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Thema: Liebeswahn überwinden?

  1. #1
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    Frage Liebeswahn überwinden?

    Guten Abend,
    ich habe den gesamten Abend hier im Forum verbracht und viele gefunden, die Ähnliches erlebt haben, dennoch irgendwie immer noch keine richtige Lösung/neue Idee gefunden... deshalb einfach nochmal mein Problem(komplex):

    Ich bin fast 27 Jahre alt, habe eine ungefähr zehn Jahre lange Beziehung hinter mir, inzwischen seit 1,5Jahren getrennt und habe immer noch so großen Liebeskummer/Trennungsschmerz, dass ich am liebsten den ganzen Tag nur weinen würde.
    Als wir zusammen kamen, war ich 15, er 16; ich hatte vor ihm eine elf monatige, eher oberflächliche Beziehung, in der es eher darum ging Händchen zu halten, zusammen zu tanzen oder ins Kino zu gehen. Ich war seine erste Freundin.

    Meine Beziehung war ziemlich harmonisch, erst jetzt im Nachhinein fällt mir auf, dass wir nie wirklich Streit hatten. Es gab immer wieder kleinere Diskussionsanlässe /unterschiedliche Meinungen, weil zum Beispiel wir beide studierten und kein Geld hatten...und ich gerne reise und er lieber den Alltag genießen wollte und ohne lange zu rechnen ein Bier mehr zu bestellen wollte als auf eine große teure Reise zu sparen oder er rauchte und ich Nichtraucher war. Aber auch da herrschte Toleranz von beiden Seiten: ich bin gereist, hab ihn nicht gezwungen und habe akzeptiert, dass er nicht mitkommt; er hat mir nichts verboten, hat mir vertraut, sich für mich gefreut,... ich habe nie von ihm verlangt, dass er für mich aufhört zu rauchen, bin sogar oft extra mit ihm vor die Tür, damit Gespräche beispielsweise deshalb nicht abbrechen mussten und ihn dennoch geküsst, dafür hat er, weil er wusste, dass ichs nicht mag, auf das Rauchen im Haus verzichtet und geschaut, dass ich nie Rauch abbekomme und so oft er daran dachte nach dem Rauchen Kaugummi gekaut, Zähne geputzt, usw.
    Auch sexuell hatten wir nie wirklich "Flauten", wie man es oft hört. Bis zuletzt hatten wir "Quiekies an Ort und Stelle" und/oder spektakuläre, superromantische Mitternachtspicknicks im Freien, usw. (Details sind nicht wichtig). Ich hatte allerdings nicht immer Orgasmen, was mich selbst nie gestört hat, ihn ab und zu vielleicht schon...
    Wir haben knapp sechs Jahre zusammen gewohnt, viel gemeinsam unternommen, hatten viele gemeinsame Hobbies, viele gemeinsame Freunde, waren aber beide nie aneinander geklebt und ließen uns unsren Freiraum. Wie gesagt ich war sogar über mehrere Monate ohne ihn auf Reisen.
    (wir waren aber auch für einzelne wochen zusammen im urlaub)

    Wir haben auch schwierige Prüfungen, wie unsre beiden Abiture,Fahrprüfungen, tausend stresssituationen im Studium, Streit mit eltern,...Geldsorgen ... und v.a. einige richtig schlimme Dinge zusammen durchgestanden, wie z.B. der plötzliche Tod meines Vaters und zwei tödliche Motorradunfälle zweier guter gemeinsamer Freunde.

    Um nicht zu ausführlich zu werden: Ich war immer sehr glücklich mit ihm, er schien es auch. Ich habe ihm sehr vertraut.

    Dennoch: wie von heute auf morgen- zwei Wochen nachdem wir beide unser Studium abgeschlossen hatten - kam die berühmte Torschlusspanik. Er hatte, ohne dass ich je etwas gesagt hätte, das Gefühl mich heiraten zu müssen und es nicht zu können WEIL ich seine ERSTE Freundin bin.


    es gab drei Tage großes Geheule auf beiden Seiten, dann die Idee eine offene Beziehung zu führen... eine Woche später wollte ich diese Idee revidieren, weil ich darunter zu arg litt. Er machte Schluss, weil er das nun brauche.Es kam heraus, dass er in dieser einzigen Woche bereits drei mal "fremdgegangen"(hatte es ihm ja erlaubt) war...und zwar mit einer sehr guten Bekannten, unsrer Nachbarin.,

