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Thema: Machtkämpfe in Beziehungen

  1. #1
    Nachwuchs Autor Avatar von martinspin
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    Standard Machtkämpfe in Beziehungen

    Hoi zäme

    Hab mal etwas rumgegoogelt und treffe dabei auf zwei unterschiedliche Ansätze zum Thema.

    Der eine Ansatz sieht Machtkämpfe als Krise, die es zu verhindern gilt. "Ste" würde sowas wohl den "Fundis" zuordnen.

    Der andere Ansatz geht davon aus, dass die ewigen Machtkämpfe was ganz normales sind und damit die Beziehung bereichern. Die Idee ist mehr die, dass einseitige Beziehungen eher dem Untergang geweiht sind. Das ist wohl der mehr realistische Ansatz.

    Selber bin ich eher der Meinung, dass Machtkämpfe immer eine Rolle spielen und solange keiner dauerhaft den Kürzeren ziehen muss, ist das auch OK.

    Was meint ihr?
    Liebe Grüsse, Martin

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  2. #2
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    Standard

    Hallo Martin,

    ich denke, dass es für eine Beziehung gut ist, wenn sich beide als Gewinner fühlen können. Deshalb können Machtkämpfe sehr destruktiv sein und halte ich persönlich für nicht zielführend in einer Paarbeziehung. Sicher kommt es immer mal vor, dass etwas zu einem Machtkampf ausarten kann. Ich denke, dass man klug handelt, wenn man dies erkennt und dann hier gegensteuert. Sich klarmacht, dass es um ein miteinander und nicht um ein gegeneinander geht. Sinnvoll ist, Kompromisse zu finden oder auch die Meinung des anderen stehen und gelten lassen zu können, ohne ihn unbedingt von der eigenen, ggf. abweichenden Meinung überzeugen zu wollen oder zu denken, dies zu müssen.

    Es besteht meiner Meinung nach bei sogenannten Machtkämpfen eine sehr große Gefahr, dass sich auf Dauer einer der Partner als der Unterlegene fühlen kann oder aber auch domiert fühlt. Das würde das gesunde Geleichgewicht enorm gefährden und kann meiner Meinung nach auf Dauer zu Unzufriedenheiten und unterschwelligen Abwehrmechanismen führen.

    Also Machtkämpfe können immer wieder mal auftreten, ich denke, das dies normal ist. Wichtig halte ich, dies zu erkennen und nicht ausarten zu lassen und wenn, dann diesen Machtkampf in eine Richtung zu lenken, wo es nicht mehr um Macht und Kampf geht, sondern zu einem gemeinsam geschaffenen Konsens führt.

    Manchmal ist es klüger, einen Schritt zurückzugehen, statt vorzupreschen und Gewinner sein zu wollen.

    Letztendlich werden bei andauernden Machtkämpfen beide die Verlierer sein.

    Ist zumindest meine Meinung.

    LG
    Thessa

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Thessa für den sinnvollen Beitrag:

    Sonnenkraut (09.02.2012)

  4. #3
    Nachwuchs Autor Avatar von martinspin
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    Standard

    Hi Thessa

    Vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Rein vom Kopf her kann ich dir nur die volle Zustimmung geben. Rein vom Gefühl her sind Machtkämpfe in Beziehungen absolute Realität. Das Gesetz des Stärkeren kann auf jeder erdenklichen Ebene ausgetragen werden. Mir scheint es, als ob das Thema schon fast ein Tabu ist in der Gesellschaft, obwohl körperliche Gewalt ständig durch die Presse geistert. Mir kommt es fast so vor, als denken die Leute, so schlimm ist es bei mir nicht und darum bin ich nicht betroffen von der Thematik.

    Es gibt doch auch diese ganzen Machtkämpfe auf der intellektuellen, handelnden und emotionalen Ebene, ohne dass körperliche Gewalt eine Rolle spielt.

    In einer einfachen Diskussion über Männer und Frauen höre ich immer wieder die These, dass die Frau letztlich das Alphatier im Manne sucht. Der Mann als Softi ist out und gefragt sind wieder richtige Männer mit Eiern. Solche Sachen höre ich in letzter Zeit öfters und ich frage mich, was sowas mit der Idee einer "gewaltfreien Beziehung" zu tun hat?

    Es ist ein sehr schwieriges Unterfangen, sich von jeglicher Gewalt in Beziehungen zu lösen und die bedingungslose Liebe zu leben.

    Was mich an der Thematik interessiert, ist mein persönlicher Umgang mit der Macht. Ich glaub, dass wir Menschen zig Persönlichkeitsschichten um unseren Kern herum tragen. In intimen Beziehungen kommt man auch ziemlich schnell an solche Schichten ran, wo einige als Täter und andere als Opfer zu erkennen sind. Hinter diesen Schichten stecken wieder andere Schichten. Der Täter war ursprünglich selbst Opfer. Hinter dem Opfer steckt ein hilfloses Kind, das von niemandem geliebt wird.

    Ich finde es im Alltag absolut schwierig, hinter die Fassade blicken zu können und zu erkennen, was wirklich abläuft und nicht bloss vordergründig.
    Liebe Grüsse, Martin

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  5. #4
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    Hallo Martin,

    habe nun nicht viel Zeit, von daher nur nochmal eine kurze Rückmeldung.

    Ja, sicher ein spannendes und umfangreiches Thema.

    Der Mensch an sich und seine Handlungen, Gefühle sind schon manchmal nicht so leicht zu ergründen. Sieht man ja, wenn man sich mal mit sich selber beschäftigt und mal genau hinschaut und auf die Suche geht, wo welche Verhaltensmuster herkommen.........dann noch das Ergründen der ganzen Emotionen. Denn letztendlich sind alles irgendwelche Emotionen.

