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Thema: Living as a Nerd- ein Leben ohne Freude

  1. #1
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    Standard Living as a Nerd- ein Leben ohne Freude

    So trifft dieser Titel zumindest in meinem Fall zu. Wie ich bereits in meinem ersten Thread geschrieben habe,lief mein Leben nicht wirklich optimal (ok tut es bei den wenigsten),aber häufig lief es schlechter als nötig.

    Ich versuche jetzt einmal alles niederzuschreiben,um zum einen mir selbst wieder einen Überblick und vielleicht eine Ahnung zu bekommen,was eigentlich mit mir los ist und zum anderen eventuell hier Unterstützung/Hilfe zu finden.

    Bin jetzt 20 Jahre alt,habe jedoch in dieser Zeit nicht allzu viel erlebt. Seit dem ich zur Realschule in eine andere Stadt gezogen bin läuft mein Leben nicht mehr so wie es einmal war. Damals als zehn-jähriger eher etwas introvertierter und schüchterner Junge in einem komplett neuen Umfeld hatte ich starke Schwierigkeiten mich in die Klassengemeinschaft einzufügen. In den ersten Wochen der Realschule ging es zwar noch einigermaßen ich hatte nicht viel mit meinen Mitschülern zu tun,war eher zurückgezogen,als ich jedoch versuchte Kontakt aufzubauen ging das Mobbing los,warum und wieso meine Mitschüler mich aussuchten,ob es an eben jener Zurückgezogenheit oder an sonst was lag,ist bis heute ungeklärt. Jedoch steht für mich fest,dass es eigentlich kein Mensch verdient hat über längere Zeit gemobbt zu werden.

    An die Zeit der Realschule erinnere ich mich insgesamt ungern,es war wohl für mich eine der schwersten Zeiten in der 7-8. Klasse versuchte ich häufiger mittels vorgetäuschten Krankheiten zuhause zu bleiben,aber dies funktionierte nur selten,da meine Eltern mich selbst bei Erbrechen (!) zur Schule schickten. Nun nach vier Jahren Mobbing gelang mir eine Annäherung an manche Mitschüler,welche sich nicht mit dem Mobbing befassten und ich konnte mich halbwegs etablieren.

    Es war wohl nicht sinnvoll,dass ich in der Zeit in der ich gemobbt wurde, die Flucht in die virtuelle Welt (WoW) antrat,jedoch war das für mich die einfachste Lösung,denn in dieser Welt wurde ich akzeptiert und war ein Teil der Gemeinschaft,welcher ich in der realen Welt nicht wirklich sein konnte.

    Mehr und mehr rutschte ich durch das Spielen in eine Computersucht,oftmals war ich während der Schulzeit in Gedanken nur beim Spiel und wollte schnellstmöglich wieder an den PC,wo ich stundenlang verbrachte (in Höchstzeiten 10-12std selbst an Wochentagen). Daraus folgte mehr und mehr die soziale Isolation,zuerst hatte ich noch Bekannte,welche ebenfalls spielten und mit denen ich auch neben dem Spiel noch etwas unternahm. Doch irgendwann wandten sich auch diese von mir ab und suchten sich andere Leute.

    Für mich besteht nun das Problem,nach scheinbar überstandener Computersucht,dass ich so ziemlich ohne Hobbys und Freunde dar stehe,zwar habe ich einen Bekannten,welcher jedoch ein eher ausgefallenes Hobby hat,welches ihn häufig zu umherfahren bewegt. Diesem Hobby kann ich jeodch nichts abgewinnen. Auch fehlt mir jede Idee was mir überhaupt Spaß bereiten könnte. Zwar beschäftige ich mich viel mit dem Computer und bin sogesehen der Fachmann im Bekanntenkreis,aber mehr habe ich nicht wirklich. Außerdem will ich mich durch mehr als nur mein Nerd da sein definieren können.

