psychologische Beratung von erfahrenen Psychotherapeuten und Psychologen, psychologe.de
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 8 von 11

Thema: Lügensucht

  1. #1
    Neuling
    Registriert seit
    04.01.2012
    Ort
    falkensee
    Beiträge
    3
    Danke
    6
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard Lügensucht

    Hallo an alle,
    vorab wünsche ich allen forennutzern ein gesundes 2012.
    es geht in diesem fall um meinen 22 jährigen sohn. Ich mache mir sehr große sorgen. sein gesamtes leben besteht aus einem lügenetz und ich weiß nicht wie ich ihm da raus helfen kann. er ist bei seinem vater aufgewachsen und mit 18 bei ihm raus. dann lebte er ca 1 jahr bei mir und jetzt in einer wg. er hat wegen seiner lügerei bereits 2 lehrstellen verloren, trotz massiver hilfe von aussen, eine menge schulden verursacht usw. fast alles wurde von mir abgefangen, in dem ich ihm immer wieder geholfen habe, dieses auszugleichen, egal welcher natur. nun hat er auch noch sein zimmer in der wg verloren, auch wegen seiner lügengeschichten und dadurch bedinbgter mietschulden. ich habe ihm bereits mehrmals geraten eine therapie zu machen, bei der ich ihn begleiten würde. er sagt immer, quatsch mama, das brauche ichnicht. aber ich empfinde es mittlerweile als krankhaftund möchte ihm helfen. aber wie. kann mir jemand einen qualifizierten rat geben, an wen ich mich wenden kann.
    vielen dank vorab für die hilfe, ich bin wirklich mit den nerven am ende, und möchte und kann ihn nicht fallen lassen, so wie es einige in meinem freundeskreis sagen.

  2. #2
    Nachwuchs Autor
    Registriert seit
    28.08.2011
    Beiträge
    856
    Danke
    197
    253 mal in 189 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo,

    ich kann Dich durchaus verstehen, aber wenn er keine Hilfe will und von sich aus sieht, dass er diese benötigt, wirst Du nichts machen können, außer dass Du ihn die Verantwortung selber tragen lässt. Solange Du die Verantwortung übernimmst, also seine Schulden bezahlst, hat er ja auch keinerlei Grund was zu ändern. Heißt, Du unterstützt und förderst sein Verhalten dadurch noch.
    Wenn Du ihm also helfen willst, dann solltest Du ihn die Verantwortung für seine Taten auch tragen lassen und nicht mehr wie eine Mutter bei ihrem kleinen Kind handeln. Er ist 22 Jahre alt.

    Wodurch kommen denn die Schulden zustande?

    LG
    Thessa

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Thessa für den sinnvollen Beitrag:

    cyclone (05.01.2012)

