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Thema: Latente Suizidalität

  1. #9
    Zarte_Seele
    Gast

    Standard

    Das muß ich alles erstmal sacken lassen, bevor ich wieder antworte!
    Ist eben doch kein einfaches Thema (für mich!).

    Aber Danke euch beiden für die Anregungen und Worte erstmal!

  2. #10
    Zarte_Seele
    Gast

    Standard

    Zitat Zitat von Erwin Beitrag anzeigen
    Zu Deinem LSD-Erlebnis, da wird für mich klar daß offenbar etwas, also ein Verhalten darin durchkommt, Erfahrungen da sind, die gänzlich außerhalb der gewohnten Erfahrungswelten liegen. So belastend und verzweifelt Deine Situation, daß man sich vor Verzweiflung die Haare ausreißen will, sich auszieht, alles von sich werfen will, alle Grenzen überschreitet.
    Ich wollte etwas Zeit vergehen lassen, da dieses für mich ein Thema ist, mit welchen ich mich NICHT jeden Tag beschäftigen will!
    Es ist die Frage, ob es eben nur vom LSD und den dazugehörigen Umständen "Nackt im Schnee und in einer fremden Umgebung" waren- die mich diese Dinge machen ließen!
    Das mit dem Haare raus reißen kann ich mir so erklären: Es waren ja Kunsthaare, eingflochten ins eigene Haar: Rastazöpfe!
    Evtl. ein Versuch mich von diesem ganzen oberflächlichen und künstlichen Kram zu befreien?
    Das ausziehen hatte wohl was mit den Socken zu tun- die waren ja nass vom Schnee und hingen beim laufen so runter- ich weiß noch, dass ich das alles als sehr störend empfand!
    Ob es was mit Grenzen überschreiten zu tun hatte glaube ich nicht- ich denke eher, es war eine Art Befreiungsakt!


    Zitat Zitat von Erwin Beitrag anzeigen
    Daß Stimmen Dir Deine Erlebnisse immer wieder erzählen. Manche hören das als Stimmen, anderen gehen einfach nur die Gedanken des Erlebnisses durch den Kopf. Der Mensch denkt an seine Fehltritte, wenn es ihm schlecht geht. Gerade an Stellen wo man vielleicht dabei ist Dinge im Leben zu schaffen, kommt oft Angst auf und die Vergangenheit hoch.
    Was ich mich dazu frage ist: Sind es evtl. Intrusionen, die mir dabei helfen sollen diese Ereignisse zu bewältigen?
    Es ist ja nicht nur das LSD Erlebnis- es sind ja noch zwei andere Erlebnisse, bei denen es mir ähnlich geht. Einmal eine 6 wöchige Psychose, wo mir von Stimmen täglich gesagt wurde, dass ich mir das Leben nehmen soll, bzw. das ich den Tag nicht überleben werde!
    Ich hatte damals mit dem Parapsychologischem Institut in Freiburg telefonisch Kontakt aufgenommen, die bestärkten mich darin und sagten, es wäre ein Psychischer Parasit , der durch Abwesenheitstelepathie gesetzt wurde und dazu da ist, auf meine Ängste und Wünsche einzugehen um mich Stück für Stück kaputt zu machen.
    Ich war damals bei keinem Arzt- es war meine erste Psychose und ich glaubte dem Parapsychologischem Institut und lief damit 6 Wochen durch die Gegend, jeden Tag in dem glauben, ich würde/ müsste sterben!
    Das dritte Erlebnis war meine Herzmuskel und Beutelentzündung- da ich ne Herzphobie (schon vorher hatte) habe, war das für mich sehr belastend- vorallem, weil ich das mit mir alleine klar machen musste- ich hatte kaum Besuch- es hatte niemanden wirklich interessiert!
    Na ja und die Frage, die ich mir stelle: Versucht mein Gehirn sich selbst zu reinigen bzw. zu Therapieren, indem es diese Situationen immer wieder mal "in Phasen- NICHT ständig" wiederholt?
    Ich habe zwischendurch auch relativ stabile Phasen, wo ich relativ gut funktioniere- gehe ja auch ein paar Stunden in der Woche arbeiten und habe da, bis auf "Grippe" u.ä. sonst niemals gefehlt- also NICHT aus psychischen Gründen!

