guten Morgen ihr Lieben,
ich bin derzeit dermaßen glücklich (diese elementare einfache Glück), dass ich mich jeden Tag über den Dreck auf der Straße freuen kann, und einfach nur darüber, dass ich lebe.
Wie kommts? ich habe jetzt ein halbes Jahr an gesundheitlichen Erschütterungen hinter mir. Und das ganze innerhalb eines zeitlich befristeten Arbeitsverhältnisses. Es war jetzt nichts wirklich lebensbedrohliches darunter, aber ich wusste es zeitweise nicht und musste wochenlang auf Ergebnisse warten und mich daher eben doch mit der was-wäre-wenn-Frage auseinandersetzen.
Zuletzt gipfelte sich das ganze dann in einer OP, an der ich nicht mehr drumrum kam. Immerhin war der gesundheitliche Druck so stark, dass er die Angst überwog, deswegen jetzt arbeitslos zu werden. Dann erlebte ich erstmal eine unglaubliche Solidarität von meiner Chefin und Kollegen. Sie machte erstmal mit der Geschäftsleitung klar, dass ich nach dem Ablauf des Jahres (August) übernommen werde und so beruhigt in die OP gehen kann. Ich hatte entgegen dem Druck der heimischen Uniklinik mich für ein anderes Krankenhaus entschieden, in welchem sie von mündigen Patienten ausgehen, für alles auch Alternativen bieten, einschl. OP-Technik und bei denen ich deswegen allen Druck an der Tür abgeben konnte und bestens aufgehoben war.
So konnte ich das ganze also gut überstehen und die Heilung erfolgt zügig, auch wenn das ganze bis zu einem halben Jahr dauert. Jede elementarste Körperfunktion, die ich mir zurückgewinnen musste, bringt mich wieder mehr in meine Autonomie. Und mit zunehmender Eigenständigkeit und Kraft merke ich auch, wie ich psychisch immer mehr gesunde. Aus der Distanz raus sehe ich jetzt, unter was für einem enormen Druck ich in den letzten Monaten stand. Und nicht nur das - ich habe 6 verd.. harte Jahre hinter mir, in denen ich psychisch und existenziell immer wieder am Limit ankam. Erst die jetzt stabile Phase hat es praktisch "möglich" gemacht, dermaßen physisch zu erkranken.
So wie ich physisch auf die elementaren Funktionen zurück geworfen war nach der OP, so habe ich jetzt den Eindruck, dass ich psychisch mit den elementaren Dingen des Lebens verbunden bin. Ich komme zurück zu meinen Wurzeln. Es gibt so vieles, das mir so egal wurde, weil ich es nicht mehr für wichtig erachte. Ich weiss, dass das nicht ewig so bleiben wird. Aber etwas davon wird bleiben. Zumindest das Wissen, dass es so was gibt und dass es auch anders geht, als sich dermaßen zu verausgaben, involvieren lassen und sich selbst zu verlieren, wie es mir in diesen 6 Jahren passiert ist.
Wie genau dieser "Mechanismus" funktioniert, dass eine körperliche Erkrankung auch die Psyche reinigt, weiss ich nicht (jeder kennt das aber vll auch vom Fieber) Aber es hängt alles zusammen.
Habt ihr auch schon ähnliches erlebt in dieser Wechselwirkung?
euch ein schönes WE
lg Gaby


LinkBack URL
About LinkBacks
Zitieren

Es ist sooo wichtig und es gibt keinen schlimmeren Schmerz als Liebeskummer. Aber ich bin sicher, Du wirst einen Weg finden, so oder so
Heutzutage verkennen die Menschen oft die Macht der Worte. Es gab Zeiten da galt das Wort. "Ich gebe Dir mein Wort", war bindend. Ein Wort (Fluch) konnte sogar töten. Es ist auch nicht von ungefähr, dass eines der größten und ältesten Dokumente der Menschheit, das alte Testament, damit beginnt: AM ANFANG WAR DAS WORT.


Lesezeichen