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Thema: Kinderlose Singles in der Mitte des Lebens

  1. #105
    Verleger Avatar von Physalis
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    Zitat Zitat von Thessa Beitrag anzeigen
    Die Gefühle sind natürlich nicht von heute auf morgen weg, gerade am Anfang, wenn man von z.B. einem Betrug erfährt.
    Doch, das war bei mir so. Der Mann war sofort für mich gestorben. Was bis zum negativen Testergebnis blieb, war die Angst vor HIV oder Hepatitis. So lange ich warten musste, war der Mann für mich noch präsent, allerdings empfand ich nur Hass und Verachtung.

  2. #106
    Verleger Avatar von Physalis
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    Hallo Schatten,

    Du sprachst von einer Neurose. Nachdem ich nun meine Kopfschmerzen hinter mir habe, habe ich darüber nachgedacht.

    In meiner Kindheit litt ich unter starken Zwangsstörungen und bin bis heute zwanghaft geblieben, wobei sich dies nun darin zeigt, dass ich ein Pedant geworden bin, was Ordnung und Aufgeräumtheit angeht. Da bin ich definitiv extrem, so extrem wie niemand, den ich kenne.

    Diese Sache hier scheint sich zum Großteil nur in meinem Kopf abzuspielen. Meine Gedanken kreisen und kreisen und ziehen mich immer weiter runter. Wenn ich aber auf die Fakten schaue, ist da doch nicht viel zum Denken:

    Ich habe mir beim falschen Mann Hoffnungen gemacht und zu lange gewartet, um ein klärendes Gespräch zu führen.
    Ab diesem Früjahr ist aber alles abschließend geklärt: Wir werden nie ein Paar.
    Darauf habe ich damit reagiert, dass ich keine körperliche Beziehung mehr führe.
    Der Kontakt ist seither freundschaftlicher Natur, mit Ausnahme der Tatsache, dass er sagt, sich nicht als ein "normaler Freund" zu sehen, sondern nach den ganzen Jahren als mehr. Aber ansonsten könnte alles ganz normal sein wie unter anderen Freunden auch - sprich, er akzeptiert meinen Rückzug - wenn nicht immer ich wieder von vorne anfangen würde und mich selbst gedanklich zum Wahnsinn treiben würde.

    Das ganze Theater ist von mir selbst gemacht, während ich von außen keinen Anlass dazu bekomme. Ich bekomme keine Versprechungen, werde nicht vertröstet, bekomme keine Liebesbekundungen. Nichts.

    Vielleicht kommt hier wirklich mein Hang zum zwanghaften Denken durch.

    Das habe ich auch zu einem anderen Thema was ich hier mal eingestellt hatte. Dabei geht es um meine Gedanken an ein weiteres Studium.
    Destruktive, schädliche Gedanken, für die es objektiv gesehen keinen Anlass gibt.
    Systematische Selbstsabotage.

    Ich denke immer, wenn ich mich nicht selbst so erfolgreich bekriegen würde, wäre mir vieles sehr viel leichter gefallen.

    Wegen dieser Art zu denken, suchte ich übrigens auch Psychologen auf. Auch in dieser Sache wurde nur mit den Schultern gezuckt.
    Geändert von Physalis (27.11.2011 um 21:02 Uhr)

  3. #107
    Schreiberling Avatar von Schatten
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    Hallo Physalis.

    Vielleicht könnte man das eine oder andere dessen, was Du geschrieben hast, deuten, aber die Frage ob Du davon tatsächlich profitierst scheint mir zweifelhaft.
    In psychoanalytischer Deutung würde man Zwänge als eine Abwehr gegen Impulse der Sexualität und allgemein der Vitalität deuten.
    Dies allein ist aber zu wenig, weil es nicht darum geht, bestimmte Verhaltensweise mit Begriffen zu belegen, sondern darum, an den psychischen Ort des traumatischen Geschehens vorzudringen, das Trauma noch einmal zu erleben, es durchzuarbeiten und dann im besten Sinne hinter sich zu lassen, statt es zu verdrängen.

    Das ist aber eine Aufgabe, die im Kontext eines Forums nicht geleistet werden kann.
    Es gibt Therapeuten, die damit umgehen können. Du kannst ja mal beizeiten, bei einem oder mehreren Analytikern ein paar probatorische Sitzungen machen und schauen, ob der eine oder andere nicht mit Deinem Problem etwas anfangen kann. Es würde mich wundern, wenn Du da auf taube Ohren stößt.

    Gruß,

    Schatten

  4. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Schatten für den sinnvollen Beitrag:

    Maeggie (28.11.2011)

  5. #108
    Verleger Avatar von Physalis
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    Hallo Thessa,

    das Buch ist da und ich habe die ersten 40 Seiten schon mal gelesen. Das ist ja schrecklich .