    Zitat Zitat von Erwin Beitrag anzeigen
    Und die Stimmen kommen selbstverständlich aus Deinem Kopf und entspringen Deinem Denken. Woher solls auch sonst kommen. Diese Gedanken, das bist alles Du.
    Ja, sicher! Ich war auch nur in der ersten Psychose der Meinung, es wären Telepathen- aber auch nur, weil ich von sowas wie Psychose vorher nie gehört hatte! Danach befasste ich mich noch ne Weile mit dem Ursprung und schloss das eine (Aus meinem Kopf kommend) und das andere (Sensitive Empfindungen) nicht aus!
    Mitlweweile weiß ich für mich, dass es eindeutig aus meinem Kopf kommt und diese Stimmen auch viel mit meinem Gewissen zu tun haben!

    Zitat Zitat von Erwin Beitrag anzeigen
    Ich denke aber es bringt Dir nichts, Dich der latenten Suizidalität zu bezichtigen. Das sind nur Begrifflichkeiten, die echten Probleme sind woanders.
    Hm, aber wieso sagten mir die Stimmen damals, dass ich Suizid begehen soll?
    Sie sagten: Du musst sterben weil Du der Teufel persönlich bist...eine andere Stimme antwortete darauf: Nein, nein, nein- sie ist nicht der Teufel persönlich, sie ist nur teuflisch GUT und deshalb muss sie sterben- sie wird sich sowieso irgendwann das Leben nehmen!
    Was ging da in mir ab???

    Zitat Zitat von Erwin Beitrag anzeigen
    Ich würde übrigens an Deiner Stelle mit Deiner Mutter den Kontakt nicht mehr versuchen zu halten. Akzeptier es, sie ist nicht für Dich da.
    Hm, das ist leichter gesagt als getan!
    Meine Mutter ist neben meiner Betreuerin (die ja dafür bezahlt wird!), mein einziger stabiler, sozialer Kontakt!
    Ich denke, wenn ich das machen würde, würde ich mir damit keinen Gefallen tun! Die Akzeptanz ist schon vorhanden aber meine emotionale instabilität WILL eine Mutter- WILL geliebt werden- auch wenn es real in diesem Maße nicht möglich ist!
    Geändert von Zarte_Seele (02.02.2012 um 11:25 Uhr)

  3. #11
    Zarte_Seele
    Gast

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    Zitat Zitat von Loewenzahn Beitrag anzeigen

    Freunde zu finden während einer seelischen Krankheit ist in der Tat nicht einfach und viele Menschen finden es sehr schwierig ein gutes Leben zu führen ohne eine bestimmte Anzahl von sozialen Kontakten .

    Ich habe während meiner ganz schwierigen Zeiten auch eher nur kurzzeitige Kontakte gehabt ,aber das ist immerhin besser als gar nichts .
    Lieber gar keine Freunde als die falschen Freunde .
    Ja, das sind wahre Worte!
    Leider liest man nur immer wieder, wie wichtig soziale Kontakte für die Gesundheit sind- ich glaub ich hab Angst, dass mein Körper iwann denn Geist aufgibt, wenn ich so lange allein bin und alles mit mir selbst ausmache?!
    Sonst stört es mich nicht sonderlich...Man gewöhnt sich an alles!

    Zitat Zitat von Loewenzahn Beitrag anzeigen
    Konzentriere Dich nicht nur auf das ,was Du vielleicht mit Deinem Leben tun solltest ,sondern auch auf das ,was Du tatsächlich erreichen willst .

    Was für Dinge machst Du gerne ?
    Ich schreibe gern und habe auch schon mal überlegt ein Buch zu schreiben, jedoch denke ich, ich möchte noch einige Dinge in meinem Leben regeln, bevor ich mich voll und ganz auf so eine große Sache konzentrieren kann!
    Na ja und ich kann malen...mache ich aber nicht so gerne wie schreiben- auch wenn viele immer sagten: "mach was draus" sehe ich es nicht als das, was ich gerne machen will!

