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Thema: Leide ich an Verlustangst?

  1. #1
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    Ausrufezeichen Leide ich an Verlustangst?

    Hallo zusammen...

    Ich weiß nicht so recht wie ich anfangen soll..Ich glaube das ich an schlimmer Verlustangst leide..Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll und was ich dagegen tun kann..

    Meine Verlustangst zeigt sich so:
    Ich bin jetzt bald 2 Jahre mit meinem Freund zusammen..Ich weiß das er mich liebt und mir nie weh tun würde..Ich weiß auch das ich ihm vertrauen kann..Aber meine Angst ist größer..
    Ich versuche in unserer Beziehung alles richtig zu machen um bloß keine Meinungsverschiedenheiten zu verursachen..Dafür stelle ich sogar meine eigenen Bedürfnisse und Wünsche zurück..Es ist mir egal was ich will hauptsache ich mache alles richtig..Was ja so gar nicht funktionieren kann..Ich versuche aber jeglicher Meinungsverschiedenheit aus dem Weg zu gehen..Und wenn es doch mal dazu kommt bricht für mich eine Welt zusammen..Dann geht bei mir ne Sicherung durch..Ich denke dann sofort das mein Freund mich nicht mehr liebt und mich jetzt rausschmeißt..Sei es nur wegen nem Essen was ihm nicht so zugesagt hat..Ich mache mir dann Vorwürfe warum ich das nicht besser gemacht habe..
    Ich kontrolliere ihn..Das ist das schlimmste..Ich weiß das ich keinen Grund zur Eifersucht habe..Aber die Angst beherrscht mich..Ich bin sogar heimlich immer in sein Profil bei einem sozialen Netzwerk gegangen um zu schauen wem er so schreibt..Dann hat er sein Passwort geändert und ich geriet in Panik...Hat er mir was zu verbergen??Warum macht er das??Blödsinn eigentlich..Ich habe kein Recht in sein Profil zu gehen und zu schnüffeln..Tja stattdessen gucke ich mir den Browserverlauf an..was ich persönlich ganz furchtbar finde..aber ich kann nicht anders...weil ich jedesmal Angst habe irgendwas zu entdecken was mich schockieren könnte..Ich hab einmal gesehen das er sich Pornos angeguckt..Ohh mein Gott..da ist ja bald ne Welt für mich zusammengebrochen..Hab mir die verrücktesten Gedanken gemacht..Das ich nicht gut genug bin...das andere Frauen besser sind als ich...Das ich ihn nicht befriedige..Mein Gott..das ist doch eigentlich nichts schlimmes..Aber für mich der absolute Horror..
    Ich habe panische Angst ihn zu verlieren..Egal was ich mache und sage ich denke genaustens darüber nach um bloß nichts falsch zu machen..
    Oder wenn ich am Wochenende arbeiten muss..Dann mache ich mir ununterbrochen Gedanken darüber was er wohl gerade macht..Wie Sonntags wenn ich Spätdienst habe und ich weiß das er nichts arbeitet und Zeit für andere hätte..
    Ich habe mit ihm über diese Panik gesprochen..Er meint er versteht mich jetzt halt besser in manchen Situationen und weiß es anders einzuschätzen..Das ich zum Beispiel ständig frage ob er mich noch liebt und glücklich mit mir ist..Er sagt dann weiß er jetzt damit umzugehen..Aber was ist mit dem Rest??Wie krieg ich das in den Griff??Bei allem Verständnis, dabei kann er mir nicht helfen..überall sehe ich Gefahr ihn zu verlieren..