    Dann kam ich auf´s Gymnasium,auf dem ich im Sommer mein Abitur machen werde. Fand dort zwar Leute mit denen ich mich schon deutlich besser verstand aber Freizeitaktivitäten bzw. Freundschaften ergaben sich auch dort nicht.

    Ich hab auch kein großes Interesse daran,mich mit dem „Partyvolk“ abzugeben,welches sich an beinahe jedem Wochenende in Klubs/Discos besäuft. Leider scheinen in meiner Generation die meisten Menschen jedoch so geartet zu sein.

    Ich bin eher ein Mensch welcher für kleine Feiern/sonstige Hobby´s zu begeistern wäre und diese ganzen Discotheken links liegen lässt. Da ich jedoch dafür keine Leute finde komme ich auch abgesehen von der schule nicht mehr heraus,da es für mich einfach keinen Sinn mehr ergibt.

    Wo/wie kann ich ansetzen um endlich aus diesem Sumpf heraus zu kommen?Bisher finde ich selbst keinen Weg,aber ich will endlich wieder Freude am Leben haben und Leute finden mit denen ich mich verstehe.

    Mit freundlichen Grüßen styp

  2. #2
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    Standard

    Also ich bin ein Nerd und mein Leben ist voller Freude.

    Zuallererst kommt bei mir die Frage auf: Wieso willst du vom Leben als Nerd wegkommen?
    Das Computerspielen hat dir ja anscheinend Spaß gemacht, sonst wärst du nicht süchtig danach geworden. Wieso hast du entschieden, dass du davon loskommen musst? War es weil deine schulischen Leistungen darunter gelitten haben? Oder weil du keine Freunde mehr hattest und welche willst? Hoffentlich nicht nur weil die Gesellschaft sagt, dass so ein Leben nicht gut ist.

    Erst einmal solltest du dir ein klares Ziel definieren.

    Right now, klingt es ein wenig so, als wüsstest du gar nichts wirklich mit dir anzufangen, weil dich "anderes" halt nicht interessiert. Freunde sucht man nicht, man findet sie automatisch über gemeinsame Interessen. Betonung hier auf "Interessen". Solange du dich für nichts interessierst, kannst du also auch keine Freunde finden. Willst du interessant sein, musst du dich für etwas interessieren.

    Wenn dich nur Videospiele interessieren musst du halt darüber Freunde finden. Gibt doch genug Gamer-Communities. Auch über MMORPGs kann man Leute kennenlernen (aber wenn du wirklich ein Suchtproblem hast kann ich das nicht wirklich empfehlen).

    Wenn du davon ganz wegkommen willst, musst du halt ein neues Hobby finden, was dir wirklich Spaß macht.
    Die "ich will weder das machen was mir Spaß macht, weil es mich süchtig macht, aber ich will auch nichts machen was mir keinen Spaß macht" Einstellung wird dich jedenfalls nicht sonderlich weit bringen.

    [On a sidenote, ich persönlich habe auch keine Freunde. Ich habe allerdings Menschen mit denen ich zusammenarbeite (an Projekten), ich kenne sie nichtmal Real, aber das ist egal, die Zusammenarbeit erfüllt mich trotzdem. Und auch ohne Kontakt kann ich nicht von mir sagen, dass ich gar keine Freude an meinem Leben habe. Ich hab eine ziemlich gute Balance gefunden. Auf der Arbeit bin ich mehr oder weniger konzentriert, in meiner Freizeit bin ich produktiv und entwickle was oder ich entspanne einfach mal und zocke ein paar Stunden was. Ich entscheide da eher spontan, je nachdem wie ausgeruht ich mich fühle etc. - früher war ich auch so dass ich unbedingt Freunde und auch ne Freundin wollte, aber ich habe gemerkt, dass mir die Suche danach mehr schadet, als sie mich glücklich macht, deswegen lass ich das jetzt komplett und lasse einfach alles auf mich zukommen.]

  3. #3
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    Ersteinmal danke für die schnelle Antwort.