  4. #12
    Zarte_Seele
    Gast

    Standard

    Zitat Zitat von Zarte_Seele Beitrag anzeigen
    Ich wollte etwas Zeit vergehen lassen, da dieses für mich ein Thema ist, mit welchen ich mich NICHT jeden Tag beschäftigen will!
    Es ist die Frage, ob es eben nur vom LSD und den dazugehörigen Umständen "Nackt im Schnee und in einer fremden Umgebung" waren- die mich diese Dinge machen ließen!
    Das mit dem Haare raus reißen kann ich mir so erklären: Es waren ja Kunsthaare, eingflochten ins eigene Haar: Rastazöpfe!
    Evtl. ein Versuch mich von diesem ganzen oberflächlichen und künstlichen Kram zu befreien?
    Das ausziehen hatte wohl was mit den Socken zu tun- die waren ja nass vom Schnee und hingen beim laufen so runter- ich weiß noch, dass ich das alles als sehr störend empfand!
    Ob es was mit Grenzen überschreiten zu tun hatte glaube ich nicht- ich denke eher, es war eine Art Befreiungsakt!




    Was ich mich dazu frage ist: Sind es evtl. Intrusionen, die mir dabei helfen sollen diese Ereignisse zu bewältigen?
    Es ist ja nicht nur das LSD Erlebnis- es sind ja noch zwei andere Erlebnisse, bei denen es mir ähnlich geht. Einmal eine 6 wöchige Psychose, wo mir von Stimmen täglich gesagt wurde, dass ich mir das Leben nehmen soll, bzw. das ich den Tag nicht überleben werde!
    Ich hatte damals mit dem Parapsychologischem Institut in Freiburg telefonisch Kontakt aufgenommen, die bestärkten mich darin und sagten, es wäre ein Psychischer Parasit , der durch Abwesenheitstelepathie gesetzt wurde und dazu da ist, auf meine Ängste und Wünsche einzugehen um mich Stück für Stück kaputt zu machen.
    Ich war damals bei keinem Arzt- es war meine erste Psychose und ich glaubte dem Parapsychologischem Institut und lief damit 6 Wochen durch die Gegend, jeden Tag in dem glauben, ich würde/ müsste sterben!
    Das dritte Erlebnis war meine Herzmuskel und Beutelentzündung- da ich ne Herzphobie (schon vorher hatte) habe, war das für mich sehr belastend- vorallem, weil ich das mit mir alleine klar machen musste- ich hatte kaum Besuch- es hatte niemanden wirklich interessiert!
    Na ja und die Frage, die ich mir stelle: Versucht mein Gehirn sich selbst zu reinigen bzw. zu Therapieren, indem es diese Situationen immer wieder mal "in Phasen- NICHT ständig" wiederholt?
    Ich habe zwischendurch auch relativ stabile Phasen, wo ich relativ gut funktioniere- gehe ja auch ein paar Stunden in der Woche arbeiten und habe da, bis auf "Grippe" u.ä. sonst niemals gefehlt- also NICHT aus psychischen Gründen!



    Ja, sicher! Ich war auch nur in der ersten Psychose der Meinung, es wären Telepathen- aber auch nur, weil ich von sowas wie Psychose vorher nie gehört hatte! Danach befasste ich mich noch ne Weile mit dem Ursprung und schloss das eine (Aus meinem Kopf kommend) und das andere (Sensitive Empfindungen) nicht aus!
    Mitlweweile weiß ich für mich, dass es eindeutig aus meinem Kopf kommt und diese Stimmen auch viel mit meinem Gewissen zu tun haben!



    Hm, aber wieso sagten mir die Stimmen damals, dass ich Suizid begehen soll?
    Sie sagten: Du musst sterben weil Du der Teufel persönlich bist...eine andere Stimme antwortete darauf: Nein, nein, nein- sie ist nicht der Teufel persönlich, sie ist nur teuflisch GUT und deshalb muss sie sterben- sie wird sich sowieso irgendwann das Leben nehmen!
    Was ging da in mir ab???


