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Thema: Mache ich das Richtige?

  1. #1
    Schreibkraft Avatar von waiting
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    Standard Mache ich das Richtige?

    Momentan bin ich gerade in Tränen aufgelöst, unendlich traurig und ich habe Angst. Es geht darum: Seit letztem Jahr Dezember kämpfe ich um einen Klinikplatz, schon mehrere Termine hatte ich, doch im letzten Augenblick wurde mir immer wieder abgesagt, weil dort irgendwas am Belegungsplan geändert wurde. Momentan sieht es so aus, als würde nun der Termin August eventuell endlich mal zum Tragen kommen, ganz sicher ist es noch nicht, wie mir gestern gesagt wurde.

    Nun ist es aber so, dass dies nun meine letzten Tage mit meiner Tochter sind. Wenn ich nach 8 Wochen zurück komme, dann ist sie weggezogen, in ihr eigenes Leben. Sie hat diesen Monat noch ihre Prüfungen und ich werde nicht dabei sein. Ich werde nicht dabei sein, wenn sie loszieht und immerzu habe ich jetzt den Gedanken, das ist nun das letzte Mal. Ich habe Angst, ich könnte noch etwas für sie tun und verpasse das dann, weil ich ja nicht da bin.

    Andererseits, wenn ich, falls es nun tatsächlich klappt, den Termin absage, ich denke, dann wird es wohl nichts mehr werden mit der Klinik. Ich weiß es nicht, aber da es schon so lange hin und her geht, ich will auch nicht mehr in der Warteschleife hängen. Ich war ein Leben lang für das Mädchen da, fast 20 Jahre. Ist es nun okay, wenn ich meine Interessen vor ihre stelle oder sollte ich lieber doch noch abwarten, bis sie gestartet ist und es dann ohnehin egal ist, ob oder wann ich gehe, weil ich dann ja allein bin? Oder soll ich sagen, sie ist erwachsen, war immer für sie da, nun muss sie ein paar Schritte allein gehen? Ich habe ein schlechtes Gewissen und Angst, ich verpasse etwas, das ich hätte noch tun sollen. Was mache ich nur?

    Traurige Grüße, waiting
    Halt mich fern von der Weisheit, die nicht weint, von der Philosophie, die nicht lacht und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt.

    Khalil Gibran

  2. #2
    Verleger Avatar von Darkstar
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    Hallo Waiting,

    Was mache ich nur?
    Darf ich es mal ganz knapp in Kü-Art formulieren?
    Du nimmst den Termin an ...

    ... und bringst dort Deine momentanen Zweifel und Ängste mit als Thema ein.
    Ist es denn nicht so, dass diese Gedanken "nur" ein weiteres Symbol dessen sind, was Du ohnehin in der Therapie auch angehen willst (oder gar solltest)?

    Auf Dauer gesehen stellst Du mit Deinem Ja zu dem Termin auch nicht Deine Interessen vor ihre - im Gegenteil: wenn Du immer nur Deine eigenen hintenan stellst, wirst Du vll irgendwann einmal feststellen müssen, dass Du genau damit gegen ihre Interessen gehandelt hast.
    Du hilfst Euch beiden, wenn Du jetzt die Chance nutzt, eine tragfähigere Basis für Dich (und damit auch indirekt für sie) finden zu können

    ... wenn ich, falls es nun tatsächlich klappt, den Termin absage, ich denke, dann wird es wohl nichts mehr werden mit der Klinik.
    Diese Gefahr besteht wirklich - sogar noch aus einem ganz anderen Grund heraus: Würde sich denn so nicht immer ein Argument finden lassen, warum es ausgerechnet jetzt nicht "passt"? Solche Gedankenmuster schleifen sich sehr leicht und schnell ein, ohne dass man es vll bemerkt.


    lg

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Darkstar für den sinnvollen Beitrag:

    waiting (29.07.2010)

  4. #3
    Gast784
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    Hallo Waiting,

    dieses weinende Mutterherz kenne ich

    Meine Tochter machte sich auch zum Absprung fertig, als sie knapp 20 war, also vor nem knappen Jahr. Und die Monate davor war ich teilweise im Krankenhaus oder sonst irgendwie mit meinem Gesundheitszustand beschäftigt. da stand sie mitten im Abitur Ich hatte aber keine Wahl, die anstehende OP zu verschleppen hätte nichts besser gemacht.

