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Thema: Liebe sterben zu sehn

  1. #1
    Neuling
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    Böse Liebe sterben zu sehn

    hallo, ich mal wieder,

    wie ihr bestimmt gesehn habt, war ich irgendwie weg.
    nicht, das ich nicht mehr lust hatte, hier zu schreiben. nein, mir ist die lust vergangen, überhaupt noch zu schreiben. ich habe auch keine kraft mehr, mein lieblingskind "musik" zu pflegen. warum? fragt ihr euch nun vielleicht?

    das ist so:

    ich gehöre nun zu der kategorie von familienangehörigen, die eine person im umfeld haben, die schwerst-alkoholabhängig geworden ist. meine lebenspartnerin!

    ...und ich habe keine zeit mehr, überhaupt noch zeit zu finden, mich für irgend etwas anders zu kümmern, als einfach die problematik des aktuell anstehenden zu managen.
    einkaufen, wohnung reinigen, thermine für meine partnerin nicht zu verpassen. dann immer wieder zur arbeit gehn. abends versuchen, ihr etwas zu essen zu machen. dann selbstverständlich auch zu mir selber schauen, damit ich nicht durchdrehe oder gar selber ins loch falle.

    ihr fragt euch nun, wiso schaltet er nicht professionelle hilfe ein?

    hab ich. habe mit verschiedenen institutionen kontakt aufgenommen. auch mit ihrem hausarzt. es läuft alles aufs selbe hinaus:
    "die patientin muss selber wollen; sonst sind uns die hände gebunden".

    und was meine partnerin alles verspricht!? ja, ich will, es wird nun besser. aber bitte lasst mich nicht allein. in eine klinik gehe ich nicht. punkt. amen.

    einmal hörte ich in einem liedtext von katja ebstein den satz:
    "es ist besser alleine zu sein als liebe sterben zu sehn".

    und alle, mit denen ich geredet habe, sagen mir, ich sollte mich trennen.
    aber - ich kann es nicht. sie tut mir leid und ich bin so richtig machtlos. egal, was ich mache, sie beschimpft mich. dann aber kommt sie wieder daher und bittet mich, sie nicht alleine zu lassen. (und ich werde weich; zwar sage ich, was sache ist. aber sie kann es ja gar nicht aufnehmen in ihrem benebelten zustand).

    ich sehe sie sterben; von tag zu tag mehr. frage mich, ob es sinn macht, sie brutal in eine klinik einzuweisen? sie dann dort zu besuchen, ihr mut zuzusprechen? und sie würde mich verdammen, das ich sie "weg-geschickt" habe. ihr versteht?

    am ende werde ich bestimmt alleine sein. ich werde keinem den vorwurf machen, das er nicht eingegriffen, geholfen hat. denn, es stimmt trotz allem, ein alkoholiker muss es von sich aus wollen. und sonst geht es nicht.

    meine partnerin bittet mich, ich möge ihr doch den alkohol nach hause bringen.

    ich sage ihr aber, nein. ich mache das nicht für dich. das einzige, was ich für dich tun kann, ist, dich in eine therapie zu begleiten. und wenn du dich weigerst, kann ich dich nicht unterstützen.

    sie akzeptiert das. gleichzeitig aber rappelt sie sich auf und holt sich ihren alkohol selber.

    manchmal wünschte ich mir, ich könnte einfach sterben, um dieses sterben nicht mehr mitansehen zu müssen.

    vielleicht muss ich selber eine therapie machen um mit dieser sache umgehen zu können?

    zur zeit aber bin ich selber einfach nur noch müde. bin froh, wenn ich ins bett gehen kann und einigermasen schlafen kann. denn morgen, ja, morgen muss ich zur arbeit. ich will, ich kann.
    ........ich kann irgendwie nicht mehr.

