psychologische Beratung von erfahrenen Psychotherapeuten und Psychologen, psychologe.de
Ergebnis 1 bis 3 von 3

Thema: Komme einfach nicht mit dem Tod klar

  1. #1
    Neuling Avatar von Nordseemaus
    Registriert seit
    20.05.2008
    Ort
    HH
    Beiträge
    4
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Unglücklich Komme einfach nicht mit dem Tod klar

    Hallo,

    fange mal an zu erzählen also ich war immer ein Opa Kind und war mit meiner Schwester in den Ferien immer bei der Oma und Opa.
    Es war eine sehr schöne Zeit, die ich niemals missen möchte und die Zeit fehlt mir sehr.
    Als ich dann 12 war hatte mein Opa den 4. Herzinfarkt und er kam ins Krankenhaus ist ja logisch.
    Dort lag er einige Wochen auf Intensiv und später auf Normal Station. Auf Intensiv durften meine Schwester und ich damals nicht zu ihm man hat uns erzählt Kinder dürfen dort nicht hin. Als er dann aber auf Normal Staion lag durften wir ihn endlich sehen und ich war überglücklich und habe ihn alles erzählt was in der zwischen Zeit alles passiert ist.
    Nach einigen Wochen dann auf Normal Staion wurde er in die Reha Entlassen wo er sich von seinem Herzinfarkt erholen sollte was er Anfangs auch tat und wir waren mit unseren Eltern jedes Wochenende bei ihm in der Reha.
    Doch eines Tages hat uns Oma Angerufen und gesagt, das Opa Wasser in den Beinen hat und zurück ins Krankenhaus verlegt wurde.
    Nort lag er dann wieder einige Wochen bis es ihn wieder besser ging und er wieder zur Reha kam.
    Im Krankenhaus durften meine Schwester und ich nie zu ihm erst als er wieder in der Reha war.
    So ging es dann noch zweimal hin und her also Klinik und Reha bis er aus der Klinik nicht mehr raus kam und auch von der Intensiv nicht mehr runter kam.
    In der Zeit wo mein Opa auf der Intensiv lag war meine Mama sehr oft bei ihm und auch um meiner Oma zu Helfen.
    Es vergingen einige Wochen als Morgens gegen fürtel nach 6 das Telefon klingelte, ich hatte das Telefon im Halbschlaf gehört und hatte Angst, dass was passiert ist und als meine Mama uns um halb 7 weckte da sagte sie uns das unser Opa Tot ist und hat uns getröstet. An dem Tag brauchten wir dann nicht in die Schule.
    Meine Mama ist dann im Laufe des Tages zur Oma gefahren um ihr zu Helfen unser Papa war Arbeiten und kam erst am Abend so blieben meine Schwester und ich bei unserer Nachbarin, die so gut wie es ging versuchte uns abzulenken.
    Als dann einige Wochen später die Beerdigung war haben meine Eltern meine Schwester und mich nicht mit genommen sie meinten, wir wären noch zu Jung dies zu verkraften, so blieben meine Schwester und ich bei unserer Nachbarin, die mit uns Kekse gebacken hatte und Videos gekuckt hatte.

    Seit dem Tod von meinem Opa war ich erst einmal auf dem Freidhof wo er liegt und es war schrecklich für mich.
    Wollte danach nie wieder dort hin. Ich weiß nicht ob es Angst ist aber ich schaffe es nicht über meinen Schatten zu springen.

    Ich habe das gefühl am Anfang bin ich mit dem Tod besser zu recht gekommen oder ich hatte es einfach verdrängt, denn ich habe nie davon geredet oder über die Zeit bei Opa und den Spaß den wir hatten.
    Aber seit einigen Jahren nun kann denke ich fast Täglich an meinen Opa besonders an den Tagen bevor ich meine Periode bekomme, das war früher nie so.

    Als ich nun letztes Jahr für ein Jahr in Karlsruhe lebe um dort ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) zu machen wurde mein Hund Eingeschläfert.
    Dieser Hund war mein ein und alles, das Tier hat mich 16 Jahre begleitet.

    Und wieder bin ich nicht da gewesen und konnte mich nicht verabschieden weder von meinem Opa als ich 12 war und letztes Jahr auch nicht.

    Ich komme mit beiden Tots nicht klar und es tut schrecklich weh und ich weiß nicht wie ich das jemals verarbeiten soll.

