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Alt 04.09.2010, 17:05   #1 (permalink)
Neuling
 
Registriert seit: 12.05.2009
Beiträge: 1
Standard Liegt es an mir??

Hi zusammen,

Ich beschreib euch mal kurz meinen Berufsweg:
Nach dem Abitur war ich erst mal ein Jahr zu Hause und habe nichts gemacht, ausser daheim bisschen mitgeholfen, weil ich noch nicht wusste, was ich machen soll. Hab mich während der Zeit echt wohl gefühlt und ich hatte Spaß am Leben.
Hab mich dann in einem Studium eingeschrieben, im nächsten Semester aber gleich den Studiengang gewechselt, weil ich mich einfach nicht wohlgefühlt habe.
Im neuen Studiengang das gleiche Bild, daraufhin eine Ausbildung angefangen, die ich jetzt seit einem Jahr mache. Bis jetzt hats mir eigentlich einigermaßen gut gefallen, aber jetzt kam im Zuge der Ausbildung ein Berufspraktikum auf mich zu und ich meine zu wissen, dass mir der Beruf auch überhaupt nicht gefällt. Ich würde am liebsten sofort kündigen. Jeder Tag ist für mich eine Qual. Ich würde das Gefühl mit einer Art depressiven Stimmung vergleichen!
Das gleiche Gefühl hatte ich auch damals im Studium!
Jetzt frage ich mich schon, woran es liegt dass mir das alles nicht gefällt. Wenn ich jetzt wieder studieren könnte, würde ich sofort ja sagen! Weiß schon gar nicht mehr warum es mir damals nicht gefallen hat.
Ich selbst glaube ja, dass es u.a. damit zu tun hat, dass ich mit den Leuten nicht so richtig klar komm. Bin immer nett und freundlich zu allen und die auch zu mir, aber ich kann irgendwie keine richtigen Freundschaften aufbauen und fühle mich nicht integriert. Bin allgemein eher introvertiert, würde das aber gerne ändern.
Der einzigste Platz wo ich mich echt immer sauwohl gefühlt habe ist bei meiner Familie. Aber mein Job macht mir die Stimmung jetzt auch schon dort kaputt, weil ich schon an den nächsten Arbeitstag denken muss.
Mein Plan wäre auf jeden Fall zu kündigen und es nochmal mit einem anderen Studium zu versuchen! Dazu müsste ich aber jetzt noch mindestens ein Jahr arbeiten, was ich mir eigentlich nicht vorstellen kann.
Ich weiß einfach nicht was ich jetzt machen soll, meine Eltern werden sicherlich nicht begeistert sein, wenn ich schon wieder die Ausbildung abbreche!
Ich wäre für alle Tipps dankbar, die ihr mir geben könnt! Hinsichtlich meiner Berufsentscheidung oder Lebensführung, was ich ändern kann, besser machen kann, etc.
Ich hoffe Ihr könnt mir helfen! Bietet mir bitte alles an, was euch dazu einfällt!
Danke!
Pololoko ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.09.2010, 17:45   #2 (permalink)
Gast784
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

hallo,

interessant, am meisten bin ich über diese Redewendung hier gestolpert:

Zitat:
Bietet mir bitte alles an, was euch dazu einfällt!
Danke!
Und bei dem vielen mir-gefällt-dies-und-das-nicht und ich-gehe-nur-nach-dem,-was-mir-gefällt, musste ich zwangsläufig an ein Kleinkind denken, das nie so etwas wie eine Frustrationstoleranz hat entwickeln müssen. Oder anders gesagt - verwöhnt.

Leider ist es in Deiner Generation sehr weit verbreitet, dass es da gehörig an Reifeprozessen genau in diesem Punkt fehlt. Du wirst wohl nicht drumrum kommen, nachzureifen, falls Du auch ausserhalb von Deinem Familiennest existieren und vor allem gut leben willst.

