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Thema: Komplizierte Situation...wie kann ich es besser machen, für alle?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Komplizierte Situation...wie kann ich es besser machen, für alle?

    Hallo zusammen,

    im Grunde möchte ich mir einfach mal meine "Story" von der Seele schreiben, bevor ich daran ersticke. Ich weiß sowieso nicht, wie man sowas überhaupt lebend überstehend kann...

    Also von vorne: Ich bin in der Geschichte die "Böse" sozusagen. Ich bin verheiratet (über 10 Jahre) und habe Anfang des Jahres einen anderen Mann kennengelernt. Der Kontakt beschränkte sich anfangs im Wesentlichen auf eine Freundschaft, aber es war uns irgendwann klar, dass da gefühlsmäßig was ganz anderes abgeht. Wir haben viel telefoniert, es gab auch Treffen. Anfangs habe ich versucht, das Ganze vor meinem Mann geheim zu halten. Zum einen hatte ich keine Ahnung, wo ich mich gefühlsmäßig befand, zum anderen war es mir so peinlich, ich hatte/habe ein so schlechtes Gewissen. Es ist nicht so, dass ich eine schlechte Beziehung hätte oder so. Jedenfalls habe ich einige Male gelogen und das war sehr falsch, das weiß ich heute. Nachher ist man immer klüger.

    Nun ist es inzwischen so, dass ich es offen gelegt habe, nachdem die Gefühle zu dem anderen Mann so deutlich wurden. Mein Mann weiß, dass ich mich in einen anderen verliebt habe. Es ist sehr schwer für ihn. Verständlicherweise. Wir waren bei einer Beratungsstelle, dort wurde uns eine Trennung auf Zeit angeraten. Ich wäre damit einverstanden, denn dann wäre ich einfach mal vom Kopf her freier, hätte die Möglichkeit mir über meine Gefühle klar zu werden. Mein Mann möchte das nicht. Ihm wäre es am liebsten, wenn ich den Kontakt abbreche und dass einfach alles ist wie vorher. Das geht aber von meiner Seite gerade überhaupt nicht, weil ich diesen anderen Mann Liebe. Es ist schon mehr als eine Verliebtheit, es ist auch keine Affäre für mich. Es ist mir schon ernst. Ihm übrigens auch.
    Mein Mann ist mir gegenüber verbal nun sehr aggressiv, er macht mir sehr viele Vorwürfe. Ich bin inzwischen soweit, dass ich Angst vor dem Abend mit ihm habe und würde eigentlich gerne ausziehen, erstmal. Das geht aber nicht so einfach, weil ich erst ab Herbst eine Arbeit habe und auch zwei Kinder da sind.

    Es geht mir körperlich sehr schlecht, ich habe viel Gewicht verloren und habe ab und an regelrechte Panikanfälle. Ich weiß, dass er mir zurecht Vorwürfe macht, ich kann seine Verletzung verstehen. Aber so kommen wir nicht weiter, deswegen ja diese Trennung auf Zeit.

    Ich weiß einfach nicht, wie ich es anders machen kann. Wie regelt man eine so komplizierte Situation? Was kann ich besser machen, damit es nicht zum Fiasko wird? Was kann ich tun, um nicht an schlechtem Gewissen zu ersticken? Der andere Mann unterstützt mich, so gut es geht (wir wohnen recht weit auseinander). Wir wünschen es uns sehr, zusammen zu sein. Unsere Diskussionen drehen sich häufig darum, ob wir uns überhaupt sehen dürfen usw.

    Ich danke Euch für alle konstruktiven Antworten.

