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Thema: langsam müde

  1. #1
    Neuling
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    Standard langsam müde

    Ich fang einfach mal an zu erzählen, um es mal los zu werden, so im ganzen.

    Langsam weis ich nicht mehr was ich für eine Therapie machen sollte, die mir dann auch mal hilft. Eine habe ich schon gemacht, aber die hat nicht alles Umfaßt was mich bedrückt. Eine 2. wollte ich machen, war auch schon zu Gesprächen, habe dann aber doch einen Rückzieher gemacht, weil mich der Mut verlassen hat, das mir die helfen wird.

    Was mich bedrückt.

    Ich bin die mittlere von 3 Kindern. Eltern haben sich scheiden lassen, da war ich fast 6. Wir sind alle bei meiner Mutter aufgewachsen, zu unserem Vater hatten wir keinen Kontakt,der wurde von meiner Mutter unterbunden.
    Mein Vater habe ich mit meinen Geschwistern nur heimlich gesehen. Am Anfang hat meine Mutter nichts davon gewußt, aber als sie es raus bekam, gab es ziemlich ärger.
    Um genau zu sagen, wurde ich (meine ältere Schwester auch) oft geschlagen, sei es mit Händen, Pantoffel, Teppichklopfer, alles war dabei und das bei jeder Kleinigkeit.
    Bei schlechten Noten, bei Meinungsäußerung und und und.
    Oft wurde mir gesagt das ich dumm wär oder zu blöd um etwas richtig zu machen.
    Wenn man über Jahre verprügelt wird und immer zuhören bekommt das man alles falsch macht und keine eigene Meinung zu haben hat lernt und desinteresse erfährt, ist das Selbstbewußsein ziemlich weit unten.

    Mit 12 habe ich das erste mal Erfahrung gemacht mit dem Verlust eines Menschen. Eine gute Freundin ist bei einem Unfall gestorben, auch das Thema durfte ich selbst bewältigen, (naja aushalten)

    Im Jugendlichen Alter, bin ich von dem Bruder meiner Mutter sex. mißbraucht worden.
    Als sie es erfahren hat, nicht von mir, hat sie sehr betroffen reagiert, aber dieser Mann ging in unserem Zu Hause immer noch ein und aus. Es wurde Tod geschwiegen.

    Seid längerer Zeit verletze ich mich selbst.
    Meist passiert es, wenn ich mich traurig fühle, wenn alle Gedanken in meinem Kopf ducheinander geraten, wenn ich mich einsam fühle.
    Mittlerweile bin ich schon 30 und bekomme meine Seele nicht in die richtige Bahn, wo ich sagen kann, so will ich leben.
    Zu Stark sind die Erinnerungen.

    Dann kommt noch dazu, das ich einen unheimlichen Kinderwunsch habe (schon seid sehr langer Zeit), aber nicht Beziehungsfähig bin. Nähe auszuhalten ist unglaublich schwer für mich. Ich habe Patenkinder, aber auch von denen distanziere ich mich immer mehr, weil mich das traurig macht kein eigenes Kind zu haben.

    Meine Gedanken jemanden zu erzählen fählt mir auch schwer, weil ich immer das Gefühl habe das ich mich nicht verständlich machen kann.
    Außerdem hat jeder Mensch seine eigenen Probleme und am Ende ist jeder allein.

    Ich weiß nicht wie ich mir die Zukunft vorstellen soll, ohne eine eigene Familie zu haben, kann ich das nicht. Ohne Geborgenheit.
    Und das macht mich sehr traurig, mutlos, kraftlos, leer.
    Um mich für eine Therapie zu bemühen, fühle ich mich nicht in der Lage dazu. Ich meine erst zum Hausarzt, dann einen Therapeuten suchen, dann telefonieren, Termine zu vereinbaren. Das ist alles so schwer.

    So das war es erst mal, hoffe das das geschriebene etwas verständlich war.

    Gruß

  2. #2
    Neuling
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    Standard

    Hey doro!

