[Preface: War fast in Versuchung da noch einen Zusatz dranzuhängen:
"wie gehen wir miteinander um ... wenn sich der direkte Umgang nicht mehr vermeiden lässt?"]
In Zusammenhang mit einem anderen Thread habe etwas zu lesen bekommen, das mir so ähnlich schon seit langem durch den Kopf geht.
"Und ja ich berfürchte das Leben findet immer mehr in einem Käfig statt und dadurch wird sehr vielen etwas sehr Gutes genommen."
Wenn ich mir die verschiedenen Threads hier durchlese, dann fällt mir immer wieder auf, dass sich ein "Problembereich" stark häuft:
Wie gehe ich mit meinen Mitmenschen um? Wie reagiere ich auf sie?
Es kommen immer mehr Fragen nach dem "Was denkt er/sie sich dabei?", "Warum macht er/sie das?", "Er/sie mobbt mich" etc. pp.
Nicht mehr das Haus verlassen, keine realen Kontakte mehr pflegen - nicht mehr funktionierende Kommunikation im weitesten Sinne eben.
Gerade bei der sogenannten "jungen Generation" ...
Es geht ja nicht darum zu behaupten, dass "früher alles besser war" - ich kann mir nicht vorstellen, dass soziales Verhalten oder die entsprechende Fähigkeit (neudeutsch: Sozial-Kompetenz) etwas ist, das einfach so vom Himmel fallen würde. [Der Himmel war "früher" höchstens sauberer; und wenn da mal was runterfiel, dann hatte dies viel eher mit ganz anderen menschlichen Defiziten zu tun ...]
Warum scheint es uns aber zunehmend schwerer zu fallen, mit anderen Menschen und deren "Macken" klar zu kommen?
Warum scheint Kommunikation zu etwas geworden zu sein, das man, wenn überhaupt, nur noch bruchstückhaft "beherrscht"?
Da wir nun mal "soziale Wesen" sind (von den ominösen "Ausnahmen" mal abgesehen) und uns, ob wir es wollen oder nicht, von Gruppen gar nicht lösen können: warum stellen die einfachsten Muster und Regeln ein scheinbar immer größer werdendes Problem dar?
- Da, wo wir auch zuerst einmal auf und in uns selbst sehen müssten - da negieren wir die Existenz jeglicher Eigenanteile und sehen nur den Anteil des Gegenübers ...
- Da, wo es essentiell wichtig wäre, auch den Gegenüber und dessen Bedürfnisse und Gefühle in die eigenen Gedanken mit einzubeziehen - da endet unser Vorstellungsvermögen an der eigenen Nasenspitze ...
Das Bild vom Käfig: ich sehe ihn inzwischen nicht mehr als "klassischen" Käfig (mit Gitterstäben, durch die man durchgreifen kann), sondern eher als einen Käfig aus Glas (bei manchen vielleicht sogar aus Panzerglas ...).
Aus ihm heraus kann man zwar alles ungehindert sehen - aber all das, was noch dazu gehören würde, um ein vollständiger Teil der Welt sein zu können, kommt nicht durch. Er schottet auch vom unmittelbaren Interagieren ab ...
Das, was dann durchgelassen wird, läuft fast nur auf indirektem Wege: den "modernen Kommunikationsmitteln" sei Dank
Was macht dieses "Leben" so viel erstrebenswerter, als den altmodischen realen Kontakt?
Nur weil dieser immer die Gefahr von Konflikten birgt, für deren Lösung wir erst einmal entsprechende Strategien (mühsam) lernen müssten?
Warum sehen wir diese möglichen "Konflikte" immer mehr nur als Bedrohung an (auf die dann auch entsprechend "geantwortet" wird ...), statt in ihnen auch eine Chance zu erkennen, den eigenen Horizont zu erweitern?
Es würde mich mal interessieren, wie Eure Gedanken oder Erfahrungen zu diesem Thema sind.
Wäre ganz nett, wenn sich hier dann auch einige etwas jüngere User beteiligen könnten - gebt dem alten Sack mal etwas feed back![]()


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