    Ich hab ihr vor ihren mündlichen Prüfungen SMSen geschrieben und eben so oft telefoniert, wie das aus der Klinik heraus möglich war. Ich weiss zwar immer noch nicht warum, aber ich hab später ein großes Kompliment von ihr gekriegt. sie hat es so empfunden, dass ich für sie da war

    Wir müssen für die Lütten nicht mehr dauernd körperlich anwesend sein, um für sie da zu sein. Und sie WOLLEN ihre Schritte auch alleine gehen und es kann sie nur stärken, wenn sie sehen, dass auch wir für uns sorgen können und werden. Immer mit gutem Beispiel voraus, heisst es

    Die lieben Kleinen scharren mit den Hufen und haben noch viel mehr Aufbruchenergie als wir. Wir waren doch auch nicht anders in dem Alter, oder?

    Und eine Stationäre ist eigentlich ein guter Übergang in eine neue Zeit, die mit dem Auszug des Kükens "amtlich" wird. Ich kann Dir nur sagen, auch wenn ich nie die Glucke war, etwas gewöhnungsbedürftig war es schon, das eigene Leben wieder so "zurück" zu haben. Wir haben da was mit unseren Kindern in dem Augenblick gemeinsam: wir müssen uns überlegen, was wir jetzt machen, was wir wollen, und wir sollten es angehen.

    Das verbindet aber auch irgendwie, und ich finde es toll, wie sich das Verhältnis zwischen mir und Krümelchen entwickelt hat
    Geändert von Gast784 (28.07.2010 um 16:08 Uhr)

  5. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Gast784 für den sinnvollen Beitrag:

    waiting (29.07.2010)

  6. #4
    Schreibkraft Avatar von waiting
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    Ganz lieben Dank erst mal Euch Beiden. Wisst Ihr, es wäre alles nicht ganz so schlimm, wenn es nicht gerade so wäre, wenn sie nicht am Dienstag und Mittwoch Staatsexamen hätte und ich mitten drin, nämlich am Mittwoch los müsste, also direkt mitten drin ein Abschied kommt, der nicht mehr rückgängig zu machen ist. Ein Abschied für uns beide von uns beiden und eben von dem Leben, das wir bisher hatten. Ich habe Angst, dass sie sich um fünf Uhr von mir verabschiedet und dann damit so beschäftigt ist, in Tränen ausbricht, wenn sie um 6 ihre Prüfung hat. Wenn all das um einen Tag verschoben wäre, dann würde ich mir nicht ganz so Sorgen machen. Doch es wird nun mal etwas sein, was man nicht so einfach weg steckt. Würde auch noch gehen, wenn sie noch da wäre, wenn ich von der Therapie zurück komme. Dann wäre es sozusagen kein Abschied für immer. Kann man das schaffen, ein Abschied ein unwiderruflicher und danach eine Prüfung, wo man tatsächlich ALLE Sinne beisammen haben muss? Ich bin am Überlegen, ob ich nachfragen könnte, ob ich einen Tag später anreisen könnte, doch die hatten schon ein Problem damit, als ich sagte, es könnte sein, dass ich noch nicht um 9 da sein kann, weil sie erst mal zur Prüfung kommen müsste und sie braucht das Auto. Es gibt keine andere Möglichkeit. Sie ist jetzt schon so traurig und versucht zu verdrängen. Doch wie gut klappt das dann, wenn Stress dazu kommt. Kann sie das schaffen? Ich will nicht dran schuld sein, wenn sie wegen mir dann die Prüfung nicht packt. Was ich aber verstehen könnte. Die Prüfungen, die dann noch später kommen, die stören mich nicht, da hat sie sich schon dran gewöhnt, aber genau an dem Tag? Ich hab so Angst, dass ich das Falsche mache. Ausgerechnet jetzt.


    Du nimmst den Termin an ...
    Ja, das habe ich auch vor. Aber warum nun genau DIESEN Tag?