  4. #3
    Schreibkraft
    Registriert seit
    05.01.2012
    Beiträge
    154
    Danke
    90
    51 mal in 34 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo Cyclone
    Nicht dein Sohn hat ein Problem ( er lebt ja anscheinend sehr gut in seiner Welt) sondern DU hast eins, weil du eine Mama bist, die sich ihr Leben lang um ihre Kinder Sorgen macht.
    DU kannst nicht loslassen und fühlst dich für alles verantwortlich was er macht. DU möchtest ihm helfen, DU möchtest nicht das er in der Gosse landet ......DU könntest das nicht über DEIN Herz bringen .....
    Ich kann dir sagen das ist völlig normal. Du wärst keine Mutter wenn du nicht so fühlen würdest.
    Er ist auch erst 22, also halbwegs noch ein Kind, mittendrin in einer Entwicklungsphase und nur er bestimmt die Richtung in die er gehen will. DU kannst das nicht verhindern, du als Mama schon garnicht, da du emotional viel zu sehr eingebunden bist und mitleidest.
    Ich hab das alles durch, dh. ich bin noch dran.
    Meiner ist 27 und muss selbstverschuldet durch die Hölle gehen. Ich hab ihm auch jahrelang geholfen, ihm Wege geebnet, ihn aus der *******e gezogen, unterstützt und mich fast zu Tode gesorgt um ihn. NICHTS hat es gebracht, er ist immer wieder in die Kacke gelaufen und zwar freiwillig. Nichts und niemand hat ihn gezwungen das zutun, auch ist er intelligent genug es anders leben zu können als er es macht.
    Er hat mich belogen, beklaut, um den Finger gewickelt, ich könnte ganze Romane schreiben. Mieten nicht bezahlt, geräumt worden, Drogen konsumiert, bis auf die Knochen ausgehungert usw und ich hab ihm immer wieder geholfen aufzustehen, neu zu beginnen. Bin fast selbst vor die Hunde gegangen dabei, meine Gedanken kreisten nur vor Sorge nur um ihn.
    Heute händele ich das anders.
    Wenn er heute vor meiner Tür steht, gebe ich ihm immer wieder einen Zettel in die Hand mit Adressen und Telefonnummern wo er sich Hilfe holen kann.
    Das fängt bei der Tafel an, geht über die Kirche, betreutes Wohnen, die Telefonnummer vom Obdachlosenheim, bzw vom Tagescafe wo die Betreuer arbeiten, über Sozialpsychologischen Dienst, Notruf der Krankenhäuser, Notarzt usw.
    Ich habe den Zettel oft kopiert und er bekommt ihn immer wieder in die Hand gedrückt.
    Solange bis er es schafft sich irgendwo dort zu melden. Erst dann und wirklich erst dann werde ich ihn unterstützen, weil er damit zeigt das er es ernst meint mit dem Wunsch sich zu ändern.
    Alles andere ist nur eine Farce, er nutzt mich nur weil es ihm schlecht geht. In dem Moment wo er sich selber seine Sucht befriedigt, egal welche, denkt er nämlich auch nicht an mich. Das solltest du dir vor Augen halten !!!!!
    Wir als Mütter hängen emotional so tief da drin das wir alles andere tun als ihnen zu helfen, wir sind sogar kontraproduktiv - wir räumen Schwierigkeiten aus dem Weg die sie selbst räumen müßten. Können sie nicht ? Müssen sie lernen, mussten wir auch !!!!
    Mitlerweile hab ich meinen Sohn nur noch im Auge um zu helfen wenn er medizinische Notfallhilfe braucht, dh. ich rufe ihm einen Krankenwagen und lasse ihn einweisen wenn nötig. Mehr kann ich nicht tun. Und wenn er wieder auf den Beinen ist, wird er es mir danken, ich weiss das.
    Glaub mir, ich liebe meinen Sohn über alles in der Welt, er ist herzensgut und ein liebevoller Mensch, aber ich liebe ihn nicht ZU DEM PREIS !!!!! selber daran zu zerbrechen. ICH WÜRDE ALLES FÜR IHN TUN, aber ich darf nicht für ihn sterben, da hat er nix von !!!
    Distanziere dich von deiner Art der Hilfe, das wird nix.
    Suche dir einen Betreuer, geb ihm seine Adresse. Geb deinem Sohn die Adresse wo er sich in der Not hinwenden kann, das ist alles was du tun kannst.
    Biete ihm DIESE Hilfe an, wenn er sie nicht annimmt ist er noch nicht weit genug unten !!
    Niemand kann das OBEN schätzen, der das UNTEN noch nicht kennt !!!!
    lg und lass dich virtuell umarmen, mir geht es innerlich nicht anders wie dir !!!
    SEI STARK und bleibe HART, es ist ein langer Weg. Und weine so oft wie du willst, es gehört dazu !!!! Solange DU DICH nicht aufgibst, solange kann er an deiner Kraft wachsen !!!!

  5. Die folgenden 3 Benutzer bedankten sich bei Mama Moni für den sinnvollen Beitrag:

    cyclone (05.01.2012),Erwin (05.01.2012),Thessa (08.01.2012)

  6. #4
    Schreibkraft Avatar von Todai94
    Registriert seit
    08.12.2011
    Ort
    In einem Dorf
    Beiträge
    232
    Danke
    27
    35 mal in 29 Beiträgen bedankt

    Standard

    Das is jetz'n bisschen arg hart der Mutter das Problem zuzuschieben o.O

    Ich würde sagen, natürlich ist es Teils ihre Schuld, da sie ihn nicht in die Schranken weist, aber trotzdem sollte man sich erstmal fragen, wieso der Sohn so handelt? Ein Grund wäre wirklich eine falsche Erziehung, in der er niemals Regeln einzuhalten gelernt hat und ihm gezeigt wurde, dass seine Eltern für ihn gradestehen werden.
    Auf der anderen Seite, könnte es auch ein Schrei nach Aufmerksamkeit oder Hilfe sein, weil er vielleicht persönliche Probleme hat. Oder sonst was.

    Am besten mit ihm mal konkret darüber reden, warum er sich denn so verhält, wie bereits gesagt, ihn nicht weiter unterstützen (finanziell) und das Beste hoffen.

  7. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Todai94 für den sinnvollen Beitrag:

    cyclone (05.01.2012)

  8. #5
    Roman Verfasser
    Registriert seit
    27.11.2011
    Ort
    Dresden
    Beiträge
    1.347
    Danke
    175
    312 mal in 245 Beiträgen bedankt

    Standard

    Ich kanns nur bestätigen was Mama Moni sagt, Du kannst ihm nicht helfen, er muß seine eigenen Erfahrungen machen. Überleg mal, wenn Du aus irgendeinem Grund nicht da wärst, müßte er doch auch.