    gruss oro

  2. #2
    Sophia-Charlotte
    Gast

    Standard

    Hallo oroblam

    Ich kenne deine Situation mit der Alkoholanhängigkeit nicht. Aber aus einer anderen Geschichte heraus kann ich deine Gefühle zu 100% nachvollziehen. Meine Zwillingsschwester ist schwerst depressiv, hat viele Suizidversuche hinter sich... ich war immer da für sie. Ich habe sie aufgebaut, wenn mit ihr zu reden war, sie "überwacht", wenn ich das Gefühl hatte, sie ist so auf der schiefen Bahn... ich habe sie sogar zweimal in die Klinik einweisen lassen, weil sie sich selbst gefährdet hat und x mal die Polizie gerufen. Manchmal kam ich mir wie das Kindermädchen meiner eigenen Schwester vor. Und mit der Zeit habe ich mich selbst immer mehr vergessen, weil da keine Ressourcen und kein Raum mehr waren. Oft habe ich versucht, Abstand zu gewinnen, aber die Liebe lässt einen nicht so einfach gehen und den Wunsch, nicht mehr da zu sein, um diese endlosen Kreisel nicht mehr mitmachen und sehen zu müssen, dass es irgendwie die ganze Zeit bergab geht, kenne ich nur zu gut.

    Eines ist mir bei alledem bewusst geworden, man darf dem anderen und seiner Krankheit nie die Macht lassen, sich von sich selbst zu entfernen (auch wenn ich gerade selbst sehr schlecht darin bin)! Ich finde es gut, dass du sie in ihrer Sucht nicht unterstützt, ihr keine Alkohol besorgst und trotzdem geht es dir schlecht, weil es ihr schlecht geht. Und das darf so nicht sein! Denn du selbst musst dir näher stehen als sie. Es ist ihr Leben, welches sie mit dem Alkohol zu Grunde richtet. Du bietest ihr Hilfe an, doch wenn sie diese nicht annimmt, kannst du nicht mehr tun!
    Manchmal, auch wenn es seltsam klingen mag, müssen diese Menschen in ihren Situationen etwas lernen, sich vielleicht entschließen, etwas an ihrem Leben und ihrer Einstellung dazu zu ändern. Doch bringt es nichts, wenn du diese Aufgabe für sie gerne erledigen möchtest, denn dann lernt sie nichts!

    Ich weiß nicht, ob du viel mit meinem Geschrieben anfangen kannst. Es waren auch nur die ersten Ideen. Dieses Gefühl, mensch, die Situation kannst du so gut nachvollziehen. Vielleicht stecke ich auch gerade viel zu tief in meinen eigenen Emotionen, aber ich wollte dir zeigen, dass es auch anderen so geht. Habe den Mut, für deine Rechte einzustehen! Für dein Wohl zu kämpfen! Du kannst dir hoch anrechen, dass du ihr zu helfen versuchst, aber du darfst nicht böse sein, dass du sie nicht ändern kannst!

    Kennst du den Spruch: Man muss die Gelassenheit besitzen, Dinge hinzunehmen, die man nicht ändern kann und den Mut haben, Dinge zu ändern, die man ändern kann und die Weisheit besitzen, das eine vom anderen zu unterscheiden? Manchmal hat der mir in schwierigen Situationen geholfen!

    Liebe Grüße und viel Kraft, Sophia

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Sophia-Charlotte für den sinnvollen Beitrag:

    monkey (29.03.2011)

  4. #3
    Gast4461
    Gast

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    Hallo,

    Um Sophia-Charlottes sehr guten Beitrag noch zu ergänzen:

    Du kaufst ihr zwar keinen Alkohol, aber sie fühlt sich von dir in ihrer Sucht indirekt bestätigt, dadurch, dass du immer noch für sie da bist, obwohl sie nicht das geringste an ihrem Problem ändern möchte. Wieso sollte sie das auch? Du bist ja da und bezahlst die Rechnungen. Du bist ja da und denkst an all ihre Termine. Sie ist nicht nur vom Alk abhängig, sondern auch von dir. Du schützt sie vor den negativen Konsequenzen ihrers Handelns.

    Verlässt du sie, ist der Schutzschild weg und sie hat möglicherweise eine Chance zu begreifen was sie da mit ihrer Sucht anrichtet. Du kannst ihr ja immer noch deine Unterstützung anbieten, wenn sie dazu bereit ist, sich professionelle Hilfe zu holen.