  2. #2
    Schreiberling Avatar von Mariposa
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    Hallo Kandra,

    ich denke du solltest Schritt für Schritt vorgehen.
    Zuerst solltest du entscheiden, ob du dich wirklich von deinem Mann trennen möchtest.
    Wenn nicht musst du das Verhältnis natürlich beenden.
    Aber ich denke du hast bereits entschieden, also solltest du weiter verfahren, wie man das bei Trennungen handhabt.
    Meine Anwältin riet mir damals, eine räumliche Trennung zu vollziehen.
    Wenn du jetzt nicht ausziehen kannst teilt man die Wohnung in Bereiche für die Partner auf....also so wurde mir gesagt.
    Und dann solltest du oder er ausziehen. Du müsstest diesen nächsten Schritt dann planen und vollziehen, oder du und dein Mann solltet es organisieren.
    Das sind Überlegungen zu den praktischen Dingen.

    Inwieweit du mit deinem schlechten Gewissen umgehst wird dir sicher jemand anderes erklären können.
    Du bist sicher nicht die einzige mit diesem Problem.
    Ich selbst bin ja lieber für klare Verhältnisse ohne Betrug etc.
    Das nützt dir nun recht wenig, denn was passiert ist ist passiert.
    Es wird ja häufig argumentiert, keiner sei allein am Scheitern einer Ehe/Beziehung schuld.

    LG von Mari

  3. #3
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    Zitat Zitat von Kandra Beitrag anzeigen
    Ich weiß einfach nicht, wie ich es anders machen kann. Wie regelt man eine so komplizierte Situation? Was kann ich besser machen, damit es nicht zum Fiasko wird? Was kann ich tun, um nicht an schlechtem Gewissen zu ersticken?
    Hallo Kandra,

    schwierige Frage - wie regelt man nun so eine so komplizierte Situation. In dem Du für Klarheit und Abstand sorgst. Wie Mariposa schon geschrieben hat, wenn Du noch nicht ausziehen kannst, dann teilt Euch die Wohnung entsprechend auf. Oder du frägst Dich bei Freunden rum, ob Du dort 1-2 Monate bleiben könntest, bis Du eine eigene Wohnung hast... Ich denke, Abstand ist hier ganz entscheidend, damit das ganze nicht eskaliert. Da hier extrem viele Gefühle im Raum sind, ist die Situation sehr "leicht entflammbar". Daher ist alles gut, was für eine Deeskalation sorgt. Geht Euch bestmöglichst aus dem Weg.

    Der andere Punkt ist: für Klarheit sorgen. Die Liebe zu dem neuen Mann ist das Eine. Aber ist es wirklich die Beziehung, die Du nun führen willst? Kennst Du ihn so gut, dass Du bereit bist, das alles für ihn aufzugeben und hin zu werfen? Ist das Vertrauen schon so tief, dass Du zu so einem Schritt bereit bist? Hast Du wirklich ganz genau hingesehen (auch mal probeweise die Rosa Brille abgelegt?). - Wenn es Dir wirklich ernst ist, dann sollte das auch klar kommuniziert werden. Deinem Mann muss reiner Wein eingegossen werden, dass es sich hier eben dann nicht um eine Trennung auf Zeit handelt, sondern eine Trennung für immer. Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Das ist Schmerzhaft, aber es gibt die Chance, wieder neu anzufangen. Es macht die Sache für alle Beteiligten leichter.

    Und die Frage nach dem schlechten Gewissen? Hm... Ich finde, die Frage stellst Du viel zu spät. Damals, als das zwischen Dir und dem neuen Mann begonnen hat, da hättest Du die Frage stellen müssen. Aber Du hast Dich doch darüber hinweg gesetzt. Jetzt hat keiner mehr etwas von einem schlechten Gewissen. Wofür soll das gut sein? Zu Beginn hätte Dich dein Gewissen davon abhalten können, diesen Schritt zu gehen. Jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen und alle Beteiligten müssen jetzt zusehen, dass sie das Beste aus der neuen Situation machen. Eine Umkehr wird es nicht mehr geben. Und ein schlechtes Gewissen wird daran nichts ändern. - Übrigens auch nicht, wenn Du jetzt mit einem Büßergewand umher läufst und allen gleich sagst, dass Du das Böse bist. Du hast Deine Ehe in den Sand gesetzt, ja. Aber deshalb solltest Du Dir nicht gleich schuldbewußt jeden Schuh anziehen, den man Dir hinstellen wird. Auch dein neuer Freund hat dazu beigetragen, das alles so kam, wie es ist... und letztlich auch Dein Mann.