    Ich bin ausgezogen. ich hatte gehofft er würde wie in Walt Disney kommen, um mich kämpfen, mich um Vergebung bitten... aber es blieb aus. Stattdessen war es andersherum. Ich begann mir einzureden,dass es an meiner Orgasmushäufigkeit, meinen Kilos, die ich natürlich im gegensatz zu dem Gewicht mit 16Jahren zugelegt hatte,usw liegt,...verlor an Vertrauen in mich un d alle, v.a. in ihn, fing an zu stalken und ihm hinterherzuspionieren. Und hab natürlich-selbst schuld- auch noch durch Fensterläden hindurch gesehen wie er Sex hatte... und wurde einfach nur krank.
    Alle sagen "Kein Mann, der einen zum Weinen bringt, ist es wert um ihn zu weinen" und ich gebe ihnen auch recht. Mir ist im Nachhinein auch einiges aufgefallen, was mich an ihm störte ode wann er auch während der Beziehung nicht der ideal-Partner war, aber ich vermisse ihn immer noch. ich habe immer noch Herzklopfen, wenn ich nur seh, dass er in skype online ist oder wenn ich bei gemeinsamen Freunden Bilder von ihm seh und ich weiß einfach nicht wie ich dieses verliebt/versteift sein auf diesen Mann loswerde.

    Wir hatten immerwieder kurz Kontakt, bis mindestens einem von uns beiden, klar war, wie weh er mir tat, dann wieder nicht..
    ich war in den 1,5 jahren auch wieder zwei monate reisen, ich bin inzwischen 300km weit weggezogen, habe begonnen zu arbeiten,... hatte/habe wenige kurze, nicht annähernd befriedigende ons/affäiren...mache sport, treffe viele freunde, meide dagegen gemeinsame Freunde immer mehr (was ich selbst total ******* finde), führe immer noch das oben erwähnte "was an meinem ex ******* war"-Tagebuch und trotzdem: ich denke ständig an ihn. mal bin ich wütend/sauer/enttäuscht, aber meistens vermiss ich ihn einfach oder denke, dass ich das, was ich gerade mache gerne mit ihm teilen würde oder ihm zumindest davon erzählen.
    Ich hänge immer noch so an der Vergangenheit. es ist als würde nichts mehr richtig Spaß ohne ihn machen, als wäre alles(=ich) wertlos, wenn er mich nicht sieht wie ich dabei lache. Ich kann mich immer noch nicht richtig auf mein jetziges Leben einlassen.
    Und genau das ist das Problem: Wie schaff ich es diesen Liebeskummer/-wahn zu überwinden und mein Selbstwertgefühl / meine Selbsständigkeit zurückzubekommen?

    Ich weiß gar nicht, was ich erwarte. Aber vielleicht gibt es neue Ideen/ Ratschläge als "die Zeit heilt wunden"

    Danke schon einmal.

    Nachtrag: inzwischen wohnt sie mit ihm in unsrer gemeinsamen Wohnung.
    Seitdem denke ich dass bestimmt schon vorher was zwischen den beiden lief, usw... er streitet ab, sagt mir auch nichts was ihn an mir gestört hätte,... und "werden" wirds nicht mehr zwischen uns.
    Geändert von Rosine (01.12.2011 um 00:13 Uhr)

  2. #2
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    Hallo Rosine,

    ich bin keine Fachfrau, aber ich vermute, dass Deine Schwierigkeiten daher kommen, dass Du Deinen Ex-Freund kennen gelernt hast, als Du noch sehr jung warst und der Großteil Deines Reifeprozesses an seiner Seite durchlebt hast. Du hast Dich nicht eigenständig entwickelt, sondern immer in Bezug auf ihn. Dann wart ihr auch noch sehr lange zusammen, was eher selten vorkommt bei Beziehungen, die in so jungem Alter eingegangen werden. Du bist vielleicht so etwas wie eine Symbiose eingegangen, die so eng war, dass Du psychisch ohne ihn noch nicht funktioneren kannst.

    Das - für Dich unfreiwillige - Ende der Beziehung zu verarbeiten, dauert lange. Ich denke, das ist normal und Du kannst nichts anderes tun, als möglichst gut für Dich zu sorgen.

    Alles Gute,

    Physalis

  3. #3
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    Ja, Physalis,

    das stimmt. ich habe praktisch fast die Hälfte meines Lebens mit ihm verbracht... und
    HTML-Code:
    dass Du psychisch ohne ihn noch nicht funktioneren kannst.
    auch das stimmt.
    Aber andere haben zehn oder zwanzig Jahre Ehe hinter sich und haben direkt nach der Trennung neue Partner. Davon bin ich meilenweit entfernt, da es bei mir immer noch erst darum geht, allein glücklich zu sein.

    HTML-Code:
    Ich denke, das ist normal und Du kannst nichts anderes tun, als möglichst gut für Dich zu sorgen.
    Ob das normal ist, weiß ich aus genanntem Grund nicht. Und was kann ich für mich tun, außer mir Zeit für Freunde und Hobbies zu nehmen? Ich bin Berufsanfängerin ohne Routine, habe also ohnehin unter der Woche eher wenig Freizeit, wohne in einer neuen Stadt,... weit weg von ihm, aber auch von Freunden und Familie. ...aber ich kann ja nicht ständig vereisen, nur damit es mir gut geht. Dafür müsste ich mein Job kündigen und hätte gleichzeitig zwar Zeit, aber kein Geld mehr :-9

  4. #4
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    Hallo Rosine,

    die Menschen sind halt unterschiedlich: die einen stürzen sich von einer Sache in die nächsten und das funktioniert, die anderen benötigen Zeit, um erst einmal wieder zu sich zu finden. Ich vermute, dass eine neue Beziehung oft auch nur ein Ablenkungsmanöver ist, um sich mit sich selbst nicht auseinander zu setzen.

