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Thema: Klagemauer

  1. #1
    Neuling
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    Cool Klagemauer

    Hallo Leute,

    ich wende mich an Euch alle, die Ihr Lebenserfahrung habt... habe selbst davon mehr als 30 Jahre, bin aber mit meinem Latein völlig am Ende, bzw . in meinem Problem nie auf einen grünen Zweig gekommen:

    Meine Mutter meckert und schimpft seit ich denken kann bei mir über alles mögliche (also andere Personen ) nur rum. Sie tut sogut wie nichts anderes. Bevorzugt über meinen Vater (seit 32 Jahre geschieden, oder die Ex-Schwiegermutter, die Nachbarn, egal wer....oder gleich über mich)

    Nicht dass ich mir einbilde, ich könnte sie jemals zufrieden machen, nein, das war ein Kindertraum: Mir ist es seit über 30 Jahren nicht gelungen, ihr Geschimpfe einfach abzublocken. Da ich aus anderen Gründen auch noch viel mit Ihr Kontakt habe, kann ich auch nicht so einfach wegbleiben (wobei ich das früher schon probiert hat, aber sobald der Kontakt wieder da war,fing sie wieder an...)
    Dabei muss ich sagen, dass sie sich für mich nie grossartig interessiert hat, ausser es gab was gegen andere zu hetzen oder 'gemeinsam gegen alle'....aber das ist mir auch schon egal. Ich will nur einfach nicht mehr das Geschimpfe hören...

    Also hier meine Frage: Wie erreiche ich durch mein Verhalten, Körpersprache, was auch immer -unmissverständlich-, dass sie das schimpfen über olle Kamellen (die mich gar nicht persönlich angehen) bei mir bleiben läßt?

    Bitte antwortet - ich kanns echt nicht mehr ertragen...

    Eure Lu

  2. #2
    Bestseller Autor Avatar von glasheuler
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    Standard Hi Lu Juno,

    Du hast was schweres vor der Brust, nach 30 Jahren Gemecker über alles oder nichts jemand auf eine andere Spur zu bringen wird eine Herrausforderung an Dich.

    Das Verhalten Deiner Mutter zeugt von Unsicherheit und einer zutiefst
    pessimistischen Lebenseinstellung. Neid, bezogen auf die Lebensweise anderer ist bisher noch ein Tabuthema unserer Gesellschaft. Wenn Du etwas ändern willst musst Du ergründen wo bei ihr die Wurzeln dieser
    Unzufriedenheit liegen. Ist Deine Mutter überhaupt für solche Gespräche
    zugänglich? Wenn nicht, würde ich ihr vorher ankündigen den Raum zu verlassen sobald sie mal wieder ihre Meckertiraden auf Dich niederprasseln lässt.


    Gruß
    glasi
    Das Wort "Glück" würde seine Bedeutung verlieren hätte es nicht
    den Widerpart in der Traurigkeit.
    C.G.Jung

  3. #3
    Neuling
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    Standard

    Zitat Zitat von glasheuler Beitrag anzeigen
    Ist Deine Mutter überhaupt für solche Gespräche
    zugänglich? Wenn nicht, würde ich ihr vorher ankündigen den Raum zu verlassen sobald sie mal wieder ihre Meckertiraden auf Dich niederprasseln lässt.


    Hi Glasi,

    nee, sie ist für nichts zugänglich und fühlt sich immer zu (mindestens!) 100% im Recht.
    Es geht mir nicht (mehr) drum , Ihre Einstellung zu ändern, sondern lediglich darum, nicht mehr als Klagemauer herhalten zu müssen.

    Grüsse

    Lu

  4. #4
    Roman Verfasser Avatar von Corelli-Crystal
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    Standard

    Hallo Lu_Juno,

    ich bezweifele das Du Deine Mutter in dem Alter noch
    ändern kannst.

    Du kannst ihr höchstens in deutlichen und direkten
    Worten klarmachen, das Du ihr Gemeckere nicht mehr
    hören kannst und willst. Aber das hast du ihr sicherlich
    schon versucht klarzumachen oder?

    Ich weiss ja nicht wie eure Wohnsituation ist, lebst
    Du noch bei ihr oder hast Du Dir etwas eigenes
    aufgebaut wo Du Dich von ihr zurückziehen kannst
    und nicht auf sie angewiesen bist?

