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Thema: Legalisierung / Entkriminalisierung?

  1. #1
    Moderator Avatar von phel
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    Standard Legalisierung / Entkriminalisierung?

    Hallo, liebes Forum!

    Aus aktuellem Anlass ( Kanzlerin vor der Hanf-Frage , Linke will harte Drogen legalisieren ), und der Verwunderung darüber, dass ich hinsichtlich der Thematik keinen bereits erstellten 'Thread' finden konnte ( vielleicht werde ich auch einfach nur alt? ), möchte ich eine ganz allgemeine, einfache Frage stellen:

    Was spricht gegen eine Legalisierung, bzw. eine Entkriminalisierung, sämtlicher "Drogen"?

    Wer sich für das Thema interessiert, findet hier einen 24-seitigen Report der 'Global Commission on Drug Policy'. Wem das zu mühsam ist, der findet in diesem Artikel eine Zusammenfassung.

    Dies als kleine Orientierung, wo die Drogenpolitik heute ist, und ob sie als sinnvoll zu bewerten ist, oder doch eher, auf ganzer Linie versagt hat.

    Ein aktuelles Beispiel, wie es richtig geht, liefert Kopenhagen.

    Meinungen, bitte ,)

    Liebe Grüße!
    Geändert von phel (19.11.2011 um 00:42 Uhr)

  2. #2
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    Leider wird es soweit nicht kommen. Ach, wäre das schön, könnte ich Opium-Rauchend unter einem Baum liegen und nichts würde mich stören.

    Aber ich rauch kein Opium. Warum nicht? Definitiv, weil es verboten ist. Will die Regierung mich schützen?

    Fakt ist, ich hasse Deutschland. Fakt ist aber auch, in meinen Traumland würde ich für harte Drogen hingerichtet werden. Was immer dies für einen Sinn ergibt. Dann stellt sich die Frage, wie weit ist ein Schutz für harte Drogen sinnvoll?

    Würde ich nach Indien gehen, könnte ich alles nehmen, was ich wollte. Ist dies gut?

    Drogenpolitik mag sicherlich schwierig sein. Aber in Deutschland werden sie noch nicht mal Hanf legalisieren.

    Mfg. Irina

  3. #3
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    Hallo Irina,

    in einem anderen Thread hast Du auch bereits geschrieben, wie sehr Du Deutschland hasst. Auch hier möchte ich Dir nochmal die Frage stellen, warum Du hier bist wenn Du dieses Land so hasst?
    Warum kamst Du nach Deutschland, wenn Du es so hasst? Und warum bist Du dann noch hier?
    Dies würde mich wirklich interessieren, da es ja schwerwiegende Gründe dafür geben muß, wenn Du in einem Land lebst, welches Du so hasst und dies so häufig erwähnst.

    Gruss Thessa

  4. #4
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    Ich bin noch aus einem Grund hier, weil ich bettelarm bin. ZUdem habe ich eine Tochter. Ich selbst war ja schon ein Jahr weg, habe meine TOchter (damals 2/3) Jahre alt bei meiner Mutter gelassen.

    Es ist definitiv so, dass ich dem Kind im Ausland keine nötige Bildung schenken kann, sie nicht hier aus dem Heimatland reißen kann und Mädchen in Deutschland doch einfach die meisten Chancen haben.

    In ein nordisches Land komm ich aufgrund meiner Armut und mangelnder Berufsausbildung nicht. Dort möchte ich aber auch gar nicht hin. Meine Welt ist Afrika. Nach dem Jahr in Marokko bereite ich mich nun auf meine Ausreise nach Kenia vor. Diese wird aber erst in 10 Jahren sein, da meine TOchter mich solange noch brauchen wird.

    Aber mein Weg nach Kenia ist schon gesichert, durch das Benediktinerkloster. Suaheli spreche ich mitlerweile auch schon ganz gut und werde noch weiterlernen. ZUdem spreche ich Berber, Englisch und versteh sogar Latein.

    Ist gerade der Grund warum ich mein Land so hasse, eine Ausbildungsstelle wird mir vom Arbeitsamt strikt verweigert (aufgrund meiner Schizophrenie), und ich werde immer dazu gezwungen einfachste Helferarbeiten anzunehmen. Dabei habe ich die Sekundarstufe II eines Gymnasiums gut bestanden. Mache mich hin und wieder in Börse tätig, um dann 20 oder 30 Euro mitzunehmen (wie gesagt, ich bin arm aber ein guter Börsianer).

    Ich hätte wirklich alle Chancen verdient und bekomm keine. Und einen AUsbildungsplatz in der Nähe bekomm ich aufgrund meines Alters nicht. Meine Krankheit verschweig ich dort sowieso.

    Außerdem ist Deutschland schlechthin ein Land für Betrüger. Schau nur mal, was meine ehemalige Vermieterin mit mir abzieht. Ich sitze hier in schimmligen Wänden und es bekennt sich einfach niemand dafür als zuständig, den Schimmel zu entfernen (näheres kannst Du in meinem Tagebuch nachlesen).