  2. #2
    Gast1643
    Gast

    Standard

    Hey
    Erstmal : Das mit deinem Opa und deinem Hund tut mir verdammt Leid! Ich glaub ich kann dich da einigermaßen gut verstehen , mein Opa starb auch vor 1 1/2 Jahren und ich bin danach nicht mehr aus Depressionen rausgekommen und hab den Tod auch immer noch nicht verkraftet. Du stehst also nicht alleine damit da ( Wenn privat reden willst kannst du mir auch gerne ne PN schicken ) . Ich hoffe, dass du den Verlust irgendwann verdauen kannst . Vielleicht würde es dir wirkliche helfen , wenn du über deinen Schatten springen könntest und noch einmal auf den Friedhof gehen könntest und einfach nochmal Abschied nehmen könntest .

    LG

  3. #3
    Roman Verfasser Avatar von Corelli-Crystal
    Registriert seit
    16.01.2007
    Ort
    Beiträge
    1.140
    Danke
    5
    10 mal in 8 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo Nordseemaus,

    ich kann sehr gut nachempfinden wie weh das tut einen geliebten
    Menschen zu verlieren....
    Vor 9 Monaten ist meine Oma gestorben, und das war ein ziemlich
    harter Schlag für mich.

    Es war eigentlich das erste mal, das ich so richtig mit dem Verlust
    und dem Tod eines mir nahe stehenden Menschen konfrontiert
    wurde.

    Ich hatte das Gefühl, mir reisst es den Boden unter den Füssen weg
    und ich hab wirklich Tagelang nur geweint und irgendwie richtig mit
    dem Leben "ausgesetzt".
    Aber genau das viele weinen hat mir unheimlich gut getan, einfach
    den Schmerz und den Kummer rauslassen.

    Loslassen ist denke ich sehr wichtig und zu akzeptieren das niemand
    von uns "unvergänglich" ist und ewig lebt.

    Mich hat getröstet, das meine Oma durch den Tod "erlöst" war, da
    sie in ihren letzten Wochen nur noch im Bett liegen konnte,
    Pampers tragen musste, aber noch völlig klar im Kopf war. Sie sagte
    immer, das sie es als menschenunwürdig empfand, so leben zu müssen.
    Von daher war es denke ich eine Erlösung zu sterben.

    An Ihr Grab gehe ich nicht wirklich oft, da mir das ehrlich gesagt nicht
    wirklich was bringt.
    Denn wenn sie irgendwo ist, dann sicherlich nicht mehr im Grab auf
    dem Friedhof.... Von daher sehe ich das Grab ziemlich nüchtern, eben
    als eine Gedenkstätte die an sie erinnert.

    Es geht kein Tag vorbei, an dem ich nicht an sie denke oder in der
    Familie irgendeine lustige Geschichte von früher über sie erzähle.

    Ich denke nicht soviel über den Tod von ihr nach, sondern viel mehr über
    die schönen Erlebnisse und Geschichten mit ihr. Das hilft mir sehr, wenn
    ich mit einem schmunzeln an sie denke, und in manchen Situationen denke ich dann auch oft: wenn das Oma sehen würde...

    Aber vielleicht sieht sie es ja.... wer weiss....

    Liebe Grüsse und viel Kraft
    Corelli

    Es ist Unsinn, sagt die Vernunft
    Es ist Unglück, sagt die Berechnung
    Es ist nichts als Schmerz, sagt die Angst
    Es ist aussichtslos,sagt die Einsicht
    Es ist lächerlich, sagt der Stolz
    Es ist leichtsinnig, sagt die Vorsicht
    Es ist unmöglich, sagt die Erfahrung

    Es ist was es ist, sagt die Liebe

    Erich Fried

Ähnliche Themen

  1. Antworten: 18
    Letzter Beitrag: 11.07.2008, 16:46
  2. Manchmal einfach keine Lust mehr...
    Von Ani1987 im Forum Ängste
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 18.12.2007, 18:07
  3. Ich weiß einfach nicht mehr weiter! ;-(
    Von och_mann im Forum Ängste
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 11.11.2007, 18:58
  4. Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 09.11.2007, 22:13
  5. Ich weiß einfach nicht weiter
    Von Engelchen im Forum Scheidung / Trennung
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 26.10.2006, 15:40

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Psychologen beraten am Telefon und im Chat. Jetzt testen!