Ich eröffne mal einen neuen Thread zu einem Thema von dem ich denke, dass es viele beschäftigt. Vorallem deswegen weil die Weihnachtszeit für Viele Alles andere als das Fest der Liebe ist.
Ich bin Mitte 20 und habe mir wohl dieses Jahr zum ersten Mal vor Augen geführt was für einen Mist ich mir da am 24sten und die Tage danach antun muss. Feiern werde ich mit meiner kranken Mutter, die nach ca. 20 Jahren praktizierender Bulimie Probleme mit ihrem Darm hat, demnach mehrmals operiert wurde. Wie es ihr gerade wirklich geht, davon kann ich mir kein realistisches Bild machen, ich war seit einem Jahr nicht zuhause (die gute Tochter abgeben, die der kranken Mutter beisteht, dass habe ich vier Jahre durchgehalten ohne für irgendetwas mal ein Danke oder überhaupt eine Reaktion zu bekommen, ich habs aufgegeben). Feiern werde ich mit ihr alleine, ein Netzwerk zu dem Rest der Verwandtschaft gibt es von ihr aus nicht bis kaum, ich habe von selbst aus mir nie jenes aufgebaut (ich weiß, selber schuld). Die Jahre zuvor haben wir genauso gefeiert, was bedeutet, dass ich zwischen den Besuchstagen wieder nach Hause fuhr, weil ich die Streitereien nicht aushielt. Meine Mutter ist eine autoritäre, jähzornige Person. Ich jedoch kein kleines Kind mehr dass sich das gefallen lassen kann. Die Prügel aus der Kindheit, an die ich mich erst seit kurzem wieder zu erinnern traue (vorher einfach verdrängt) und viele andere Gegebenheiten in dieser Beziehung (Umarmungen, körperlichen Kontakt, etc. gab es von ihrer Seite aus nie), lassen mich bewusst ehrlich gesagt nichts für sie empfinden. Ich bin einfach mittlerweile zu müde um über diese Beziehung zu reflektieren oder mich in diese Frau hineinzuversetzen, noch sonst was, sie tut es ja auch nicht. Deswegen will ich dieses Thema nur auf das Weihnachtsfest runterbrechen: Meine Familiensituation empfinde ich als relativ schwierig. Für mich droht Weihnachten zu eskallieren, nicht einfach aus blöden Streitereien um die richtige Temperatur der Schmorgans sondern aufgrund der obenbeschriebenen Dinge. Diese Dinge in ihrer Ganzheit wurden mir erst dieses Jahr mit einwenig Abstand von meiner Mutter richtig bewusst. Da iresultieren jetzt Hass, Trauer, Ärger, unendliche Vorwürfe etc. daraus und deswegen jetzt zu euch: Wie damit umgehen? Wie die paar Tage halbwegs friedlich miteinander verbringen? Wie konstruktiv handeln wenn der Ärger wieder hochkommt? Habt ihr Tipps, Tricks, Vorschläge wie ich es meistern kann?


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