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Thema: Keine Identität- bin ich niemand?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Keine Identität- bin ich niemand?

    Hallo!
    Ich habe diesen Text bereits in einem anderen Forum gepostet,
    werde ihn einfach kopieren und einfügen.
    Bis jetzt habe ich nur meinem Psychiater und mir selbst davon erzählt, in dem anderen Forum haben mir zwei Leute geantwortet.
    Zehn Augen sehen mehr als Acht- ich freue mich
    wirklich über jede Antwort! Vielleicht kennt jemand dieses Gefühl
    oder kann meinem komischen Leiden einen Namen geben?

    "Bin jetzt 18 Jahre alt und seit ca 5 Jahren ziemlich am abdrehen - weiß nicht, was mit mir los ist.
    Vor einigen Monaten wurde eine bipolare Störung diagnostiziert, bekomme
    seitdem Lamotrigin. Konnte noch keine Besserung bemerken. Zweifele auch
    stark daran, dass es wirklich das ist.

    Ich weiß ehrlichgesagt nicht, wo ich anfangen soll.
    Als ich von der Grundschule aufs Gymnasium wechselte, kam ich in meiner
    neuen Klasse garnicht zurecht und habe mich von einem extrovertieren,
    starken Kind in ein schüchternes, zurückhaltendes Mädchen entwickelt. Kling
    nicht so schlimm. War es auch nicht. Ab da fing "es" halt an.
    Im Grunde ist der Auslöser immer ein Lied, dass ich höre, einen Film, den ich sehe
    oder ein Buch dass ich lese. Irgendwas, mit dem ich mich auf irgendeine Art
    identifiziere. Von einem Tag auf den anderen bin ich ein "anderer Mensch". Jedesmal
    bin ich mir sicher: JA! Genau das kennst du, genau das bist du!
    Was am Anfang recht harmlos und normal war (Selbstfindungsphase
    und Weltschmerz in der Pubertät), ist immer krasser geworden. Von einem Tag auf den anderen
    wechsele ich radikal den Freundeskreis, die Musikrichtung, meine Wünsche. Alles richtet
    sich dann auf diese eine Sache aus.
    Das Muster ist seit 5 Jahren immer gleich:
    Krasse Veränderung, ca 3-4 Monate spiele ich die selbe Rolle.
    Dann Kontaktpause mit neuen "Freunden", Einsamkeit, Traurigkeit, Leere. Dann wieder eine Veränderung.
    Ich inszeniere mein Leben, meine "Freunde" nehmen nur einen Platz ein, den ich für meine Scheinwelt suche.
    Wie Komparsen in meinem kleinen Film. Hat natürlich nie geklappt-
    wie sollten sie meine Erwartungen auch erfüllen?
    Ich habe sie auf eine richtig widerliche Art ausgenutzt und manipuliert.
    Danach jedesmal wieder die Einsamkeit. Das wäre im Grunde alles nicht so tragisch, wenn ich mich nicht
    damit selbst gefährden würde. Zu der Person, die ich dann zu dem Zeitpunkt glaube zu sein, gehören immer
    auch Probleme. Als ich auf dem Trip war, "normal" werden zu wollen, brach ich Essen aus um abzunehmen,
    Als ich mich in der Feierszene zuhause gefühlt habe, nahm ich Drogen. Ich habe schon viel an blöden Sachen,
    die man machen kann, durch. Jetzt alles aufzuzählen wäre sinnlos, da ich auch meine negativen Verhaltensweisen
    in dem Moment ablege, in dem ich in eine neue Rolle schlüpfe oder eben einige Monate diese Leere entsteht.