    ... und bringst dort Deine momentanen Zweifel und Ängste mit als Thema ein.
    Es geht ja nicht darum, dass ich sie nicht loslassen will. Natürlich bin ich super traurig, es war eine fantastische Zeit mit ihr und allein übrig bleiben, das ist nicht so leicht. Doch für sie ist es notwendig. Sie soll sich weiter entwickeln und ich denke, das kann sie am besten, wenn sie sich auf eigene Füße stellt. Ich will sie nicht halten, ich merke selbst, es ist an der Zeit und es ist gut so. Dennoch nicht einfach, es wird zu viele Änderungen geben für mich. Aber was solls. Das ist nun mal so.

    Auf Dauer gesehen stellst Du mit Deinem Ja zu dem Termin auch nicht Deine Interessen vor ihre - im Gegenteil: wenn Du immer nur Deine eigenen hintenan stellst, wirst Du vll irgendwann einmal feststellen müssen, dass Du genau damit gegen ihre Interessen gehandelt hast.
    Hm. Mir geht es nur genau um diesen Termin. 4 Wochen später wäre es fantastisch. Ich wäre ja auch schon längst gewesen, wenn mir nicht immer wieder abgesagt worden wäre, es lag ja nicht an mir.
    Du hilfst Euch beiden, wenn Du jetzt die Chance nutzt, eine tragfähigere Basis für Dich (und damit auch indirekt für sie) finden zu können
    Warum noch tragfähiger? Wir haben eine sehr gute Basis. Aber ich denke, sie muss jetzt einfach frei sein und ihren Weg selbst finden. Und manchmal habe ich auch für mich das Gefühl, dass es an der Zeit ist, dass unsere Wege sich trennen. Also, ich bin zwar sehr traurig, aber ich will sie nicht halten. Mir macht es nur eben Angst, dass es ausgerechnet genau jetzt ist. Kein richtiger Abschied, keine Hilfe bei ihrem Umzug, kein Winke-Winke..
    Würde sich denn so nicht immer ein Argument finden lassen, warum es ausgerechnet jetzt nicht "passt"? Solche Gedankenmuster schleifen sich sehr leicht und schnell ein, ohne dass man es vll bemerkt.
    Nein, ich glaube nicht wirklich. Wenn ich mir was vorgenommen habe, dann ziehe ich das auch durch. Es geht mir wirklich vor allem um die Prüfung.


    Ich hatte aber keine Wahl, die anstehende OP zu verschleppen hätte nichts besser gemacht.
    Naja, bei mir ist es keine OP und was 10 Jahre Zeit hatte, das hat auch noch mal 8 Wochen Zeit. Theoretisch.

    Ich hab ihr vor ihren mündlichen Prüfungen SMSen geschrieben und eben so oft telefoniert, wie das aus der Klinik heraus möglich war.
    Ja, das habe ich auch vor. Nur an diesem EINEN Tag geht das nicht so.

    Ich weiss zwar immer noch nicht warum, aber ich hab später ein großes Kompliment von ihr gekriegt. sie hat es so empfunden, dass ich für sie da war
    Schön. Meine wird das nicht so sehen. Sie ist zu sehr gewöhnt, dass ich immer da bin und es ist selbstverständlich für sie. Ich war IMMER da, egal wie es mir ging.

    Die lieben Kleinen scharren mit den Hufen und haben noch viel mehr Aufbruchenergie als wir. Wir waren doch auch nicht anders in dem Alter, oder?
    Sicher. Und deshalb traue ich ihr ohne weiteres den Aufbruch zu. Nur nicht Abschied plus Prüfung innerhalb von einer Stunde. Dann wird ihr auch bewusst werden, dass ein Lebensabschnitt zu Ende ist und Mutti dann für immer weit weg sein wird.

    [quote]Und eine Stationäre ist eigentlich ein guter Übergang in eine neue Zeit, die mit dem Auszug des Kükens "amtlich" wird. [/quot]

    Ja, genauso habe ich auch gedacht. Wieder kommen ist der Sprung in ein neues Leben. Auch wenn ich mir noch nicht vorstellen kann, dass ich ein Leben will. Aber egal. Das hat nun wirklich nichts mit meiner Tochter zu tun.

