Ich bin mit einem extrem eifersüchtigen Mann verheiratet. Schon am Beginn unserer Beziehung ist er regelrecht ausgeflippt, wenn sich ein anderer Mann nur neben mir auf dem Tisch aufgestützte oder nett mit mir gesprochen hat. Damals war mein Mann noch Alkoholiker. Ich bin dann sehr krank geworden und musste acht Tage auf einer Intensivstation verbringen. Ich muss sagen, dass ich ohne meinen Mann - damals noch Freund - damals sicherlich gestorben wäre. Er verbrachte sehr viel zeit neben meinem Krankenbett und seine Liebe hat mich aus den Zwischenwelten, in denen ich schwebte, zurück geholt. Anschließend war ich sehr schwach, musste erst wieder gehen und essen lernen, leben lernen. Eine echte Grenzerfahrung also. Kurz nach meiner Wiederherstellung, eigentlich war ich noch rekonvaleszent, haben wir geheiratet. Wir haben zwei Kinder, Buben - derzeit 14 und 12 Jahre alt.
Als unser erstes Kind ca 3 Monate alt war, hab ich ihn vor die Wahl gestellt: Der Alkohol oder ich und das Kind. Er hat sich für uns entschieden und wirklich von Stund an nix mehr getrunken, 16 Jahre lang, nur letzte Weihnachten gabs zwei Ausrutscher, da stand aber schon das Ende der Ehe und sein Auszug im Raum.
Die Ehe dauert nun schon 16 Jahre. Die ersten Jahre waren sehr schön und mit großer Liebe erfüllt. Seit 10 Jahren aber geht es bedingt durch seine Eifersucht stetig bergab.
Er fängt meine e-mails ab, er belauscht meine Telefongespräche, zu einer beruflichen Weihnachtsfeier "durfte" ich nicht gehen (hat so lange rumgemeckert, bis es mich nicht mehr gefreut hat, und sooooooooo wichtig war mir die Feier eigentlich auch nicht, ging eher um das Eingesperrt werden und nicht hingehen dürfen), ähnlich war es anlässlich eines Freundinnentreffens am Abend (bin dann auch nicht hingegangen), selbst eine Frühstückseinladung unter Freundinnen gab Anlass zu Disskusionen (dort war ich aber)
Die Eifersucht dehnte sich schließlich auf alle Belange des Lebens aus, jede Freude, die nicht unmittelbar mit ihm zu tun hatte, war ihm ein Dorn im Auge.
Zeitweise war er sogar auf die Kinder eifersüchtig.
Wie spielte sich das nun ab, wenn er "ausflippte": Schimpfworte der untersten Klasse, da fiel schon mal die **** oder die Nutte. Aber wesentlich verletzender waren sicher die täglichen kleinen Herabsetzungen, die Illoyalität nach innen wie nach außen und das unfreundliche Benehmen zwischendurch.
Aber wenn er mal Sex wollte, dann hatte ich parat zu sein.
Nun: Hab ich mir das alles widerspruchslos gefallen lassen?
Nein, es gab sehr viel Streit, Diskussionen, Briefe, e-mails. Ich habe immer wieder formuliert, was mich stört, habe die verschiedensten Strategien ausprobiert. Nix hat geholfen. Es war immer wieder mal für ein paar Wochen besser, aber die Grundtendenz war fallend.
Ich muss zugeben, dass ich um des lieben Friedens willen, auch oft geschluckt habe und nix gesagt hab. Ich stand vor der Wahl: Entweder du sagst jetzt was, dann gibt es nicht enden wollenden Streit mit Schimpfworten siehe oben und etc (du bist ja eine Psychopatin, was du dir immer einbildest, typisch weiblich,...) oder ich hab eben nix gesagt und hab mir das erspart. Dazu muss ich auch sagen, dass mein Mann großes rethorisches Talent besitzt und es wirklich gut drauf hat, einem das Wort im Mund umzudrehen. In einer Diskussion mit ihm muss man immer sehr gut aufpassen, was gesagt wird, um dann die einzelnen Gesprächsstränge wieder aufzwirbeln zu können.
Nun: Am 15. Jänner hab ich ihn aufgefordert das Haus zu verlassen, auszuziehen und hab die Beziehung für beendet erklärt. Für ihn war das ein sehr großer Schock. Leicht war es für mich auch nicht, aber ich habe mich zuerst einmal nur befreit gefühlt. Besonders der Schluss war hässlich. Er erpresste mich emotional mit Selbstmord im Keller des Hauses (die Kinder hätten ihn gefunden, weil sie immer als erstes runtergehen um Getränkeflaschen zu holen), er schmeisst sich vor den Zug, er weiss nicht wohin, mit dem Wohl der Kinder,...