    Ich denke, es ist wichtig, dass Du Dich auf Deinen Beruf konzentrierst und eben - wie Du auch sagst - Deine Freizeit mit Menschen und Hobbys verbringst, die Dir gut tun. Nein, verreisen kannst Du nicht immer. Aber fährst Du denn noch regelmäßig in Deine Heimat, zur Familie und zu alten Bekannten?
    Hast Du in Deiner neuen Stadt Bekanntschaften schließen können? Füllt Dein Job Dich aus und sind da nette Kollegen?

    Vielleicht tröstet Dich das nicht, aber schau mal, Du hattest 10 Jahre lang eine gute Beziehung. Das schaffen viele andere im ganzen Leben nicht! Du hast ziemliches Glück gehabt, finde ich. Für eine zukünftige Bindung ist Deine Beziehungserfahrung sicher auch von Vorteil.

    Nun bist Du jung und alles steht Dir noch offen!

    VG,

    Physalis

  5. #5
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    HTML-Code:
    Ich denke, es ist wichtig, dass Du Dich auf Deinen Beruf konzentrierst und eben - wie Du auch sagst - Deine Freizeit mit Menschen und Hobbys verbringst, die Dir gut tun. Nein, verreisen kannst Du nicht immer. Aber fährst Du denn noch regelmäßig in Deine Heimat, zur Familie und zu alten Bekannten?
    Hast Du in Deiner neuen Stadt Bekanntschaften schließen können? Füllt Dein Job Dich aus und sind da nette Kollegen?
    naja, der Job ist der, den ich mir ausgesucht habe. Er macht Spaß, aber ich brauche viel Energie und bin oft abends kaputt. Ich versuche am Wochenende schon so oft wie möglich nachhause zu fahren, um Familie und Freunde zu sehen. Aber neue, liebe Menschen in der neuen Stadt, die auch nichts mit meinem alten Leben und meinem Ex zu tun haben, gibt es nicht. Aber ich denke eben auch, dass das alles damit zusammen hängt, dass ich noch nicht nicht an ihn denken kann und mich nicht auf meine neues Leben einlassen kann.
    Ich tu mir schwer damit allein in eine bar zu gehn und leute kennen zu lernen, was während der beziehung nie ein problem war... wobei ich da auch zumindest freunde dabei hatte. und für den Beruf könnte ich die Energie, die mir das Liebesproblem nimmt, gut gebrauchen. deshalb bin ich eben hier.
    Geändert von Rosine (01.12.2011 um 16:55 Uhr)

  6. #6
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    Hi Rosine,

    es gibt Plattformen im Internet für Zugezogene, zwecks Freizeitgestaltung.

    Als Frau abends allein in einer Bar findest Du Bekanntschaften, aber womöglich anderer Art, als Du derzeit suchst...

    Wenn man im Job ist, ist es nicht mehr so leicht, Leute kennen zu lernen, wie an der Uni. Viele Leute leben bereits in festen Strukturen und sich nicht mehr so offen - haben auch einfach weniger Zeit.

    Ich würde mich deshalb nach einem Anbieter für Freitzeitveranstaltungen bemühen. Heute gibt es da doch jede Menge Alternativen.

    Vor Jahren habe ich das nach einer Trennung auch in Anspruch genommen. Ich stand auch von jetzt auf gleich allein da (Familie und Freunde weit weg) und konnte mich so wenigstens mal ablenken.

    Benutzt Du den "Zitieren-Button"? Irgendwie sieht Dein Zitieren etwas seltsam aus .
    Geändert von Physalis (01.12.2011 um 16:42 Uhr)

  7. #7
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    naja, ich hab mich jetzt in zwei, drei Fitnesskursen angemeldet, Zumba, Aquarobic und Steppaerobic. das macht Spaß, aber man kommt ja nicht ins Gespräch. Letztlich habe ich mich angemeldet, um abends nicht nur hier am pc zu sitzen und Fettpolster gegen Glückshormone zu tauschen.
    Wenn cih mich besuchen lasse geh ich hier auch immer mal wieder weg, ca einmal pro Monat. Aber ich glaub, ich habe im Moment einfach keine "offene" Ausstrahlung, und bin es innerlich ja gerade auch nicht selbst. Nicht einmal die Bekanntschaften, die frau nicht möchte :-)
    Geändert von Rosine (01.12.2011 um 22:58 Uhr)

  8. #8
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    Das mit dem Fitness ist doch sehr gut.

    Du, es ist für alle Singles, die entfernt von Familie und Freunden leben, sehr schwer.
    Aber wenn die Situation für Dich neu ist, ist es natürlich besonders schwierig.

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