    Zitat Zitat von Rya.Reisender Beitrag anzeigen
    Also ich bin ein Nerd und mein Leben ist voller Freude.

    Zuallererst kommt bei mir die Frage auf: Wieso willst du vom Leben als Nerd wegkommen?
    Das Computerspielen hat dir ja anscheinend Spaß gemacht, sonst wärst du nicht süchtig danach geworden. Wieso hast du entschieden, dass du davon loskommen musst?
    Weg werde ich von diesem Leben sowieso nicht kommen,habe mir in diesem Bereich ein Fachwissen angeignet und werde vorraussichtlich im August eine Ausbildung in der IT-Branche antreten. Daraus folgt,dass ich mich aufjedenfall weiter in diesem Bereich aufhalten werde (was mir ja auch Spaß macht).

    Ich bin von den Spielen mehr oder weniger zwangsweise weggekommen,ich hatte seit der 8.Klasse mangelhafte schulische Leistungen,welche am Ende der 9.Klasse dafür sorgten,dass ich die Klasse wiederholen musste. An diesem Punkt wurde mir bewusst,dass ich das Spielen definitiv einschränken muss.

    Aber auch der Aspekt der sozialen Kontakte hat wohl mitgewirkt,zwar bin ich keiner der die Kultur der Disco/Feiern/Saufen pflegt,aber Kontakte mit Menschen,welche intellektuell mit mir auf einem Niveau wären und mit denen man mal etwas unternehmen könnte,gerne warnehmen würde.

    Leider scheint es dieses Menschen höchst vereinzelt zu geben.

    Zitat Zitat von Rya.Reisender Beitrag anzeigen
    Right now, klingt es ein wenig so, als wüsstest du gar nichts wirklich mit dir anzufangen, weil dich "anderes" halt nicht interessiert. Freunde sucht man nicht, man findet sie automatisch über gemeinsame Interessen. Betonung hier auf "Interessen". Solange du dich für nichts interessierst, kannst du also auch keine Freunde finden. Willst du interessant sein, musst du dich für etwas interessieren.
    Genau das ist denke ich mein Problem,ich habe so recht keine Ahnung was mir Spaß macht und finde demenstprechend auch keine Hobby´s mit denen ich Kontakte zu anderen aufbauen könnte.

    Einfach so neue Hobbys verfolgen nur um etwas zu machen bringt auch nichts,wenn man sich dafür nicht interessiert,denn dies wird,wie ich finde, ziemlich gezwungen wirken.

  4. #4
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    Aber wenn du nichts Probiert, weist du nicht, was dich Interesieren könnte

    Ich habe auch schon einiges Probiert.

    Handball, Bogensport, Parcour (Kläglich gescheitert, peinlich einfach nur peinlich)
    Fitnessstudio, als ich in Norwegen war, bin ich auf den Felsen rumgeturn. Hat laune gemacht, "Berg" hochsprinten, und an der anderen Seite aus dem gebüsch die total verwirtten Camper angrinsen
    Brauchst nichtmal Kondition, nur ne packung "Das ziel, das Ziel, das Ziel" damit haste deine Kondition Kompensiert

    Aber ich finds viel intersannter, ab wann du in den Augen eines anderen Menschen als Nerd bezeichnet wirst.
    Nur weil ich mich mal 5 Wochen mit Hardware auseinander gesetzt habe, wurde ich als Nerd bezeichnet, weil ich die Leistungsunterschiede von den Benchmarks der cpu/gpu auswendig kannzte oO

  5. #5
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    Ich war in einer ähnlichen Situation wie du sie hattest. Nur das ich in der Schule Freunde hatte die WoW mitgespielt haben. Aus der Sucht bin ich von allein raus gekommen, vermutlich durch Reifung. Irgendwann hat mich meine Zukunft und Schule mehr interessiert als das Spielen.

