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Thema: Klaustrophobisch!

  1. #1
    Neuling Avatar von dradivaberl
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    Standard Klaustrophobisch!

    Erster Stock “Ding!“ Zweiter Stock “Ding!“ Dritter Stock “Ding!“…
    Immer das Selbe Geräusch. Ein wohltuendes Geräusch, drückt es doch aus das wir die Stockwerke passiert haben, dass wir unserem eigentlichen Ziel einen Stock näher gerückt sind und dieses beengende Gefängnis aus Stahl bald verlassen können. Ich spüre bereits wie die Furcht in meine Knochen steigt. Einhundertvierunddreißig Stockwerke nach oben, danach einhundertvierunddreißig Stockwerke nach unten. Pro Stockwerk genau zwei Sekunden. Der Fahrstuhl machte schnell Weg gut. Dann, ein kurzer Ruck. Wir stehen! Sind wir steckengeblieben? Stecke ich fest? Niemals komme ich hier wieder heraus. Niemals kann ich wieder eine langgestreckte Wiese beobachten oder die tosenden Wellen des Meers.
    Frau Wegenkittel steigt zu mir in den Fahrstuhl. Stockwerk sechsunddreißig.
    Ich atme tief aus. Nur gehalten. Es ist lediglich jemand zugestiegen. Die fahrt geht weiter.
    Wieder ein Stockwerk “Ding!“ und noch Eines “Ding!“ …
    Nun sind wir in der Zweiundfünfzigsten Etage. Wieder hält der Lift. Ich klammere Mich fest an Frau Wegenkittel. Die alte Dame mustert mich fragend, wirft einen Blick auf meine Augen und erspart sich ihren Kommentar. Leise flüstere ich ihr meine Verschwörungstheorien ins Ohr. Die Alte schüttelt den Kopf. Mr. Koppenhaag steigt zu uns in den Fahrstuhl.
    Wieder nicht steckengeblieben. Mein Puls rast, kalter Schweiß läuft mir über die Stirn.
    Frau Wegenkittel reißt sich aus meiner Umklammerung, wirft mir einen wütenden Blick zu, schnaubt einige Male und vergrößert unsere Distanz um einen weiteren Zentimeter.
    Hier ist einfach zu wenig Platz. Drei Leute in nur einem Aufzug. Wenn nun ein Feuer ausbricht, wenn wir nun zu schwer sind. Ich für meinen Teil wiege bereits an die achtzig Kilo. Die alte Ms Wegenkittel mindestens fünfzig und Mr. Koppenhaag war ja auch noch da. Der alte Klops bringt bestimmt um die neunzig Kilo drauf. Die Furcht breitete sich nun durch zittern in meinem ganzen Körper aus. Ein metallisches Ächzen war zu hören. Verängstigt warf ich mich auf den Boden. “DING!“ STOP!

    Wir halten! Meine schlimmsten Befürchtungen haben sich bewahrheitet. Nun bin ich nicht einmal allein in meiner Zelle. Einzelhaft wäre schon schlimm genug gewesen, doch eingepferchte auf eine Fläche von maximal einem Quadratmeter, gemeinsam mit zwei fetten Mastschweinen. Das ist mir eine Nummer zu groß. Nun bemerke ich sie. Die ewig wehrende, immer gleichbleibende Fahrstuhlmusik. Immer schlimmer wird die Situation. Eingesperrt mit zwei völlig Verrückten, auf einen quadratdezimeter und das Geträller immer gleichbleibender Klänge aus einem billigen Lautsprecher, der mehr Rauschen als Klang von sich gibt.
    Ich kann sehen wie die Wände sich langsam zusammenschieben. Wie sie näher kommen, mir mehr und mehr den nötigen Platz nähmen, wie die Luft weniger wird. Frau Wegenkittel ist die Schuldige. Sie ist es die mir die Luft entzieht, sie ist es die den nötigen Sauerstoff in solchen Mengen durch die Nüstern zieht, tief hinab in den Racheraum und weiter in die Lunge, bevor sie giftige Gase in den Raum bläst. Töten will sie uns alle. Die Atemluft will sie für sich ganz alleine. Doch dieses Spiel sollte sie an einem anderen Ort fortführen, mit anderen Mitspielern. Sofort muss ich die Situation entschärfen. Um mein Überleben so lang wie möglich zu sichern muss sie damit aufhören. Zuerst versuch ich es auf die Harmlose Tour. “Sie müssen aufhören zu Atmen!“ befehle ich ihr. “Sie nehmen mir alle Luft. Ich benötige auch Sauerstoff, sonst sterbe ich“ hänge ich erklärend an. Die Alte schüttelt nur verständnislos den Kopf. Auch Mr. Koppenhaag schließt sich ihrem Geschüttel an.

    Die Beiden sind ein eingespieltes Team und haben sich gegen mich verschworen. Sie zweifeln meine Macht an, wollen eine Revolution beginnen, mich stürzen mich töten und Hängen. Wenn ihre pro Giftgas, kontra Sauerstoff Kampagne mich nicht vorher niederrafft. Jetzt muss ich blitzschnell reagieren. Ich fingere ein wenig in meiner Hosentasche herum um die Aufmerksamkeit abzulenken, packe dann Mrs. Wegenkittel am Kopf und reiße ihn mit einem Ruck herum. Ein knirschen ist zu hören bevor der leblose Körper polternd zu Boden geht. Mr. Koppenhaag packt die Angst, er schreit, er versucht mich von sich zu drängen doch mein Knie prallt bereits gegen seine Rippen.
    Ich höre sie knacken. Brülle Ihn an. “NA? Was ist nun? Ihr wolltet nicht aufhören. Das habt ihr nun davon!“
    Eilig fingere ich meinen Schlüssel aus der Hosentasche und ramme ihn mehrmals in Mr. Koppenhaags Schädel.

    Die Luft klärt sich sofort auf. Endlich wieder Atmen.
    Der Fahrstuhl setzt sich wieder in Bewegung. Welch ein Glück. Beinahe hätten mich die Wände erdrückt.

  2. #2
    Schreiberling
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    Wow!
    Du solltest Dich für einen SChreibkurs anmelden. Was ist denn davon Fakt und was Fiktion?
    LG
    Peter

  3. #3
    Nachwuchs Autor Avatar von Fay87
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    WOW Ich bin auch beeindruckt!

    Deine Geschichte zeigt, daß Menschen durch Suggestion alles oder vieles verändern können. Der Mann denkt sich sein eigenes Szenario aus... und bekommt praktisch nur durch Gedanken wieder Luft, löst sich von seiner Angst. Meine Interpretation.

    So kurz, und doch soviel drin! Wahnsinn! Respekt, wenn sie wirklich von dir ist! Hoffe ich lese noch einiges an guten Lesestoff von dir!
    I like your shoes... can I follow you?

  4. #4
    Neuling Avatar von dradivaberl
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    ist 100% Fiction. Ist hald eine Geschichte die ich mir ausgedacht hab.

    Jup is natürlich von mir, sonst müsst ich mich jetzt wahrscheinlich schon vor Gericht rechtfertigen .


    Die Interpretation triffts ganz gut. Er leidet eben an Klaustrophobie und somit an einem Beengungsgefühl das sich von ihm suggeriert auch körperlich auswirken kann. In diesem Fall hat es ihn so eingeschnürt das er sich fühlte als würde er ersticken müssen.

    Hab auch schon andere Texte hier gepostet, also gibts bereits mehr zu lesen.

    Danke auf jedenfall für Lob.

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