Hallo,
vorab noch einiges: Ich weiß leider nicht, in welchen Forenbereich mein Anliegen passt. Wenn es um meine Gefühle und Emotionen geht, passt es in viele Bereiche hinein, aber ich tu den Thread einfach mal in diese Kategorie hinein. Kurz noch zu meiner Person für die Unwissenden: Ich bin 19 Jahre alt, Schüler und leide seit rund zwei Jahren an schwankenden Depressionen. Diesen Thread habe ich bewusst dann verfasst, als ich mich nicht depressiv fühlte, die Gedanken dazu aber habe ich schon länger.
Es geht mir dabei nicht um meine Probleme, auch nicht um eure, sondern um unsere gemeinsamen. Neben großen grausamen Taten möchte ich auf alltägliche Handlungen eingehen, mit denen ich die oben genannte Frage stellen will. Jene großen Taten der Menschheit muss ich gar nicht erwähnen, zähle sie aber trotzdem kurz auf, nur ein paar, um Erinnerungen hervorzurufen: Zweiter Weltkrieg, Folter, Tierquälerei, Missbrauch und Schändung von Kindern und anderen Menschen, Massaker, Bankraub, Sklavenhandel und so weiter und so weiter und so weiter... von all solchen Dingen und mehreren haben wir schon unzählbare Schlagzeilen in Zeitungen, im Fernsehen oder im Internet gelesen und gesehen. Jeden Tag werden irgendwo auf der Welt hunderte von Menschen auf vielerlei Weise ermordet, in vielen Orten herrscht noch Todesstrafe, in jeder Stadt gibt es Einbrüche, Schmerzen und Rassismus, jede Straße verfügt über kilo- bis tonnenweise in den Straßenrand geworfenen Müll. Chinas Flüsse sind durch Chemikalien teilweise knallrot oder dickflüssiges Grün. Erst kürzlich kam ein Kinderschänder gerade mal mit einer Geldstrafe davon, weil er mit der Judikative gedealt hat. Ich lese von Kannibalismus, von Selbstmordattentaten, vom Nahostkonflikt und vom Ozonloch. Bin Laden, Eichmann, Hussein, Vergewaltigung, Kastration, Hexenverbrennung, Kreuzigung und noch so vieles mehr, dass ich mehrere Beiträge schreiben müsste, ja den Anschein einer Spammers haben würde. All diese Dinge kennt man durch Hören, Sehen, Lesen oder Selbsterleben.
Und ich frage mich immer wieder: Was ist schiefgelaufen?
Aber das sind nicht die Dinge, die ich ansprechen will, das alles ist schon viel zu offensichtlich. Ich möchte Dinge ansprechen, die noch detailreicher sind. Wir verschmutzen die Umwelt enorm. Warum verschmutzen wir die Umwelt enorm? Weil wir so den bequemsten Weg gehen. Ein großer Teil der oben genannten Stichworte hat immer einen Grund: Geld. Geld ist wirtschaftlich gesehen ein sinnvolles Zahlmittel zum Erwerben von Gütern, Dienstleistungen und Eigentum. Ohne kommt man nicht voran, man müsste sehr viel arbeiten und viel nach einem Menschen suchen, der bereit ist, sein Gut gegen das Gut einzutauschen, was einem noch gehört, aber dieser haben möchte. Und Geld kann man eben überall eintauschen. Alles dreht sich um das Geld. Reiche Menschen bekommen eine überflüssige Reichensteuer. Je mehr man arbeitet, umso kleiner wird der Hungerslohn. Die Reichen-Armen-Schere bricht auseinander und der Staat tut nichts dagegen. Er will nichts dagegen tun. Die Welt blockiert sich gegenseitig mit Regeln und berghoher Bürokratie. Wir leben nicht in einer Demokratie, sondern unter einer Regierung aus Schwerverbrechern. Die Bahn streikt und muss so ihre Kunden in Mitleidenschaft ziehen, alles wegen der ungerechten Lohnverteilung. Es herrscht überall Ungerechtigkeit. Ein Film wird alle viertel bis halbe Stunde mit Werbung unterbrochen. Warum wird er mit Werbung unterbrochen? Weil so Geld gemacht wird. Warum sind so viele Orte von Plakaten verseucht? Weil so Geld gemacht wird.
Und freilich könnt ihr mir jetzt entgegnen, es gebe doch genauso gut die gute Seite wie Gerechtigkeit, Schönheit und Intelligenz. Aber wo sieht man von so etwas noch? Man muss inzwischen viel und hart arbeiten, um dies zu erreichen. Und das, weil der Mensch so schlecht geworden ist. Der Mensch glaubt ständig an einen Gott. Was soll das? Es gibt keinen Gott! Ich möchte daraus auch keine religiöse Diskussion machen. Ich möchte euch auch nicht dazu auffordern, nicht mehr an einen Gott zu glauben. Ich möchte, dass sich jeder Mensch ganz intensive Gedanken um sich selbst und die Welt macht, in der Welt, in der er lebt. Gott ist eine schreckliche Einbildung, fast ein Wahn. Das Gehirn des Menschen ist zu groß geraten, so viel braucht er nur, um sich selbst zu vernichten. Man erzieht ein Kind auch nicht gut, wenn man es alles erlaubt. Genauso hätte die Natur dem Menschen auch nicht so viel Gehirnmasse geben dürfen. Das war ein Evolutionsfehler. Zwar kann er mit diesem großen Gehirn auch viel Tolles tun, er kann das Universum erforschen, aber was er sonst nur damit anfangen kann, das ist, Schaden zu beheben oder zu verrichten. Und in so einer Welt produzieren Menschen immer noch Kinder, ganz auf sich und auf eigene Bedürfnisse ausgerichtet, ohne Acht darauf, in was für eine Welt sich das Kind einstellen muss.
Wenn ihr argumentiert, dann tut es bitte, bitte nicht so, dass ihr die positiven Merkmale des Menschen auflistet, sondern nur, indem ihr die negativen genannten behandelt.


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