psychologische Beratung von erfahrenen Psychotherapeuten und Psychologen, psychologe.de
Ergebnis 1 bis 7 von 7

Thema: Kontrollzwang

  1. #1
    Neuling
    Registriert seit
    16.08.2008
    Beiträge
    2
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard Kontrollzwang

    Hallo,

    ich leide an einen Kontrollzwang.
    Schon immer habe ich ab und an mal etwas kontrolliert. Als Kind wahren es Kleinigkeiten wie z.B.: auf dem Weg zur Schule schaute ich ein-zwei mal in den Ranzen ob ich das Deutschbuch dabei habe. Auf dem Weg zurück auch ab und an. Es wahr normal für mich.

    Später fasste ich ab und an in meine Hosentaschen ob alles drinnen ist.
    Mit 18 wahr ich mit meiner Ausbildungsklasse in Prag. Zu der Zeit wahr das "in die Hosentaschen fassen" schon fester Bestandteil im Leben. Selbstverständlich hatte ich auch eine Hand ständig in der Hosentasche, wahr ja cool
    Als ich damals Geld wechseln wollte bemerkte ich das mir 50 € fehlen. Dann fing ich an ab und an das Geld in meinen Portmonai zu kontrollieren.

    Damals schon drehte ich den Schlüssel für das Fahrradschloss mehrfach bis zum Anschlag. Das wahren dann lange zeit die einzigen dinge.
    Das Geld kontrollieren konnte man im gehen erledigen, Taschen kontrollieren auch und das Fahrradschloss ging auch sehr schnell.

    Schlimmer wurde es als ich mein erstes Auto bekam. Ich lief min. einmal ums Auto und kontrollierte jede Türe(gucken und rütteln) Zunächst redete ich mir ein "Ich hab den Wagen erst neu, vielleicht gibt es ja einen Türdefekt, ist ja ein Gebrauchtwagen." Vertrat das auch so vor Freunden und Verwandten. Aber irgendwann Automatisierte sich dieses verhalten. Ich wusste die Türen sind ok. Aber Gleichzeitig bildete ich mir ein das die Türen ja auch jetzt irgendwann kaputt gehen können, ist ja ein Älteres Auto.

    Mit 22 zog ich dann in ein Personalwohnheim. Jeder hatte dort ein Zimmer und es gab pro Flur(15pers.) eine Küche 4 WC`s und 4 Duchen. Ich hatte "glück" und ein Zimmer mit Balkon erwischt. Die Brüstung wahr sehr breit mann konnte locker über die gesamte Balkonfront an jeden Balkon vorbei spazieren.
    Irgendwann kam ich nachhause und meine Balkontüre stand weiter auf als wie ich das Zimmer verlassen habe. Dies ging etwa eine Woche so, und teilweise mit Verwüstungen. Ich beschaffte mir dann eine dicke Holzleiste, die ich vor die türe als Stopper legte. Es hörte auf. Aber gleichzeitig fing ich an beim verlassen des Raumes alles zu kontrollieren.
    Es wurde so schlimm das ich oft Minuten an der Tür verbrachte und kontrollierte. Auch andere dinge wurden extremer und häufiger.
    Irgendwann fing ich an mir eine Strategie zurecht zu legen. Ich kontrollierte alles dreimal, und zählte dabei mit.
    Dies funktionierte auch. Aber dann kam dieses Gefühl wieder, etwas vergessen, übersehen, nicht bemerkt zu haben. Und ich kontrollierte wieder häufiger. Seid Februar Wohne ich nicht mehr in diesem PWH nun wohne ich ein einer wunderschönen drei Zimmer Altbauwohnung.
    Es wurden auch mehr Sachen.

    Aktuell kontrolliere ich:
    Türen(sogar Schubladen und Schranktüren), Fenster, Lichtschalter, Elektrogeräte, Sanitäreinrichtungen, Taschen, Portmonai, Schrankinhalte, und andere Kleinigkeiten. Versuche strickt die Methode mit dem dreimal kontrollieren und zählen einzuhalten. Es klappt auch.
    Aber mittlerweile bemerke ich, an manchen Tagen, kontrolliere ich öfter.
    Dann stoppe ich kurz und beginne neu und zu Zählen. Oder auch wenn ich alles kontrolliere und ausm Haus gehen möchte oder Schlafen gehe, und ich vorher noch schnell etwas mache überkommt mich dann wieder das Gefühl, du hast etwas vergessen, etwas nicht gesehen, etwas nicht bemerkt. Und dann laufe ich erneut durch die Wohnung. Aber es kommt dann auch vor das ich die Sache dann dreimal dreimal kontrolliere. Aber das Zum glück nur "selten".

    Ich habe es mit der dreimal Methode zwar relativ unter Kontrolle. Verliere dadurch aber mittlerweile auch Zeit besonders durch dieses nochmals durch die Wohnung rennen.

    Langsam wird mir klar das ich da ohne Hilfe nur schwer rauskomme.
    Worauf sollte ich achten, bei der Wahl eines Therapeuten?
    Was kostet das?
    Gibt es ne Chance das Geld erstattet zu bekommen?


    DANKE.

  2. #2
    Verleger Avatar von Natz
    Registriert seit
    01.01.2008
    Ort
    im Süden
    Beiträge
    5.293
    Danke
    249
    296 mal in 215 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo und willkommen!
    Die Kasse bezahlt den Therapeuten, da musst Du Dir keine Sorgen machen.
    Wo Du Dich am besten schlau machst, wie Du jemanden findest, der auf Zwänge spezialisiert ist weiß ich nun leider auch nicht. Was Du tun könntest, ist erst mal zu einem niedergelassenen Psychiater zu gehen um auch abzuklären, ob begleitend ein Medikament sinnvoll wäre und der kann Die dann auch bei der Wahl des Therapeuten weiterhelfen-ich würde an Deiner Stelle am besten beides machen, dass Du auch auf der sicheren Seite bist, denn Du scheinst ja langsam doch sehr unter den Zwängen zu leiden, was ja auch gut zu verstehen ist.