    Du musst dich aber auch erst einmal selber davor zu schützen dir das noch weiter mitanzusehen und dich selbst noch weiter psychisch kaputtzumachen.

    vielleicht muss ich selber eine therapie machen um mit dieser sache umgehen zu können?
    Das ist sicherlich auch keine schlechte Idee. Du hast ja jetzt auch schon genug Dinge mitgemacht, die aufgearbeitet werden sollten.

    Alles liebe,
    Elerina

  5. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Gast4461 für den sinnvollen Beitrag:


  6. #4
    Gast784
    Gast

    Standard

    Das ist sicherlich auch keine schlechte Idee. Du hast ja jetzt auch schon genug Dinge mitgemacht, die aufgearbeitet werden sollten
    .. und nicht nur deshalb selbst Therapie machen. Sondern auch, weil nicht selten die Angehörigen die Süchtigen - bzw die "Gesunden" die Kranken brauchen. Weil sie selbst so ihre Schwachstellen haben, diese aber vom Leid des Angehörigen überlagert werden. Vll fällt deshalb das Loslassen auch so schwer.

  7. #5
    Schreibkraft Avatar von monkey
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    Hallo oroblram,

    siehst wirklich so aus, als hättest du Verantwortung für Dinge übernommen, die gar nicht deine sind.

    Kann dir nur sagen wie es meiner Mutter ergangen ist... Erst als sie die Wohnung zwangsgeräumt haben und sie in ein 12qm² kleines Zimmer im Frauenhaus gesteckt haben, ist sie aufgewacht. Sie ist jetzt fast zu 100% Trocken, wenn auch noch naß im Denken, aber sie übernimmt jetzt wieder die Verantwortung für ihr Leben.

    Hast du bestimmt auch schon gehört, daß manche Menschen eben erst ganz unten sein müßen, damit sie etwas ändern... Also nimm deiner Partnerin ihr Tief nicht weg. Auch du scheinst mittlerweile unten angekommen zu sein, nur wenn du etwas anders machst, kann sich auch was ändern. Evtl ist das dann auch erstmal eine Trennung, muß ja nicht endgültig sein. Kann ja sein, daß sie sich wieder fängt. Wobei die Hoffung bei dieser Krankheit oft auch leider vergebens sein kann.

    Gibt da auch noch ein Tipp von einer Selbsthilfegruppe zu dem Ungang mit einer alkoholkranken Person:

    1. Du hast es nicht verursacht
    2. Du kannst es nicht kontrollieren
    3. Du kannst es nicht heilen

    Ich weiß, hört sich traurig an, ist es auch, doch es liegt auch etwas befreiendes in diesen Worten. Es ist wie mit vielen Krankheiten, wir stehen ihnen oft machtlos gegenüber und können oft nicht helfen. Wo könnte deine Hilfe denn von Nutzen sein? Evtl kann dir das etwas Ablenkung und auch mal Dank einbringen.

    Wünsche dir viel Kraft

    Grüße
    monkey

  8. #6
    Neuling
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    Standard danke, ihr menschen

    Zitat Zitat von monkey Beitrag anzeigen
    Hallo oroblram,

    siehst wirklich so aus, als hättest du Verantwortung für Dinge übernommen, die gar nicht deine sind.

    Gibt da auch noch ein Tipp von einer Selbsthilfegruppe zu dem Ungang mit einer alkoholkranken Person:

    1. Du hast es nicht verursacht
    2. Du kannst es nicht kontrollieren
    3. Du kannst es nicht heilen


    Wünsche dir viel Kraft

    Grüße
    monkey
    danke, ihr lieben menschen.

    irgendwie tut es gut, euch zu lesen, zu fühlen, mitgefühl zu spüren.

    ich bin einer, der hört, der sieht, der reagiert. manchmal eben auch einer, der erst mal flüchtet, verarbeiten muss, was da so alles herein prasselt.