Letztendlich ist er aber zu einem Freund gezogen, wo er noch immer wohnt. Ein paar Tage später trafen wir uns im Kaffeehaus. Er war einsichtig und hatte schon mit Psychologen gesprochen, er werde eine Therapie gegen die krankhafte Eifersucht machen. Das Gespräch verlief eigentlich sehr nett und okay. Zwei Tage später jedoch hackt er meinen computer und mein Skype und schreibt unter meinem Namen Sachen an andere Leute. Meinen Skypeordner hat er sich heimlich auf seinen eigenen computer runtergeladen und alles gelesen.
Ihr werdet euch jetzt fragen, ist er fündig geworden? Zum Teil.
Ich stand in Kontakt mit einem anderen Spieler eines online Spieles. Wir haben im Skype über Gott und die Welt geplaudert und - ja, auch ein bissl geflirtet, für einen Eifersüchtigen wie ihn natürlich der Megahammer. (außer ein wenig flirten, war da aber nix)
Die 16 Jahre zuvor, war seine Eifersucht immer absolut unbegründet, mich haben andere Männer einfach nicht interessiert.
Am nächsten Tag war er selber ganz erschrocken, was er an diesem Abend/in dieser Nacht angerichtet hatte. Er sagte, dass er nun nie mehr spionieren werde und er macht auch seine Therapie (zwei Sitzungen waren schon) ich stehe nach wie vor im Kontakt mit meinem Mann, die Kinder gehen davon aus, dass er eines Tages wieder zurück kommt.
Auch eine Paartherapie wurde bereits angesprochen.
Nun wie geht es mir dabei?
Ich bin verwirrt, kenn mich nach all dieser Zeit selber nicht mehr wirklich, der seelische Stress war echt enorm, und ich erhol mich nur langsam davon. Ich genieße das Alleinsein. Zuletzt war es nämlich schon so, dass ich zusammengezuckt bin, wenn er heim gekommen ist und ich draußen die Autotür zufallen hörte.
Dann hatte mein Mann eine so genannte deadline aufgestellt. Bis März muss ich wissen, ob er wieder zu uns zurück kann oder nicht. So lange wohnt er bei seinem Freund, dann sucht er sich gegebenen falls eine Wohnung, Rückkehr dann ausgeschlossen.
Derzeit ist von dieser deadline nicht mehr die Rede. Wir haben das besprochen und gehen beide von mindestens einem halben Jahr Trennung aus.
Mein Mann geht weiterhin zur Therapie. Er plant ein Wellnesswochenende mit mir gemeinsam, wir besprechen, wie wir die Einrichtung des Hauses besser gestalten könnten und er redet dauernd von Urlaub gemeinsam im Sommer. all dies mal er in den schönsten Farben aus. Klar wäre es schön, wenn das alles so klappen würde.
Ich aber fühl mich eigentlich neuerlich unter Druck gesetzt. Leider weiss ich im Moment selber nicht, was ich eigentlich wirklich will.
Fragen:
- Was haltet ihr von der ganzen Sache?
- Ist so eine Therapie wirklich Erfolg versprechend?
- oder wird es nach kurzer Zeit wieder so sein, wie früher?
Ich beantworte gerne noch Fragen. Das Post ist sehr lang geworden aber 16 Jahre sind halt auch eine lange Geschichte. Trotzdem können in einem Post natürlich nicht alle Fakten geschildert werden. Es ist eine kleine Zusammenfassung.
Bitte helft mir, meine Gedanken zu ordnen.
Danke


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Und so löblich es ist, dass er eine Therapie macht, aber es könnte sein, dass das Ziel Eifersuchtsbekämpfung zu kurz greift. Vll solltet ihr euch beide mal mit seinem Psychologen oder mit einem Suchtberater darüber unterhalten, wie die Dinge evtl im Zusammenhang stehen. Denn Alkoholismus ist eine massive Erkrankung in der Struktur des Betroffenen, die in irgend einer Form sich immer wieder äußern kann. Selbst wenn er die Eifersucht in den Griff kriegt (also in den Griff, wie den Alkohol, nicht geheilt), dann wird sich das Problem womöglich in einem anderen Symptom wieder zeigen.

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