    Hm, das ist leichter gesagt als getan!
    Meine Mutter ist neben meiner Betreuerin (die ja dafür bezahlt wird!), mein einziger stabiler, sozialer Kontakt!
    Ich denke, wenn ich das machen würde, würde ich mir damit keinen Gefallen tun! Die Akzeptanz ist schon vorhanden aber meine emotionale instabilität WILL eine Mutter- WILL geliebt werden- auch wenn es real in diesem Maße nicht möglich ist!

    Traut sich keiner mehr? *vorsichtigfrag*

  5. #13
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    Doch, Du bekommst eine Antwort dazu. Ich habe es abert erst jetzt wieder gesehen, durch Dein Hervorholen.

  6. #14
    Nachwuchs Autor Avatar von martinspin
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    Hallo Zarte_Seele

    Zitat Zitat von Zarte_Seele Beitrag anzeigen
    Wieso ist den Menschen nicht bewusst dass sie sterben wollen? Und wenn dem so ist, ist die latente Suizidalität heilbar- ist das Unterbewusstsein heilbar???
    Freud hat 1920 im Buch "Jenseits des Lustprinzips" die Theorie des Todestriebs aufgestellt. Der Todestrieb strebt nach Zurückführung des Lebens in den anorganischen Zustand des Unbelebten, der Starre und des Todes und ist der Gegenpol zum Lebenstrieb und damit des Eros. Der Todestrieb kann ganz unterschiedliche Formen annehmen: Zwänge, Regression, Autoaggression, Destruktion, Sado-Masochismus, usw.

    Die Theorie des Todestriebs ist schon innerhalb der Psychoanalyse sehr umstritten, da die Menschen es mögen, an das Gute zu glauben.

    Ich erzähl mal am besten, wie es bei mir ausschaut. Es gibt zig Momente an jedem Tag, wo ich liebend gerne sterben würde. Das Leben erscheint mir als eine unendliche Qual. Solche Zustände wechseln sich ab mit absolut positiven Zuständen, wo ich voller Energie meine Bedürfnisse leben und ausleben kann.

    Ich spüre den Lebenstrieb wie auch den Todestrieb in mir. So gesehen kann ich dem guten Freud nur Recht geben. Warum der Todestrieb von der Gesellschaft abgelehnt wird, ist mir nur ein klein wenig bewusst.

    Die guten Leute klammern sich mit aller Macht an das Leben, weil sie nicht gelernt haben, los zu lassen. Das ist ok, nur muss das nicht auch für mich gelten.

    Mir ist eigentlich wurst, was der Sinn des Todestriebs bzw. des Lebenstriebs ist. Mir erscheint es wichtig, dass ich diese beiden Seiten in mein Leben integrieren kann. So fühle ich mich als ganze Person und nicht bloss als Schatten meiner Selbst.

    Es ist wie mit dem Stimmungshoch und dem Stimmungstief, alles gehört zum Leben.

    Ein unterdrückter Todestrieb ist darum gefährlich, weil er nicht ins Leben integriert ist und darum zu unbewussten Handlungen führen kann, die genau dahin führen, was vermieden werden soll.

    Ein unterdrückter Lebenstrieb ist genauso gefährlich, weil das Gute im Menschen verneint wird und dieses Modell absolut ohne Perspektiven ist.

    Egal welches Schicksal, welche Vergangenheit oder welche Erziehung einer erfahren hat, finde ich es wichtig, die beiden dipolaren Kräfte ins eigene Leben zu integrieren.
    Liebe Grüsse, Martin

    I Psychologieforum.de

    Es gibt ein Leben vor dem Tod - Nutze es!

  7. #15
    Ste
    Gast

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    Mich erinnert das an absurde Situationen, an paradoxe Erlebnisse, die ich teils auch in der Klinik erlebt habe, wo ich sie glücklicherweise sofort besprechen und oft auch klären konnte.

    Da war ich auch latent bis offen suizidal, mein Leben schien auch mir sinnlos und qualvoll, die Zukunft machte Angst. Nun litt ich auch unter Panik und wenn so ein Anfall kam, hatte ich (natürlich) auch zeitweise Todesangst. Damit verbunden gingen mir Gedanken durch den Kopf, so ähnlich wie "bitte, ich will nicht sterben"...