    Eine Glucke war ich auch nicht. Ich hab sie schon immer laufen lassen, wo sie hin wollte. Und ihr hat es immer gereicht zu wissen, Mutti ist da, wenn ich sie brauche. Sonst ist sie sehr viel ihre eigenen Wege gegangen. Ich wollte ja auch nie, dass sie viel mitkriegt von meiner Krankheit und sich Sorgen macht. Naja, wie auch immer, es wird irgendwas kommen. SIE packt das! Das weiß ich. Aber packt sie auch diesen einen Tag? Bin ich dann schuld, wenn sie länger lernen muss?
    wir müssen uns überlegen, was wir jetzt machen, was wir wollen, und wir sollten es angehen.
    Hab ich vor, ja.

    Danke Euch beiden sehr.

    Lieben Gruß, waiting
    Halt mich fern von der Weisheit, die nicht weint, von der Philosophie, die nicht lacht und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt.

    Khalil Gibran

  7. #5
    Gast784
    Gast

    Standard

    Ein Abschied für uns beide von uns beiden und eben von dem Leben, das wir bisher hatten
    Ja und es ist gleichzeitig ein Neubeginn von einem neuen Leben, das IHR haben werdet.

    Ihr könnt entsprechend den Abschied gestalten. Gar nicht so sehr den Focus auf den Abschied, sondern auf den Wechsel und Neubeginn. Verabredet euch schon mal zu einem Mutter-Kind-Wochenende nach der Klinik, wo ihr dann euch so richtig genießt und feiert, so wie ihr es jetzt in dieser Alltagssituation gar nicht könntet.

    Es helfen auch kleine Rituale: Als meine Tochter ein halbes Jahr nach Schottland ging, haben wir Schals getauscht (es war Winter), die wir vorher getragen haben, damit sie den Geruch annehmen. Das machten wir an der Tür und ich bekam von ihr die Mahnung, jetzt bloß kein Theater zu machen. Also kein größeres Ciao als sonst auch, aber ein ritueller Schalwechsel. Klingt blöd, aber es ist ja egal, wie man das Ritual gestaltet, wenn man weiss, was man ausdrücken will.

    Ausserdem ist jeder Abschied nicht mehr rückgängig zu machen. Ich bekam nach einem halben Jahr ein gereiftes Kind zurück. Wenn wir morgens aus dem Haus gehen, sind wir abends nie die selben, wenn wir zurück kommen usw.

    Ich will nicht dran schuld sein, wenn sie wegen mir dann die Prüfung nicht packt.
    Daran bist Du dann auch nicht schuld. Du tust weder Dir noch ihr einen Gefallen, wenn Du jetzt Schuldgefühle entwickelst. Sie ist alt genug, um mit so was umgehen zu können. wenn sie zu verwöhnt ist, dann wirds Zeit, dass sie ihre Lektionen lernt, sry. Aber eine Therapie abzusagen, um winkewinke zu machen, ist ein hoher Preis. Noch dazu, weil ich eigentlich bei jemandem, der Staatsexamen macht, eine gewisse Reife erwarten würde.. Und ausserdem ist sie doch nicht aus der Welt. Es ist doch kein Abschied für immer oder zieht sie nach Grönland oder so was?


    Aber Du kannst doch einfach bei der Klinik mal anrufen, die Situation schildern und fragen, ob sie nen Vorschlag haben, wie man das lösen könnte. Das wäre wahrscheinlich das hilfreichste. Entweder sie kommen Dir entgegen oder sie haben überzeugende Argumente und können Dich besser erreichen als wir hier.

    Naja, bei mir ist es keine OP und was 10 Jahre Zeit hatte, das hat auch noch mal 8 Wochen Zeit. Theoretisch
    Naja, Du kannst es Dir aber im Grunde gerade auch nicht raussuchen, da Du zeitliche Vorgaben hast. Ich hätte das ganze auch noch um ein paar Monate schieben können, hätte dann aber immer das Risiko gehabt von einer weiteren akuten Entzündung. Du hättest bei einer Verschiebung das Risiko, dass es sich wieder verschleppt, was Du eigentlich schon länger anstrebst und für Deine psychische Gesundheit willst und brauchst.