    manchmal mache ich mir den vorwurf, zu spät reagiert zu haben.
    wie oft wünscht sich einer, spontan, flexibel und schlagfertig zu sein?
    und wie toll wäre es, die lösung schon parat zu haben, bevor die situation überhaupt aktuell ist?

    ich bin einer, der heute oft erst mal abwartet.

    schon oft haben sich probleme im nichts aufgelöst, wenn man nur gesegnet geduld und ruhe bewart hat.
    nicht gleich auf 200 fahren, bevor man überhaupt eine sachlage im griff hat. nicht gleich partei ergreiffen, bevor man überhaupt "beide" seiten gehört hat.
    nicht immer auch gleich die flucht ergreiffen, bevor man überhaupt weis, vor was man angst haben und flüchten müsste.

    klar, es gibt spontanreaktionen, wo einem die macht der machtlosigkeit zu einer kurzschlusshandlung führen könnte.

    zu denen gehöre ich (nicht) mehr.

    manchmal wünschte ich mir, ich könnte noch mal mein leben, mit dem heutigen wissen, ganz neu beginnen.

    aber, ich glaube, ich würde alles noch mal genau so tun.

    so bin ich. so will ich sein. und so werde ich bleiben - solange ich bin.

    dies hier ist psychologieforum. es soll dienen den menschen, die trost und zuspruch brauchen.
    den zuspruch und den trost habe ich nun erhalten. nun gilt es aber, im selbstmitleid nicht zu ersaufen. und ich werde wieder aufstehen.

    auch wenn es halt noch etwas zeit braucht. meine schritte gehen vertrauensvoll in die richtige richtung - versprochen.

    danke, ein kleines danke an euch.

    ich denke gerade an die geschichte, wo ein mensch seinen geliebten hund ins wasser springen sah. er war ein "nicht-schwimmer" (der mensch). der hund ging einfach unter. dieser hundebesitzer aber versuchte alles, sein geliebtes tier retten zu wollen. sprang ins wasser und beide sind einfach ersoffen.

    ich kann aber als nicht-schwimmer keine erste-hilfe leisten, wenn ich mich kopfüber in die fluten stürze. jämmerlich muss ich akzeptieren, wenn da eine situation an mich kommt, der ich nicht gewachsen bin.

    ich bleibe aber kein trauriger versager und sitze wie angewurzelt am ufer stehn. nein, ich bitte um unterstützung und hilfe. und kommt sie eben zu spät, die hilfe, lobe ich mir nicht, ich hätte es wenigstens versucht. verurteile auch nicht, wenn alles zu spät ist.

    eines jedoch würde ich mir immer selber zum vorwurf machen - nichts unternommen zu haben.

    wenn ich zwar könnte, möchte ich zu gerne immer davon laufen. aber eben - ich wüsste ja nicht wohin.

    also will ich bleiben und mein zuhause aufrecht erhalten.

    liebe grüsse

    oro

  9. #7
    Gast4461
    Gast

    Standard

    Es geht hier nicht um Trost, sondern um Austausch. Schön, dass dir die Aufmerksamkeit gefällt, die wir dir hier gegeben haben. Aber aus deinem letzten Post vernehme ich, dass du anscheinend nichts hast mitnehmen können von dem was wir dir hier versuchen zu vermitteln. Schade, aber vielleicht lernst du dann wenigsten aus deinen Erfahrungen, obwohl ich da mal sehr stark dran zweifle:

    so bin ich. so will ich sein. und so werde ich bleiben - solange ich bin.

  10. #8
    Schreibkraft Avatar von monkey
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    Hallo oro,

    deine Worte hören sich für mich nach Annahme an und ich persönlich habe erfahren, daß ich damit bei solchen Sachen am besten fahre.

