hallo, ich mal wieder,
wie ihr bestimmt gesehn habt, war ich irgendwie weg.
nicht, das ich nicht mehr lust hatte, hier zu schreiben. nein, mir ist die lust vergangen, überhaupt noch zu schreiben. ich habe auch keine kraft mehr, mein lieblingskind "musik" zu pflegen. warum? fragt ihr euch nun vielleicht?
das ist so:
ich gehöre nun zu der kategorie von familienangehörigen, die eine person im umfeld haben, die schwerst-alkoholabhängig geworden ist. meine lebenspartnerin!
...und ich habe keine zeit mehr, überhaupt noch zeit zu finden, mich für irgend etwas anders zu kümmern, als einfach die problematik des aktuell anstehenden zu managen.
einkaufen, wohnung reinigen, thermine für meine partnerin nicht zu verpassen. dann immer wieder zur arbeit gehn. abends versuchen, ihr etwas zu essen zu machen. dann selbstverständlich auch zu mir selber schauen, damit ich nicht durchdrehe oder gar selber ins loch falle.
ihr fragt euch nun, wiso schaltet er nicht professionelle hilfe ein?
hab ich. habe mit verschiedenen institutionen kontakt aufgenommen. auch mit ihrem hausarzt. es läuft alles aufs selbe hinaus:
"die patientin muss selber wollen; sonst sind uns die hände gebunden".
und was meine partnerin alles verspricht!? ja, ich will, es wird nun besser. aber bitte lasst mich nicht allein. in eine klinik gehe ich nicht. punkt. amen.
einmal hörte ich in einem liedtext von katja ebstein den satz:
"es ist besser alleine zu sein als liebe sterben zu sehn".
und alle, mit denen ich geredet habe, sagen mir, ich sollte mich trennen.
aber - ich kann es nicht. sie tut mir leid und ich bin so richtig machtlos. egal, was ich mache, sie beschimpft mich. dann aber kommt sie wieder daher und bittet mich, sie nicht alleine zu lassen. (und ich werde weich; zwar sage ich, was sache ist. aber sie kann es ja gar nicht aufnehmen in ihrem benebelten zustand).
ich sehe sie sterben; von tag zu tag mehr. frage mich, ob es sinn macht, sie brutal in eine klinik einzuweisen? sie dann dort zu besuchen, ihr mut zuzusprechen? und sie würde mich verdammen, das ich sie "weg-geschickt" habe. ihr versteht?
am ende werde ich bestimmt alleine sein. ich werde keinem den vorwurf machen, das er nicht eingegriffen, geholfen hat. denn, es stimmt trotz allem, ein alkoholiker muss es von sich aus wollen. und sonst geht es nicht.
meine partnerin bittet mich, ich möge ihr doch den alkohol nach hause bringen.
ich sage ihr aber, nein. ich mache das nicht für dich. das einzige, was ich für dich tun kann, ist, dich in eine therapie zu begleiten. und wenn du dich weigerst, kann ich dich nicht unterstützen.
sie akzeptiert das. gleichzeitig aber rappelt sie sich auf und holt sich ihren alkohol selber.
manchmal wünschte ich mir, ich könnte einfach sterben, um dieses sterben nicht mehr mitansehen zu müssen.
vielleicht muss ich selber eine therapie machen um mit dieser sache umgehen zu können?
zur zeit aber bin ich selber einfach nur noch müde. bin froh, wenn ich ins bett gehen kann und einigermasen schlafen kann. denn morgen, ja, morgen muss ich zur arbeit. ich will, ich kann.
........ich kann irgendwie nicht mehr.
gruss oro


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