    Ich vermute, dass das mit meiner Kindheit und meinen früheren Beziehung zusammenhängt..Ich bin ein Scheidungskind..Meine Mutter hat uns wegen einem anderen verlassen..da war ich 11..habe sehr lange darunter gelitten..und mein erster Freund hat mich ständig betrogen und belogen, auch geschlagen und erpresst..
    Zu allem übel sind meine Eltern beide schwer krank..Meine Mama hat nach Brustkrebs jetzt Metastasen in der Leber und an den Knochen..Seit dieser Diagnose nehme ich diese Krankheit zum ersten mal wahr und weiß nicht damit umzugehen..Mein Papa hatte mehrmals Gehirntumore..ist seit den ganzen Op´s nicht mehr der Mensch der er mal war..Das alles hat mich in ein tiefes Loch gerissen aus dem ich nicht mehr rauskomm..
    anders kann ich mir das nicht erklären..
    Aber was soll ich machen??Vielleicht hat jemand von euch einen Rat für mich..
    Habe auch schon bei verschiedenen Psychologen angerufen..Wartezeiten von einem halben Jahr an aufwärts..Aber was soll ich solange machen??Mich belastet es so sehr das mein Alltag dadurch schon stark eingeschränkt ist, weil ich nur noch weine und darüber nachdenke..

    Mein Freund steht hinter mir und gibt mir so viel Halt und Kraft..Aber er kann mir einfach nicht helfen..und das merkt er..mir tut das so leid..

    Danke schon mal..

    Liebe Grüße Jessi

  2. #2
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    hallo jessi!

    ich versteh dich total gut...mir gehts genauso mit meinem freund.
    mir fehlt auch komplett das vertrauen und jedes mal wenn wir uns trennen(also nicht richtig sondern nur räumlich - wir wohnen nicht zusammen)...hab ich angst ihn nicht mehr zu sehen oder dass irgendwas passiert und er mit mir schlussmacht.
    es geht so weit dass ich oft richtig hysterisch und panisch werde...und dann kommt wie bei dir auch die phase in der ich versuche alles so zu machen wie er es will nur damit ich ihn nicht verliere.
    ich weiß nicht wie man so etwas in de griff kriegen kann....und ich schätze auch, dass man sich da nur selbst helfen kann.....
    momentan grüble ich hin und her was ich tun soll...weil ich erst vor 2 tagen einen streit hatte mit meinem freund....wegen einer kleinigkeit eigentlich...und unsere beziehung jetzt sogar auf der kippe steht denke ich....hab wahnsinnige angst grade.....
    also...ich versteh dich und ich würd mich freuen wenn jemand etwas dazuschreiben würde der erfahrung mit sowas hat...
    liebe grüße erstmal!
    katja

  3. #3
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    ja mein Problem ist ja nicht nur mein Freund..Die Krankheit meiner Eltern die das ganze wahrscheinlich noch verschlimmert..
    Ich vertraue meinem Freund eigentlich schon..also zumindest weiß ich das ich es kann..Aber ich kann diese Angst einfach nicht unterdrücken..Ich will Hilfe..aber wie ich schon gesagt habe, einen Termin bei einer Psychotherapeutin dauert ab einem halben Jahr aufwärts..Das alles beherrscht meinen Alltag so sehr, das ich mich kaum noch in der Lage fühle zu arbeiten..Ich vermute das ich schon nah an einer Depression dran bin..Ich weiß es aber nicht..

  4. #4
    Schreibkraft Avatar von waiting
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    Hallo jessi, wenn Termine bei Psychologen so lange dauern und Du tatsächlich der Meinung bist, eine Therapie könnte Dir helfen, es gibt auch noch andere Möglichkeiten. Es gibt einige Psychosoziale Beratungsstellen, das wäre schon mal ein Anlaufpunkt. Beim Gesundheitsamt gibt es den Psychosozialen Dienst, dort arbeiten auch Psychologen oder eben andere Institutionen, die so eine Wartezeit auffangen könnten. Vielleicht wäre das erst mal eine Idee und vorher einen Termin bei einem Therapeuten, damit eine richtige Therapie möglich wird, wenn nicht schon eine gute Therapie möglich ist bei/in einer anderen Institution möglich ist. Du hast ziemlich viel mittlerweile auszuhalten, zu verarbeiten, womit Du umzugehen lernen musst. Manchmal schafft man so etwas eben nicht allein.