    Meinem Selbstmitleid nehme ich damit die Macht, indem ich jede schwierige Situation als eine tiefe Lehre ansehe. Ich kann daraus etwas lernen, -sollte ich sogar. Krisen als einen Anlaß zu nehmen um mich selbstzubemitleiden ist für mich sehr sellbstschädigend. Suche ich dann auf diesem Tripp schon fast nach weiteren Situationen die ich auf das Konto "warum immer ich", verbuchen kann. Stattdessen sehe ich, daß aus solchen Erfahrungen das Bewußtsein erwächst, was für mich wirklich von Bedeutung ist. Und desswegen kann ich für solche schmerzlichen Erfahrungen fast schon dankbar sein, habe ich doch erst dadurch Tiefe erlangt... und Mitgefühl.

    Ich selbst war 5 Jahre mit einem alkoholkranken Menschen zusammen, ich kann deine Worte und Vorgehensweise also aus eigener Erfahrung nachvollziehen. Und weißt du, bereuen tu ich irgendwie nichts, außer, daß ich mich in dieser Zeit überwiegend auf das Traurige konzentriert habe und gegen den Alkohol gekämpft habe. Mit diesem Kampf habe ich es noch schlimmer gemacht, als es schon war. Das ich zuletzt verloren habe, war schon von Anfang an klar. Hatte meine Kräfte unnötig verbraucht.

    Denn nicht ich hatte den Kampf zu führen. Das es 5 Jahre geworden sind, obwohl es mir schon nach 6 Monaten klar war, bereue ich auch nicht. Es gab auch schöne Momente. Und ich konnte es halt erst nach dieser Zeit wirklich einsehen. Eine Freundin sagte in dieser Zeit zu mir, es wäre fast schon lustig anzuschauen. Es wäre wie, als würde ich aus einem Haus am Nordpol hinaus ins Freie gehen und feststellen "Uuuh ist das kalt, schnell wieder rein" um nach kurzer Zeit im Haus, wieder ins Freie zu gehen, um erneut zu schauen, ob es draußen wirklich kalt ist. Das habe ich mehrere Jahre wiederholt, bis dann irgendwann wirklich in meinem Kopf angekommen ist "Ja, es ist kalt draußen und es wird auch weiterhin kalt draußen sein." Es brauchte einfach Zeit um wirklich einzusehen, daß ich, obwohl ich alles getan habe, was in meiner Macht stand, alles was mir einfiel, aus Liebe und auch aus Verzweiflung... - es hat alles nichts gebracht. Aber ich bin mir jetzt sicher, ich habe nichts unversucht gelassen.

    Klar ist mir auch geworden, daß ich niemanden gegenüber, außer mir selbst, Rechenschaft schuldig bin. Es gibt wirklich schöner Dinge auf dieser Welt, als sich mit einem Alkoholkranken zu befassen. Da braucht es nicht noch Vorwürfe von anderen. Bei dieser Krankheit scheint es einfach zu sein zu sagen, dann trenn dich halt. Aber was wäre denn, wenn es Krebs wäre? Soll man da dann auch einen Menschen einfach verlassen? Ich finde, das ist einfach nicht die Frage. Für mich ist da eher die Frage, wie kann ich trotzdem mein Leben leben. Denn eins hab ich ja eingesehen, das was ich von diesem kranken Menschen möchte, nämlich daß er sich für seine Gesundheit einsetzt, werde ich nicht erfüllt bekommen. Es ist in etwa wie bei den meisten Erwartungen die wir an unsere Mitmenschen haben... ich möchte mein Befinden nicht mehr davon abhängig machen.

    Ich hoffe ich werde es beim nächsten Mal schneller kapieren. Denn es gibt ja einen Grund, daß ich an diesen Menschen geraten bin. Meine Mutter ist ja auch Alkoholikerin. Was da bei mir unbewußt abläuft hab ich noch nicht enträtseln können. Bis dahin, werde ich wohl immer wieder auf solche Menschen treffen.

    Bei einem Treffen der Selbsthilfegruppe habe ich mal den Satz gehört, es wäre möglich ein gesundes, zufriedenes und selbstbestimmtest Leben zu führen, unabhängig davon, ob der Alkoholiker noch trinkt... Ich selbst habe keine Ahnung wie das gehen soll. Gehst du zu einer Selbsthilfegruppe?

    Grüße
    monkey
    Geändert von monkey (31.03.2011 um 13:24 Uhr)

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