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Thema: Meckern und Aufregen über Kleinigkeiten - warum?

  1. #9
    Neuling
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    Zitat Zitat von Novum Beitrag anzeigen
    Ich erkläre mir ständige Meckerein über Individualisierungsthesen (Ulrich Beck zum Beispiel) und den Anspruch sich selbst verwirklichen zu sollen oder gar zu müssen.
    Und das ist abhängig davon, was andere tun oder denken?

    Zitat Zitat von Novum Beitrag anzeigen
    ... Das ist ja prinzipiell nix verwerfliches, aber so kommt man halt nicht mit allen Leuten zusammen.
    Das scheinen auch Naturgesetze zu sein.
    1. Es allen recht machen zu wollen.
    2. Es ist nicht möglich, es allen recht zu machen.

    Zitat Zitat von Novum Beitrag anzeigen
    Mein Mann hat eine Band und einer hat sehr wenig Geld. Der Proberaum ist schon umsonst. Einer der Bandkollegen hat ne zeitlang tatsächlich erwartet das die Band aufgrund seiner Geldknappheit die Kosten für die öffentlichen Verkehrsmittel mit übernimmt.
    Frech. Würde in meine Beobachtung passen, wenn er sich darüber aufregt, dass die Bandkollegen das nicht

    Zitat Zitat von Novum Beitrag anzeigen
    Offenbar scheint es vielen heute schwer zu fallen einfach mal was so hinzunehmen.
    Aber warum?

    Zitat Zitat von Novum Beitrag anzeigen
    Ich weiß nicht wie oft wir schon fassungslose Gesichter gesehen haben wenn wir gesagt haben wir sind finanziell zufrieden. Das scheint es einfach nicht zu geben.
    Doch, tut es - laut Untersuchungen beginnt diese Zufriedenheit allerdings erst bei einem Bruttoeinkommen von ca. 60k€ p.a.
    Sparen ist heutzutage aber auch keine akzeptable Option mehr. Früher gang und gebe, heutzutage muss alles immer sofort her, was einem durch die Wucherunternehmen (Banken, Kreditinstitute) wunderbar einfach gemacht wird.

    Zitat Zitat von Novum Beitrag anzeigen
    Ich glaube das bei vielen wie so eine Art Grundtendenz zur Depression da ist. Anstatt mal zu schauen was haben wir eigentlich alles (zum Beispiel ein Dach übern Kopf, Familie, Freunde, Auto, keine Hungersnot, kein Krieg, keine lebensbedrohliche Krankheit, Zeit für ein aufregendes Hobby), wird oft danach geschaut was haben andere, was ich nicht habe. Oft sind diese Negativlisten ja relativ klein gegenüber der was die Leute eigentlich alles haben (zum Beispiel ein größeres Auto, ein Haus statt einer Wohnung, größeres Gehalt).
    OK, Neid ist m.W. erklärbar.

    Aber woher kommt diese Negativität? Nie zufrieden zu sein. Ist das einfach ein niederer Instinkt namens Gier? Immer mehr, besser, höher, weiter, schneller?

    Zitat Zitat von manannan Beitrag anzeigen
    Manchmal wundere ich mich selbst, wieso so viele Menschen trotz der eigentlich paradiesischen Verhältnisse, in denen wir leben, ständig von "schweren Zeiten" reden.
    Weil es für viele Menschen tatsächlich schwere Zeiten sind (Hartz4, 1-Eur-Job, 400-Eur-Job, mehrere Jobs, Aufstocker, Doppelverdiener), oder zumindest schwerere als nötig oder schwerer als "andere, denen es besser geht, die aber nur Glück hatten".
    Geändert von Doofi (04.01.2017 um 11:40 Uhr)

  2. #10
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    Zitat Zitat von manannan Beitrag anzeigen
    Zum Teil kommt diese pessimistische Einstellung vielleicht auch daher, weil kaum einer von uns am eigenen Leib erlebt hat, dass es in früheren Generationen ganz anders gewesen ist, und dass viele Selbstverständlichkeiten, die uns heute das Leben leicht machen, früher nur unerfüllbare Träume gewesen sind. Schon allein der Luxus einer Waschmaschine, einem jederzeit vollen Kühlschrank und einer funktionierenden Heizung im Winter waren früher überhaupt nicht denkbar. Wäsche waschen war Schwerarbeit, die viele Stunden in Anspruch genommen hat. Geheizt wurde mit Holz oder Kohle (falls es genügend davon gab), oder es blieb kalt. Und wenn es mal einen schlechten Sommer gab, war die Ernährungssituation der Bevölkerung nicht gesichert.
    Das sehe ich nicht so. Ich erlebe es eher anders das gerade die Generation die die Wäsche noch von Hand waschen musste heute jammert, wenn sie die Waschmaschine bedienen muss und das als Stress hinstellt.. Alles so ein Stress im heute, nicht gestern.