    Ich habe gute Gründe Deutschland so zu hassen, aber Armut hat keine Chance. Und da schwafeln die in der Politik von Chancengleichheit, ja wo isse denn?

    Aber wie auch immer, hier geht es um Drogen, dies sollte nicht vergessen werden.

    Wie weit ist denn nun so ein Schutz vor Drogen sinnvoll?

  5. #5
    Moderator Avatar von phel
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    Hallo Irina! (:

    Vielen Dank für deine Meinung!

    Zitat Zitat von scorpio Beitrag anzeigen
    Leider wird es soweit nicht kommen.
    Warum so pessimistisch? ,)

    Einige, relativ bekannte Politiker, die näher ausführen, welche Rolle die heutige Drogenpolitik in der organisierten Kriminalität spielt, und wie ihre Länder - aufgrund einer bequemen, und schlechten 'Agenda', unnötig leiden ( ein Klick führt zu den, wirklich interessanten, Artikeln ):

    Juan Manuel Santos ( Kolumbiens Präsident )

    Vicente Fox ( Mexikos Präsident - in den Jahren '00-'06 )

    Fernando Henrique Cardoso ( Brasiliens Präsident - in den Jahren '95-'02 )

    Ron Paul ( Präsidentschaftskandidat - Amerika; 2012 )

    Alle sprechen für eine Legalisierung.

    Zitat Zitat von scorpio Beitrag anzeigen
    Drogenpolitik mag sicherlich schwierig sein.
    Drogenpolitik ist eigentlich ganz einfach - siehe Portugal, oder die Niederlande. ( aber auch nicht perfekt ,) )

    Zitat Zitat von scorpio Beitrag anzeigen
    Aber in Deutschland werden sie noch nicht mal Hanf legalisieren.
    Auch das bleibt, letztendlich, nur eine Frage der Zeit. In der Medizin, ist es schon heute absehbar.*

    Zitat Zitat von scorpio Beitrag anzeigen
    Wie weit ist denn nun so ein Schutz vor Drogen sinnvoll?
    Ein Verbot, bedeutet noch lange keinen "Schutz". Und dieses, spezielle Verbot, von dem wir hier sprechen, bietet nachweislich, gar keinen Schutz.

    Liebe Grüße!

    __________________________________________________ ___

    * Science vs. Stigma zeigt amerikanische Patienten, teilweise schwer kranke Menschen, die durch 'Cannabis' ein besseres Leben führen - aber leider mit dem Gesetz in Konflikt geraten.
    Geändert von phel (21.11.2011 um 23:43 Uhr)

  6. #6
    Loewenzahn
    Gast

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    Hallo phel ?

    Warum ist es für Dich denn so wichtig ,dass Drogen legalisiert werden ?

    Wer heute Drogen nehmen möchte kann sie sich sehr leicht in jeder grösseren Stadt besorgen oder auch im Ausland .

    Versteh mich nicht falsch ,ich stehe der Sache recht neutral gegenüber .

    Jeder Mensch ist für sein eigenes Leben verantwortlich und nicht der Staat .

    Darf ich Dich fragen ,ob Du Kinder hast ?
    Wenn ja, möchtest Du ,dass sie leichten Zugang zu harten Drogen haben ?

    Und wie sieht es aus mit langfristigen Schädigungen des Gehirns und der Persönlichkeit ?
    Wer kommt finanziell dafür auf ?

    Ich habe eine zeitlang in Holland gelebt und habe Menschen vor die Hunde gehen sehen .
    Ich bin für die grösstmögliche Freiheit des Individuums und es hat natürlich auch jeder das Recht sein eigenes Leben zu zerstören .

    Wie sieht es aus mit der Beschaffungskriminalität von Süchtigen ?
    Würdest Du die in Kauf nehmen ?
    Und auch leichte Drogen machen schnell süchtig und dann steigt man automatisch auf härteres um .

    Ich verstehe die Experimentierfreundlichkeit der jungen Leute und das Bedürfnis Party zu machen .

    Aber da ist vielleicht irgendwo ein Denkfehler ?

    Kann man nur Spass haben ,wenn man zugedröhnt ist ?

  7. #7
    Nachwuchs Autor
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    Hallo Irina,

    danke für Deine Erläuterung.
    Gruss
    Thessa

  8. #8
    Moderator Avatar von phel
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    Hallo Loewenzahn! (:

    Auch dir danke ich, für deine Meinung. Bevor ich näher auf einzelne Punkte eingehe, möchte ich dazu anmerken, dass ich selber, in dem Bereich 'Suchtforschung' gearbeitet habe, und deine Erfahrungen teilen kann.