    Ich versuche in unserer Beziehung alles richtig zu machen um bloß keine Meinungsverschiedenheiten zu verursachen..Dafür stelle ich sogar meine eigenen Bedürfnisse und Wünsche zurück..
    So etwas hier geht auf die Dauer gar nicht. Für Dich nicht, weil es Dich auf die Dauer zerstört und der Preis ist schon recht hoch für etwas, das Du letzten Endes nicht kontrollieren kannst. Und für Deinen Freund auch nur nicht. Er wird sich irgendwann entweder langweilen oder voraussetzen, was Du ihm jetzt noch bieten kannst. Man kann nicht ein Leben lang gegen sich selbst arbeiten, ohne krank zu werden. Weiß Dein Freund eigentlich, welchen Menschen er da wirklich vor sich hat oder kennt er nur die Frau, die ihm etwas vormacht vor lauter Angst? Braucht er das so, dass Du immer nur machst, was Du glaubst, dass er es möchte? Letzten Endes weißt Du es ja noch nicht mal. Vielleicht hätte er lieber eine echte jessi, die auch mal was macht, was SIE selbst will.

    Das ich zum Beispiel ständig frage ob er mich noch liebt und glücklich mit mir ist..
    Was nützen Dir denn tatsächlich die Worte seiner Antwort? Worte sind schnell ausgesprochen und Lügen tun nicht unbedingt weh. Man kann Worte wählen, die die Wahrheit sagen, aber auch Worte, die einem die Gewissheit bringen, seine Ruhe zu haben, wenn der andere dadurch zufrieden zu stellen geht.

    Ich habe panische Angst ihn zu verlieren..Egal was ich mache und sage ich denke genaustens darüber nach um bloß nichts falsch zu machen..
    Angst ist immer ein schlechter Ratgeber. Niemand ist in der Lage, IMMER ALLES richtig zu machen. Du verbiegst Dich bis zum Zerbrechen. Will er Dich zerbrochen? Und woher willst Du wissen, dass Deine Gedanken richtig sind? Vielleicht braucht er was ganz anderes, als Du vermutest, so viel Du auch immer nachdenkst. Jemanden nicht verlieren um jeden Preis? Der Preis bist Du. Und gerade weil Du NICHTS falsch machen möchtest, wirst Du sehr viel falsch machen. Leider. Der Druck ist einfach viel zu hoch.

    Pass auf Dich gut auf.
    Lieben Gruß, waiting
    Halt mich fern von der Weisheit, die nicht weint, von der Philosophie, die nicht lacht und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt.

    Khalil Gibran

  5. #5
    Gast784
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    hallo Jessi,

    ich denke auch, dass Deine Verlustangst sehr stark mit den Erkrankungen Deiner Eltern zusammen hängt. Wie gehen eigentlich Deine Eltern mit ihren Krankheiten um? Immerhin sind die ja wirklich dadurch auf die Essenz zurück geworfen, wo es praktisch um nichts geringeres als das Leben geht? Wie offen wird mit diesen Fragen und mit den Ängsten Deiner Eltern umgegangen?

    Dein Freund ist Dir jetzt ein wichtiger Halt, und es ist auch gut, wenn Du mit ihm offen darüber redest, weil er die Dinge dann anders einschätzen kann.

    Ich versuche in unserer Beziehung alles richtig zu machen um bloß keine Meinungsverschiedenheiten zu verursachen..Dafür stelle ich sogar meine eigenen Bedürfnisse und Wünsche zurück
    Das ist natürlich gravierend, denn:

    du verlierst Dich dadurch selbst, und das ist der größte Verlust, den man erleiden kann,

    Du bist für ihn dann immer weniger ein Gegenüber, nämlich dieses Gegenüber, als das er Dich kennen- und lieben gelernt hat,

    Du verrennst Dich immer mehr in diese destruktive Energie, weil es nie aufhören wird, Du kannst mit dieser Haltung praktisch nie ankommen und nie innere Ruhe finden

    Du schnüffelst hinter Dingen her, mit denen Du dann gar nicht wirklich umgehen kannst. Manchmal ist nicht-wissen auch ein Segen. vor allem, wenn man weiss, dass man eigentlich nichts befürchten muss, weil man nicht bes chissen wird. Geheimnisse stehen jedem zu, auch dem Herzallerliebsten.