    Dass die Machos wieder hoch im Kurs sind, habe ich noch nicht mitbekommen. Mir sind gefühlvolle und sensible Männer da lieber und mit so einem Macho od. Du nennst es Alphatier, kann ich nicht viel anfangen. Wahrscheinlich würde ein solcher Mann, also so ein Macho, Machtkämpfe bei mir herausprovozieren. Da würde es mir dann sicher schwer fallen, dem Einhalt zu gebieten, da ich bei solchen Männern immer das Gefühl habe, sie wollen eine Frau dominieren und suchen ein dummes Weibchen, dass sie anhimmelt und den Mund hält, keine eigene Meinung hat. Ein solcher Mann will nicht eine win-win Situation, da er Gewinner und Sieger sein will und damit könnte ich sicher nur schwer umgehen; dazu fehlt mir wohl die nötige devote Ader.

    LG
    Thessa

  6. #5
    Nachwuchs Autor Avatar von martinspin
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    Standard Die bedingungslose Liebe

    Hi Thessa

    Das mit dem Macho ist nur ein Beispiel für ein Machtgefälle in Beziehungen. Ich finde das Thema selbst nicht besonders spannend, weil es mich weder von der einen noch anderen Seite gross betrifft. Einige Männer haben eben die Erfahrung gemacht, dass sie als angepasste Wesen (ohne Eier) letztlich ihrer Beziehung mehr geschadet haben, als das das genützt hat. Egal auf welcher Ebene, der Machtaspekt ist eine Tatsache.

    Ich hab noch gar nicht von der positiven Macht gesprochen, weil Macht oft erst einmal Missbrauch assoziiert. Dabei ist die bedingungslose Liebe wohl viel mächtiger wie die bedingte Liebe. Auf dieser Ebene sprechen wir vom reinen Herzen, den anderen 100%-ig akzeptieren zu können und ihm jederzeit die Möglichkeit zu geben, sich frei zu entwickeln, auch wenn der Weg von uns weg führen sollte. Die bedingungslose Liebe ist natürlich ein noch viel spannenderes Thema, einfach weil es noch mehr in die Tiefe führt
    Liebe Grüsse, Martin

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  7. #6
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    Hallo Martin,

    das was Du mit bedingungsloser Liebe meinst, wenn ich das richtig verstehe, kommt meiner Meinung nach aber nicht 100 % aus dem Herzen - zumindest kann ich mir nicht vorstellen, dass es das so gibt, ohne dass einer in neurotischer Art und Weise sein ich verleugnet - sondern ist das resultat zweier beziehungsfähiger Menschen, die sich nicht scheuen, die Enttäuschung nach der ersten Verliebtheit zu akzeptieren, zu verstehen und ganz bewußt sich auf den Partner einlassen, ihn so kennenlernen, wie er ist und mit Toleranz und Verständnis die doch häufige Andersartigkeit akzeptieren lernen.

    LG
    Thessa

  8. #7
    Nachwuchs Autor Avatar von martinspin
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    Hi Thessa

    Zitat Zitat von Thessa Beitrag anzeigen
    Hallo Martin,

    das was Du mit bedingungsloser Liebe meinst, wenn ich das richtig verstehe, kommt meiner Meinung nach aber nicht 100 % aus dem Herzen - zumindest kann ich mir nicht vorstellen, dass es das so gibt, ohne dass einer in neurotischer Art und Weise sein ich verleugnet - sondern ist das resultat zweier beziehungsfähiger Menschen, die sich nicht scheuen, die Enttäuschung nach der ersten Verliebtheit zu akzeptieren, zu verstehen und ganz bewußt sich auf den Partner einlassen, ihn so kennenlernen, wie er ist und mit Toleranz und Verständnis die doch häufige Andersartigkeit akzeptieren lernen.

    LG
    Thessa

    Ok, du siehst das Ganze mehr Realistisch, was ich sehr gut verstehen kann.



    Ich glaub die bedingungslose Liebe ist so eine Art Ideal, dem sich gewisse Menschen annähern wollen. Bei der bedingungslosen Liebe spielt es keine Rolle, ob der Partner neurotisch oder sonst was ist. Es zählt einzig und alleine die eigene Einstellung, die Wahrnehmung, das Tun und das Fühlen den Mitmenschen und sich selbst gegenüber.

    Persönlich würde ich die bedingungslose Liebe nicht nur auf das Herz beschränken, obwohl das wohl die stärkste Kraft innerhalb von Liebesbeziehungen ist.

    Ich glaube, wir alle haben mehr oder weniger Defizite in diesem Bereich, weil wir öfters nicht um unser selbst Willen geliebt wurden.

    Es gibt Leute, die es schaffen, solche Wunden zu überwinden, sich dieser universellen Kraft bewusst zu werden und das auch im Alltag zu leben.

    Es ist sehr schwierig, diese Kraft zu beschreiben. Ich glaub, je mehr es einem Menschen gelingt, sich und seine Mitmenschen zu lieben wie sie sind, umso näher ist er an diesem Prinzip. Das Ganze hat auch nix mit Naivität im Umfang mit den Mitmenschen zu tun.

    Es ist viel mehr das Akzeptieren des Mitmenschen ohne Forderungen zu stellen. Es ist aber auch eine fordernde Einstellung, weil wie davon überzeugt sind, dass es den Menschen weiter bringt.

    Die bedingungslose Liebe ist für mich rein vom Kopf her nicht zu erfassen, weil irgendwie alles und nichts drin steckt
    Liebe Grüsse, Martin

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