    Das Selbstvertrauen, auf andere zuzugehen habe ich mir durch Sport erworben,Judo betreibe ich jetzt seit 10 Jahren. Ich war Über-gewichtig und konnte durch Judo lernen, das ich mit meinem Körper doch zu etwas nutze war. (Judo kann man als eine Art Ringkampf sehen, wo man sein Körpergewicht mit der richtigen Technik zu seinem Vorteil nutzen kann.) Der Rest hat sich von allein ergeben.

    Ich kann dir raten, dir einen Sport in dem du aufgehen und dich auslasten kannst. Sport ist gut gegen Stress und man kann seine Energie oder den Frust durch stark fordernde körperliche Aktivität abbauen. In meinem Fall tut es mir besser Sport zu treiben. anstatt Spiele zu spielen, um meinen Frust abzubauen.

    Ein solcher Sport muss nicht unbedingt Kampfsport sein. Jeder Sport ist recht, Hauptsache du willst den Sport wirklich ausüben, am besten über eine längere Zeit.

  6. #6
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    Zitat Zitat von Styp Beitrag anzeigen
    Wo/wie kann ich ansetzen um endlich aus diesem Sumpf heraus zu kommen?Bisher finde ich selbst keinen Weg,aber ich will endlich wieder Freude am Leben haben und Leute finden mit denen ich mich verstehe.
    Ich mag Nerds. Bei mir reicht es leider nur für einen Dork oder wenn es hochkommt für einen Geek. ^^'' Was bedeutet eigentlich das S?

    Leute kennen lernen kann man auf Ausstellungen, Conventions, usw. Es reicht aber nicht, wenn du nur hingehst. Du kannst dich ja auf einem Workshop einlassen, wenn du mit kleinen Gruppen besser zurecht kommst. Empefehlenswert finde ich Comic-Cons, weil die Leute da selbst Erfahrung mit Ausgrenzung haben und erstaunlich gut auf andere zugehen können. Außerdem ist das Unterhaltungsangebot nicht übel: Comics, Mangas, Spiele, Videos, schlechtes Essen, Cosplay, etc.
    Im Internet gibt es auch Gruppenverzeichnisse für Meet Ups in deutschen Städten. Facebook ist sicherlich eine Quelle. Ansonsten kenne ich nur groops.de und meet-up.com. Allerdings findet sich so etwas meist nur für größere Städte. Aber nach Vereinen und so, kannst du ja trotzdem schauen. Auch das mit dem Sport finde ich sehr sinnvoll. Kann nicht schaden.
    Vielleicht interessiert dich auch etwas ganz anderes. Zum Beispiel könntest du soziale und kulturelle Tätigkeiten in einem Ehrenamt ausüben. Da gibt es Nachbarschaftszentren, Kirchen- und Wohlfahrtsvereine und Online-Ehrenamtskarteien, wo dich darüber informieren kannst. Du könntest da wertvolle Erfahungen sammeln, ohne allzu lange bleiben zu müssen oder dafür zahlen zu müssen.
    aufwachen, träumerle...!


  7. #7
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    Und du lernst neue Leute kennen

    Und wenn du nicht mit 20cm Hochwasser und 10cm dicker Hornbrille auftauschst, wirds auch keiner merken

    Zieh die nen Hemd an, wenns dir gefällt



    Aber ich denke auch, dass die Leute zu sehr aufs äußere gucken.
    Ich bin auch nicht gerade der "Normalste"... Sitze viel vor dem Pc, zocke, und bin in Diversen Foren unterwegs...

    Aber irgendwie hält mich keiner für ein Nerd/Geek ;b Mein ehemals bester Freund wird da schon eher für einen gehalten... Hochwasser, ungepfleg und seine Klamotten (öfters Mädchen sachen, weil seine Mutter ihjm was falsches rauslegt) oO...

    Aber das wichtigste ist, das du dich wohl fühlst...

    Wie schon mein Vorredner gesagt hat: Geh auf nen Workshop, amch ehrenamtliche Arbeit, oder sonst etwas....

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