Wie das mit dem Nachreifen geht, frag das bitte nen Profi. Der wird dafür bezahlt, dass er Dir was anbietet.
  Mit Zitat antworten
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Darkstar (04.09.2010)
Alt 04.09.2010, 18:25   #3 (permalink)
Gesperrt
 
Registriert seit: 02.10.2009
Ort: in der kulturellen Diaspora
Beiträge: 2.104
Standard

Hallo Pololoko,

Zitat:
Der einzigste Platz wo ich mich echt immer sauwohl gefühlt habe ist bei meiner Familie.
Eben!

In Deinem ersten Thread hast Du es ja so treffend beschrieben:
Zitat:
Ich suche oft nach alternativen zu überleben: Hartz4, Aussteigen,...
Weißt Du, was all diesen "Lebenszielen" gemeinsam ist? Nichts tun müssen, sich treiben lassen können, keine Pflichten/Verantwortung übernehmen (nicht mal Dir selbst gegenüber ...), versorgt werden ...
Hotel Mama für Fortgeschrittene ...

Damals hast Du gefragt, ob Du deswegen "psychisch krank" wärst ...
Wenn Bequemlichkeit bis hin zur Faulheit und das "leg mir mal jemand den Arm aus der Sonne" darunter fallen sollten: ja. Ansonsten ...

Wie wäre es denn mal mit dem ersten Schritt, den Du selbst machst: mache Dir mal Gedanken über Deine Interessen und Neigungen - und darüber, ob die Aufgabe des Lebens wirklich die ist, Dir den Kuschelfaktor Deines Kinderzimmers zu garantieren.

Wenn Du Zeit dafür brauchst: warum dann "rumhängen" (was Du ab einem gewissen Punkt sowohl in Deinem Studium als auch danach gemacht hast - innerlich eben) und nicht einmal eine aktive Orientierungsphase einlegen?
Es gibt so viele Institutionen, die froh darüber wären, Helfer zu finden. THW, Caritas & Co., und und und ...
Und sollte Dir davon ja sogar etwas gefallen ... nun: dann kannst Du diese Zeiten sogar angerechnet bekommen ...
Dein Leben musst Du schon selbst leben - und daher auch die entsprechenden Entscheidungen selbst treffen.
Darkstar ist offline   Mit Zitat antworten
Folgender Benutzer sagt Danke zu Darkstar für den nützlichen Beitrag:
Alt 10.09.2010, 15:19   #4 (permalink)
Gast5559
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Hallo!

Leider ist Dein Hilferuf etwas untergegangen. Ich hoffe, Du liest hier noch mit.

Du scheinst mir sehr sensibel zu sein und Deine Probleme vorwiegend darauf zu gründen. Das Arbeitsleben IST heutzutage kein Zuckerschlecken; es geht wohl den allermeisten Menschen so, dass sie öfters mal die Zähne zusammenbeißen müssen, um durchzuhalten. Allerdings ist es halt der Broterwerb, und als junger Mensch schon komplett das Handtuch werfen zu wollen, sicherlich keine optimale Lösung.

Jeder reagiert bei solchen Schwierigkeitn anders; ich selbst hab immer versucht, zumindest eine Weile durchzuhalten, mit Fristen gesetzt, um dann weiterzusehen; auch deshalb schon, weil sich zu geringe Stellendauer im Lebenslauf nachteilig auswirkt. Manchmal hat sich die Lage in dieser Zeit verändert, wurde erträglicher, manchmal ging ich dann doch.

Dir direkt zu raten, finde ich sehr schwierig, da es eigentlich nur um Dein subjektives Empfinden geht. Ich glaube, ich würde mir eine Gesprächsberatung suchen. Es gibt Anlaufstellen wie die Familienberatung, Caritas o. ä., bei denen man in der Regel relativ rasch einen Termin bekommen kann. Oder Du suchst Dir einen Therapeuten; der kann Dir auch bei Deinen Fragen, ob mit Deiner Psyche etwas im Argen liegt, besser behilflich sein.

Geändert von Gast5559 (10.09.2010 um 15:21 Uhr)
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