    Liebe Grüsse
    Corelli

    Es ist Unsinn, sagt die Vernunft
    Es ist Unglück, sagt die Berechnung
    Es ist nichts als Schmerz, sagt die Angst
    Es ist aussichtslos,sagt die Einsicht
    Es ist lächerlich, sagt der Stolz
    Es ist leichtsinnig, sagt die Vorsicht
    Es ist unmöglich, sagt die Erfahrung

    Es ist was es ist, sagt die Liebe

    Erich Fried

  5. #5
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    Standard Strategie gegen Dauergemecker

    Hallo Lu,

    auch ich kenne in meinem Umfeld jemanden, der immer an allen rumnörgelte. Inzwischen hat sich das aber dank meiner konsequenten Strategie gebessert.
    Zuerst einmal möchte ich erwähnen, dass hinter so einem Verhalten meiner Meinung nach ein ganz großer Pessimismus dem Leben und allem Schönen gegenüber steckt. Zugleich aber auch oft sehr viel Neid, der diesen Pessimismus entsprechend schürt.
    Ich würde deine Mutter, sobald sie über jemanden herzieht, möglichst emotionslos, also ohne Vorwurf in der Stimme, einfach jedes Mal fragen, warum sie andere so in den Dreck ziehen muss? Oder noch genauer, auf was sie eigentlich bei der betreffenden Person so neidisch ist, dass sie erst dann zufrieden sein kann, wenn sie diejenige schlecht gemacht hat. Denn genau das steckt ja hinter dem Gemecker. Deine Mutter kann es nicht haben, dass andere, die ihr vielleicht mal weh getan haben, an irgendwas Spaß haben. Also muss sie alles, was diesen Menschen Freude macht, entsprechend boshaft kommentieren. Es ist wie ein Zwang. Sie muss andere niedermachen, um sich selbst besser fühlen zu können. Weil sie auf die anderen neidisch ist. Weil sie mit ihrem eigenen Leben nicht zufrieden ist. Weil sie im Innersten eine zutiefst enttäuschte, verbitterte Frau zu sein scheint.
    Statt ihr Vorwürfe zu machen oder ihr zunehmend aus dem Weg zu gehen, würde ich versuchen, ernsthaft mit ihr über die Ursachen ihrer Nörgeleien zu sprechen. Auch wenn sie deine Fragen zunächst mit einer schnoddrigen Bemerkung beiseite wischen sollte - insgeheim werden sie doch an ihr nagen und sie wird sich in einer stillen Stunde vermutlich selbst eine Antwort darauf geben, was eigentlich mit ihr los ist.
    Das wird bestimmt nicht von heute auf morgen passieren, aber ich weigere mich dagegen, jemanden von vornherein als nicht mehr veränderbar aufzugeben.
    Deine Mutter muss irgendwann mal sehr verletzt worden sein, sonst wäre sie nicht so, wie sie jetzt ist. Wahrscheinlich konnte sie ihre Trauer über diese Verwundungen nie offen zeigen, sondern macht das eben über den Umweg des chronischen Gemeckers.
    Versuche bitte noch eine Weile Geduld zu haben, sie immer wieder mit ehrlichem Interesse nach den Hintergründen ihrer schlechten Laune gegenüber bestimmten Leuten zu fragen.
    Ansonsten, wenn sie dennoch weiter stur nörgelt und dich damit nervt, würde ich ihr ganz sachlich darlegen, dass du diese und jene Angelegenheit völlig anders bewertest, also keineswegs so negativ wie sie. Aber bitte ohne das Ganze in langes Streitgespräche ausarten zu lassen. Kurz und bündig einmal deinen Standpunkt erklären und Ende der Durchsage.
    Ich glaube, je ruhiger und selbstverständlicher du deine Mutter hinnimmst, aber auch deine Einstellung zu ihren Hassmenschen oder deren Handlungen darlegst, desto mehr wirst du sie nach und nach zum Nachdenken bringen.
    Anfangs wird sie natürlich auf dich sauer sein, weil du dann ja in ihren Augen auch zu den bösen anderen hältst, von denen sie sich ja offenbar so angegriffen fühlt, dass sie über sie herziehen muss. Aber ewig wird sie dieses Gefühl nicht durchhalten können. Vor allem dann nicht, wenn du ihr zwischendurch immer wieder zeigst, dass du vieles, was sie macht, auch gut findest. Sie hat ja bestimmt auch Eigenheiten, die du an ihr magst.
    Sag ihr ruhig auch ganz offen, dass du persönlich von ihrem Verhalten betroffen bist, weil du es total traurig findest, wie sehr sie sich selbst ihr Leben mit ihren üblen Gedanken über andere ständig vergiftet. Und dass du ihr so sehr wünschen würdest, endlich mit den alten Geschichten abschließen und ihr Leben wieder mehr genießen zu können.
    Ich hoffe, wenn sie spürt, dass du ihr nicht nur widersprichst, weil dich ihr Gerede nervt, sondern weil du dich um sie und ihre gequälte Seele aufrichtig sorgst, dann begreift sie auch irgendwann, dass nicht alle gegen sie sind und sie nicht unentwegt verbal um sich schlagen muss, um sich selbst aufzuwerten.
    Viel Erfolg und Durchhaltevermögen wünscht dir dabei

    Tollkirsche

    Übrigens gibt es einen netten Vergleich, der zu Leuten wie deiner Mama passt, die bei allem und jedem etwas Negatives entdecken:
    Ein Haar auf dem Kopf ist sehr wenig. Ein Haar in der Suppe kann für manche Menschen jedoch die größte Katastrophe sein. Dabei handelt es sich auch da nur um ein winziges Haar, das man ganz leicht beiseite legen kann.

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