    Ich bin eigentlich der Meinung kontrollieren zu können, wann ich wer bin. Immer das, wofür ich mich gerade
    beigeistere (Musikrichtung, Lifestyle, Gruppierung). Aber es könnte sein, dass ich nächste Woche auf einmal
    irgendwas genial finde, was ich vorher immer lahm und uninteressant fand. In den letzten zwei Monaten ist
    es mir gelungen, sowas sofort wieder zu unterdrücken und auf den Boden der Tatsachen zurückzukommen.
    Leider ist mir meine eigentliche Identität irgendwie abhanden gekommen. Ich weiß nichtmehr, wer ich bin, was
    ich will und wer meine Freunde sind. Zu anderen Menschen habe ich immer eine gewisse Distanz, da sie
    ja nur Teilaspekte meiner Persönlichkeit kennen. Oder ich breche den Kontakt ab, da mir Dinge, die ich während
    meiner "Phasen" getan habe, jetzt peinlich sind.

    Gibt es für meinen komischen Kram einen Namen? Kennt das vielleicht jemand? Fühlt jemand ähnlich?
    Was sind eventuelle Lösungsansätze?"

    In dem anderen Forum wurde schon der Verdacht "Borderline" geäußert,
    da dafür "Identitätsstörung" DAS Kriterium wäre.
    Meine beste Freundin sowie mein Exfreund leiden beide unter BPS, gewisse
    Ähnlichkeiten gibt es schon, aber Dinge wie "Angst vorm Verlassenwerden"
    habe ich nicht, zumindest nicht, dass es mir bewusst wäre.
    Wenn ich mich im Internet informiere, passen gefühlte 4810119 Erkrankungen.
    Wie immer alles und damit wieder nichts...

    Wie schon gesagt- ich freue mich über jeden Tipp und jedes Wort.
    Liebe Grüße, Mona.

  2. #2
    Gast784
    Gast

    Standard

    n dem anderen Forum wurde schon der Verdacht "Borderline" geäußert,
    da dafür "Identitätsstörung" DAS Kriterium wäre.
    hallo,

    auch für die Pubertät - bis in die Adoleszenz hinein (also Anfang 20) ist eine fortlaufende Identitätsstörung eines der herausragendsten Kriterien. Die Identitätsfindung ist in dem Lebensabschnitt eine der größten Aufgaben.

    Warum muss es denn unbedingt eine Krankheit sein?

    Schon mal daran gedacht, dass Du neben Deiner bipolaren Störung auch noch Normalo-Teenager bist?

  3. #3
    Neuling
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    Standard

    Zitat Zitat von Gabiannarele Beitrag anzeigen
    hallo,

    auch für die Pubertät - bis in die Adoleszenz hinein (also Anfang 20) ist eine fortlaufende Identitätsstörung eines der herausragendsten Kriterien. Die Identitätsfindung ist in dem Lebensabschnitt eine der größten Aufgaben.

    Warum muss es denn unbedingt eine Krankheit sein?

    Schon mal daran gedacht, dass Du neben Deiner bipolaren Störung auch noch Normalo-Teenager bist?
    Hey, vielen Dank erstmal für meine Antwort!
    das habe ich ja auch so lange gehofft Aber kenne niemanden,
    der so komisch drauf ist wie ich. Wie schon geschrieben habe ich
    versucht normal zu sein. Ich hab alles gemacht was die anderen
    auch alle machen, es hat nicht geklappt. Ich habe Freunde gesucht in
    meinem Jahrgang aber ich kann mich niemandem öffnen, als wäre ich
    gefangen in mir selbst. Und jetzt komm bitte nicht mit "Sei du selbst".
    Ich weiß nicht wer ich bin also kann ichs' auch nicht sein!
    Eigentlich alle die mich kennen/kannten finden/fanden mich komisch.
    Seit ich meine Drogenabhängigkeit besiegen konnte fühle ich mich noch
    unpassender, wie so ein Störpartikel in meiner eigenen Umwelt, kann
    ich kaum beschreiben. Ich mache mir meine Probleme alle selbst und
    weiß nicht wieso. Kann mittlerweile kaum noch in den Spiegel schauen.
    Irgendwas ist falsch an mir und ich weiß nicht was, ich will einfach dass
    es weg geht und ich irgendwie normal-zufrieden sein kann.
    Dabei habe ich- eigentlich- garkeine Probleme bis auf diese ******* die mir alles versaut.
    Geändert von mona93 (16.02.2011 um 18:19 Uhr)

  4. #4
    Gast784
    Gast

    Standard

    Aber kenne niemanden,
    der so komisch drauf ist wie ich.
    Echt? Dann lies Dich hier doch um! In Deinem Alter sind anscheinend die allermeisten so komisch drauf wie Du.

