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Thema: Mathe-Blockade

  1. #1
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    Unglücklich Mathe-Blockade

    Hallo,
    ich möchte hier mal mein Problem ansprechen, was mir langsam wirklich zu schaffen macht und hoffe, dass mir vielleicht jemand helfen kann.

    Ich bin 21 und studiere in den Niederlanden Industrielles Produkt Design/Maschinenbau.

    Ich fange am besten mal ganz vorne an.
    Ich war in Mathe nie eine besondere Leuchte, allerdings hat es immer gerade so gereicht um irgendwie durchzukommen. Vor 2 Jahren habe ich mein Abi gemacht. Dann, in der 13. Klasse hatten wir insgesamt vier Lehrerwechsel. Der eine zog um, die nächste ging in Mutterschutzurlaub, die Nächste auch schwanger, durfte nicht weiterarbeiten, wegen Schweinegrippe und so weiter…
    Daraus folgte dann, dass Themen nicht unterrichtet wurden, die allerdings auf dem Lehrplan standen und dann sogar in der Abiprüfung drankamen. Ergebnis der Prüfung war ein ganzer, aber entscheidender Punkt - ich konnte mit Bio ausgleichen.

    Soweit dazu. Jetzt studiere ich industrielles Produkt-Design, wobei das erste Jahr identisch mit Maschinenbau ist. Ich habe nur das erste Jahr lang Mathe d.h., ich muss nur vier Klausuren bestehen.
    Die ersten zwei Klausuren-Blöcke sind jetzt vorbei, mit dem Resultat, dass ich natürlich Mathe wieder nicht bestanden habe. Morgen habe sind die Wiederholungsklausuren (2 Stück, direkt nacheinander).
    Der Stoff ist an sich nicht schwer, was ich so von den anderen heraushöre, zum Großteil sogar nur Wiederholungen. Der Leistungsdruck ist auch nicht unbezwingbar. Außerdem habe ich einen super Dozenten. Insgesamt ist das ganze Studium in den Niederlanden sehr persönlich und genau das, was ich mir vorgestellt habe. Trotzdem sitze ich im Hörsaal und kann vielleicht die Hälfte immerhin nachvollziehen. Selbst machen ist ja noch immer etwas anderes.

    Jetzt kommt das Komische: ich habe in keinem anderen technischen Fach, seien es Statik oder Produktionstechniken etc., Probleme, obwohl dort mindestens genauso viel gerechnet wird. Warum habe ich solche massiven nur Probleme in Mathe? Sobald es einen praktischen Bezug hat, und nicht mit irgendwelchen (in meinen Augen nicht logisch nachvollziehbaren) Graphen zu tun hat, läuft die Sache.
    Neben meinem unterbewussten Nicht-Willen das Fach überhaupt zu verstehen, bin ich auf gut Deutsch gesagt auch noch schweine-faul. Ich setze mich an den Schreibtisch, fange an und nach einer halben Stunde tue ich mir auf einmal furchtbar leid und denke mir: „Ach, sch**ß drauf, wird eh nix.“

    Wenn ich dann mit anderen zusammen lerne, verstehe ich die Aufgaben sogar zum Teil, allerdings habe ich alles innerhalb weniger Minuten wieder vergessen.
    Das Ding ist ja, ich WILL dieses Studium schaffen, ich WILL mir dieses Studium nicht von meinem größten Feind zerstören lassen. Den Sieg gönne ich ihm nicht. Ich will ihn ja auch irgendwie bezwingen…

    Liegt meine Blockade vielleicht darin, dass ich mich so sehr gegen das Fach sträube? Liegt es an meiner unbewussten „wird-eh-nichts“-Haltung? Fehlt mir nur jemand der mir ständig in den Hintern tritt?
    Ich habe in den nächsten Tagen ein Gespräch mit einen meiner Dozenten, ob er weiter weiß.
    Ich würde mich ja auch gerne an meine Studienkameraden wenden, allerdings haben die ja mit ihren Klausuren genug zu tun und nicht noch Zeit mir beim Mathe-Lernen zu helfen.
    Mittlerweile verlasse mit einem Grinsen im Gesicht den Prüfungsraum, nur weil endlich die Klausur vorbei ist obwohl ich weiß, dass sie alles andere als gut gelaufen ist.

