ich wohne hier erst seit ein paar Monaten und denke, dass sich vielleicht noch was ändert.
Einen Konkreten Tipp, kann ich dir leider nicht wirklich geben. Hätte ich den, würde ich ihn selbst anwenden. Es liegt wohl größtenteils an einem selbst, den inneren Schweinehund zu überwinden und an sich zu arbeiten. Jeder kann auch mal ne Depriphase haben, das heißt nicht, dass alles im A... ist.
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11.01.2008, 08:33
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#6 (permalink)
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Neuling
Registriert seit: 09.01.2008
Ort: RP
Beiträge: 5
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Hi!
Danke für deine Antwort! Schön, damit nicht ganz alleine da zu stehen.
Selbstwertgefühl? Hatte ich auch einmal. Bei mir ist das Problem auch, dass jeder Anlauf, sich aus der Misere zu retten in einem größeren Chaos mit viel Kummer endet. So - bei meinem Glück - habe ich eine wunderbare Frau kennen gelernt, wir haben uns ineinander verliebt und es schien perfekt - bis sich herausstellte, dass es die Verlobte von einem Arbeitskollegen war.
Mein Problem inzwischen ist, dass ich jede nette Frau sofort als "potenzielle Kandidatin" betrachte, und eine Freundschaft innerlich gar nicht mehr in Betracht ziehe. Das ich so nicht weiterkomme ist mir klar, aber wenn ich in der Situation stehe, kann ich nicht anders..
So, dann werde ich mal weiter versuchen den Schweinehund zu zähmen..
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11.01.2008, 09:39
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#7 (permalink)
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Verleger
Registriert seit: 12.01.2007
Ort: Köln
Beiträge: 2.314
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Zitat:
Zitat von hw23
Mein Problem inzwischen ist, dass ich jede nette Frau sofort als "potenzielle Kandidatin" betrachte, und eine Freundschaft innerlich gar nicht mehr in Betracht ziehe. Das ich so nicht weiterkomme ist mir klar, aber wenn ich in der Situation stehe, kann ich nicht anders..
So, dann werde ich mal weiter versuchen den Schweinehund zu zähmen..
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Ja, das Problem kenne ich zu gut. Männer ergreifen da noch viel schneller die Flucht, als Frauen. Nur wer Zufriedenheit ausstrahlt, hat Erfolg beim andern Geschlecht. Wie man dahin kommen soll, weiß ich nicht. Je länger man alleine ist, desto größer die Verzweiflung desto größer die Unattraktivität beim andern Geschlecht desto größer die Verzweiflung... Ein Teufelskreis. Aus dem man ausbrechen kann, indem man einfach drauf sch... ob man jemanden hat, oder nicht.
Geändert von Waris (11.01.2008 um 09:43 Uhr)
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11.01.2008, 15:15
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#8 (permalink)
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Gast
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Zitat:
Zitat von hw23
Mein Problem inzwischen ist, dass ich jede nette Frau sofort als "potenzielle Kandidatin" betrachte, und eine Freundschaft innerlich gar nicht mehr in Betracht ziehe. Das ich so nicht weiterkomme ist mir klar, aber wenn ich in der Situation stehe, kann ich nicht anders..
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Hallo,
hilft das nicht in der Situation, wenn man sich kurz mal überlegt, wie es einem selbst ergehen würde, wenn Andere einen genauso abchecken würden? Ich finde, wenn man gedanklich den Spieß umdreht, hilft das schon oft auf den Boden der Realität zu kommen und etwas lockerer zu werden.
LG Gaby
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