    Ihr habt nun viel Geschirr zerschmissen, jetzt geht es darum, nach vorne zu sehen und Eure Lebensplanungen neu zu überdenken. Da wird keiner von Euch dreien jetzt drumrum kommen. Es ist passiert und jetzt muss eben neu geplant werden.

    LG,
    Q.V.

  4. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Quo Vadis? für den sinnvollen Beitrag:

    Heißkalt (06.09.2011),Mariposa (26.08.2011)

  5. #4
    Gast784
    Gast

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    hallo Kandra,

    seid ihr jetzt noch in der Paarberatung? Fände ich ganz wichtig, wenn ihr die weiter macht, und zwar mit der Zielsetzung, die Trennung -ob vorübergehend oder nicht, gut hinzukriegen und vor allem, um Paar- und Elternebene so gut wie möglich auseinander zu halten. Also dass für die Kinder eine möglichst gute Regelung getroffen und auch eingehalten werden kann und die Konflikte nicht über sie dann ausgefochten werden.

    Denn: Du hast Deinen Entschluss ja im Prinzip klar. Du möchtest Dich trennen (wenn auch erstmal vorübergehend, um Luft zu haben).

    Dann kannst Du nicht auf das Einverständnis Deines Mannes warten. Denn es ist bei solchen Trennungen leider so, dass Einer nicht einverstanden sein wird. Es gibt Trennungen, die kommen schleichend und dann besteht auch die Chance, dass beide loslassen können und es zu keinem Krieg kommt. Aber bei euch läufts halt leider anders.

    Wenn Du das, für das Du Dich entschieden hast, nun umsetzt, und zwar ohne seine Einwilligung, dann ist die Gefahr natürlich sehr groß, dass sich der Konflikt auf die Elternebene verschiebt und er seine Ohnmacht dann da durch Machtkämpfe austobt. Daher wäre es gut, ihr würdet die professionelle Begleitung beibehalten, bis ihr alle in ruhigere Gewässer seid.
    Falls er nicht mehr mit zur Beratung will, bitte ihn um der Kinder willen, damit ihr auf diese Weise gemeinsam für Schadensbegrenzung sorgen könnt. Ansonsten mach die Beratung alleine weiter und finde mit ihm eine Regelung z.B. mit Hilfe des sozialen Dienstes vom Jugendamt.

    Für das schlechte Gewissen ist jetzt ein mieser Zeitpunkt. Am besten Du schickst es so lange mal aufs stille Bänkchen im Hinterkopf, bis ihr die äußeren Veränderungen soweit sortiert und umgesetzt habt, dass genug Ruhe da ist, um sich mit dem, was hinter all dem steht, auseinander zu setzen.

    Ich vermute mal, der Prozess der Entfremdung war bei euch vll auch schon länger schleichend, so dass es überhaupt möglich war, dass Du Dich auf den neuen Mann eingelassen hast?

  6. #5
    Neuling
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    Ich danke Euch allen sehr für Eure Antworten. Ihr habt mir sehr geholfen, auch indem ihr zwar deutlich wart, aber nicht verurteilend. Ich sehe die Sache inzwischen recht klar (heute zumindest, man ist ja nicht gefeit vor diversen Gefühlslagen in die man so gerät). Ich möchte auch noch weitere Paargespräche in einer Beratung, denn gerade wegen der Kinder ist das wichtig und damit mein Mann Platz hat, mit dem Ganzen umzugehen. Alles weitere wird sich hoffentlich zum Guten wenden.

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