    Was kannst Du tun?

    mir kam auch als erstes psychologische Beratungsstelle, vor allem, um diese Belastung durch die Erkrankung der Eltern an richtiger Stelle aufzuarbeiten (die haben Dir da sicher Adressen).

    Guck, dass Du Dir ein soziales Netz schaffst, mit guten Freunden und vll gibts auch nahestehende Verwandte bezüglich Deiner Eltern, mit denen Du reden kannst.

    Pflege alles, was Dich stärkt, damit Du Deine Aufmerksamkeit von den angeblich lauernden Gefahren abziehst und da hin lenkst, wo sie hilft: in der Kraft, anstatt in der Schwäche.

  6. #6
    Neuling
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    wie recht ihr habt..Ich bin froh das ich mit meinem Freund offen über diese Ängste sprechen kann..auch das ich immer alles richtig machen will..Er weiß warum ich das mache..er sagt das er sich hilflos fühlt, weil er mir so gerne helfen würde, aber nicht weiß wie..Er kann mir nicht helfen, nur für mich da sein wenn ich ihn brauche..Er sieht viele Dinge mittlerweile anders..er weiß wie er mit den Fragen "hast du mich noch lieb?" umgehen muss..er weiß das diese Worte nicht helfen..Ich spüre das er immer da ist, da braucht man keine Worte..
    Mit meinen Eltern spreche ich nicht über meine Ängste..ich will sie damit nicht auch noch belasten, wobei es meinen Vater eh recht wenig interessiert..Durch die ganzen Gehirn Op´s ist er nicht mehr der Mensch den ich mal kannte..Er ist völlig wesens verändert..Er lebt in seiner eigenen Welt.Probleme??Die gibt es für ihn nicht mehr..Es ist schrecklich zu wissen, das der eigene Vater sich nicht für einen interessiert..
    Meine Mutter will ich nichts davon erzählen..Sie muss doch selber jetzt erst mal lernen mit der Diagnose nicht heilbar zu leben..Ich kann ihr nicht sagen "Mama ich hab Angst"..Ich kann das nicht..zu wissen das sie nie mehr gesund wird, treibt mir die Tränen in die Augen..

  7. #7
    Schreibkraft Avatar von waiting
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    Ich kann ihr nicht sagen "Mama ich hab Angst"..Ich kann das nicht..zu wissen das sie nie mehr gesund wird, treibt mir die Tränen in die Augen..
    Ja, jessi. Aber genau dort geht der Weg lang. Es kann sogar sein, dass so ein Gespräch, ein offenerer Umgang mit Ängsten und Problemen Euch beiden hilft. Es ist ja oft so, dass sich die Menschen mit solchen Erkrankungen so allein fühlen, eben weil niemand mit ihnen reden möchte. Niemand möchte an die Wunde, doch es gibt sie, sie ist da. Und auch Deine Mutter beschäftigt sich damit und vielleicht will sie reden darüber und denkt ganz genauso wie Du. Und alle leiden an falscher Rücksichtnahme, alle bleiben ganz allein. Vielleicht macht es die ganze Situation viel leichter, wenn Tränen mal geweint werden und zwar an der richtigen Stelle. So ist jeder unsicher und einsam mit den Ängsten. Deine Mutter wird über den Tod nachdenken und auch darüber, was aus Dir wird. Warum wollt Ihr nicht beide darüber nachdenken? Es wird weh tun. Na klar. Aber es tut ohnehin weh. Und irgendwann kannst Du ihr eventuell nicht mehr vermitteln, dass Du Angst hast.

