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Thema: Magersucht + Depression bei unserer Tochter

  1. #1
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    Standard Magersucht + Depression bei unserer Tochter

    Hallo, ich bin neu hier und versuche kurz mein Problem zu schildern.
    Es geht um mein 16-jährige Tochter, die immer mein ganzer Stolz war und natürlich noch ist. Ich hatte mir immer eine Familie mit Kinder erträumt. Ich hatte zuvor Pech in 2 Beziehungen. In meiner 2. Beziehung war auch ein Kind unterwegs, meine damalige Partnerin lies es jedoch gg. meinen Willen abtreiben. Die Beziehung ging vor genau 20 Jahren nach 5 Jahren auseinander. So war ich froh als ich meine Frau kennen lernte, die immer hinter mir stand.
    Ich war daher auch sehr glücklich als wir geheiratet haben und meine Tochter geboren wurde. Bereits von klein auf war sie sehr ehrgeizig, heulte z.B. wenn sie im Urlaub bei kleineren Skirennen nicht unter die drei Erstplatzierten kam und keinen Pokal gewann. In der Schule war sie von der 1. Klasse an immer Klassenbeste und durchlief die Grundschule mit Notendurchschnitt 1,0. Sie kam damals aber auch häufig betrübt nach Hause, da Mitschüler sie wg. ihrer guten Noten mobbten. Auch jetzt im Gymnasium ist sie im Notendurchschnitt nicht viel schlechter. Wir unterstützen sie, ohne besonderen Leistungsdruck aufzubauen. Unsere Tochter konnte alles, machte alles selbständig, es gab quasi nie Probleme mit ihr. Gfls. vernachlässigten wir sie daher auch etwas, weil sie so gut "funktionierte". Wir haben noch einen 13-jährigen Sohn, der das Gegenteil ist. Ihn muß man zu alles motivieren, ist kaum selbständig und wir haben immer viel Zeit und Kraft für ihn aufwenden müssen. Meine Frau hat dies auch fertig gemacht und sie hat über die Jahre ca. 20 kg zugenommen, was mir wiederum nicht gefiel und ich eine zeitlang an ihr herumnörgelte. So ergab sich ein schleichender Prozess von einem Strauß von Familienproblemen. Unsere Tochter, ehrgeizig wie sie ist, wollte "die Welt = unsere Familie" retten und scheiterte daran. In der Schule wird sie weiter aufgrund ihrer guten Noten gemobbt. Sie hat leider auch keinen Freund, der ihr vielleicht etwas halt geben könnte. Zitat: "Mich will sowieso keiner", obwohl sie eine hübsche junge Frau ist.
    Inzwischen hat unsere Tochter massive Essstörungen und ist magersüchtig und scheinbar auch depressiv. Sie zieht sich immer mehr zurück. Gestern ist leider auch noch ihr geliebter Onkel plötzlich und unerwartet verstorben.
    Meine Frau und ich halten im Moment sehr zusammen, sind aber hilf- und ratlos, wie wir ihr helfen können, da sie auch von uns keine Hilfe annimmt. Wir haben auch Angst, dass sie sich etwas antut. Was sollen/können wir tun?

  2. #2
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    Hallo,

    ihr solltet recht schnell einen Familientherapeuten aufsuchen. Mit ein paar Tipps wird es nicht getan sein - auch weil deine Tochter ja nicht selbst schreibt. Du bist Teil des Familiensystems und damit als Retter nur bedingt geeignet.

    LG Dieter

  3. #3
    Nachwuchs Autor
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    Hallo,

    ich möchte mich Probdi's Rat gerne anschließen. Die Ursache sollte therapeutisch abgeklärt werden. Für mich liest es sich fast so, als leidet die Tochter seit früher Kindheit ein einer Art Perfektionismus. Ggf. wurde ihr jüngerer Bruder gerade geboren, in einer für die Entwicklung entscheidenden Zeit, wo sie die Aufmerksamkeit mit dem Baby teilen mußte und hier liegt die Ursache. Aber das ist reine Spekulation von mir.

    Deiner Frau würde ich aber auch raten, sich helfen zu lassen. Ich dachte erst, ich habe mich verlesen und las dann nochmal. Bei Stress nimmt man ja normalerweise ab. Bei körperlicher Anstrengung, also derartigem Stress sowieso und bei nervlicher Anstrengung auch, da das Hirn sehr sehr viel Energie benötigt. Ich kenne das bei mir auch so, dass ich bei viel Stress im Büro od. Dinge, die mich gedanklich sehr mitnehmen Unmengen Süßes zusätzlich essen kann und dennoch abnehme. Deine Frau scheint hingegen mit Anspannung und Stress bzw. Problemen nicht gut umgehen zu können und sich ins Essen zu flüchten. Denn nur so ist die enorme Gewichtszunahme zu erklären, ja nicht durch den Stress, der wie beschrieben meist das Gegenteil erzeugt.

    Ich wünsche Dir und Deiner Familie alles Gute
    LG
    Thessa
    Geändert von Thessa (14.12.2011 um 17:23 Uhr)

  4. #4
    Roman Verfasser
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    Yep. Deine Tochter hat immer nur funktioniert, Bestleistungen erbracht und hat sich schon von euch entfernt weil sie wahrscheinlich mitbekommen hat daß sie von euch nicht bekommt was sie wollte. Die Magersucht unterstreicht das noch einmal, ohne äußere Hilfe, ohne die Welt zurechtkommen wollen.

    Respektiert den Abstandswunsch und besorgt ihr eine Therapie. Redet ihr gut zu. Stellt die Weichen, aber hängt euch nicht allzusehr rein, bzw. seit da wenn sie wirklich etwas will.
    Geändert von Erwin (14.12.2011 um 17:38 Uhr)

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