    Was dir da passiert ist, ist unheimlich schrecklich und ich glaube, dass nicht viele nachvollziehen können, wie du dich fühlst. Ich selbst wahrscheinlich auch nicht. Was ich, als Betrachter von außen nur raten kann ist, überwinde dich und suche dir nochmal Hilfe. Manchmal braucht man eben mehrere Anläufe, um an die richtigen Profis zu geraten, das erlebe ich gerade selbst. Du solltest so lange nach einem Therapeuten / einer Therapeutin suchen, bis du dir wirklich sicher bist, dass du auch längerfristig mit ihm/ihr an deiner Vergangenheit arbeiten kannst!
    Ein zweiter Rat ist, dass du bloß keine "neue, bessere Familie" gründen solltest. Das geht meist nach hinten los. Hört man jedenfalls sehr oft. Wenn Familie, dann doch aus Liebe, die DU deinen Kindern und deinem Mann geben kannst und nicht, weil du jemanden willst, der dir Liebe geben soll!

    Ich hoffe, ich habe es jetzt nicht zu direkt ausgedrückt und du bist nicht verletzt oder so!?
    We say goodbye in the pouring rain
    And I break down as you walk away

    'Cause all my life I've felt this way
    But I could never find the words to say

    Liebe Grüße,
    Stay (:

  3. #3
    Gast784
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    hallo Doro,

    was für eine Therapie hast Du denn gemacht und wie lange? Warum hattest Du den Eindruck, warum sie Dir nicht geholfen hat bzw hast Du eine Idee, was gefehlt hat?

    Du könntest Dich mal erkundigen, ob eine Traumatherapie eher unterstützen würde. Je nachdem, wie Du heute lebst, könnte vll sogar eine stationäre Therapie Sinn machen.

    Wenn der Wunsch nach eigener Familie dermaßen stark ist, dann kann das auch damit zusammen hängen, weil Du selber Geborgenheit vermisst hast und sie Dir auf diese Weise gerne schaffen würdest. Das ist aber ein äußerst gefährliches "Spiel", wenn man noch voll in seiner Problematik drin hängt, weil die Gefahr dann groß ist, sich komplett zu übernehmen und wieder etwas zu verlieren. Gerade wenn Du mal Familie willst, ist es wichtig, dass Du erstmal nach Dir guckst.

  4. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Gast784 für den sinnvollen Beitrag:

    Darkstar (08.02.2011),So Ham (07.02.2011)

  5. #4
    Neuling
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    Danke erst mal, das ihr meine Zeilen gelesen habt.

    Ich habe eine 1 Jahr Gesprächstherapie gemacht.
    Aber da wurde haupsächlich nur über die Erziehung gesprochen.
    Nur nicht über den sex. Mißbrauch, Näheproblematik, über meine Selbstverletzung.
    Es war bekannt in der Therapie, aber es wurde nicht weiter darauf eingegangen.
    Für mich Sinnlos im nach hinein.

    Was passiert bei einer Traumatherapie?

  6. #5
    Gast784
    Gast

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    hallo Doro,

    die Traumatherapie ist eine relativ junge Richtung und die Erkenntnisse bzgl Traumata erweitern sich ständig. Ich könnte Dir jetzt auch nur die Infos zusammengoogeln, was Du selbst kannst. Besser wäre - Therapeuten, die darin ausgebildet sind, bzw in entsprechenden Kliniken nachzufragen und sich dort die Infos zu holen.

    Traumata werden heute nicht mehr automatisch ständig direkt angesprochen und dadurch womöglich immer wieder aufgerissen. Von dieser sog. Retraumatisierung ist man eigentlich ziemlich abgekommen.

    so oder so -in jeder Therapieform hast Du entsprechend mitzuwirken, dass Du Deine Fragen und Bedürfnisse kommunizierst. Damit hast Du auch gleichzeitig die wichtigste Übung für eine Veränderung im RL. Denn genau das können Betroffene oft nicht, egal wegen was sie in der Therapie sind. Eine Therapie ist ein geschützter Raum, in dem genau das geübt und gelernt werden kann.

    Wenn Du also das Bedürfnis hast, über den Mißbrauch zu reden, dann mach das klar. Die Thera haben ihr Konzept nach Dir auszurichten und nicht anders herum. Wenn sie einen guten Grund haben, etwas anders zu machen (so wie ich das in dem Fall annehme), dann können Sie Dir auch sagen, warum. Zumindest sollte immer klar sein, was man mit der Therapie überhaupt erreichen will.