    Ich denke eher es hat damit zu tun sich wichtig zu tun. Wer jammert wird ernst genommen, wer Stress hat ist wichtig. Wer Zeit zur freien Verfügung hat das ist eher suspekt der tut wohl nichts.

  3. #11
    Roman Verfasser Avatar von Ibwh1968
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    Zitat Zitat von Doofi Beitrag anzeigen
    Aber warum? Warum können wir nicht einfach akzeptieren, dass andere Menschen vermeintlich dümmer sind als wir, andere Geschmäcker haben, andere Vorlieben, andere Prioritäten etc.?
    Andersherum gestellt, warum können wir nicht akzeptieren das andere uns für dümmer halten, denken das wir anderer Geschmäcker haben, andere Vorlieben, andere Prioritäten etc.?
    Und wieder sind wir bei der Autobahn mit den hundert Geisterfahrer
    Gefühle sind nur Gefühle.
    Gefühle entstehen und vergehen,
    sie sind veränderbar und sie
    machen sich wichtig.

  4. #12
    Verleger Avatar von manannan
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    Zitat Zitat von Ricarda66 Beitrag anzeigen
    Das sehe ich nicht so. Ich erlebe es eher anders das gerade die Generation die die Wäsche noch von Hand waschen musste heute jammert, wenn sie die Waschmaschine bedienen muss und das als Stress hinstellt.. Alles so ein Stress im heute, nicht gestern.
    Diese Erfahrung habe ich noch nicht so gemacht. Meine Mutter zum Beispiel kennt das von Hand waschen noch aus eigenem Erleben. Sie schätzt die Erfindung der Waschmaschine sehr positiv ein und hat sich noch nie über daraus resultierenden Stress beschwert. Erst neulich hat sie wieder thematisiert, wie viel einfacher das Leben seit ihrer Jugend geworden ist.

  5. #13
    Roman Verfasser Avatar von Ibwh1968
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    Zitat Zitat von manannan Beitrag anzeigen
    Erst neulich hat sie wieder thematisiert, wie viel einfacher das Leben seit ihrer Jugend geworden ist.
    Jede Generation hat es angeblich schwerer wie die davor… ich finde das stimmt nicht.
    Jede Generation hat es anders schwer.
    Gefühle sind nur Gefühle.
    Gefühle entstehen und vergehen,
    sie sind veränderbar und sie
    machen sich wichtig.

  6. #14
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    Zitat Zitat von manannan Beitrag anzeigen
    Diese Erfahrung habe ich noch nicht so gemacht. Meine Mutter zum Beispiel kennt das von Hand waschen noch aus eigenem Erleben. Sie schätzt die Erfindung der Waschmaschine sehr positiv ein und hat sich noch nie über daraus resultierenden Stress beschwert. Erst neulich hat sie wieder thematisiert, wie viel einfacher das Leben seit ihrer Jugend geworden ist.
    Schön das sie das positive auch so wahrnehmen kann, ist vielen die jammern um des Jammerns willen so nicht gegeben. Meine Mutter kennt das mit der Hand waschen und und jammert heute auch mit Waschmaschine keine Erleichterung alles ein Stress allerdings völlig selbstinzeniert.

  7. #15
    Nachwuchs Autor Avatar von Awenasa
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    Ich glaube die meisten Menschen jammern, wenn sie etwas nicht ändern können. So typische Situationen wo man eigentlich sagen könnte: "Passt mir nicht, muss ich trotzdem durch, ist halt so."

  8. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Awenasa für den sinnvollen Beitrag:

    mops (04.01.2017)

  9. #16
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    Zitat Zitat von Ibwh1968 Beitrag anzeigen
    Andersherum gestellt, warum können wir nicht akzeptieren das andere uns für dümmer halten, denken das wir anderer Geschmäcker haben, andere Vorlieben, andere Prioritäten etc.?
    Und wieder sind wir bei der Autobahn mit den hundert Geisterfahrer
    Och, ich kann das durchaus - so lange ich nicht von oben herab behandelt werde. Auch so eine Konfliktbombe - mangelnder Respekt.

    Dass Ältere über Waschmaschinen meckern, habe ich auch noch nicht erlebt. Im Gegenteil sind das diejenigen, die heutzutage immer wieder darauf hinweisen, wie gut wir es doch haben.

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