    LG,

    Natz
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  3. #3
    Schreiberling
    Registriert seit
    23.02.2008
    Beiträge
    479
    Danke
    0
    4 mal in 3 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo David,
    wende Dich doch an die Deutsche Gesellschaft für Zwangsstörungen (DGZ), die führen eine Liste von Therapeuten, die sich auf Zwänge spezialisiert haben. Nimm einen Veraltenstherapeuten. Die Krankenkasse zahlt das.
    LG
    Peter

  4. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Peter für den sinnvollen Beitrag:


  5. #4
    Gast5507
    Gast

    Standard

    Ich wollte nur mal loswerden, dass ich genau das gleiche Problem habe,

    wenn ich z. B. in der Küche stehe, dann drehe ich mich immer im Kreis und schaue, ob der Wasserhahn zu ist, die Waschmaschine auf off steht, die Kühlschranktüren zu sind, der Herd, die Kaffeemaschine und der Wasserkocher aus ist.

    Auch das Fummeln in den Hosentaschen kenn ich. Hab ich auch alles noch drin (Schlüssel, Handy etc.)???

    Das mit dem Auto ist bei mir auch so. Ich muss immer schauen, ob das Licht aus ist, die Handbremse gezogen, der Gang eingelegt und ich kontrolliere unnötigerweise, ob bei allen vier Türen die Stifte unten sind.

    Das sind nur ein paar Beispiele.

    Und wenn ich mir dann mal nicht sicher bin, macht mich das richtig krank. Hat da irgendjemand sonst noch Erfahrung damit???

    Ich werde mir die oben erwähnte Seite der DGZ mal durchlesen.
    Geändert von Gast5507 (08.08.2010 um 19:21 Uhr) Grund: Rechtschreibung

  6. #5
    Neuling
    Registriert seit
    14.08.2010
    Beiträge
    1
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo,

    ich habe genau dieselben Probleme.
    Ich kontrolliere die Knöpfe meines Herds in der Küche, schau ob der Kühlschrank zu ist.
    Kontrolliere mehrfach die Terrassentür, dass sie verschlossen ist.....laufe 5 Minuten um mein Auto herum, dass die Türen alle zu sind, obwohl man genau sieht, dass sie zu sind. Aber irgendwie kann ich mir nicht trauen. Bis ich meine Wohnung verlassen kann, vergehen knapp 15 Minuten.
    Ich befinde mich unter anderem wegen Zwangsstörungen bereits seit 7 Jahren in Behandlung (Kosten habe ich teilweise privat übernommen).
    Derzeit befinde ich mich in einer Verhaltenstherapie. Diese Therapieform kann ich jedem nur empfehlen. Die Erfolge sind schneller sichtbar.
    Ich habe mit 18 Jahren eine analytische Therapie begonnen, die ich mit 21 Jahren abgebrochen habe.
    Mit dieser Therapieform hatte ich so gut wie keinerlei Erfolg.

  7. #6
    Neuling
    Registriert seit
    16.08.2008
    Beiträge
    2
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Nach fast 3 Jahren melde ich mich wieder.

    Habe im selben Jahr meines ersten Beitrags im Dezember meinen Lebensgefährten kennengelernt. Ein Jahr später sind wir in eine zweizimmer Wohnung mit blick über ganz Köln, Leverkusen, Düren, Hürth bis hin zum Siebengebirge gezogen. Er hilft mir sehr gut. Bei ihm finde ich halt und unterstützung. So habe ich es geschafft aus der schleife zu kommen und einiges aufarbeiten können. Wenn es mal vorkommt das es nochmal aufkommt zeigt er mir das und wir reden über alles dann.

    Mittlerweile ist es sogar soweit das ich mir zutraue meinen alten Berufswunsch aufzugreifen und daran grade am arbeiten bin.

    Ich wünche allen das selbe glück zu haben und aus der schleife raus zu können.
    LG
    David

  8. #7
    Schreibkraft Avatar von Anubis
    Registriert seit
    20.03.2010
    Beiträge
    239
    Danke
    126
    122 mal in 73 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo David,

    ich finde es ganz toll, dass Du Dich nach so langer Zeit noch einmal zurückmeldest und berichtest, dass es Dir wieder besser geht. Viele, die hier mal was gefragt haben verschwinden irgendwann. Man kriegt also oft gar nicht mit, was vielleicht geholfen hat.

    Wenn Du magst, dann schreib doch noch ein wenig, wie Du aus der Schleife raus gekommen bist. Wie hat Dein Freund Dich unterstützt? Hast Du eine Therapie gemacht? Lag es auch am Umzug in die gemeinsame Wohnung? Gab es vielleicht kleine Tricks mit denen Du nach und nach Dein Kontrollverhalten aufgeben konntest?

    Gruß
    Anubis
    „Allen ist das Denken erlaubt. Vielen bleibt es erspart.“
    (Curt Goetz)

  9. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Anubis für den sinnvollen Beitrag:


Ähnliche Themen

  1. Kontrollzwang
    Von Estelle im Forum Zwänge
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 08.04.2007, 13:33

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Psychologen beraten am Telefon und im Chat. Jetzt testen!