    Es geht nicht ohne Deine Mitarbeit. Nein falsch: Du ARBEITEST und der Thera arbeitet nur mit bzw Dir zu. Ein Thera nimmt Dir nix ab, im Gegenteil er fordert Dich eher. Therapie ist keine Wunderpille, sie ist Arbeit.

  7. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Gast784 für den sinnvollen Beitrag:

    Magdolna (09.02.2011)

  8. #6
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    Huhu Doro,

    Also erstmal tut es mir Leid was du da erleben musstest, doch es gibt immer Hoffnung.

    Diese Selbstverletztung, die Deppressionen, die sexuellen Mißhandlung in der Kindheit, und der Wunsch nach einer Bindung, etwas an dem du dich halten kannst , der Kinderwunsch.

    Alle diese Dinge treten sehr, sehr häufig bei der Boarderline Persönlichkeits Störung auf.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Borderl...tsst%C3%B6rung

    Das solltest du dir unbedingt mal durchlesen und ggf Hilfe aufsuchen, egal wie schwer die das fällt !

    Ich möchte keine Diagnosen geben, aber das hört sich ja schon sehr danach an.

    Hoffe ich konnte dir helfen.

    Gib nicht auf, halte an deinem Kinderwunsch fest. Irgendwann wirst du Kinder haben, da bin ich mir sicher.

    Insane

  9. #7
    Neuling
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    Ich wieder mal.
    Manche fragen, na wie geht´s und immer sag ich ja gut.
    In Wiklichkeit geht es mir gar nicht gut.
    Ich funktioniere, ja das tu ich, aber leben? Nein das glaub ich nicht.

    Ich verletze mich immer und immer wieder, manchmal habe ich angst wie weit es noch geht. Mir hilfe, holen schaff ich nicht, ich denke immer es gibt schlimmeres und ich muß das mit mir ausmachen, so wie immer schon in meinem leben.
    Manchmal wünsch ich mir das jemand mein Schmerz erkennt und mich an die Hand nimmt und sagt komm ich geh mir dir.
    Aber das wird nie passieren, jeder Mensch ist am Ende immer allein.

  10. #8
    Gast784
    Gast

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    Manchmal wünsch ich mir das jemand mein Schmerz erkennt und mich an die Hand nimmt und sagt komm ich geh mir dir
    Das passiert dann, wenn Deine Eigengefährdung so weit geht, dass dich jemand zwangseinweisen lässt. Dann bist Du aber schon so weit, dass Du praktisch nichts mehr selbst in der Hand hast und womöglich schon viel Leid auch über Andere gebracht hast, z.B. wenn Du Deinen Kinderwunsch aus Deinem Defizit heraus umgesetzt hast und dann völlig überfordert bist..

    Ich verletze mich immer und immer wieder, manchmal habe ich angst wie weit es noch geht. Mir hilfe, holen schaff ich nicht, ich denke immer es gibt schlimmeres und ich muß das mit mir ausmachen, so wie immer schon in meinem leben
    So lange wirst Du auch nix dran ändern.
    Der Spruch, dass jeder Mensch am Ende allein ist, macht sich daran fest, dass für jeden Menschen der Punkt kommt, an dem nur ER eine Entscheidung fällen kann. Und Du hast diese Entscheidung gefällt in die Richtung, so weiter zu leben. Du kannst jederzeit eine andere Entscheidung fällen, dann kann auch Hilfe kommen, weil Du sie zulässt.

    So lange wir mündig sind, sind wir allein in der Entscheidung, jedoch nicht in der Umsetzung. Wenn wir diese Entscheidungsmöglichkeit abgenommen kriegen, dann sind wir unmündig und haben auch nicht mehr mitzureden. Willst Du es wirklich so auf die Spitze treiben?

    Es ist nicht so schwer, sich um Hilfe zu kümmern, wenn Du das mal klar erkannt hast, an welchem Punkt Du alleine durch musst, und wo nicht.
    Du kannst zu einer psychologischen Beratungsstelle gehen, das wäre wahrscheinlich das schnellste und einfachste.

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