    Ja, darauf hat mich dann jemand aufmerksam gemacht, dass ich also im abstrakten Denken ein Todes-Junkie war, aber konfrontiert mit den dazugehörigen Gefühlen alles andere wollte als sterben.

    Es gab also einerseits dieses "ich möchte tot sein" und dann wieder dieses "nein, bitte, ich will nicht sterben!"

    Also, ich denke, dass es viele Menschen gibt, die abstrakt oft mit dem Tod zu tun haben. Es gibt in der Pubertät Phasen, wo man - blutjung und kerngesund - mit Gedanken an den Tod spielt, damit koketiert.

    Nun glaube ich, dass die Leute sich den Tod wie Einschlafen vorstellen, seeliges Wegdämmern in eine bessere Welt oder in das vollständige Nichtexestieren. Der Verlust des Lebens wird dabei im Grunde ausgeblendet, weil man sich diesen gar nicht vorstellen kann. Ist man wirklich mit dem Tode bedroht, reagiert man immer reflexartig mit extremer Angst und dem unbedingten Versuch am Leben zu bleiben.

    Ich kann mir aber auch vorstellen, dass bei manchen Menschen der Gedanke an ein Leben nach dem Tod eine Rolle spielt, wenn sie sich mit dem Tod befassen. Wir sind ja so sozialisiert, dass wir glauben dass Leben wäre nur eine Vorbereitung auf das was danach kommt und das Leben wäre nur eine Prüfung, ein Mühsal, dass man durchstehen muss. Danach kommt der Himmel und die Erlösung.

    Darin liegt natürlich eine grundlegende Lebensverachtung, vor allem eine Verachtung des Lebens im Augenblick und des erotischen Lebens der Gegenwart. Das will man uns ja schon immer austreiben, wir sollen ja eher in Angst und Demut leben, gefügig sein.

    Ich sehe den Tod als Teil des Lebens, tot sein kann ich gar nicht, weil ich mit dem Augenblick des Todes aufhöre zu existieren. Der Tod ist eine Konsequenz dessen, dass ich lebe und am Leben zu sein ist etwas einmaliges, das passiert jedem nur einmal. In Milliarden von Jahren bin ich nur einmla für ein par Jahre da, nur dieses eine mal. Davor gibt es die Welt unendlich lang ohne mich und danach ebenso. Ich habe diesen einen Augenblick, wo ich am Leben bin, sonst nichts.

    Da ich das so sehe, ist der Tod für mich weder Feind, noch schrecklich, ich denke, dass der Tod eine versöhnliche Sache ist. Jeder muss sterben, der Glückspilz genauso wie der Unglücksrabe. Für viele ist es eine Erlösung endlich gehen zu dürfen. Schlimm ist es für die Hinterbliebenen, für die die alleine zurückbleiben. Aber auch das gehört einfach dazu, es ist unvermeidlich, dass man jeden Menschen - auch sich selbst - verlieren wird. Alles wird man verlieren, nur das ist sicher und es trifft jeden.

    Paradoxerweise stärkt diese Sicht das Leben. Natürlich gibt es andere Strategien mit dem Tod fertig zu werden, der Glaube an Gott oder der Glaube an das ewige Leben. An Wiedergeburt. Manche können unmöglich ohne das leben, andere schon.

    Wenn jemand latent suizidal ist, dann denke ich, dass dieser Mensch sich pubertär mit dem Thema befasst. Kindisch fast. junge Leute sind oft latent suizidal. Todesmutig fahren sie besoffen Auto, mit dem Wissen, dass sie drauf gehen können und sie kokettieren damit. Todesverachtung ist eine häufige Sache bei jungen Männern, ein Grund warum sie so gut für den Kriegsdienst taugen. Allerdings weinen die dann bitterlich, wenn sie angeschossen im Staub liegen und Angst vorm Sterben haben, da wollen sie zu ihrer Mami und ich meine das nicht abwertend.

    Ich empfehle: Lebt einfach, ohne darüber nachzudenken. Es ist anmassend und respektlos über die Schöpfung nachzudenken und es hat noch nie zu was geführt. Ehrfurcht ist da eher angebracht und ein tapferes, mutiges Leben. Allemal sinnvoller als jeder Gedanke an den Tod.