  9. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Erwin für den sinnvollen Beitrag:

    cyclone (05.01.2012),Mama Moni (05.01.2012)

  10. #6
    Schreibkraft
    Registriert seit
    05.01.2012
    Beiträge
    154
    Danke
    90
    51 mal in 34 Beiträgen bedankt

    Standard

    Zitat Zitat von Todai94 Beitrag anzeigen
    Das is jetz'n bisschen arg hart der Mutter das Problem zuzuschieben o.O

    Am besten mit ihm mal konkret darüber reden, warum er sich denn so verhält, wie bereits gesagt, ihn nicht weiter unterstützen (finanziell) und das Beste hoffen.
    Nun, ich schiebe das Problem nicht der Mutter zu, das siehst du falsch !
    Ich versuche dieser Mutter die Augen zu öffnen wo das Problem liegt, nämlich das sie Mutter ist und dieses Kind geboren hat und auch großgezogen. Das ist die natürlichste Sache der Welt, sowas kann man nicht zuschieben, es IST so.
    Ihr Sohn hat offensichtlich ein Problem, aber daran ist weder die Erziehung schuld, noch die Mutter, das wäre auch hier zu einfach es darauf zu begründen.
    Nocheinmal, wir als Mütter oder Väter können dieses Problem nicht lösen. Ein Kind, egal welches Alter wird niemals offen über seine Gefühle mit seinen Eltern reden. Das geht nur bei einer neutralen Person.
    Warum nicht ? Ganz einfach. Ein Kind versucht immer die Eltern nicht zu verletzen, egal was einmal vorgefallen ist oder wie die Kindheit verlief.
    Die Liebe zu den Eltern verbietet diese notwendige Offenheit, darum auch die Lügen - es ist alles okay, du brauchst dir keine Sorgen machen. Und in Wahrheit liegt das Kind schon in der Sch....
    Ich wiederhole mich nur ungern, aber in dem Fall sollte wirklich jemand Außenstehendes einbezogen werden, der sich mit diesen Dingen auskennt, wie zb ein Psychologe oder ein geschulter Sozialarbeiter.
    Mit unserer Küchentischpsychologie kommt man hier nicht weiter.
    lg

  11. Die folgenden 3 Benutzer bedankten sich bei Mama Moni für den sinnvollen Beitrag:

    cyclone (05.01.2012),Darkstar (06.01.2012),Thessa (08.01.2012)

  12. #7
    Schreibkraft Avatar von Todai94
    Registriert seit
    08.12.2011
    Ort
    In einem Dorf
    Beiträge
    232
    Danke
    27
    35 mal in 29 Beiträgen bedankt

    Standard

    Zitat Zitat von Mama Moni Beitrag anzeigen
    Hallo Cyclone
    Nicht dein Sohn hat ein Problem ( er lebt ja anscheinend sehr gut in seiner Welt) sondern DU hast eins, weil du eine Mama bist, die sich ihr Leben lang um ihre Kinder Sorgen macht.
    Jaja du schiebst nix auf die Mutter ist klar.

  13. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Todai94 für den sinnvollen Beitrag:

    cyclone (05.01.2012)

  14. #8
    Neuling
    Registriert seit
    04.01.2012
    Ort
    falkensee
    Beiträge
    3
    Danke
    6
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard Lügensucht

    Liebe Mama Moni, ich danke für von ganzem Herzen für deine harten aber offenen und ehrlichen Antworten. Ich weiß vom Kopf her, das Du in allen Dingen die Du beschreibst 100% Recht hast. Das Problem liegt bei mir, das ich das Gefühl habe, ich kann und schaffe nicht so stark zu sein. Ich bin im Berufs- und Privatleben eine sehr selbstbewusste und starke Frau, aber was meine Kinder und mein Enkelkind betrifft, ein absolutes Weichei. Ich weiß nicht, ob ich nicht loslassen kann oder will. Vielleicht bei ihm besonders, weil er mit 9 Jahren zu seinem Vater gezogen ist und mir das sehr weh getan hat, diese Entscheidung zu akzeptieren. Dann stand er mit 18 vor der Tür(mal abgesehen von den täglich 14 tägigem Besuchswochenenden und Urlaub bei mir) und ich habe ihn mit fliegenden Armen aufgenommen.
    Ich weiß auch vom Kopf her, dass uns nur ein "Profi" helfen kann, ich habe es ihm auch bereits mehrmals angeboten, dass wir dort zusammen hingehen, aber er hat es immer abgetan. So nach dem Motto: Mama du dramatisierst, es ist alles in Ordnung. Du schreibst, dass Du deinem Sohn Listenin die hand gedrückt hast mit passenden Ansprechpartner, ich weiß ja nicht mal, an wen er sich wenden könnte. Die Adresse vom prof. Stoffels in Berlin, der ja prädestiniert sein soll für solche Fälle, habe ich mir schon rausgesucht. Gestern habe ich ihm geschrieben, dass ich beriet bin, mit ihm gemeinsam eine Therapie zu machen und er schrieb, Mama ich melde mich morgen bei Dir. ich habe dann geantwortet: OK ich warte, aber nur bis morgen. Und, wer hat sich nicht gemeldet, mein Kind. Und nun????? Vielen Dank Deine Cyclone

Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Lügensucht
    Von Lina123 im Forum Sucht
    Antworten: 14
    Letzter Beitrag: 27.09.2008, 21:06

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Psychologen beraten am Telefon und im Chat. Jetzt testen!