    Habt ihr vielleicht irgendeinen Rat, wie man diese Blockade lösen kann?

    Ich wäre dafür unglaublich dankbar und wüsste die Mühe desjenigen, der sich das alles durchgelesen hat wirklich zu schätzen.
    Gruß

  2. #2
    Nachwuchs Autor Avatar von martinspin
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    Hi Waschbär

    Ich kann deinen Bericht gut nachvollziehen. Du scheinst mehr bildhaft und räumlich zu Denken und so versteht es sich von selbst, dass dir das abstrakte Denken in der Mathematik Mühe bereitet.

    Der Aufwand ist um vieles höher, wenn du dir abstraktes Wissen aneignen willst, weil du es dir nicht vorstellen kannst. Mathematisches Denken ist digital und du denkst analog.

    Vera F. Birkenbihl, hat sich viel mit gehirngerechtem Lernen beschäftigt und darüber Bücher geschrieben und Videos von Vorträgen mitgeschnitten. Könnte gut so, dass dir das etwas bringt.

    In der folgenden Videoreihe geht es zwar nur um die vier Grundoperationen, ist aber trotzdem spannend, Mathe aus einem anderen Blickwinkel zu erleben.

    http://www.youtube.com/watch?v=wnc-z...0&feature=plcp
    Liebe Grüsse, Martin

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  3. #3
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    Danke für die Antwort und den Link! Ich werde mir das mal genau anschauen, wenn ich Zeit habe.
    Die eine der beiden Klausuren lief sogar erstaunlich gut heute, was aber ja nichts heißen muss...

  4. #4
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    Wäschbar, ich kann mich noch an mein Abendabitur erinnern. Ich hatte 500 Differenzial-und Integralaufgaben in meiner Freizeit gelöst. Im Abi war ich nach einer halben Stunde schon fertig. Du müsstest an sich wissen, was für ein Aufgabentyp Dich erwartet. Du müsstest Dir entsprechende Ü-Aufgaben beschaffen und einfach nur stur lernen. Du absolvierst ja hier kein Mathestudium, sondern ein anderes, sodass Mathe nur eine HILFSWISSENSCHAFT ist. Dh., im Grund werden nur Rechentechniken geübt, Beweise sind zum Glück nicht zu führen.
    À la bonne heure! Bei Dir ist ja nichts Asche, es läuft ja!
    Manchen ist Mathe nicht geheuer oder haben sogar eine Aversion dagegen, weil sie zuviel denken! Denn ständiges Hinterfragen kann einen dabei verrückt machen. Es gibt eben Def., Axiome usw. Irgendwann muss etwas einmal als gegeben akzeptiert werden.
    Geändert von Bertrand (19.04.2012 um 16:28 Uhr)

  5. #5
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    Das Problem mit Mathematik kenne ich von mir. Früher hatte ich große Probleme mit Mathematik gehabt. Dann habe ich meine Fachhochschulreife gemacht und war der Meinung, dass Mathematik eh nichts werden würde. Ich hatte einen sehr guten Lehrer in Mathematik gehabt und plötzlich hat es einfach funktioniert. Ich konnte dem Unterricht sehr gut folgen und merkte ziemlich schnell, dass ich den Stoff ziemlich gut beherrschte. Am Ende des Jahres schaffte ich sogar eine 1 in Mathematik. Früher hatte ich meist Noten zwischen 3 und 5 gehabt.

    Ich denke, dass das im wesentlichen eine psychologische Sache ist. Durch Erfolgserlebnisse ( auch kleine Erfolge ) wird das Selbstvertrauen gestärkt. Vielleicht wäre es hilfreich, wenn Du mit leichteren Aufgaben einsteigen würdest, um Dir Erfolgserlebnisse zu holen.

    Gruß

  6. #6
    Nachwuchs Autor
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    Wäschbär, wie viel Zeit bleibt Dir noch bis zur nächsten Klausur? Während meines Mathestudiums war es üblich, kleine private Ü-Gruppen zu bilden. Es war auch nicht unüblich, dass sich Leute an ältere Mathestudenten wandten. Kontakt ließ sich über die Fachschaft bzw. über den ASTA herstellen.

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