    Und manchmal habe ich auch für mich das Gefühl, dass es an der Zeit ist, dass unsere Wege sich trennen. Also, ich bin zwar sehr traurig, aber ich will sie nicht halten. Mir macht es nur eben Angst, dass es ausgerechnet genau jetzt ist. Kein richtiger Abschied, keine Hilfe bei ihrem Umzug, kein Winke-Winke..
    Vll ist das aber auch genau der "Grund", warum es sich so gefügt hat, wenn man an Zu-Fall im wörtlichen Sinn glauben will, also dass die Dinge einem schon immer so zufallen, wie man sie braucht (was nicht immer das ist, was man will ). Weil es für euch beide ein wichtiger Übergang ist und die Betonung vll gar nicht so auf Abschied liegen sollte...

    Nur mal so als ein paar andere Gedanken
    Geändert von Gast784 (28.07.2010 um 20:07 Uhr)

  8. #6
    Schreibkraft Avatar von waiting
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    Danke Gabi für die "anderen Gedanken" Bin momentan zu panisch, um wirklich was davon so richtig aufnehmen zu können. Ich warte jetzt, ob die mir den Termin nicht ohnehin noch absagen morgen oder Montag und wenn nicht, dann frage ich, ob ich nicht ein bisschen später kommen könnte. Es geht ja nur darum, diese EINE Prüfung VOR dem Abschied zu haben. Die späteren Prüfungen sind mir egal. Da hat sie sich dann schon dran gewöhnt. Aber ich weiß, wie es ihr geht, wenn ich in die Klinik gehe. Es ist sooo doof. Wenn etwas Schwieriges kommt, dann kommt immer noch was anderes Schwieriges dazu.

    Liebe Grüße, waiting
    Halt mich fern von der Weisheit, die nicht weint, von der Philosophie, die nicht lacht und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt.

    Khalil Gibran

  9. #7
    Schreibkraft Avatar von waiting
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    So, nun habe ich es so geregelt, dass ich eben etwas später komme als die anderen. Mir ist das wichtig. Sie hat heute und morgen praktische Prüfungen und ist ohnehin nicht ansprechbar, da sollen wir mal schnell früh um vier uns verabschieden, nicht nur in die Klinik, sondern ja von einem sehr langen Lebensabschnitt. Wenn ich zurück komme, ist sie ausgezogen und unser Leben vorbei. Der Tag ist ohnehin zu heftig für mich, auch ohne Abschied. Ich habe solch eine wahnsinnige Panik, Koffer packen bekomme ich irgendwie nicht hin, mein Kopf ist völlig leer, auch meine vielen Listen nützen mir nichts, ich bin so am Zittern und hyperventilieren, ich kann mich gar nicht auf den Beinen halten und morgen wird das noch schlimmer. Nebenbei legen mich entsetzliche Schmerzen lahm, ich hoffe, ich kann morgen die weite Strecke überhaupt fahren. Und ich hoffe, ich werde nicht gleich wieder nach Hause geschickt, weil es mir so beschissen geht. Wurde mir ja schon angekündigt, eigentlich sollte ich eine Einzeltherapie machen, was mir aber auch abgesagt wurde, wegen fehlender Kapazität und nun die volle Gruppe, die Ärztin glaubt nicht, dass ich es schaffe, ich auch nicht, aber versuchen will ich es. Ich habe eine wahnsinnige Panik. Und es ist noch so lange, bis ich dann eventuell da bin. Kann mal jemand an der Uhr drehen? Hoffentlich besteht meine Tochter dann morgen die Prüfung, ihre eigentlich vorgesehene Prüfungspatientin hat sich mal kurz entschieden, wegzusterben, so dass sie keine Möglichkeit für eine Vorbereitung hatte, noch gar nicht weiß, was für ein Mensch da morgen sozusagen auf sie wartet. Alles ein bisschen viel auf einmal, mir hätte eins davon gereicht. Naja, ich werde es versuchen...
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    Khalil Gibran

  10. #8
    Schreibkraft Avatar von waiting
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    so prüfung ist geschafft, panik riesengroß, nächte und tage durchgemacht, aber ich werde dann gleich den start wagen. wenn es wenigstens nicht so weit wäre. Aber ich will es versuchen. mal sehen, ob sie mich da behalten, das wäre echt bescheuert, wenn die mich wirklich nicht für gruppentherapiefähig halten, weil es mir so mies geht. Ich versuch es jetzt. danke an alle, die mir zur seite standen..

    Liebe grüße, waiting
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    Khalil Gibran

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