    Die Sache mit Deinem Vater ist natürlich anders gelagert. Ich weiß nicht, ob man das so sehen sollte, dass er sich nicht mehr für Dich interessiert. Er macht das ja nicht bewusst. Und vielleicht interessiert ihn mehr, als er vermitteln kann. Weiß ich nicht, Du vielleicht auch nicht.

    Warum sind Deine Verlustängste soo groß, dass sie Dein Leben bestimmen? Was genau glaubst Du, zu verlieren. Was ist noch nicht genug, was ist nicht genug geklärt, wo brauchst Du noch Zuwendung, Verständnis, Entschuldigung, was auch immer, was hat schon immer gefehlt, worauf wartest Du noch. Was genau verlierst Du, wenn Du sie verlierst. Mal abgesehen davon, Du hast doch im Grunde schon jetzt das Gefühl, sie verloren zu haben. Was alles überträgst Du auf Deinen Freund, so dass Du dort die gleichen Verlustängste hast und ihn gar nicht loslassen kannst. Warum brauchst Du so intensive Beweise, dass er Dich liebt und Dich nicht verlässt. (also, nur mal Fragen, die mir so einfallen, ohne Erwartungen meinerseits)

    Vielleicht könnt Ihr zusammen lernen, solch eine Diagnose ins Leben zu integrieren. Vielleicht kommt Ihr Euch so näher, bekommt eine Beziehung auf neuer Ebene.

    Lieben Gruß, waiting
    Halt mich fern von der Weisheit, die nicht weint, von der Philosophie, die nicht lacht und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt.

    Khalil Gibran

  8. Der folgende Benutzer bedankte sich bei waiting für den sinnvollen Beitrag:


  9. #8
    Gast784
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    hallo Jessi,

    was die Kommunikation mit Deiner Mutter angeht, pflichte ich Waiting völlig bei.

    Vor einem Jahr war bei mir auch der Verdacht auf Brustkrebs. Der hat sich dann als gutartig rausgestellt, aber das hat ein paar Wochen gedauert. Ich habe mir in der Zeit natürlich auch sehr viel Gedanken gemacht. Meine Tochter war damals mitten im Abitur. Ich habe deswegen während dieser Zeit nur sehr wenig rausgelassen, aber meine größte Frage war nicht die, wie geh ich selber mit der Diagnose um, sondern wie gehe ich damit im Hinblick auf mein Kind damit um.

    Ich hätte nicht wollen, dass sie deshalb vll nicht wegzieht u.ä. und hab eher dazu geneigt, im Falle des Falles es ihr zu verschweigen. Eine gute Freundin, der ich später von diesem Konflikt erzählt hab, sagte dann, dass es das gute Recht meiner Tochter ist, selbst zu entscheiden, in einem solchen Fall ggf das Studium noch zurück zu stellen etc. Ich hab darüber seitdem viel nachgedacht und denke, so hart es anfangs ist, aber die offene Umgehensweise ist für alle Beteiligte die beste, wenn sie sich drauf einlassen können.

    Es ist auch wichtig für Deine Mutter, zu sehen, wie es Dir geht und dass ihr euch darüber austauscht. Ohne nun wirklich damals über diese Schwelle gegangen zu sein, bin ich mir aber relativ sicher, dass es für mich so gewesen wäre. Ich glaube, es könnte für euch beide wichtig und heilsam sein.

    Und es stimmt absolut, was Waiting sagt: die Umwelt hat unglaublich viele Berührungsängste mit Betroffenen. Es läuft immer noch in die Richtung "Schonung", nur dass genau diese Haltung erst recht zur Tortour wird, weil sie die Kommunikation mit den Liebsten verhindert. Die ist aber soo wichtig, auch für die Betroffenen, die so massiv mit dem Thema Loslassen konfrontiert sind.

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