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Thema: Kirche/Mauern/angst

  1. #1
    Neuling Avatar von it's me!
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    Beitrag Kirche/Mauern/angst

    ich bin seit einiger zeit in amerika und meine gastfamilien haben mcih regelmaesig zur kirche mitgenommen.
    es ist so anders.
    die menschen GLAUBEN.
    der Pfarrer erzaehlt geschichten aus seinem leben.
    Es ist so viel energie dahinter.
    so viel Leben
    so viel Glauben.

    Ich meine, der Pfarrer ist so enthusiastisch, er hat regelrecht geschrien "PRAISE THE LORD! HE IS THE ONLY THING WICH IS WOTH TO BE PRAISED!" und so weiter.
    und die meschen applaudieren und strecken ihre haende zum himmel und kommen nach vorne und knien sich hin um zu beten.
    da ist dieses bild, dass ich hoffentlich NIE vergessen werde:
    ein aelterer mann hat einen jungen mann im arm und sie gehen nach vorne zum alter und knien und beten und der aeltere mann legt seinen arm um den jungen mann, als ob er ihn beschuetzen/unterstuezten will. und der junge mann knieht mit den haenden zum kopf
    Mann, DAS war bewegend

    und dann war ich in der youthgroup und da war wieder diese leben und so. und ich ahb mcih die ganze zeit gefragt, warum geben diese menschen ihren glauben so leichtfertig und vollstaendig her? wie machen die das?
    warum kann ich das nicht?
    und dann, mitten unter dem youth-group-band-konzert, als ich dagestanden bin und ueber das nachgedacht haben, waehrend um mich herum die leute gesungen und gesprungen sind, ist es mir gekommen.
    ich hab verdammt noch mal angst.
    verdammt grosse angst
    angst mein leben, meine ziele, meinen glauben, alles ICH, einfach wegzugeben und es jemanden anzuvertrauen.
    es IHM anzuvertrauen
    ich habe Mauern erbaut.
    absichtlich nciht geglaubt
    mich distanziert
    mich sogar ueber die kirche lustig gemacht und sie schlecht gemacht (was ich wahrschienlich nciht stoppen werde. Lieber Papst, Hard Rock ist deffinitiv NICHT die Vorstufe zur Hoelle!)

    als mir das gekommen ist, hab ich mcih so zusammenreissen muessen um nicht mitten unter den leuten zu weinen anzufangen.

    ich denke, es ist zeit die mauern niederzureissen

    nur, wie macht man das?

    freue mich auf anregungen
    gruessegruesse
    Versuche nie andere nach deinem Vorbild zu ändern;
    du solltest wissen, dass einer von deiner Sorte reicht!

  2. #2
    Gast570
    Gast

    Standard

    Hallo, it's me!

    Dein Erlebnis in der Kirche macht deutlich, dass der Glaube ein emotionales Ereignis, eine Herzensangelegenheit ist. Der "aufgeklärte" Mensch neigt dazu, die Welt nur mit dem Verstand zu sehen. Mensch-sein bedeutet aber, Kopf und Herz zu vereinen. Wer seinen verständigen Kopf weit genug in die Wissenschaften steckt wird feststellen, dass auch sie häufig im Glauben enden. Noch vor 500 Jahren hielten es die klugen Köpfer der Welt für eine Tatsache, dass die Erde im Zentrum des Universums steht und sich alles um sie herum bewegt. Heute wissen wir es besser und dem Nachdenkenden stellt sich nur noch die Frage, über welche wissenschaftlichen Irrtümer die Menschen 500 Jahre in der Zukunft lachen werden.

    Zu glauben heißt nicht, die Verantwortung wegzugeben. Niemand, nicht der Pabst, kein Kirchen-Postulat, nicht die Bibel, keine Gesellschaft, keine Wissenschaft und sicher auch nicht Gott nehmen dem Menschen die Verantwortung für sein Tun ab. Es ist immer der Mensch, der Ideologien oder Glaubenssysteme mit Inhalten füllt und sie mit tätigem Handeln ausgestaltet. Nichts liegt in der Natur der Sache, alles liegt bei Dir! Es liegt bei Dir, Gott anzunehmen und Deinen Weg des Glaubens zu gehen. Lass Dich dabei von Deinem Herzen führen, nicht von Deinem Verstand.

    Aber glaube mir, für den Verstand, den Intellekt, den interpretierenden und die Dinge be-deutenden (im Sinne von be-denken, be-greifen, be-malen) Geist bietet allein schon die Exegese der heiligen Schriften eine Fülle von spannenden Herausforderungen.

    Gott ist allgegenwärtig. Seine Liebe für Dich ist nicht abhängig von Deiner Liebe zu ihm. Er bietet sie Dir als Geschenk dar, annehmen aber, kannst sie nur Du selbst - es liegt bei Dir!

    Zitat Zitat von Matthäus 7,7
    "Bittet und es wird Euch gegeben; sucht und ihr werdet finden, klopft an und es wird euch aufgetan."
    Du wirst nicht gleich Mauern niederreißen, aber offensichtlich hast Du bereits begonnen, den Mörtel aus den Ritzen zu kratzen Hier noch eine Anregung, die Dir Werkzeug für's Mauern abbauen sein kann. Vorsicht, nicht erschrecken!

    *Herzliche Grüße*
    Harlequin
    Geändert von Gast570 (06.08.2007 um 08:14 Uhr)

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