    Grüße

    Ste

  8. #16
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    Hallo Zarte_Seele,

    das Herzthema will ich einmal ausklammern, es scheint mir jedenfalls auch in Richtung Konflikt zu weisen.

    Ich denke daß jede Art von Droge prinzipiell nur auslöst, was in einem vorhanden ist. Zu sagen, es war allein die Droge, dann hätte man finde ich keine Basis mehr, inhaltlich darüber zu reden. Wenn Dir zu Deinem Erlebnis Befreiung, Befreiungsakt einfällt, dann wird es wohl so sein. Sich befreien wollen, es nicht mehr sein wollen, es nicht mehr darstellen wollen.

    Zu den Stimmen, was wäre denn, wenn es so wäre, daß sie Dir helfen sollen Deine Erlebnisse zu bewältigen. Ich frage um den Gedanken von Dir besser zu verstehen.

    Wenn ich Gedanken hätte in denen ich mir sage, Du überlebst diesen Tag nicht, Du bist schlecht, Du bist böse, dann würde ich jedenfalls nicht sagen daß mir das helfen soll meine Probleme zu bewältigen. Für mich wäre das Selbsthaß. Und auch Selbsthaß ist eben in jedem Menschen vorhanden, wir sind eben nicht nur positiv, wir wollen zwar gerne positiv sein und nur Glück empfinden, aber so ist das Leben nicht. Kann es sein daß Du versuchst Dich gegen Deine Gedanken zu wehren, daß Du wütend bist, wenn diese Gedanken, Stimmen, kommen?

    Ich kenne es z.B. auch, daß ich mich in Gedanken beschimpfe. Z.B. wenn es mir besonders schlecht geht. Ich kann auch diese Zwiegespräche aus der dritten Person nachvollziehen, fast wie Eltern, die sich über ein Kind streiten, oder ein Verteidigungsgespräch was man in eigener Sache führt.

    Ich würde übrigens einen Unterschied machen bzw. die Sache vorschlagen ganz einfach zu nehmen. Willst Du Dich bewußt selbst umbringen, doch sicher nicht. Also würde ich mir die Frage, bin ich latent suizidal, ganz klar mit "nein" beantworten. Das ist Dein bewußter Willle. Ok, die Stimmen die sind eben trotzdem da. Das zieht einen vielleicht runter, manchmal fühlt man sich vielleicht dadurch auch so schlecht daß man sich sagt, ich wäre lieber tot! Aber das ist ja etwas ganz anderes als real sich umbringen zu wollen. Finde ich. Und das habe ich gemeint als ich sagte, es bringt Dir nichts, Dich der latenten Suizidalität zu bezichtigen.

    Warum Du diese Gedanken dann trotzdem hast, mein Angebot zum Warum wäre, ganz trivial, sich selbst fertigmachen. Und dann, sich dagegen wehren, sich selbst fertigzumachen. Und da man es nicht will, findet das schon ausgelagert in die Dritte Person statt. Nicht mehr "ich" sondern "sie", sich davon distanzieren wollen. Ich beziehe mich dabei auf den Dialog den Du schildertest "sie ist der Teufel, nein ist sie nicht". Es gibt eben einen Teil in uns, der sich selbst bestrafen will und sich selbst fertigmachen will, entgegen dem, das was wir eigentlich wollen. Das hat im Prinzip jeder, es kommt mal hervor und geht wieder weg. Ich für meinen Teil kann ihn nur so akzeptieren, das ist eben auch vorhanden, es läuft eben durch. Es geht mir nicht besser damit, aber wie sollte ich meine Gedanken den kontrollieren können. Geht nicht.

    Warum schockiert sein oder sich gegen seine Gedanken wehren wollen, man denkt es doch eh schon längst.


    Ich kann eigentlich nur dazu ermutigen, zu aktzeptieren was man an Erlebnissen eben hat und hatte, sich für nichts schlechtzumachen oder schlechtzusprechen, ganz egal, was man vielleicht alles denkt.

  9. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Erwin für den sinnvollen Beitrag:


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