    Normal ist, sich daneben zu fühlen
    Du bist eine von vielen, so wie Du Dich fühlst. Damit will ich es nicht abmildern, aber Du kannst, so schräg wie Du Dich fühlst, zu fast allen Deiner Altersgenossen sagen: willkommen im Club.

    Und hier in diesem Forum sowieso. Lest ihr euch eigentlich gegenseitig nicht, weil ihr nur um den eigenen Bauchnabel kreist, oder wie ist das?

    Anstatt so viel Brainf*ck zu veranstalten, wie Du sein müsstest, solltest, wolltest etc, wärs vll ergiebiger Dich mal umhören, wie es Anderen so geht, wie die damit umgehen. Und zwar nicht bei den Schaumschlägern und Blendern, sondern bei den ganz unnormal-Normalen um Dich rum. Vieles entspannt sich immens, wenn man life erlebt, dass auch andere Leuts die selben oder ähnliche Fragen und Verwirrungen haben.
    Geändert von Gast784 (16.02.2011 um 19:11 Uhr)

  5. #5
    Neuling
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    Standard

    Hm, durch "das kommt alles durch die Pubertät" und "guck mal allen
    gehts genauso" hast du mir leider kein Stück geholfen (;
    Genausowenig wie durch Phrasen wie "das wird schon wieder"
    und "anderen gehts viel schlechter".
    Mehr hattest du nicht zu sagen, also hättest dus auch gleich
    bleiben lassen können-

    Auf die Pubertät haben ich, Freunde und Familie es auch lange
    geschoben aber ob du mir glaubst oder nicht- so wie bei mir äußert
    es sich bei sonst niemandem. Ich verliere komplett die Kontrolle
    über mich, schlafe kaum, trinke, fühle mich unbesiegbar, blabla.
    Deshalb war Diagnose ja auch Bipolar. Nur mit irgendwas
    muss es ja zusammenhängen, dass sich meine depressiven Phasen
    dadurch "ablösen" lassen dass ich halt wieder "sowas" mache.

    Und jetzt komm mir nicht wieder mit Pubertät, ich will von dir hier
    keine Antworten mehr. Die Erklärung war nur, falls vielleicht
    jemand anders eine Idee hat.

  6. #6
    Gast784
    Gast

    Standard

    will von dir hier
    keine Antworten mehr.
    Dann setz mich auf Igno oder bewirb Dich hier als Mod. Dann darfst Du mir das tippen verbieten.

    Dir wird im Netz auch niemand "helfen" können, weil Du Deine Probleme im RL hast. Aber wahrscheinlich willst Du ja nur mit ein paar Leuten Deinen Sumpf teilen, das findest Du natürlich im Netz.

    Wenn Du schon eine Diagnose hast, dann hast bzw hattest Du auch einen Arzt. Wenn Du wirklich etwas ändern wollen würdest, dann würdest Du das mit dem besprechen und ggf therapeutische Wege aufzeigen lassen. Das wäre konsequent.
    Geändert von Gast784 (18.02.2011 um 06:21 Uhr)

  7. #7
    Neuling
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    Standard

    Wenn Du schon eine Diagnose hast, dann hast bzw hattest Du auch einen Arzt. Wenn Du wirklich etwas ändern wollen würdest, dann würdest Du das mit dem besprechen und ggf therapeutische Wege aufzeigen lassen. Das wäre konsequent.
    Hab ich ihm alles erzählt, natürlich. Mich würde halt nur die Meinung
    von anderen "Außenstehenden" interessieren, ob es mehr Leute gibt
    die das kennen, ob jemand Tipps hat wie ich die Kontrolle über
    mich behalten kann... Naja.Grüße trotzdem. War wahrscheinlich
    etwas unfreundlich . Du willst mir ja nichts böses- vermute ich.

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