    Ansätze eines solchen Partnerverhaltens erlebte ich als Studentin von dem Mann, der irgendwann sagte, er sei immer noch Single und empfinde nichts für mich. Ich brauchte zwei, drei Monate um zu erkennen, dass hier hier eine üble Seite meines Partners zeigte und nicht nur eine vorübergehende Verstimmung, oder so etwas. Das mit dem nichts empfinden war der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, nachdem vorher schon so Dinge geschahen, wie Bloßstellen vor anderen Leuten. Im selben Sommer, indem sich sein Verhalten änderte, ging ich auch. Vom veränderten Verhalten bist zur Trennung vergingen bestenfalls 3 Monate. Ich habe mir oft vorgeworfen, bis zur Trennung diese Monate völlig orientierungslos und verunsichert gewesen zu sein und nicht bei der ersten Grenzüberschreitung sofort gegangen zu sein. Ich verstand einfach nicht, was da überhaupt geschah, kannte so etwas nicht.
    Nun lese ich in dem Buch, dass es Menschen gibt, die viel, viel Schlimmeres über Jahre, oder gar Jahrzehnte ertragen haben!

  6. #109
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    Hallo Physalis,

    ja, das Buch ist der Hammer. Ich war auch total gebannt, als ich es las. Dennoch konnte ich häufig zustimmen. Es wird da derart schonungslos auf den Punkt gebracht, wie diese Egozentriker agieren, das es einen total ergreift.
    Es macht einem deren Verhalten und Manipulationen sehr bewußt und sensibilisiert einen.

    Ist eine Weile her, das ich es las, werde es sicher noch einmal lesen. Hier kann man viel lernen.

    LG
    Thessa

  7. #110
    Verleger Avatar von Physalis
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    Hallo Thessa,

    ich hatte heute eine längere Wartezeit und habe das Buch schon durch. Allerdings habe ich den Teil mit dem Mobbing am Arbeitsplatz nur quer gelesen, weil ich damit als Selbständige überhaupt nichts zu tun habe.

    Hätte ich dieses Buch doch mal damals gekannt, als ich mit diesem - wie die Autorin sie nennt - perversen Narzissten zusammen war! Ich hätte es mir sparen können, mich über die ganzen Jahre immer wieder zu fragen, was damals die Wesensveränderung verursacht hatte. Die ganze Zeit über wünschte ich mir eine Erklärung.
    Also die habe ich nun in diesem Buch gefunden. Ich habe die Eskalation der seelischen Gewalt zwar nicht abgewartet, sondern ging relativ früh, so dass ich Gott sei Dank nicht die komplette Gewaltspirale erlebte. In dem Buch werden die verschiedenen Stadien ja gut beschrieben.

    Es passte wirklich fast alles bis aufs Haar. Das Verhalten, welches ich zunächst als Verliebtheit oder Liebe deutete, das aber nur Verlangen bedeutete. Daher auch die für mich überraschende Aussage, mich nie geliebt zu haben. Ich konnte dies nicht einordnen.
    In dem Buch steht doch sogar, dass diese Irren sich gerne zu moralischen Fragen äußern, sagen was gut und was böse ist. Mein Ex schreibt genau zu solchen Fragen sogar für Zeitschriften.

    Oder die Sache, dass Kommunikation verweigert wird und die Frau beginnt Briefe zu schreiben, die dann auch ignoriert werden....

    Ich möchte nun nicht mit einer langen Liste langweilen, aber es passte so sehr, dass ich geschockt bin. Bis hin zu dem Punkt, dass niemals der Aggressor Schluss macht, sondern das Opfer.

    Nur eine Sache passte nicht: Als ich Schluss machte, wurde ich nicht weiter gequält, sondern er ließ mich in Ruhe. Wie in dem Buch auch stand, gehe ich auch in meinem Fall mit großer Sicherheit davon aus, dass es da bereits die nächste Frau gab, die er begehrte und von der er sich Verständnis erhoffte.

    Danke Thessa, für diesen wirklich sehr hilfreichen Buchtipp!

    Ich denke, ich kann nun damit aufhören, zu denken, dass es vielleicht eine Möglichkeit hätte geben können, den Zauber der Anfangszeit zurück zu holen. Wie es in dem Buch steht: ich wurde erst verführt und als das gelungen war, kam der Verwandlung und die seelische Gewalt begann. Ich war wochenlang wie gelähmt, weil ich diese Veränderung überhaupt nicht einordnen konnte.

    Ich schien ihm wohl ein ideales Opfer zu sein. Ich hatte zuvor keine Form der Gewalt erlebt, weder körperlich noch seelisch und verfügte weder über einen entsprechenden Instinkt noch über das Wissen, wie ich mich zu verhalten hatte. Letztlich hat er sich aber verschätzt, denn das "Opfer" warf schon nach wenigen Monaten endgültig das Handtuch. Ich bin keine Masochistin und hatte absolut keine Lust auf Gewalt.

    Eigenartig finde ich, dass ich immer noch an der Sache knabbere, obwohl die Gewalt nur wenige Monate anhielt und es mehr als 10 Jahre her ist. Ich denke aber, dass es mich besonders getroffen hat, weil ich vorher nur Menschen kennen gelernt hatte, die es gut mit mir meinten. Es war einfach ein Schock für mich, der mir bis heute in den Knochen sitzt. Vielleicht hätte ich die Geschichte auch schon vergessen, wenn ich danach eine zukunftsfähige Beziehung eingegangen wäre und wieder Sicherheit gewonnen hätte.

    LG,

    Physalis
    Geändert von Physalis (01.12.2011 um 21:40 Uhr)

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