    Zitat Zitat von Loewenzahn Beitrag anzeigen
    Warum ist es für Dich denn so wichtig ,dass Drogen legalisiert werden ?
    Mir ist klar, dass dieses Thema mit Sicherheit, irgendwo, kontrovers ist, meine Meinung, auf den ersten Blick, vielleicht auch radikal - aber, trotzdem lässt sich deine Frage einfach beantworten, und auch so, dass es jeder versteht ( obwohl es, mit Sicherheit, die wenigsten wirklich wollen ,) ):

    Ein "offener", legaler "Drogenmarkt", ist die bessere, nützlichere, wirksamere, und 'menschenfreundlichere' Alternative - im direkten Vergleich, mit dem, was wir eine durchdachte Drogenpolitik nennen.

    Zitat Zitat von Loewenzahn Beitrag anzeigen
    Wer heute Drogen nehmen möchte kann sie sich sehr leicht in jeder grösseren Stadt besorgen oder auch im Ausland .
    Richtig. Wer wirklich konsumieren will, wird es auch schaffen. Das spricht aber, streng genommen, auch gegen ein Verbot. Man würde einen Markt legalisieren, der ohnehin besteht. Der Unterschied ist, an wen das Geld geht, und was damit finanziert wird. Ohne die moderne "Prohibition", würde es in Mexiko, Kolumbien, mit Sicherheit anders aussehen. Amerika wird ohne eine Legalisierung, nie den mexikanischen Drogenkrieg unter Kontrolle halten - und mit einem Verbot, nie die Zahlen der Konsumenten, und/oder der Abhängigen gering halten ( das zählt für alle Länder, die eine ähnliche Politik betreiben )

    Zitat Zitat von Loewenzahn Beitrag anzeigen
    Wenn ja, möchtest Du ,dass sie leichten Zugang zu harten Drogen haben ?
    Natürlich nicht. Aber wir möchten auch nicht, dass sie einen leichten Zugang zu Alkohol, oder Zigaretten haben. Leider ist es so, dass ein Drogenverbot es erst möglich macht, dass Jugendliche, leichter an "harte Drogen", als an eine Flasche Bier kommen.

    Zitat Zitat von Loewenzahn Beitrag anzeigen
    Und wie sieht es aus mit langfristigen Schädigungen des Gehirns und der Persönlichkeit ?
    Wer kommt finanziell dafür auf ?
    Ich denke, die meisten, medizinischen "Schwerfälle", werden durch Zigaretten und Alkohol verursacht - wenn es um den Missbrauch bestimmter Substanzen geht. In diesen Fällen, und das sind einige, zahlen übrigens wir. Wer denn sonst? Krombacher und Marlboro?

    Aber auch dieser Punkt, spricht gegen das jetzige Verbot. Eine Legalisierung, bietet die Möglichkeit einer, oder mehrerer Steuern, dessen Einnahmen, unter anderem, für die medizinische Versorgung genutzt werden können.

    Unabhängig davon, würde eine Legalisierung, viele medizinische Notfälle reduzieren. In Portugal, z.B., hat sich die Zahl der Todesfälle, und der Infektionen, aufgrund Drogenkonsums, teilweise halbiert. ( dort sind sämtliche Drogen entkriminalisiert )

    Zitat Zitat von Loewenzahn Beitrag anzeigen
    Wie sieht es aus mit der Beschaffungskriminalität von Süchtigen ?
    Würdest Du die in Kauf nehmen ?
    Nehmen wir die nicht, jetzt schon, in Kauf? Auch hier: Ein geregelter Markt, würde die allgemeine 'Drogenkriminalität' drastisch reduzieren. ( Beispiel: Niederlande, oder auch wieder Portugal )

    Zitat Zitat von Loewenzahn Beitrag anzeigen
    Und auch leichte Drogen machen schnell süchtig und dann steigt man automatisch auf härteres um .
    Das ist nicht richtig. 'Cannabis' ( als Beispiel für eine "leichte Droge" ) ist ungefähr so gewohnheitsbildend, wie Zucker und Kaffee. Die größte Anzahl von Konsumenten, die irgendwann auf eine härtere Droge umsteigen, findet man übrigens bei den Alkoholikern. Ein Verbot, und die dadurch vorhandenen "Dealer", bieten, wenn überhaupt, erst die Möglichkeit, beim Kauf einer "leichten Droge", auch mal eine "harte Droge" angeboten zu bekommen.

    Zitat Zitat von Loewenzahn Beitrag anzeigen
    Kann man nur Spass haben ,wenn man zugedröhnt ist ?
    Darum geht es nicht. Eine Legalisierung, soll nicht das Signal einer Befürwortung senden. Das würde es nur, wenn man solche Themen weiter tabuisiert, und Kinder nicht aufklärt. "Das ist verboten." sollten wir aber, als Erklärung, streichen.

    Liebe Grüße!
    Geändert von phel (22.11.2011 um 22:43 Uhr)

  9. Der folgende Benutzer bedankte sich bei phel für den sinnvollen Beitrag:

    scorpio (23.11.2011)

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